Eitelkeit vs. Menschlichkeit 1:0


Es gibt eine Mutter, die an Borreliose erkrankt ist.

Es gibt einen Amtsarzt, der in einem einstündigen Gespräch festgestellt hat, dass sie am „Münchhausen-by-Proxy“-Syndrom leidet.

Dass die Süddeutsche Zeitung in völliger Verkennung der Realitäten die Diagnose „Münchhausen by Proxy“ als überhaupt existent anzweifelt, soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass Bayern mit diesem Fall einen weiteren veritablen Justizskandal an der Backe hat, der gerade ausgesessen wird, weil die Beteiligten nicht in der Lage sind, sich zusammenzureißen.

Borreliose ist eine ziemlich miese Krankheit. Und die Auswirkungen sind für die Erkrankten heftig. Hohe Antibiotikagaben sind erforderlich, sonst gibt es bleibende Schäden.

Eine Mutter hat sich Borreliose zugezogen. Ihr Sohn ebenso, es gibt Atteste von verschiedenen Ärzten, die der Mutter attestierten, dass die Antibiose auch für den Sohn notwendig war.

Ein Jugendamt glaubt nicht an Antibiotika. Ein Amtsarzt spricht mit der Mutter und verfügt eine Zwangseinweisung aufgrund von Münchhausen by Proxy – die Antibiosegabe.

Und am Ende steht ein Kind, dass nicht bei der Mutter lebt, sondern in einem Heim, ein Amtsarzt, der sich hoffentlich in diesem Leben nicht mehr im Spiegel ansehen kann, eine Menge Verfahrensbeteiligte, die sich alle nicht mit Ruhm bekleckert haben.

Und eine Frau, die das Vertrauen in den Rechtsstaat zu Recht so dermaßen verloren hat, dass sie jetzt in der Schweiz lebt. Und ein Schweizer Gutachter, der nicht versteht, was hier abgeht.

Und die bayrische Justizministerin?

Wärmt weiter ihren Stuhl an und kann leider nicht in das Verfahren eingreifen.

Wenn die doch so machtlos ist und so hilflos, dann braucht man auch keine Justizministerin. Schickt die Frau endlich vom Acker, die hat genug angerichtet.

 

Veröffentlicht am 27. Juni 2013, in ärgerlich. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 6 Kommentare.

  1. In laufende Verfahren geift man ja auch nicht ein.

    … es sei denn, man kann der eigenen Klientel oder anderen systemreleaventen Leuten helfen.

    • Das Verfahren läuft seit 2006. Wir haben 2013. Der Junge musste jetzt 7 Jahre ohne seine Mutter leben.

      Was meinst du denn, was passiert, wenn ein Gericht feststellt, dass der Junge eigentlich zur Mutter gehört?

      Dann zieht das Jugendamt die Karte „sind entfremdet, der Junge hat sich in der neuen Umgebung eingelebt…bla bla…Kindeswohlgefährdung, wenn er dort wieder rausgerissen wird“

      Das ist bereits mehrfach passiert, erinnert sich noch einer an den Fall, wo damals eine Familie kollektiv ihre Kinder missbraucht haben sollte? Das Gericht hat alle freigesprochen – auch die Großmutter, die in der Untersuchungshaft gestorben ist.

      Die Kinder haben die nie wieder gesehen.

      Frau Merktnixmehr kann zwar nicht in das laufende Verfahren eingreifen. Aber *beschleunigen* kann sie es sehr wohl. Und das tut sie nicht.

      • Hast ja Recht, aber die Praxis sieht eben wie beschrieben aus. Wenn’s nicht um die eigenen Spezln geht, kümmert man sich nicht so gern drum …

        Man müsste ja ggf. jemandem auf die Füße treten.

        • Was meinstn, warum ich den Artikel getippert habe?🙂

        • Karl, die Füße genügen da nicht ..
          aber Unfähigkeit im Amt ist ja wohl eher eine Empfehlung
          .. leider nicht nur in Bayern.
          Ich will einfach hoffen, daß dieser (reale) Spuk endlich ein Ende hat.
          Aber, was ich will ..

  2. Tja nun aber wir wissen ja alle das das nur ein „Einzeltäter“ äh „Einzelschicksal“ ist und überhaupt nix mit’m System und Korruption und überhaupt was gehen denn mich die „Untertanen“ an, sollense doch Kuchen fressen 11!!ELF11!!
    Du solltest Dir von damax mal das *KOTZ* smiley ausleihen😦

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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