Eine Flutkatastrophe


In den Nachrichten steht genug darüber, wie sich die Flut entwickelt und wie die Wasserstände sind – darum geht es mir in diesem Artikel auch eher weniger. Sondern um die „Nebeneffekte“ die sich gerade bemerkbar machen und bei denen ich allmählich wirklich graue Haare bekomme.

Und warum soll ich alleine leiden, Sodbrennen bekommen oder hohen Blutdruck: Aufschreiben befreit. Das wird jetzt ein hochgradig ärgerlicher Rant. Und wenn jetzt einer meint, ich wär herzlos: Nein. Ich bin nur stinksauer.

Punkt 1: Katastrophentouristen

Kann mir mal irgendwer erzählen, was Gaffer auf den durchweichten Deichen zu suchen haben? Wieso die sich selbst in Gefahr bringen und vor allem die, die sie dann noch im Notfall retten müssen? Denn einfach verdientermaßen absaufen lassen geht ja nicht.

Es ist unfassbar. Da stehen auf einmal Möchtegern-Leserreporter, zücken Kameras und fotografieren da hart arbeitende Menschen oder das „tolle viele Wasser“ – am besten noch mit „Käwwin, geh da mal wech, datt is nass“.

Jedem einzelnen, der da rumsteht und Maulaffen feilhält sofort ne Schippe in die Hand drücken und Sandsäcke füllen lassen. Und wer meckert, darf die Dinger schleppen.

Boah echt ey.

Punkt 2: Jammerlappen

Die Elbeflut ist noch nicht mal auf dem Höhepunkt (der Scheitel kommt erst Mittwoch in einigen Gebieten), aber die ersten jaulen schon rum. Wo denn die EU-Hilfen bleiben. Die Hütte noch bis zum Dach unter Wasser, keine Ahnung, wie hoch die Schäden sind, aber rumjaulen, dass die Regierung nix tut, bzw. zu wenig.

Woher das übrigens kommt, kann man an dem Bild sehr schön sehen. Na klar – von Rechtsaußen. Woher denn auch sonst. Sonst hört man aus der Ecke ja eher EU-kritische Sprüche, aber kaum werden die eigenen Zehen etwas nasser, wird nach der EU gebrüllt. Da gabs doch ein Wort für…moment, ich habs gleich… *fingerschnipp* na, nu sach schon… achja: Bigotterie.
Übrigens höre ich das Rumgeweine nicht aus Bayern, dass mit der Donauflut ähnlich hart getroffen wurde. Die haben Schippen in die Hand genommen, schaufeln den Schlamm aus der Bude und gucken mal, was die Versicherung so sagt. Wo wird wieder rumgejammert? In den NPD-Hochburgen, die das grad mal wieder hervorragend ausnutzen, um mal wieder Rattenfänger zu spielen: Unzufriedenheit schüren und dann wieder ein paar zahlende Mitglieder mehr.

Leute, Pfoten weg von allem, was braun ist. Das riecht schlecht, macht schlechte Laune und vor allem zerstört es Hirnzellen. Pfoten weg. Tut man nicht. Ist ihbahpfui.

Und was die Hilfen angeht: Lasst doch erstmal gucken, was überhaupt gebraucht wird. Die meisten Häuslebesitzer da dürften entsprechend versichert sein. Wenn da Deckungslücken sind, kann man über Hilfen sprechen. Ja, es sind da Milliardenschäden, aber noch weiß keiner, wieviel davon von den Versicherungen getragen wird. Also: Abwarten, bis das Wasser weg ist, Schlamm wegschaufeln und dann kann man mal aufaddieren, was überhaupt notwendig ist.

Aber jetzt? Wo das Wasser noch meterhoch in den Straßen steht? Viel zu früh.

Disclaimer: Ja, ich verstehe, dass die Leute verzweifelt sind. Aber es hilft mal gar nix, diese Panik auch noch zu schüren. Ruhe ist die erste Bürgerpflicht. Auch und gerade jetzt. Und wer jetzt nicht rumläuft wie ein wildgewordenes Huhn steht auch hinterher in der Nahrungskette nicht am falschen Ende. Echt mal.

Punkt 3: Wann wird man eigentlich lernen?

Die Flut ist eigentlich keine Katastrophe für die Natur. Eigentlich nur für die Menschen. Flüsse treten über die Ufer. Und wie man sehen kann auch durchaus mal kräftiger. Das wird jetzt kein Diskussionsansatz zum Klimawandel sondern eine kurze Anfrage an die Verantwortlichen:

In der Kommission nach der ersten „Jahrhundertflut“ wurde gesagt, dass man 12.000 Hektar Land freimachen muss. Soweit wie ich verstanden habe, weil die Elbe zu sehr eingeschnürt ist von Siedlungen. Weil Deiche brechen können, weil sie so eng stehen, dass sie den Fluß, gerade wenn er so viele Wassermassen mit sich führt, ZU sehr verengen. Das beschleunigt einerseits die Fließgeschwindigkeit – und den Abtrag der Erddeiche auf Flusseite – und andererseits türmt sich das Wasser *sehr* hoch auf. Nicht gut, Deiche brechen dann, vor allem, wenn sie sehr nass sind. Die 12.000 Hektar sind als notwendig erachtet worden, damit man Spielräume hat und zur Entlastung notfalls auch Deiche kontrolliert durchstechen kann, bevor sie an der falschen Stelle brechen.

Tjo, ambitioniertes Projekt. Schauma mal, wieviel davon tatsächlich umgesetzt wurde? Ohne Witz, nicht mal 20% der erforderlichen Fläche. Statt dessen hat man die Deiche erhöht. Und damit auch den Druck auf den Deichgrund. Hätte man diese Flächen, die Schäden wären um ein vielfaches geringer gewesen.

Wie wärs, wenn man diese 12.000 Hektar jetzt wirklich mal frei macht? Und bitte nicht als Ausgleichsflächen „irgendwo, wo Platz ist“ sondern direkt rechts und links vom Deich. Die Experten wissen schon, welche Flächen freigemacht werden müssen.

Und ja, das bedeutet notfalls auch ein unbequemes Umsiedeln der Leute.

Wäre ich zynisch, würde ich sagen, dass man mal bei den Braunkohlebergwerken anfragen kann, wie die das gemacht haben. Die haben da jahrzehntelange Erfahrung.

Aber ich bin ja nicht zynisch. Zumindest nicht sehr.

Punkt 4: Schnappschuß

Man soll ja versöhnlich enden. Das Bild (direkt das erste im Artikel mit dem Pool) ist mir von einem amerikanischen Bekannten zugeschickt worden. Und zwar mit folgendem Kommentar:

This photo is so German.

My caption:

‚OK, so we’re going to have a flood, but don’t lets mess things up!‘
🙂
Ich muss zugeben, ich hab gelacht.😉
Sorry für den Link zu einem LSR-Medium, ich hab das Foto nirgendwo sonst gefunden.

Veröffentlicht am 11. Juni 2013, in ärgerlich. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 32 Kommentare.

  1. Das der Ausgleichsfläche sehe ich auch als eine der sinnvollsten Lösungen… und leider auch als das, was vermutlich nur sehr, sehr schwerlich umgesetzt werden kann… Erklär mal hunderten von Leuten, dass ihre Häuser/Gärten/Kleingärten da weg müssen wegen Hochwassergefahr. Da muss ein Ausgleich geschaffen werden und wer auch immer das macht macht sich SEHR unbeliebt. Da wird keiner mit nem Stock rangehen wenn er nicht unbedingt muss. Denn sobald die Pegel gesunken sind wird das Ereignis Flut wieder so etwas was „doch gar nicht so oft vorkommt“ oder so… Vielleicht bin ich nur pessimistisch aber ich glaube nicht dass da in nächster Zeit viel mehr rum kommen wird.

  2. ENDLICH mal ein mensch mit Verstand. Als ich gestern in einem Chatraum gesagt habe, dass manche Menschen selbst Dchuld an den Überschwemmungen sind, weil sie in Gefahrenzonen leben und diese nicht regulieren, hatte ich gleich einen ban.

  3. ein anderer Stefan

    Ich habe auch Hochwasserfotos gemacht. Aber ich habe dabei hier in Dresden auf der Augustusbrücke gestanden, da stand ich nicht im Weg. Das unbefugte Betreten der Deiche und der Aufenthalt in der Nähe der Schutzwände wurde hier unter Strafe gestellt, um das einzudämmen.

    Rumgejammer habe ich hier noch nicht gehört. Eher so einen gewissen Fatalismus. Viele Hausbesitzer in Grimma oder Meißen kriegen übrigens keine Versicherung mehr, zu hohes Risiko. Soviel zum Mantra der privaten Vorsorge…

    Mir hat neulich jemand erzählt, dass im Gegenteil nach der Flut 2002 noch elbnahe Baugebiete ausgewiesen worden sind, so angeblich in Radebeul. An der Elbe wollen sie alle wohnen, aber wehe, das Hochwasser kommt. Das liegt aber auch an der Gier der Grundstücksentwicklungsfirmen, die hier oft massiven Druck auf die lokale Politik ausüben, und der Unvernunft der Käufer. Ich würde ja alle Flächen, die beim HQ 100 vollzulaufen drohen, mit einem eisernen Bauverbot belegen, und wenn da eine Bude abgebrochen wird, ist sie halt weg. Umsiedeln wird allerdings mitunter schwierig, gerade in der Sächsischen Schweiz gibt es wenig Siedlungsflächen. Pirna liegt in einem recht engen Tal, das wird bei Hochwasser immer volllaufen. Da müsste man die Stadt komplett aufgeben.

    • Lochkartenstanzer

      Private Vorsorge ist dch ganz einfach:

      Einfach nicht im angestammten Überschwemmungsbereich des Flusses siedeln. Dann hat man zumindest die größten katastrophen gebannt.

      • ein Matthias

        Als nicht Betroffener kann man da schnell eine Meinung äußern.

        Wie Stefan schon schrieb, bekommen etliche Hausbesitzer in den gefährdeten Gebieten gar keine Versicherungen mehr (oder nur zu exorbitanten Tarifen). Eine Versicherung will schließlich Gewinn erwirtschaften.

        Zum Anderen sind viele der Betroffenen noch am Rückzahlen des Kredites von der letzten Flut. Nicht dass jemand denkt, den Leuten wäre alles aus Spenden oder vom Staat bezahlt wurden.

        Und das Argument „nicht dort hinziehen“ mag für etliche Deppen, die sich nach der Wende ein Häuschen mit ‚Elbblick‘ gebaut haben, zutreffen.

        Es gibt da aber eine Menge alter Siedlungsgebiete, die nicht einfach umgesiedelt werden können. Dann müßte man nämlich z.B. die Alt(!)städte von Meißen und Pirna plattmachen, und in Dresden ganze Stadtteile wie Mickten, Übigau, Trachau und Pieschen mit mehreren zehntausend Bewohnern umsiedeln.

        In Dresden-Pieschen/Trachau wären Wohngebiete betroffen, die sich Luftlinie über 1 km von der Elbe entfernt befinden, wenn man steigendes Grundwasser bei einem Hochwasser über mehrere Tage berücksichtigen würde, müßten gar einige Straßen (z.B. die Duckwitzstr.) in mehr als 2 km Entfernung geräumt werden.
        Und das sind keine DDR- oder Nachwendesiedlungen, da stehen teilweise Gründerzeitvillen und die Ortskerne sind über ein halbes Jahrtausend alt.

        Wer sich mal einen Eindruck von der Ausdehnung des Hochwassers von 2002 in Dresden verschaffen möchte, kann unter http://stadtplan.dresden.de -> Stadtentwicklung und Umwelt (linke Leiste) -> Hochwasser -> Historische Hochwasser ein paar Luftbilder und Karten betrachten.

        Hilfreich wären eher Überlegungen zu Ausdehnungsflächen außerhalb der großen Siedlungen, Rückhalteanlagen an den zuführenden Nebengewässern, Rückbau oder zumindest keine weiteren Bodenversiegelungen und bauliche Anpassungen an unweigerlich überfluteten Gebäuden.

        Dazu noch eine verpflichtende Elementarschadenversicherung für alle Grundeigentümer (damit einhergehend bezahlbare Tarife) wie es sie in der DDR gab (womit soetwas heutzutage natürlich ideologisch genauso untragbar wie Polikliniken, Kinderkrippen und gemeinsame Schulen für alle ist).

        • Nein, die alten Siedlungsgebiete können ja gerne bestehen bleiben. Aber man muss dann Ausgleichsflächen schaffen. Es reicht nicht, die Deiche immer noch höher zu machen – wenn dann mal einer bricht, siehe Fischbek, ist Land unter.

          Dann lieber Schwemmflächen schaffen, wo man den Fluß – notfalls mit der gezielten Durchstechung von Deichen zur Entlastung, ableiten kann. Wenn eine Stadt im Tal liegt, müssen die Ausgleichsflächen VOR dem Tal liegen. Es sind ja Expertisen dagewesen. Nur – wenn man diese Ausgleichsflächen zubaut, muss man sich nicht wundern, dass man nasse Füße kriegt.

          Was mich aber nervt, ist dieses Gejammere nach EU-Hilfen. Das schaffen wir alleine, Deutschland ist dafür stark genug. Wenn du mal ne Flut sehen willst, wo die Leute das NICHT schaffen, bitte mal nach Bangladesch gucken.

          Und wer in einer Elbniederung mit Elbblick sein Haus baut ist, sorry: SELBST SCHULD.
          Vor allem, wenn die Hütte nach 2002 gebaut wurde.

          • ein Matthias

            Hallo Tantchen,

            etwas arg verspätet (ich musste 2 Wochen nahezu Internet-abstinent leben) noch eine Replik.

            In einem Punkt stimme ich dir uneingeschränkt zu: Deutschland schafft soetwas allein und hätte trotz alledem noch Geld für Spenden nach Bangladesch übrig.

            Aber deine Aussage „…wer in einer Elbniederung mit Elbblick sein Haus baut ist, sorry: SELBST SCHULD…“ zeigt einfach, dass du mit den örtlichen Gegebenheiten nicht allzusehr vertraut bist. Das ist ja auch kein Problem, ich kenne auch nur wenige Orte in Deutschland, versuche dann aber auch, mich nicht allzusehr aus dem Fenster zu lehnen.

            Nur wenige der vom Hochwasser Betroffenen sind irgendwelcher Bausünden der letzten 2 Jahrzehnte schuldig. Wobei ich sogar ein der weiteren Familie einen habe, der nach der Flut von 2002 seine Heizungsanlage wieder in den Keller gebaut hat – die bekommt er aber auch von niemandem ersetzt.

            Ab dem Böhmischen Tor in Tschechien über ca. 100 km bis Dresden und weitere ca. 40 km bis kurz vor Riesa verläuft die Elbe in einem mal mehr (200 m; Hrensko) mal weniger (6 km; Dresden) engen Tal. Da ist schlicht und einfach kein (hochwasserrelevanter) Platz für Deichrückverlegungen oder -durchstiche. Bis etwa Pillnitz (von Böhmen her) gibt es gar keine Deiche, da ist ohnehin das gesamte Tal je nach Pegelhöhe Überflutungsfläche. Inklusiver aller darin befindlicher Ortschaften.

            Und auf diesen etwa 80 km Flussverlauf erreichen auch die bei entsprechendem Regen hochwasserführenden Nebenflüsse und -bäche aus Böhmen, der sächsischen Schweiz und dem Osterzgebirge zusätzlich die Elbe. Fast alle Hochwassersperren (alte und nach 2002 neu errichtete und sanierte) in diesem Gebiet sind Anfang Juni ob der schieren Regenmenge übergelaufen.

            Dresden hat und will weiterhin mit Hilfe der Betonlobby auf Schutzmauern und -deiche setzen, hat allerdings aufgrund der historisch überlieferten Siedlungsstrukturen auch kaum andere Möglichkeiten. Die zwei unterhalb des Zentrums.befindlichen Flutrinnen (die heissen auch so) sind extra baulich so angelegt, dass sie ab einem gewissen Pegel volllaufen, die Entlastung für den weiteren Elbverlauf ist aber nicht allzusehr bedeutend.
            In den zwei alten Elbarmen oberhalb des Zentrums wurden tatsächlich Neubauten errichtet, diese sind auch teilweise abgesoffen und werden nach derzeitigem Konsens auch zukünftig keinen HQ100-Schutz erhalten.

            Da das Wasser sich in Dresden nicht so sehr ausdehnen konnte, hat es dann die Altstadt von Meißen schlimmer erwischt als 2002. Obwohl oberhalb Meißens etlichen Bauern die Felder überschwemmt wurden und sie damit für dieses Jahr ihre Einnahmen verloren haben (und ohne staatliche Hilfen Insolvenz anmelden müssen).

            Ab Riesa ermöglicht die Landschaft überhaupt erst die Rückverlegung von Deichen und die Anlage von Poldern. Damit könnte dann für die weiteren Elbanlieger (Dessau, Magdeburg) etwas erreicht werden.

            Wie ich schon schrieb, es müssen dringend Maßnahmen zum besseren Rückhalt des Wassers getroffen werden, bevor es die Elbe erreicht. Daran verdient aber die Bauwirtschaft meist nicht so gut – in der „interessengeleiteten“ Politik Sachsens also nicht allzu willkommen.

            Den Anrainern am Oberlauf der Elbe ein „selbst schuld“ entgegen zu schmettern, kann aber auch nicht die richtige Antwort sein.

            Ziel muss ein „Solidarpakt“ sein, zwischen den Anrainern entlang eines ganzen Flusses, zwischen Denjenigen, die „sich opfern“ und Denjenigen die daraufhin weniger geschädigt werden, zwischen Jenen die (freiwillig?) wegziehen und Jenen die geschützt werden, zwischen den idyllischen Gaststätten so schön am Fluss und deren Gästen aus den höheren Lagen, den Geschädigten und den vom Aufbau profitierenden Firmen (und Finanzämtern). Da sind Kommunen und deren Bürger, Länder und auch Versicherungen gefordert.

            • Lochkartenstanzer

              mag alles so sein wie Du sagst, aber wer trotzdem in eine Gegend zieht oder dort baut, wo schon seit Jahrhunderten der Fluß immer wieder mal „reinschaut“, isrt selbst schuld. das ist wie eine Lotterie. mal gewinnt man, mal zieht man die Niete. Viele verdrängen halt aufgrund der „günstigen preise“, daß diese ihren Grund haben. Ich habe mir auch ein Haus auf einem „Hügel“ gekauft, obwohl die Häuser im „Tal“ schöner und günstiger waren und durch den Hochwasserschutz der Bach „nie wieder“ vorbeischauen soll (der kommt ca. alle 30 Jahre aus seinem Bett und schaut sich mal an, was da außenrum sich getan hat).

  4. Ähm, um welches Bild geht es da ganz unten?

  5. Die Tagebauumsiedler wohnen heute ohne Witz auf den Neißeflutgebieten, schön ist da der Straßenname „In der AUE“. Die wurden auch überflutet und ich habe wenig Mitleid. Als Häuslebauer sollte man sich vielleicht mal über die Gegend informieren vorallem an/in einer Gegend die nicht ohne Grund „Aue“ im Namen trägt.

    Natürlich sind auch die Planer schuld und solten ordentlich die Hosen runter lassen.

    • Das ist mit ein wichtiger Punkt. In der DDR gab es z.B. an der Oder extra freigegehaltene Überflutungsflächen, die nicht bebaut werden durften. Was passierte nach 1990? Es gab auf einmal tolle neue Eigenheimsiedlungen…
      Und warum wurden einige Hochwasserschutzprojekte nach 2002 nicht fertig? Weil Kleingärtner dagegen klagten…

  6. Du hast einen Punkt unterschlagen, solche Ereignisse locken natürlich immer wieder Chaoten aus ihren Löchern hervor, die der Meinung sind, den von den Wassermassen ohnehin geplagten Menschen noch mehr Schaden zufügen zu müssen:
    http://www.spiegel.de/panorama/hochwasser-unbekannte-drohen-mit-anschlaegen-auf-deiche-a-904609.html

  7. Na so ganz doll sollte man ja nicht unbedingt auf den Osten losschlagen.

    Das grad ein „relativ wohlhabendes“ Bundesland wie Bayern nicht gerade groß am beschweren ist, sollte nicht verwundern. Klar müssen die auch sparen aber die Zeiten der eigenbrötlerischen Bergbauern sind ja fast vorbei. Auch gibts bei den Bayern wohl bissl mehr Stolz Bayern zu sein und sich selbst zu helfen bevor die Preissen kommen.

    Grad in den neuen Bundesländern soll gespart werden ohne Ende, Polizei, Schulen, Hochschulen, Kultur geht momentan auf Knickertour, wo sollen da noch die Hunderte Millionen herkommen. So langfristige Projekte wie Hochwassersicherung, was nicht allzuoft einen Brief an die Politiker schreibt, lässt sich dann gerne mal etwas abknapsen.

    Die Versicherungen wollen ja am Liebsten auch nicht für Elementarschäden zahlen und da steht so manch einer halt vor dem wirtschaftlchen/finanziellem Ruin. In Flutgebieten weigern die sich ja auch gerne mal überhaupt zu versichern.

    Wer jetzt so lapidar sagt, „Dann sollen die doch nicht am Wasser bauen“ es hat ja schon einen Grund das Städte gern an Flüßen gebaut wurden. Da steht nicht immer ein Neubauhaus was geflutet wurde sondern auch „historische“ Siedlungen. Sollen jetzt alle Leute von Flüßen wegziehen und auf nem Hügel/freiem Feld/im Wald eine neue Stadt aufsetzen?
    Klar wird da viel Schindluder im Immobilienbereich getrieben, aber sag mal dem Ortskern er soll nicht so nah am Wasser gebaut sein.

    Hier im Ort haben wir gleich ein Naherholungsgebiet mit Tiergarten am Fluss (~20m Entfernung). Da wurde es auch nicht ganz geschafft den rechtzeitig komplett zu evakuieren. Die letzten stärkeren Hochwasser hatten wohl Wasser auf den Wegen aber da konnten die Tiere noch weggebracht werden. Nun sind da Hirsche in ihrem Gehege am Wasser verendet. Doof ist das schon, aber so ein ganzer Zoo evakuiert sich nun mal nicht ruck-di-fix und wenn zu früh oder unnötig evakuiert wird meckert jeder über die Geldverschwendung. Mir Ist ja auch klar das man jetzt nicht alle Tiere wie im Western einfach auf nen Laster oder die Weide treibt und sich da durchaus mehrere ausgebildete Tierpfleger um den Abtransport, Betäubung/Beruhigung, Versorgung etc der jeweiligen grad zu evakuierenden Art kümmern muss und nicht einfach Horst und Günni kommen und sich jeweils ein Kamel krallen und noch nen Schwan untern Arm nehmen.
    Aber hier gingen gleich wildgewordene Tierliebhaber verbal und schriftlich los, das doch Tierleben viel mehr wert seien als Menschenleben und die lieber einen Hamster retten als die Oma, weil die kann sich ja selber helfen. Und am besten den Tierparkdirektor aufknüpfen und alle entlassen und die Tiere durch Spritze erlösen und oder freilassen weil das ist ja auch gemein die Einzusperren und blah blah.

    Von den rechten Schergen wurde hier noch nicht viel gehört, vermutlich fehlt da noch der Buhmann auf den sie zeigen können und hier ja eigentlich auch noch Wasser auf den Straßen steht.

  8. Tja nun das Problem ist Menschengemacht und nun bekommen es halt die Menschen ab.
    Wer so dumm ist am Flußufer zu bauen ohne das es gleich mit Gummi überzogen ist braucht sich nicht wundern.
    Probleme gibt’s da immer und wenn zuviel wasser im kanal ist nützt auch die stärkste Pumpe nix.
    Es gibt ja gesetzlich geregelte Möglichkeiten Flächen wegen des Allgemeinwohls zu enteignen und Ersatzflächen als Ausgleich zu geben, aber …
    Die Aktion mit den „Linke die Wasser in den Fluß kippen.“ muß man richtig verstehen und die Schwachfugmeldung von Deiche kaputtmachen ist dem Wahlkrampf geschuldet m(
    Wie steht das im Klassiker „Da muß was lebendiges rein !“, hmmm stiefelt unsere Kanzlerette nicht da in der Gegend rum, so’n Sandsack mehr tief im dammbruch fällt doch net auf, gelle *lapalomapfeif*

  9. ein anderer Stefan

    Hab heute einen Bericht gelesen, wonach ein Stadtteil hier in Dresden abgesoffen ist, weil ein Anlieger gegen die Hochwasserschutzmaßnahmen geklagt hat. Den Nachbarn hat in den letzten Tagen keiner mehr gesehen…

    Ein Kollege erzählte mir neulich, dass in einigen Stadtteilen Dresdens die alten Häuser (um 1900) mit viel Abstand errichtet wurden. Nach der Wende hat man die Lücken dann flugs bebaut – die neuen Häuser sind dann 2002 abgesoffen. Wenn man weiß, dass es hier in Dresden 1890 ein heftiges Hochwasser gab, kann man zu dem Schluss kommen, dass damals wohl jemand aufgepasst hat.

    Was mich dabei ärgert ist vor allem, dass die Häuslebauer dann vom Bauträger allein gelassen werden.

    • „Was mich dabei ärgert ist vor allem, dass die Häuslebauer dann vom Bauträger allein gelassen werden.“

      Was erwartest Du ?
      Denen geht es nur ums schnelle geld oder warum haben wir gerade eine Krise, doch nicht weil die „schwäbische Hausfrau“ einen auf „spare, spare, häuslebaue“ gemacht hat …

      • ein anderer Stefan

        Ich erwarte nichts anderes. Aber ärgern tut es mich trotzdem.
        Das mit dem schnellen Geld stimmt wohl.

        • Tja dieses Jahr kannst Du dann ja woanders ein Kreuz machen😛
          Wird zwar wegen der täglichen Verblödung in den „Qualitätsmedien“ nix nützen aber nunja §20GG ist nicht so einfach änderbar, warum eigentlich *augenroll*

    • ein anderer Stefan

      Nachtrag: 1908 hat Sachsen ein Gesetz erlassen, dass das Bauen in hochwassergefährdeten Gebieten verboten hat – das war ausnahmsweise mal ein sinnvolles Gesetz. Man hätt sich bloß dran halten müssen…

    • ein Matthias

      Bei solchen Berichten über den einen bösen Anwohner wegen dem … – sollte man im Hinterkopf behalten, dass ein verkürzt formulierte Zeitungsartikel mit einem eindeutigen ‚Schuldigen‘ für die Zeitung gut und verkaufsfördernd sein mag, die Wahrheit aber auch in diesem Fall etwas anders aussieht.

      Der Meinung Deines Kollegen möchte ich jetzt nicht rundheraus widersprechen, aber Laubegast, Pillnitz, Pieschen und die Dresdner Altstadt (um nur einige mehrere hundert Jahre alte Siedlungsgebiete zu nennen) sind nicht erst nach der Wende erbaut wurden.
      Die Dresdner Altstadt ist nur dank der mobilen Schutzwände nicht wieder wie 2002 vollgelaufen.

      Mir geht es dabei nur um die Pauschalität dieser Aussage, denn es sind allerdings nach der Wende etliche Wohngbiete in Dresden entstanden, die sich nicht nur gefährlich nahe an der Elbe befinden, sondern sogar direkt in alte Elbarme gebaut wurden (z.B. in Leuben).

      Um mal einen Eindruck von der Ausdehnung des Hochwassers von 2002 zu erhalten, kann man unter http://stadtplan.dresden.de -> Stadtentwicklung und Umwelt (linke Leiste) -> Hochwasser -> Historische Hochwasser ein paar Luftbilder und Karten betrachten.

      Dass es dieses Mal nicht so schlimm kam, ist dem (um ~ 60 cm) niedrigeren Pegel, den Schutzmaßnahmen (feste und mobile Schutzwände, Regenüberlaufanlagen) und dem gegenüber 2002 geringeren Niederschlag im Osterzgebirge zu verdanken.

  10. Naja ich kenne das aus einigen oder/spreewald-siedlungen das da Häuser erhöht auf kleine Inseln gebaut wurden. Da hatte jede familie auch einen Kahn (statt auto) und ihre Reuse im Wasser. Vielleicht wäre es sinvoll die föussnahen Häuser 1.50 hoch auf nen passenden Hügel zu stellen. Am besten auf Betonstelzen.

    Vom Bärwalder See kenn ich dann noch die schwimmenden Häuser die hätten bei einer Flut auch nicht so große Probleme.

    • Es gab schon immer Pfahlbauten die Hochwasser durch Überflutung oder Monsun oder sonstige allgemein bekannte Fluten in Rechnung gestellt haben.
      Nur versuche mal am Rheinufer ein Haus auf zwanzig Meter hohen Pfählen zu bauen …
      Durch die Bebauung nach der Wende wurden auch viele Überschwemmungsgebiete zubetoniert und tragen zu schnelleren und höheren Überflutungen bei.
      Warum habe ich schon oben erwähnt😦

  11. dingdongdang

    Die Frage ist doch immer, ob sich das auf Dauer rechnet…wir hatten jetzt in zehn Jahren zwei Fluten in den genannten Gebieten, aber daraus lässt sich eben nicht ableiten, dass in nochmal 10 Jahren wieder eine kommt, das kann genausogut 50 oder 100 Jahre dauern…und dann ists irgendwann tatsächlich günstiger, einfach die Flut zu ertragen. Natürlich immer nur solange keine Menschenleben auf dem Spiel stehen.

  12. Was mich nervt, ist die Berichterstattung; nicht nur haben wir den, gefühlten 125. Brennpunkt oder die 750. „aktuelle“ Sendung, mit immer denselben Bildern, Reportern und „Schalten“, spätestens zwei Wochen nach „Abschluss der Dreharbeiten“ wird kein Schwein mehr über die Betroffenen Personen und Regionen berichten, ob da noch Hilfe benötigt wird und welcher Art diese sein sollte.

    • Nananana !
      Nix über den guten qualitativ hochwertigen da mit Parteibuchbonzen besetzten ÖR meckern !
      Sonst kommt Mutti mit dem Regenschirm😛

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