Biologie vs. Kultur


Die Haupttheorie in der gesamten Gender-Diskussion ist ja, dass es zwischen Mädchen und Jungen keine Unterschiede gibt (von den körperlichen mal abgesehen). Die Menschen, die jetzt in der Uni Leipzig „Herr Professorin“ eingeführt haben, gehen von der Theorie aus, dass das Gehirn von Mädchen und Jungen gleich angelegt ist und nur die unterschiedliche Behandlung von Mädchen und Jungen den Unterschied ausmachen, ob ein Mädchen später eher „weiblich“ oder ein Junge eher „männlich“ wird.

Also die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen rein soziologisch bedingt sind – würde ein Mädchen als Junge erzogen, würde sich das Mädchen hinterher auch eher „männlichen“ Berufen widmen und würde ein Junge als Mädchen erzogen, dann würde er hinterher eher „weibliche“ Berufe wählen.

Kurz gesagt: Es sieht so aus, als ist diese Annahme völlig falsch. Denn diese Annahme setzt das Prinzip der Evolution und der Selektion völlig außer Kraft.

Das erste, was mir beim Lesen dieses Artikels einfiel, war der beschnittene Jungen, denen versehentlich während der Operation der Penis abgetrennt wurde. Der zuständige Doktor, um Einfälle nicht verlegen, hat den Jungen dann einfach zum Mädchen umoperiert und den Eltern gesagt, dass sie jetzt ein Mädchen hätten. Wenn sie ihn als Mädchen behandeln würden, wäre alles gut und der bzw. die Kleine hätte kein Problem (ich find die Quelle grad nicht, wenn einer die hat, wärs toll hier gehts lang, Wikipedia hat auch was, danke comicfreak und Oliver). Der Junge ist direkt 6 Monate nach der Geburt beschnitten worden – kulturelle Einflüsse haben hier noch nicht gegriffen, wenn überhaupt, nur minimalen Einfluss gehabt.

Die Eltern haben danach gehandelt und den Kleinen als Mädchen erzogen. Und das Mädchen war selbst als kleinen Kind bereits sehr adamant darin, dass es doch viel lieber ein Junge wäre.

Wäre die Festlegung der Interessen rein kulturell bedingt, hätte dieser junge Mann bzw. das junge Mädchen kein Problem haben dürfen. Als Mädchen aufgezogen, Mädchenspielzeug bekommen – all das hätte zu einen glücklichen Mädchen führen müssen.

Hat es aber nicht, es führte zu einem hochdepressiven jungen Mann. Und nicht nur einmal, sondern mehrfach. Und Intersex-Menschen können hier ein Lied von singen, wenn sie nach den Wünschen der Eltern operiert werden und nicht nach dem tatsächlichen Geschlecht – das führte mehrfach zu unendlichen Tragödien.

Das Argument, dass der Junge ja bereits geboren war und darum ja schon kulturellen Einflüssen ausgesetzt war, zieht hier nicht. Der Junge war im Alter von einem bis zwei Tagen noch keinerlei nennenswerten kulturellen Einflüssen ausgesetzt.

Norwegen ist das Land, dass die Gleichstellung in Europa bereits sehr weit vorangetreiben hat. Dennoch hat Norwegen feststellen müssen, dass Frauen nach wie vor lieber in „weibliche“ Berufe gehen, also Berufe, in denen mit und an Menschen gearbeitet wird und Männer lieber in technische Berufe, in denen mit Sachen gearbeitet wird. Die Frauen und Männer können frei wählen – und gehen dann in die Klischeeberufe.

Kultureller Einfluß? Werden auch in Norwegen Mädchen immer noch als Mädchen behandelt und Jungs als Jungs?

Ich übergebe an dieser Stelle an den Komiker Harald Eia, der eine bemerkenswerte Doku darüber gedreht hat, dass es eben nicht so ist. Dass es evolutionär bedingt nach wie vor Unterschiede zwischen Männern und Frauen über die Ausbildung der primären Geschlechtsorgane hinaus gibt. Dass man mit kulturellen Einflüssen allenfalls Feinjustierungen vornehmen kann, aber keine vollständige „Umprogrammierung“.

Dass also die gesamte Genderforschung eigentlich eine Forschung ist, die, solange sie die biologischen Gegebenheiten nicht mit berücksichtigt, eine ideologische Forschung ist, die alles ausblendet, was nicht in die Agenda passt. Verstärkt wird das noch dadurch, dass die Vertreter der Biologie eine völlig stringente Argumentation hatten, die nicht darauf ausging, die Frauen wieder an den Herd zu schicken und die Vertreter des Genderforschungs-Instituts außer „ich glaube das“ und „nein, das ist nicht so“ – verbunden mit wilden Anschuldigungen eigentlich keine Argumente vorzubringen hatten.

Und Glaube ist nicht Wissenschaft. Das möchte ich an dieser Stelle auch sehr ausdrücklich an die Uni Leipzig schicken.

Es geht mir an dieser Stelle NICHT darum, Verhältnisse wie in den 50ern wiederherzustellen, wo das Frauchen auf den Herrn mit dem Abendessen wartet und ihrem Manne untertan ist. Sondern die derzeitige Genderdiskussion wird von Fanatikern geprägt, die Menschen in Rollenbilder zwingen möchte, die sie nicht ausfüllen können.

Das Problem, dass so wenig Frauen Ingenieursberufe wählen, ist nach dem Film für mich kein Problem der Diskriminierung mehr – viele (NICHT ALLE) Frauen sind schlicht nicht interessiert an technischen Berufen. Und Männern gehen die Berufe wie „Krankenpfleger“ völlig wo vorbei. Ich hab oft im Krankenhaus gelegen, aber die Zahl der männlichen Krankenpfleger kann ich nach wie vor an einer Hand abzählen.

Wäre es nicht schön, wenn wir in einer Welt ohne Agenda leben würde und Jungen und Mädchen das lernen können, was sie gerne wollen und nicht das, was die Gesellschaft für angemessen hält? Und das meine ich an der Stelle völlig wertneutral.

Wer den Artikel nicht lesen möchte, hier ist die Doku von Harald Eia nochmal bei Youtube (norwegisch mit deutschen Untertiteln):

Veröffentlicht am 7. Juni 2013, in Nachdenkliches. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 13 Kommentare.

  1. Da gab’s auch noch einen Versuch in Amiland zu beweisen das wenn Jungs als Mädchen behandelt werden das automatisch zur Feminisierung führt, der Knabe war nicht umoperiert hat aber auch nicht geklappt.
    Und Frauen gehören an den Herd, mensch wenn ich vier Töppe mit Soße, Gemüse, Kartoffeln, Pudding und einen Braten gleichzeitig *augenroll*
    Wär doch’n schöner Test, wer’s kann muß Mädel sein *ROFL*

  2. ein anderer Stefan

    Den BEricht von Harald Eia hatte ich vor einiger Zeit schon mal gesehen. Ich meine gelesen zu haben, dass man in Norwegen danach mal genauer nachgeschaut hat und konsequent den ganzen Genderblödsinn eingestampft hat.

    Schön wäre es, wenn eines Tages jeder Mensch die Möglichkeit hätte, herauszufinden, was er mit seinem Leben anfangen will und das dann auch ohne Vorurteile und scheele Blicke tun kann. Wenn eine Frau Bundeskanzler werden will, dann soll sie doch (ich muss sie ja nicht wählen). Wenn ein Mann Kinder erziehen möchte, soll er doch – ohne dass man ihm implizit unterstellt, ein Päderast zu sein. Damit wäre dem Einzelnen und der Gesellschaft vermutlich am meisten geholfen.

    Nebenbei bemerkt, ist mittlerweile glaube ich ziemlich unumstritten, dass Hormone auch unser Verhalten steuern bzw. beeinflussen. Da aber nun mal Hormone je nach Geschlecht unterschiedlich verteilt sind, ist es kein Wunder, dass Männer und Frauen eben mehr Unterschiede haben als den berühmten kleinen Unterschied. (Disclaimer: Ja, das ist unwissenschaftlich ausgedrückt. Nehmts als Meinung.)

    • Die Gelder für das Institut der beiden Genderforscher wurden drastisch gekürzt. Nicht komplett eingestampft, aber schwer gekürzt.

      Und ja, das ist genau das, was ich auch möchte.

      Ich möchte, dass jeder machen kann, was er will. Derzeit geht der Zug jedoch in eine völlig andere Richtung: Es werden Mädchen in „Männerberufe“ gepresst ohne zu fragen, ob die das überhaupt wollen.

      Und das ist genauso falsch.

  3. Ich denke eher dass es halb-halb ist. Also Teile einer „männlichen“ oder „weiblichen“ Denkweise sind „vorprogrammiert“ aber die Art und Weise wie sie sich ändern beziehungsweise was verstärkt und was abgeschwächt wird wird gesellschaftlich geprägt sein.
    Ich kenne Männer, die sehr gute Kindergärtner, Krankenpfleger u.s.w. sind. Viele von ihnen gaben aber an, dass sie oft „schief angeschaut“ werden weil ihr Beruf doch etwas „weiblich“ ist. Anders herum mit Frauen in typisch männlichen Berufen.
    Die Aktion mit „Herr Professorin“ war nicht DUMM aber schlecht aufgezogen. Der Gedanke dahinter war gewesen, dass unsere Gesellschaft Dinge wie Berufe oder das SEIN eines Menschen nicht von vorn herein an einem Pronomen oder Geschlecht fest machen sollte. Wir sollten davon aus gehen dass grundsätzlich jedes Geschlecht jeden Beruf ausübt. Ob es dann so IST ist dann eine andere Sache. Womit aber heutzutage viel gekämpft werden muss ist eben die ANNAHME dass in bestimmten Berufen nur Männer oder Frauen arbeiten… und DAS ist falsch.

    Das zu ändern dagegen ist sehr, sehr schwer. Es gibt quasi keinen einfachen Weg und einen schnellen schon gar nicht. Die „Herr Professorin“-Aktion sollte glaube ich auch nichts von beiden sein sondern nur Aufmerksamkeit auf das Problem lenken, dass wir immer noch viel zu sehr in „männliche“ und „weibliche“ Schubladen denken, die wir eigentlich nicht bräuchten. Es stimmt, es gibt Unterschiede zwischen Männern und Frauen, aber es sind Unterschiede (wie zwischen jeden 2 beliebigen Menschen ob Mann oder Frau auch) und keine Determinanten dafür was man (oder frau) später einmal leisten kann, will oder sich entwickeln wird.

    (Frauen gewaltsam in Männerberufe zu pressen ist sicherlich schwachsinn… Frauen und Männern dagegen zu zeigen dass sie durchaus Perspektiven im Berufsfeld der „anderen“ haben und das nicht von vorn herein ausgeschlossen für sie ist dagegen gut.. aber wie gesagt… Umsetzung ist offenbar mehr als knifflig)

    • Antares, genau diese Annahme, die du für falsch hältst, hat sich offenbar als zutreffend erwiesen. Guck dir bitte das verlinkte Video an
      Gut, ich glaub, das muss ich weiter ausführen🙂

      Womit aber heutzutage viel gekämpft werden muss ist eben die ANNAHME dass in bestimmten Berufen nur Männer oder Frauen arbeiten… und DAS ist falsch.

      Nein, genau diese Annahme hat sich offenbar als zutreffend erwiesen. Es gibt das „norwegische Phänomen“. Norwegen hat die Gleichstellung weitgehend erreicht, kein Norweger würde einer Frau sagen, dass sie etwas nicht kann, weil sie eine Frau ist. Wenn sie sich das zutraut: Go for it. Und vice versa übrigens.

      Trotzdem ist der Anteil an Ingenieurinnen sehr gering. Im Umkehrschluß gibt es aber auch nur sehr wenig Krankenpfleger. Und die, die den Beruf ausüben, bleiben nicht sehr lange. Wohlgemerkt: Wir reden von einem Land, wo die Diskriminierung weitgehend überwunden ist.

      Und hier kommt die Biologie ins Spiel, die in der gesamten Genderdiskussion völlig vernachlässigt wird. Es kommt eine Evolutionspsychologin zu Wort, die eine sehr interessante und nachvollziehbare These hat: Dass es nämlich völlig bescheuert ist, anzunehmen, dass die Natur den Frauen die Aufgabe zugedacht hat, den Nachwuchs zu produzieren, ohne eine begleitende psychische Grundeinstellung (hier fehlen mir die Fachbegriffe, ich gebe das mit eigenen Worten wieder). Also: Dass eine Frau nicht nur evolutionsbiologisch die Kinder bekommt und großzieht – sondern dass sie daran auch noch Freude hat, dass es sie befriedigt.

      Bei Männern sieht das ähnlich aus: Männer waren die Beschützer der Frauen, weil sie in der Schwangerschaft halt sich selbst nicht schützen konnten – oder eben nur mit Einschränkungen (schwing mal nen Speer im 9. Monat). Sie waren die Jäger, während die Frauen die Sammler waren. Die Teilung hat auch unsere Wahrnehmung verändert und vor allem sind diese Rollen biologisch eingeprägt.
      Frauen hatten mehr Erfolg, wenn sie empathisch waren, wenn sie fürsorglich waren. Männer waren erfolgreicher, wenn sie stärker und schneller waren. Und sie haben – auch biologisch begründet – Befriedigung dabei verspürt, wenn sie diese Rolle ausfüllen konnten.

      Es gibt eine Studie, bei denen man Neugeborenen Bilder vorgehalten hat. Die waren ein paar Stunden alt, kulturelle Einflüsse KONNTEN nicht bestehen. Man hat ihnen ein Bild mit einem Gesicht gezeigt und ein Bild mit einer Sache. Die Jungen habe *durch die Bank* auf die Sachbilder geguckt, die Mädchen auf die Gesichtsbilder. Kulturelle Rollenfestlegung sieht anders aus.

      Gender ein kultureller Einfluss? Nicht annähernd in dem Maße wie postuliert wird. Es ist nicht so, dass Biologie die Feinjustierung macht – umgekehrt wird ein Schuh draus: Die Rollen liegen fest, die Erziehung bzw. kulturelle Einflüsse machen die Feinjustierung.

      Dieser ganze Genderkram ist eigentlich nichts anderes als die Verneinung dieser Tatsachen. Die ganzen Genderforscher stellen sich nämlich hin und sagen: „Das ist alles Erziehung, wenn wir die Leute nur dazu kriegen, über die kulturellen Vorurteile wegzusehen, haben wir die Gleichstellung“ – und sie ignorieren diese Mechanismen völlig.

      Und darum scheitert dieser ganze Genderquatsch so grandios. Und darum geht jetzt über die Uni Leipzig so ein Shitstorm weg. Und darum sind so viele unglücklich mit der Kampfrhetorik vieler Feministinnen, die statt Gleichberechtigung doch nur die Umkehrung der jetzigen Rollenverteilung erreichen wollen.

      Die Leute wissen das instinktiv – aber dank Emma und Alice Schwarzer darf man das ja nicht laut sagen ohne dass man sofort einen Haufen aufgebrachter Hühner fackelschwingend mit den Mistgabeln vor der Tür stehen hat.

      So. Und woher kommt jetzt, dass zum Beispiel in Entwicklungsländern so viele Frauen technische Berufe ergreifen anstatt in den „weiblichen“ zu bleiben? Oder in Indien? Auch darauf gibt die Doku eine Antwort:

      Norwegen hat den Luxus einer entwickelten Gesellschaft. Da kann man sich den Job wirklich aussuchen und nach seinen persönlichen Präferenzen gehen, die bei Frauen häufig (nicht immer!) eben in den „weiblichen“ Berufen mündet und bei Männern häufig (nicht immer!!!) in den „männlichen“. In Entwicklungsländern sieht das anders aus: Da nimmst du den Job den du kriegen kannst. Und wenn der dann technisch ist, ist das eben so. Die Frauen *machen* den Job, aber nirgends steht geschrieben, dass sie ihn gerne machen.
      Nicht immer heißt: Es gibt *natürlich* auch Frauen, die lieber Architekten sind oder Ingenieurinnen. Und das muss ihnen dann offen stehen ohne dass da sofort irgendwelche Vorurteile kommen. Und Männer müssen auch Erzieher werden und den Kids in der Krippe die Windeln wechseln dürfen, ohne dass sie dann sofort unter Missbrauchsverdacht geraten.

      So. Und wie sieht die Konsequenz aus dem Chaos aus?

      Gute Frage, ich weiß es nicht. Die Rückkehr zum Heimchen am Herd kann keine Antwort sein und sollte das auch nicht. Aber die Doku ist eine wichtige Station auf dem Weg zum Endziel: Dass jeder so leben kann, wie er es gerne möchte. Und nicht, wie ihm irgendwer vorschreibt, weil es gerade politisch korrekt ist. Und wenn dass die biologisch festgelegte Rolle ist: Go for it. Warum denn nicht, was ist falsch daran?

      Ist der Gedanke für die Leute so unerträglich, dass der Mensch eben nicht sich selbst neu erfindet sonder die erfolgreiche Strategie aus einer Millionen Jahre alten Entwicklung fortführt? Dass die Natur das genauso eingerichtet hat?

      Nochmal, Durchsage an alle, die das jetzt gerne falsch verstehen: Es geht NICHT darum, die Frauen wieder in die zweite Reihe zu schieben und Männchen macht Männchen. So weit funzt das nämlich mit der kulturellen Erziehung.

      Das heißt: Nur, weil eine Rolle biologisch grundsätzlich biologisch festgelegt ist, heißt das nicht, dass es nicht Menschen gibt, für die dieses Rollenklischee aus irgendeinem Grunde nicht passt. Und denen müssen dann ohne wenn und aber, wenn sie es denn wollen, die Alternativen offenstehen.

      Das sind aber nicht so viele, dass man in den technischen Berufen die 50%-Quote überall hinbekommt. Oder im Management. Oder wo auch immer.

      Aber wenn man die Quote verbindlich festschreibt, hat man das Problem, dass man die auch vollmachen muss. Und dann kommen wir nämlich dazu, dass wir Leute nicht mehr nach Qualifikation sondern nach Geschlecht in die Positionen hieven. Und das schreit in alle Richtungen „Katastrophe“ – die, die zu Unrecht auf den Plätzen sitzen, kriegen schnell nen Burnout, weil sie den Anforderungen nicht gewachsen sind und die, die eigentlich auf den Posten gehört hätten, sind frustriert, weil ihnen gesagt wird: „Es ist egal, wie gut du bist: Solange du dich nicht umoperieren läßt, haste keine Chance auf Aufstieg“. Und die Untergebenen dieser überforderten Manager kriegen allgemein die Krätze, weil du mit so einem Menschen schlicht nicht zusammenarbeiten willst.

      Wenn man aber anerkennt, dass die Rollenverteilung biologisch ist, ist auch das 50%-Problem vom Tisch.

      Wie man Diskriminierung verhindert? Gute Frage: Durch kulturelle Evolution. Nicht auf die Idioten hören sondern sie isolieren.
      Anders lernen die das nicht.

      • Ich kann Dir uneingeschränkt zustimmen – obwohl oder gerade weil ich auch eher eine nichttraditionelle biologische Richtung (aus weiblicher Sicht gesehen) lebe…
        Irgendwie waren wir (in der DDR) vor mehr als 20 Jahren in der Thematik schon etwas weiter. Ich habe damals bei meiner Berufswahl keinen Gedanken an männlich/weiblich verschwenden müssen…

  4. Kulturelle Evolution

    Seit etwa 160.000 Jahren verfügt der homo sapiens über eine vergleichbare Intelligenz, aber erst seit etwa 5.000 Jahren gibt es eine nennenswerte Kulturentwicklung. Warum?

    „Drei Verwandlungen nenne ich euch des Geistes: wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel und zum Kinde zuletzt der Löwe.“

    Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra.

    Die Arbeitsteilung erhob den Menschen über den Tierzustand, und die Qualität der makroökonomischen Grundordnung bestimmt den Grad der Zivilisiertheit, die der Kulturmensch erreichen kann:

    „Die Entwicklung vom Herdenmenschen, vom Teilmenschen zum selbständigen Vollmenschen, zum Individuum und Akraten, also zum Menschen, der jede Beherrschung durch andere ablehnt, setzt mit den ersten Anfängen der Arbeitsteilung ein. Sie wäre längst vollendete Tatsache, wenn diese Entwicklung nicht durch Mängel in unserem Bodenrecht und Geldwesen unterbrochen worden wäre – Mängel, die den Kapitalismus schufen, der zu seiner eigenen Verteidigung wieder den Staat ausbaute, wie er heute ist und ein Zwitterding darstellt zwischen Kommunismus und Freiwirtschaft. In diesem Entwicklungsstadium können wir nicht stecken bleiben; die Widersprüche, die den Zwitter zeugten, würden mit der Zeit auch unseren Untergang herbeiführen, wie sie bereits den Untergang der Staaten des Altertums herbeigeführt haben.“

    Silvio Gesell (Vorwort zur 4. Auflage der NWO)

    Ist die Makroökonomie noch fehlerhaft, bedarf es einer „Verwandlung des Geistes“, um diese Fehler und die daraus resultierende, systemische Ungerechtigkeit und Beschränktheit aus dem Begriffsvermögen des arbeitenden Volkes auszublenden. So wie ein Computer ein Betriebssystem benötigt, benötigt auch der homo sapiens ein Betriebssystem, um in einer noch fehlerhaften Makroökonomie zu funktionieren. Diese Betriebssysteme waren (und sind noch) die Religionen (Rückbindungen auf künstliche Archetypen im kollektiv Unbewussten):

    Das „Kamel“: zentralistische Planwirtschaft ohne liquides Geld (Ursozialismus)

    „Auszug der Israeliten aus Ägypten“

    Der „Löwe“: Zinsgeld-Ökonomie (kapitalistische Marktwirtschaft)

    „Ich finde die Zivilisation ist eine gute Idee. Nur sollte endlich mal jemand anfangen, sie auszuprobieren.“ (Arthur C. Clarke)

    Das „Kind“: Natürliche Wirtschaftsordnung (Marktwirtschaft ohne Kapitalismus)

    Die Befreiung von der Religion nennt sich „Auferstehung“: Jüngstes Gericht

warf folgenden Kuchen auf den Teller

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: