Enthaltsamkeit


Mal nen kleinen Diskussionsbeitrag.

In meinem Postkasten ist der Vorschlag gelandet, dass man HIV auch durch Enthaltsamkeit prima in den Griff bekommen kann. Und wenn die Leute von alleine drauf kommen und das nicht von den Religionen per ordre de mufti vorgegeben wird, würde das auch prima klappen.

Mein Hauptgegenargument: Das funktioniert allenfalls bei asexuellen Menschen aber ganz sicher nicht bei der hormongesteuerten Mehrheit. Menschen funktionieren so einfach nicht.

Nein, ich sag nicht von wem, ich möchte, dass ihr euch mit der Sache auseinandersetzt, nicht mit der Person😉

No dann:

/discuss. Und bitte reichlich🙂

Veröffentlicht am 31. Mai 2013, in Nachdenkliches. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 28 Kommentare.

  1. turtle of doom

    Enthaltsamkeit?

    „Im Prinzip ja, aber…“ lautet meine Antwort. Ende der Diskussion.

    Amerikanische Teenager haben dank ihres „Wahre Liebe wartet“-Gelübdes zwar deutlich weniger Sex haben als ihre KollegInnen, aber die Anzahl Schwangerschaften ist höher.

    …nu?

    Weil sie das old and trusty Kondom vergessen.

  2. Hm, neine geht nicht wirklich, jedenfalls nicht für alle, dem stehen einfach biologische Gegebenheiten im Wege. Dass es selsbt bei denen nicht klappt, die – angeblich – freiwillig anthaltsam leben wollen, zeigt die traurige Geschichte der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche durch „enthaltsame“ Priester.

    Und wer auch immer meint irgendein Gotte würde ein enthaltsames Leben wohlwollend beführworten, dem kann ich nur sagen: Meiner war’s nicht. Wenn er denn so ein allmächtiger Papa über den Wolken wäre, wie ihn manche eher naiv denkende Menschen sich vorstellen (ist auch nicht meiner), und wenn dieser denn der Ansicht sein sollte, Enthaltsamkeit sei etwas gottgefälliges (meiner ist nach allem, was ich über ihn weiß, nicht dieser Ansicht), dann hätte er uns in seiner Allmacht nicht mit dem Sexualtrieb gesegnet.

    Sicher haben wir als Species Homo den Vorteil, da vernuftbegabt (?) unsere Triebe unter Umständen, die dies zeitweilig erfordern, zumindest vorübergehend der Ratio unterzuordnen. Das heißt aber nicht, dass dies auf Dauer auch im Sinne des Erhalts der psychischen Gesundheit auch sinnvoll ist. Und insbesondere nichtmonastisch lebende Menschen werden da auf Dauer sicher ihr Problem mit haben.

  3. Ich hätte da eine viel bessere Idee, nichts mehr trinken, also jetzt nicht nur keinen Alkohol, sondern wirklich keinerlei Flüssigkeit mehr und nichts essen.

    Nach 3 aller spätestens 5 Tagen liegt dann die Gefahr einer HIV-Ansteckung bei 0.

  4. Lochkartenstanzer

    Enhaltsamkeit, sofern man diese denn wirklich durchhält, verhindert nur, daß man sich bei geschlechtsverkehr ansteckt. Es gibt noch genügend andere Wege, um sich anzustecken, wenn man nicht aufpaßt.

  5. Tantchen, warum lassen sich „die Menschen“ von tumben Botenstoffen manipulieren? Menschen aller ( :-D) Geschlechter befreit Euch …!

  6. Ich werfe da mal ein paar andere Übertragungsmöglichkeiten in den Raum:
    http://www.usatoday.com/story/news/nation/2013/03/28/hiv-oklahoma-dentist/2028865/
    http://www.news.com.au/lifestyle/health-fitness/russian-toddler-contracts-hiv-from-transfusion/story-fneuzlbd-1226621354470
    http://www.thestar.com/life/health_wellness/2009/03/10/3000_warned_of_hiv_risk_at_tattoo_shop.html

    Und dass benutzte Nadeln immer noch ein Problem sind, würde ein ehemaliger Mitschüler von mir sicher bestätigen, wenn er sich nicht in jungen Jahren aufgrund dessen eine HIV-Infektion zugezogen und sich danach den goldenen Schuss gesetzt hätte.

    Dass Enthaltsamkeit nicht funktioniert, sieht man ja bestens bei unseren Geistlichen…

  7. Monogamie wäre auch eine Möglichkeit, sofern beide negativ sind und bleiben (es gibt da auch andere Ansteckungswege…).

    Allein, wir reden über Menschen, die – so ungern eine große Menge Leute das wahrhaben mag – ein Fortpflanzungssystem mit vorzugsweise möglichst großer Streuung der individuell eigenen genetischen Eigenschaften, haben.

    Verhaltensforscher reden immer und immer und immer wieder davon, dass Primatenmännchen per se nicht monogam leben. Und das Menschen das tun ist in dem Zusammenhang mit Sicherheit eine Errungenschaften dessen, was wir euphemistisch „Zivilisation“ nennen.

    Insofern halte ich es für erstaunlich, dass dauerhaft monogame Beziehungen zwischen zwei Menschen überhaupt existieren.

    Monogamie oder Enthaltsamkeit als Eindämmungsmethode für AIDS zu propagieren ist, denke ich, bestenfalls illusorisch. Wir können vieles, aber unsere biologisch notwendigerweise einprogrammierten Urinstinkte – Erhalte Dein Leben!, Pflanze Dich Fort! – überwinden oder unterdrücken? Wohl kaum.
    Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

  8. *AUAAAAA*
    *DIESESCHMERZEN*
    Wie ich schon im Kommentar vom vorherigen Post geschrieben habe wird HIV nicht AUSSCHLIESSLICH via Sex übertragen !
    Aber stimmt wenn sich ALLE WELTWEIT dran halten hat die Erde in ca. 100 Jahren keinerlei Probleme mehr😛
    Im übrigen klappt das ja auch 100%ig wie man an den guten katholischen Priestern im Zölibat erkennen kann, gelle m(
    Und wer mir jetzt mit „Invitroeigenzellkernklone“ kommt muß zehn Liter Wurstwasser auf ex trinken *schonmalwurstglasaufmach*
    Wirklich Schade das Blödheit nicht automatisch zu Herzlungenversagen führt m(

  9. turtle of doom

    Ein Gedanke kommt mir noch auf.

    Wenn wir irgendetwas tun – ob wir mit einer neuen Sportart anfangen, ob wir mit jemandem eine Beziehung aufbauen, ob wir uns zu irgendeinem Zweck eine Ausbildung beginnen – wir befolgen eigentlich immer eine gewisse Ökonomie.

    Zuerst tun wir das, das für den geringsten (finanziellen) Aufwand den grössten Nutzen bringt.

    Wenn man seine Angebetete kennenlernt, spendiert man ihr ja zuerst auch einen Kaffee, und schenkt ihr nicht gleich zwei Wochen Ferien auf Mauritius. Man ist mit ziemlicher Sicherheit sein Geld los und man hat nichts gewonnen ausser ein paar Erkenntnissen.

    Es ist zum Beispiel viel effizienter, wenn wir uns über HIV schlau machen und lernen, was das für eine Krankheit ist. Und wie sie übertragen wird. Kostet eine halbe Stunde Zeit, Wikipedia ansteuern, wuhu, Ansteckungsrisiko schon um sicher 50% runter.

    Wenn wir uns noch besser schützen wollen, wählen wir die Sexualpartner etwas schlauer aus. Man macht sich Gedanken ums eigene Sexualverhaten. Ansteckungsrisiko schon wieder tiefer. Kostet etwas Bedenkzeit, Risiko schon wieder runter.

    Zu Hause einen Vorrat an Gummis haben. Wenn wir jemanden besuchen, nehmen wir sie einfach mit. Wir fühlen uns beim Kondomkauf unangenehm, denn vielleicht kennen wir die Apothekerin. Risiko schon weiter runter.

    Und am Ende der Skala ist eine ständige Einnahme von Aidsmedikamenten und wöchentliche Tests. Kostet saumässig viel, man kriegt die Nebenwirkungen zu spüren, aber das Risiko ist dafür dann auf ganz Null unten.

    Wo ist die Enthaltsamkeit?

    Sich dazu zu *entschliessen* ist ganz, ganz einfach. Der erwartete Nutzen ist riesig. Denn im Prinzip funktioniert Enthaltsamkeit ja.

    Aber wenn man dann in der entsprechenden Situation steckt, ein ganz tolles Mädchen bei sich zu Hause hat, wenn man sich supergut versteht, wenn man sicher ist, sie verhüte schon mit der Pille, und man hat keine Gummis zu Hause.

    Die Kosten, dann „Nein“ zu sagen und dieser Enthaltsamkeit nachzuleben, sind enorm hoch.

    Deshalb ist die Enthaltsamkeit in der Ökonomie der HIV-Verhütungsmassnahmen eher hinten angesiedelt, aber wir sehen sie ziemlich weit vorne.

  10. Man kann auch das Sterben verhüten, indem man es einfach sein lässt.

    • turtle of doom

      Hmmmm. Bloss, mit welcher Meditation erbaut man sich die Willenskraft, sich des Sterbens zu verweigern?

    • Die Bestatter, denkt denn keiner an die Bestatter?😉

    • ulf, da fällt mir doch glatt ein Limerick von Schobert & Black ein:
      „Seliger, sagte in Theben
      ein Weiser, ist Nehmen denn Geben.
      Ob Gutes, ob Schlimmes
      gib es nicht: nimm es!
      Sprach’s und nahm sich das Leben.“

      sorry, Tantchen, passt nicht so ganz zum Thema
      .. ist (auch Schobert & Black):
      „voll Schmutz und obszön
      aber schön!“😉

  11. Kann es sein, dass ihr gerade albern werdet? *g*

  12. Hormongesteuert? Es sind 22°, Sonne, Brüste und Hintern überall. Das ist hormoneller Crashkurs…

  13. Hormongesteuert? Es sind 22°, Sonne, Brüste und Hintern überall. Das ist hormoneller Crashkurs…Enthaltsamkeit ist wider der Natur.

warf folgenden Kuchen auf den Teller

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: