Boulevard


Jeder kennt die Bildzeitung – *das* Boulevardblatt, was wir hier haben.

Boulevard ist in erster Linie Unterhaltung, keine Information. Boulevard nimmt sich auch der Themen abseits der Hauptnachrichtenlage an und das auf eine sehr gezielte Art und Weise. Das englische Wort „tabloid“ läßt sich am ehesten mit Klatschpresse übersetzen. Wer Boulevard liest möchte nicht tiefgreifend informiert werden, der braucht seinen kurzen Newsfix und die schnelle Empörung.

Es gibt routiniert gemachten Boulevard und dann gibt es…. das da: Boulevard Bünde. Aha.

Mein Eindruck: Die Beiträge geben sich nicht einmal mehr den Anschein von Neutralität, sie nehmen klar Partei und selbst für mich Laien-Mediziner wirft der Artikel zu den „Einlagen“ mehr Fragen auf als er beantwortet. Dass Bilder von frisch implantierten Kindern gemacht wurden, diese Bilder veröffentlicht werden und dabei fast die sich entwickelnde Brust eines Mädchens zeigen, halte ich persönlich zumindest für überprüfenswert.

Ob es ein Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht ist, dass die „schuldigen“ Betriebe mit Namen und voller Anschrift genannt werden, mag ein Gericht feststellen, persönlich halte ich es für äußerst fragwürdig und ich würde so auch nicht vorgehen, noch nicht einmal, wenn ich mein Blog zu einem Boulevardblog umgestalten würde.

Hinzu kommt, dass die Formulierungen in einem Deutsch abgefasst sind, dass mir in den Augen wehtut. Es fällt mir schwer, dort zu lesen und nach 3 Sätzen nicht abzuschalten, weil ich das Gefühl habe, dass der Reporter eine Agenda hat und nicht mehr neutraler Berichterstatter ist.

Fazit: Bis dieses Boulevardblatt auch nur die Liga der Bildzeitung aus der Ferne betrachten darf, müssen die meines Erachtens noch viel lernen. Vor allem Recherche (können Bildzeitungsreporter tatsächlich) und Deutsch.

Leider meiner Meinung nach eine der Schattenseiten des Internets.

Veröffentlicht am 28. Mai 2013, in ärgerlich. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 9 Kommentare.

  1. ein anderer Stefan

    Auch der zweite Link führt zu dem Wikipedia-Artikel.

  2. Zum Glück will ja die Bild eine Paywall einrichten, dann bleibt man hoffentlich etwas verschonter von dem Gerümmel.
    Irgendwie müssen die ja ihre aufwendigen und durchdachten Recherchen und investigativen Qualitätsjournalismus auch finanzieren.

  3. Boah, diese Seite ist ja unerträglich! Dann noch diese gruseligen Werbungen dazwischen, das ist ja schon fast Körperverletzung!

  4. Ich hatte schon gedacht, es müse etwas, naja, sagen wir: „alternatives“ und schon nach 10 Minuten Lesen fiel mir diese Passage, eine Bildunterschrift, wie Schuppen aus den Haare, durch die Suppe, über die Krone im Fass, direkt in die Pupille:
    „Nora schwört heute nur noch auf die Einnahme von Homöopathischen Medikamenten (sic!)“

    Und irgendwie warte ich noch immer auf den Wunderheiler…

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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