Unsensibel


Es ist doch jedesmal dasselbe.

Man engagiert sich für was, reibt sich auf und dann kommt von irgendwo ein Klugscheißer her und macht einen nieder.

Man könnte glat….

Aktuell hats Ulf getroffen. Ulf ist, neben Aurela-Helferlein Nr. 1 auch Splatterfan, mag Metallmusik, sieht aus, als würde er sich morgens in der Steckdose frisieren und ist trotzdem ein netter Kerl. Er ist nicht bequem – aber warum sollte er das auch sein?

Ich weiß, ehrlich gesagt, nicht, wie er das macht.

Ulf ist schwerkrank. Und eigentlich sollte er nicht die Kraft haben, sich so für Aurela einzusetzen. Und doch tut er es, gegen jede Chance. Und ich hab keine Ahnung, wie er das macht, ich komme aktuell nicht mal anständig aus dem Bett raus, erst wenn der Rücken zu weh tut oder ich wirklich dringend einkaufen muss, dann gehts. Irgendwelche Projekte fertigmachen – das ist derzeit nicht wirklich eine Option.

Aus der Bude rauszukommen ist noch schwerer.

Alleine aus der Tatsache raus hat Ulf meine absolute Bewunderung, 1/10 seiner Kraft und mir ginge es blendend.

Das heißt noch *lange* nicht, dass er gesund ist. Aber er scheint derzeit was richtig zu machen, was ich noch grundfalsch mache (der erste der Kommentare wie „du willst nich gesund werden, das ist eine Frage der inneren Einstellung“ raushaut, kriegt einen hinter die Löffel)😉

Dennoch muss er Dampf ablassen. Und vor allem ist Ulf ein Mensch mit vielen Facetten. Es gibt nicht nur den Ulf, der Aurela hilft. Und manche Menschen sind zu doof, das zu verstehen. Sie reduzieren den ganzen Menschen auf einen Aspekt und nörgeln dann rum, wenn die anderen Facetten aufstrahlen. Oder in Ulfs Fall: Das schwarze Licht erstrahlt. *g*

Da drohte er, seine Fußmatte mit der Kettensäge zu zerlegen. Jojo, auf Facebook.

Und es dauerte keine 20 Sek. da hatte er den ersten tadelnden Eintrag drin, dass das „Aurelia“ (sic) wohl kaum helfen würde.

Ich weiß nicht, was solche Leute dazu bewegt, auf die, die sich bereits engagieren, noch „lenkend“ einwirken zu wollen. Die Frau hatte offensichtlich Probleme mit der Tatsache, dass Ulf ist wie er ist. Er hilft einem Mädchen – ein solcher Mann guckt keine Splatterfilme und hört kein Metal – denn Metalheads sind, wie jeder weiß, alles Satanisten und Egoisten.

Ich möchte an dieser Stelle mal wieder dafür werben, die Leute nicht in Schubladen zu packen. Da gehören sie nicht hin. Wenn man mit einem Menschen nicht klarkommt, ist das in Ordnung, man muss Ulf ja nicht heiraten. Oder mich😀

Aber zu versuchen, irgendjemanden so zurechtzubiegen, dass er in die Schublade passt, in die man ihn stecken möchte, führt nur zu einem verkrümmten Rückgrat.

Und davon haben wir bereits zuviele.

Btw. Gratulation für die passende Antwort, die eigentlich noch viel zu nett war.

Veröffentlicht am 21. Mai 2013, in ärgerlich. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 7 Kommentare.

  1. Also das mit der inneren Einstellung…

    … ist ja nicht alles😉

    Es fällt mir auf, dass viele Leute in Schubladen gesteckt werden, obwohl _jeder_ (eigentlich) viele Facetten hat. Is‘ wohl so’n Psychodingens, das noch ganz verstanden wird von den Psychodocs.
    😀

  2. Dich heiraten? …
    na ja, wenn’s dann endlich Käsesahnetorte gibt …

    # Hajo, Du hast doch ein paar Kilochen zu viel drauf, also schlag Dir diese Vermählungsgedanken aus dem Kopf!! #

    hach, Tantchen, das Leben kann sooooo hart sein!

    Sorry, liebe Gastgeberin, ich bewundere solchen Mitmenschen, aber deshalb meine manchmal etwas skurrile Art aufgeben?
    NEVER!

    Herzliche Grüße
    Hajo

  3. Ha. Wer „normal“ bleibt, hat vom Leben noch nichts gesehen.

  4. „Normal“ ist auch nur eine Definition.

  5. wer, liebe Freunde (m/w) kann mit gutem Gewissen (was ist das eigentlich?) behaupten, „normal“ zu sein?
    (und, ist das überhaupt erstrebenswert?)

    • Wenn ich mich als Standard und Referenz für „Normal“ nehmen darf – dann bin per Defintionem *ich* die einzige Normale hier… Ätsch…😉

  6. Schubladen erleichtern halt den etwas einfacher gestrickten Geistesgrößen (wie schreibt man das richtig, gehört hier gar „Kleingeister(n)“ hin?) die Einsortierung ihrer Mit(?)menschen. Und ich habe mittlerweile soviel erlebt dass mich fast nix mehr erschüttern kann, außer der immer weiter wachsenden Dummheit und Rücksichtslosigkeit im Umgang untereinander.

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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