ESC Semi-Finale I


Das Semifinale I ist rum. Ich bin völlig betrunken, anders hab ich das nicht ausgehalten. Manche dieser Lieder könnte man ohne weiteres als Folterwerkzeug nehmen.

Fazit: Viel Schatten aber auch ein paar Lichtpunkte. Der Moderator Peter Urban zum Beispiel, der bei einigen Songs richtig übel zugelangt hat.🙂

Der Vergleich des irischen Songs mit Stammestanz und Trommel war nur klasse.

Notiz an mich selbst: Samstag mitschreiben!!!

Mal ins Detail gehen:

Allgemein gesagt: Die Sänger haben sich alle so dermaßen einheitlich bewegt, dass man sich fragt, ob die inzwischen von der EBU genormt sind. Die meisten haben einfach nur auf ihrem Platz gestanden und versucht, den Schnuller aus der ersten Reihe zu erhaschen. Ein bisschen mehr Choreographie, die sich etwas abhebt von den anderen fände ich am Samstag echt super.😉

Aber zu meinen persönlichen Einzelwertungen

Österreich schickte als erstes eine 18jährige ins Feld. Das Lied war gut, hat einen guten Rhythmus und die Kleine kann singen. Die weiß, wie man betont und kanns einfach, die Stimme hatte fast Blues-Qualitäten. Das Lied selbst hat die Stimme fast zerstört, hier wäre ein Song, der mehr Richtung Adele gegangen wäre, besser gewesen. Aber persönlich fand ich es nicht schlecht und schade, dass sie nicht weiter ist. Um ehrlich zu sein: Nachdem ich die anderen Songs gehört hab, denke ich mir: Die hätte das gewinnen müssen. Leider raus.

Estland. Mhm, hat man schon oft gehört, auf die eine oder andere Art. Ist ne Ballade wie viele andere. Warum der Song jetzt weiter ist und Österreich nicht – ich weiß es nicht, Österreich war meiner Meinung nach definitiv besser. Auch das Kleid der Sängerin erinnerte doch stark an eine zweckentfremdete Übergardine. Aber da ist sie nicht die einzige heute abend.

Slowenien. Wenn man mit dem Lied auf ein jugendliches Publikum abzielt, sollte man da keine Sängerin hinstellen, die deren Mutter sein könnte. Sowas geht schief. Ansonsten ist der Song krawallig und laut und die Tänzer wirkten, als hätten sie LSD, Ecstasy und Hasch gleichzeitig genommen. Zu recht raus.

Kroatien. Nun ja. Folklore muss auch mal sein. Ich bin bei dem Song zwiegespalten. Mir gefiel er nicht – aber er war durch und durch kroatisch und hatte allein deswegen eine absolute Existenzberechtigung. Auf einem anderen Blatt stehen die Kostüme. Ich halte die 10.000 Euro für ein Kostüm, dass angeblich in einem Kloster mit Silberfäden handgenäht wurde, für eine Lüge (Quelle: Urban, Moderator) Sind raus.

Der dänische Beitrag fing mit einem Flötenkonzert an und ich habe dem blöden Witz mit dem Blowjob via Twitter, ehrlich gesagt, nicht widerstanden. Ansonsten ist Teardrops ein richtig schöner gute-Laune-Song, der auf die Flöte aber durchaus hätte verzichten können. Vielleicht findet die Sängerin ja bis Samstag noch ihren Friseur und ihre Schuhe. Verdient weitergekommen.

Russland hat seine Band mit einer Ballade aus den 80ern ins Rennen geschickt. Damit ist eigentlich schon alles gesagt, und dass die im Finale sind ist alleine deshalb kein Wunder. Auch die Frisur und die Kostüme waren eigentlich zu nichtssagend, als das man darüber großartig lästern könnte.

Die Ukraine hat Zlata Ognevich mit „Gravity“ ins Rennen geschickt. Schöne Frau (waren übrigens einige dabei), der Song war auch einer, der ins Ohr geht – mich hats nicht gewundert, dass die weiter waren.

Die Niederländerin Anouk hat bereits im Vorfilmchen subtil angedeutet, was sie mit denen macht, die sie nicht wählen werden (Boxhandschuhe), hat geklappt, sie ist weiter, auch wenn das Lied so atonal war, das es zum Teil verstörend wirkte. Eingängig geht anders. Nicht uninteressant, aber…anders.

Was sich die Montenegriner dabei gedacht hatten, DAS Lied für den ESC zu wählen ist mir völlig schleierhaft. Ich kann das nur als Trollversuch werten. Die beiden „Rap-Sänger“ als Möchtegern-Aliens und die Sängerin…ach lassen wir das. Und das „Lied“ selbst hat mir Zahnschmerzen verursacht. Völlig zu recht raus.

Der litauische Beitrag war… yay, endlich mal was für Muttis Augen. Der Sänger hatte was. WAS? Ich bin nicht blind. Der Song selbst war auch importiert aus den 80ern, aber auf eine gute Art. Dance-Pop at its best. Gute Laune, tut keinem weh und ist völlig zu Recht weitergekommen. HEY. Ich will Samstag auch was schönes sehen dürfen🙂

Weißrussland mit einem Song…ist irgendwie 80er Revival? Das hätte locker auch 1982 in den Charts stehen können. Ist meine Jugend, alleine deswegen mag ich das schon. Die Choreographie der Tänzer war noch deutlich verbesserungswürdig. Und die Sängerin selbst hat offenbar Omis Weihnachtsbaum des Lamettas beraubt. Unfein.

Der moldavische Song zielte eindeutig auf Effekte ab. Die Sängerin hatte definitiv den meisten Stoff im Kleid – schade, dass das alles in einen langen Rock ging. Der Song selbst ist so blutleer wie Wasser gewesen: Keinem auf die Füße treten, einfach was runtersingen, was es den Leuten leicht macht, einen zu wählen. Aber sie sollte zumindest für Samstag einen anderen Friseur nehmen. Wenn sie den Beton nochmal aus den Haaren bekommt.

Der irische Beitrag wurde von Herrn Urban so nett mit „Stammestanz und Trommeln“ umschrieben – passender gehts kaum, wobei das nur die Choreographie betrifft, der Song selbst ist ein eingängiger Popsong, präsentiert in Lack und Kunstleder. Mir fehlte hier ein wenig die nackte Sängerbrust und das Kunsthaartoupet🙂

Der zypriotische Beitrag war so grottenlangweilig, dass er schreiende Kinder in den Schlaf gesungen hätte – Balladen schön und gut, aber man sollte dabei nicht einschlafen. Der Beitrag war so nichtssagend, ich könnte noch nicht mal was über die Kostüme sagen. Ist raus.

Die männlichen Sänger waren alle echt was fürs Auge, aber beim belgischen Beitrag habe ich ein bisschen Angst vor den Tänzerinnen bekommen. Die wirkten, als könnten sie den Sangeshänfling locker in zwei Teile brechen. Aber das Lied gefiel mir zur Abwechslung echt mal richtig gut.

Ansonsten ist Serbien aufgefallen – die Mädels müssen die Kostümcrew echt verärgert haben, sonst hätten die nicht so auf der Bühne gestanden. Auf das Lied selbst hat man nicht mehr geachtet. Der Song selbst war…. ungewöhnlich….

Fazit:

Ein furchtbares Event. Nach wie vor. Aber: Macht auch Spaß wie nix Gutes. Es ist politisch hochkorrekt, es ist glattgebügelt und genau das macht es so leicht, sich darüber aufzuregen und zu lachen.

Und die Kommentare von Peter Urban sind das Sahnehäubchen auf der ESC-Torte.

Ich guck Samstag auch wieder rein.

Veröffentlicht am 15. Mai 2013, in Tantchens Kreativanfälle. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. Hm, das macht mich echt traurig, dass ich Samstag arbeiten muss. Ich finde den Event auch furchtbar, aber in den letzten Jahren haben wir immer neue Gipfel der Kreativität erklommen wenn es darum ging, Trinkspielchen dazu zu erfinden (letztes Jahr z.B.: Wenn eine ungerade Anzahl an Leuten auf der Bühne ist oder so ein Quatsch).

  2. Jetzt muss man wieder alles aus der Nase ziehen. Ich guck mir das ja nicht an, jedenfalls nicht die Semifinals, wüsste aber trotzdem gern, wernu rausgeflogen ist, Die Ösis und Slowenien, ist klar, aber der Rest? Die sind doch nicht alle dringeblieben oder?

    Mach mal ne *vollständige* Liste, für die, die es nicht gesehen haben😛

  3. Glücklicherweise ist der ESC (wieso muss ich immer an die Taste, die sich links oben auf meiner Tastatur befindet, denken, wenn ich das lese?) für mich uninteressant.
    Daher ist es mir auch egal, wer drin bleibt und wer raus ist oder warum oder wie oder wo…
    Aber der Bericht liest sich ganz gut😉
    😀

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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