Post


Man möchte ja manchmal ob der Dämlichkeit mancher Menschen nur Facepalmen. Wenn sie zu „dämlich“ noch „unverschämt“ werden, dann wirds heftig.

So heute.

Mein Mann von der Post. Genau. Der, der je nach Tageslaune entscheidet, ob ich hier wohne, ob ich zu Hause bin oder ob ich würdig genug bin, sein Paket zu empfangen.

Heute war wohl „Postkartentag“. Ich kam grad aus dem Keller und hab ihn vor der Tür an den Postkästen gesehen. Ich *höre* meine Klingel im Keller, hätte die geklingelt, wäre ich sofort hochgedackelt. Aber nö, keine Klingel. Stattdessen jemand, der mir was in meinen Postkasten wirft.

Ich wohne übrigens immer noch Erdgeschoß.

Ich mach die Tür auf, grinse ihn freundlich an. „Sie haben etwas für mich?“ er, mufflig: „Die Postkarte liegt im Postkasten. Da können sie Montag das Paket abholen“

Ich hatte da einen leichten „WTF???“-Blick drauf. „Ja, wenn sie auf Klingeln nicht öffnen, ist das nicht mein Problem.“ Sprachs und wollte von dannen ziehen. OK, dann anders. „Wenn sie es wagen ohne das Paket abzuziehen gibt das ne Beschwerde, die sich gewaschen hat.“ ich, schon deutlich weniger freundlich.

Er dreht sich um, guckt mich von oben bis unten an. „Wem glaubt man wohl mehr, einem hart arbeitenden Mitarbeiter oder einer Hartz-IV-Schlampe, die zuviel Zeit hat?“ OK, an der Stelle musste ich mal kurz schlucken, sonst hätte ich mich strafbar gemacht.

„Ich glaube,  man wird einer wegen einer Krebserkrankung frühpensionierten Beamtin weitaus mehr glauben als einem Mitarbeiter, der in der Vergangenheit schon mehrfach wegen unmöglichem Verhalten aufgefallen ist. Aber wir können das hier und jetzt klären, wie war ihr Name doch gleich?“ *Handy raushol*

Postbote wird bleich, murmelt was von „man muss ja nicht gleich übertreiben“, fängt an zu rennen (ja, RENNEN), fischt das Paket aus dem Laster, wirft mir das zu, läßt mich unterschreiben, zerreißt die Postkarte und ist ohne ein weiteres Wort weg.

Idiot.

 

Veröffentlicht am 11. Mai 2013, in Der tägliche Wahnsinn. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 13 Kommentare.

  1. Boah. Trotzdem beschweren. Meist sind solche Deppen schon mehrfach aufgefallen – und die suchen eh nur nach einem Grund, ihn loszuwerden (sprich: bei der nächsten Beschwerde…) – hatte ich ähnlich auch schon mal…😦

    Aber HartzIV-Schlampe ist schon… Boah…
    (zu mir meinte „mein“ Postidiot damals „warum soll ich klingeln, Sie sind ja eh nie da!“)

  2. Nicht – dein – Ernst o.O

    Ich würde mich über den ganz knallhart doch beschweren!!

  3. Lass die Sache nicht auf sich beruhen, beschwer dich über den Vogel.

  4. Lochkartenstanzer

    Beschweren. Der versaut den ordentlichen Mitarbeitern den ruf.

    Ich habe hier mindestens ein habes Dutzend verschiedener zustelelr, die alle sehr nett, freundlich und zuverlässig sind. Da fällt dann einer auf, der so ist. Und die anderen sind über solche nicht begeistert.

    Das wird hier meist zimlich shnell abgestellt.

    • Jepp, ich habe das damals auch zuerst dem „normalen“ Briefträger gesteckt, der meinte nur „Wir wundern uns schon, warum der ein, zwei Stunden früher zurück ist als die anderen – und zugleich fast 80% der Packchen wieder mitbringt. Außerdem haben isch auch genug Leute schon über seine Art beschwert. Schreiben Sie eine Beschwerde, denn bei der nächsten ist er weg! Außerdem geb ich das auch weiter…“

      Ich habe diesen Idioten nie mehr gesehen…

  5. Ich schliesse mich den Vorredner an, definitiv melden! Wenn ich hier schreiben würde, was ich über den Typ denke, wäre alles voller Sternchen!

  6. „harzt-iv-schlampe dürfte den Tatbestand der Beleidigung erfüllen. beim Arbeitgeber beschweren ist auch imho sinnvoll – man sollte dabei vllt noch darauf hinweisen, dass sie arbeitsauffassung des Mitarbeiters recht eigen ist.
    😀

  7. Was zum?! Brennt dem der Helm oder wat is mit dem nicht in Ordnung? Also wer solche Dreistigkeiten vom Stapel lassen kann, der hat auch nix gegen ne Beschwerde. Ich würde soviel Unverschämtheit nicht auf mir sitzen lassen und er bettelt doch praktisch drum.

  8. Wie ich schon sagte: Beschweren. Das hilft. Ich hatte mich einmal über einen Mitarbeiter beschwert der einen Zettel eingeworfen hat das das Packet am bekannten Ort hinterlegt sei (Terrasse). Da gabs nur zwei Probleme a) hatte ich die Erlaubnis Sachen einfach abzulegen mittlerweise widerrufen. Ok das wusste vielleicht der Mitarbeiter noch nicht. Und b) ich konnte das Paket nirgends finden.

    Ich also angerufen und mein Leid geklagt. Am selben Abend tauchte der Paketbote nochmal bei mir auf und entschuldigte sich für das Problem mit der Erlaubnis, ging mit mir ums Haus herum und räumte die Gartenmöbel ein wenig um und siehe da, das Paket, oder eher der etwas dickere Brief tauchte auf. Er meinte er hat es etwas besser verstaut da es ziemlich am Regnen war und er nicht wollte das das Ding komplett durchnässt wird.

    War mir ein wenig peinlich. Hab mich bei ihm entschuldigt und für seine Umsicht bedankt. Am nächsten Tag bei der Beschwerdehotline angerufen und alles aufgeklärt.

    Beschweren hilft also. Und mein Paketbote hat es mir nicht übel genommen🙂

  9. So einen Blödmann hatte ich vor einigen Jahren auch mal. Wohnte in einer WG in der 4. Etage, mein Mitbewohner war da. Ich kam gerade vom Einkaufen zurück, sah wie er eine Karte wegen nichtantreffens in unseren Briefkasten wirft, weil angeblich keiner da ( er hatte aber bloß keinen Bock, in die 4. zu laufen ). Ich ihn mal höflich darüber aufgeklärt, das oben weder eine laute Stereoanlage oder Fernseher noch sonstetwas läuft, um die Klingel zu überhören, außerdem jemand da. Klingelte 2 mal, nach 10 sek. ging der Türöffner. Das blöde Gesicht köönt ihr euch wohl denken. Aber dann kam der Knaller: Er hat weder mir, noch meinem Mitbewohner das Paket ausgehändigt, und das obwohl wir uns beide ausweisen konnten; mein Mitbewohner war inzwischen unten. Ich mußte Tatsächlich die nächste Woche zur Hauptpost fahren, um das Paket abzuholen. Über das Wochenende war ich von Frust, lansamer zutodefolterung und wiedereinführung der Todesstrafe so sauer, das meine SCHRIFTLICHE beschwerde an Höchster stelle zur folge hatte, das eben jene Aushilfe ihren Job verlor, und ich Endlich meinen alten Postboten wiederbekam, darauf hatte ich übrigens bestanden. Schöner DAP ( Dümmster anzunehmender Postbote ), nicht wahr?

    P. S. Bin, wie man sich denken kann, von DJ hier gelandet, die Seite hat aber ziehmlich nachgelassen. Vermisse Schultz und konsorten, lebt der eigentlich noch?

  10. Beschweren, ganz klar. Wir hatten mal so einen, der gerne Post in Briefkästen warf, in die sie nicht gehörte. Seine Fehlerquote war skandalös. Nach mehreren Beschwerden von mehreren Leuten wurde er ausgetauscht. In unserer neuen Wohnung war ein Paketbote gerne faul und schlampig (der zweite Stock war ihm wohl zu weit oben). Meine Liebste hat ihn abgefangen und das mit ihm geführt, was sie gerne „Fördergespräch“ nennt. Seitdem ist er freundlich und fleißig. Es geht also.

    Der Fairness halber: die meisten „guten“ Post- und Paketboten bemerkt man nicht, weil es zu ihren Stärken gehört, vergleichsweise lautlos zu arbeiten.

  11. turtle of doom

    Brrrr.

    Kenne ich auch – ich arbeite mal einen Morgen lang von zu Hause aus, es wird entweder geklingelt oder nicht, aber auf jeden Fall ist dann der Pöstler schon wieder verschwunden und ich hab so eine Abhol-Einladung im Briefkasten.

    Dafür, dass Arbeit an den Kunden ausgelagert wird (er darf das Paket ja abholen, und das zwischen 8 und 12 Uhr oder 14 und 18 Uhr – hat dann irgendwer von uns lockerflockig eine halbe Stunde Zeit für einen Spaziergang zur Post?) sollten die Posttarife ordentlich gesenkt werden.

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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