Neuanschaffungen in Zeiten knapper Kassen


Derzeit wird ja viel davon geredet, dass der Staat kein Geld mehr hat und daher sparen muss. An allen Ecken und Enden.

Neuanschaffungen werden zurückgestellt, weil eben kein Geld mehr da ist. Auf Kredit kaufen geht auch nicht, weil die Abträge weder Land noch Kommune mehr tragen kann.

Dass ist zwingende Voraussetzung, um verstehen zu können, was da im Bildungsministerium Mecklenburg-Vorpommern passiert ist. Und was in der Form gar nicht richtig durchgedrungen ist. Und es ist ein Lehrstück, wie man in Zeiten knapper Kassen die Finanzverwaltung austanzt.

Es geht um 170 neue PCs für das Institut für Qualitätsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern (IQMR). Zur Vorgeschichte: Das IQMR ist der Nachfolger des Landesinstituts für Schule und Ausbildung (L.I.S.A. ja, wirklich: LISA), dass 2009 per Gesetz aufgelöst wurde, verantwortlich war der damalige Bildungsminister Henry Tesch. Das Umstellungsdatum war der 1.8.2009.

Das LISA war selbständig organisiert. Es hatte ein eigenes Budget, es hat seine IT selbständig gemanaged und es hatte offenbar lediglich Reportpflichten an das Bildungsministerium. Das IQMR untersteht vollständig der Kontrolle des Bildungsministeriums.

Diese Änderung in der Struktur ist nicht nur trivial. Und vor allem etwas, was von IT-Seite her von langer Hand vorzubereiten ist. Ich weiß nicht, ab wann die IT erfahren hat, dass sie zuständig ist. Aber derzeit sieht es so aus, dass es wie immer gelaufen ist: Alle wussten Bescheid und 2 Tage vorher bekommt die IT den Hinweis: Ach übrigens, da kommen noch ein paar PCs ins Netz.

Denn auch die Netzwerke von Bildungsministerium und IQMR sollten verbunden werden. Alleine die Planung der Strecken zwischen den Häusern ist eine Aufgabe, die nicht „mal eben“ in 2 Tagen entschieden ist. Geschweige denn bezahlt. DSL ist zu langsam, also Glasfaser oder Richtfunk. Und das ist teuer.

Persönlich würde ich für die gesamte Planung inkl. Mittelbereitstellung mindestens 6 Monate Vorlauf ansetzen, besser noch 1 Jahr. Alles drunter wird schlicht nicht funktionieren. Auch IT-Leute können nicht zaubern.

Diese Halbjahresfrist wurde hier offenbar nicht eingehalten. Die EDV-Abteilung des Bildungsministeriums wurde offenbar nicht eingeweiht und stand jetzt vor dem Problem, in adäquater Zeit „mal eben“ 170 PCs, für die weder ein Inventarverzeichnis noch irgendwelche Netzwerkdokumentationen existierten, ins Netz des Bildungsministeriums zu bringen *ohne* das vorhandene Netz zu gefährden.

Geht nicht. Kann nicht gehen. Man kennt die vorhandene Hardware nicht, man kennt die Netzwerkstrukturen nicht, die man migrieren soll und man kennt weder die Speicherorte noch die Speichergepflogenheiten. Und man weiß nicht, was wo wie gesichert wurde. Und man weiß vor allem nicht, ob die vorhandenen PCs sicher sind oder nicht.

Man kann nur versuchen, die Daten irgendwie zu sichern und dann alles platt- und neumachen.

Und jetzt setzen wir mal voraus, dass die IT-Abteilung des Bundesbildungsministeriums Mecklenburg-Vorpommern mitgedacht hat und die Clientverwaltung optimiert. Das heißt, dass sich Clients nach einem  Bootvorgang vom Netz von selbst installieren. Das setzt eine funktionierende Image-Datei voraus, die für die 170 Rechner nicht existierten konnte.

Die Erstellung solcher Imagedateien ist relativ zeitaufwendig. Und man ist darauf angewiesen, dass man PCs aus einer Charge hat, und nicht 170 PCs aus 170 Chargen mit unterschiedlichen Motherboards/Grafikkarten/Netzwerkkarten/anderen Innereien. Sonst hat man nämlich ne dicke Terabyteplatte bis zum Anschlag voll mit Images. Weil man für jeden PC ein eigenes Image benötigt – die Treiber werden mitinstalliert, genauso wie alle Netzwerkeinstellungen. Nach dem Bootvorgang holen die sich erstmal alle Updates vom Updateserver und wenn der Mitarbeiter am nächsten morgen am PC sitzt hat er ein neu installiertes System ohne dass der zuständige Admin sich die Nacht um die Ohren geschlagen hätte.

Wie gesagt, man benötigt dafür Rechner, die die gleiche Hardware haben. Und nicht 170 verschiedene Rechner aus den diversen Sonderangeboten. Hier ist ein klassischer Fall für „wir sparen, indem wir mehr ausgeben“. Der Bericht selbst spricht von einer „heterogenen und teilweise veralteten IT-Infrastruktur“.

Die Reaktion der IT-Leute aus der EDV-Abteilung sagt mir eigentlich, dass ich nicht falsch liege. Die sind offenbar ins IQMR rein und rückwärts wieder raus. Und haben entschieden, alles neu zu machen. Weil mit der vorhandenen Hardware, so neu sie vielleicht gewesen sein mag, kein Staat zu machen war. Vor allem nicht unter der Prämisse, dass in der IT des Bildungsministeriums auch nicht alles Gold war, was glänzt. Der Hinweis auf die fehlende Umsetzung der Vorgaben des Innenministeriums spricht da Bände.

Die IT-Abteilung hatte entschieden: Wir lassen das Netz des IQMR erstmal so bestehen, bis wir neue Hardware anschaffen können, was im Jahr 2010/2011 stattfinden sollte. Dafür wurde eine Mittelanmeldung geschrieben. Die Finanzverwaltung hatte das aber abgelehnt, weil ihnen die Begründung für die Ausgabe von gut 150.000 Euro einfach zu dünn war. Der klassische Konflikt zwischen IT und Finanzen: Die einen verstehen nichts vom Job der anderen und es kommt zu Frustrationen auf beiden Seiten.

Und da kam dann der Conficker-Wurm gerade recht. Ein Wurm im Netzwerk wühlt sich von PC zu PC durch und infiziert alles, was ihm vor die IP-Adresse kommt.

Eine Conficker-Infektion in einem Netz, für das keine effektiven Sicherheitskonzepte bestehen, kurz nachdem die Neuanschaffung der PCs abgelehnt wurde. Urheber unbekannt, Beweissicherung nicht erfolgt. Nachgewiesen via Protokolle wurde die Infektion nur füreinen Standort (Greifswald) und nicht für das gesamte Netz. Und selbst in Greifswald war die Infektion nicht „massiv“ sondern moderat, die Virenscanner hatten wohl das meiste abgefangen.

Die Trennung der infizierten Geräte erfolgte einen Tag *nachdem* die Infektion entdeckt wurde. EINEN TAG. Der Wurm hatte sich in diesen 24 Stunden natürlich endemisch ausgebreitet, und überhaupt: Die Infektion erfolgte am 03.09.2009. Zieht man das Gründungsdatum des IQMR vom 01.08.2009 mit in Betracht, kann die Ablehnung der Mittelanmeldung nicht länger als eine, vielleicht 2 Wochen zurückliegen.

Und als „Reinigungskosten“ werden dann 130.000 Euro ohne Nachweis veranschlagt. Preisanfragen? Wurde wohl gestartet, aber als der Dienstleister genauere Infos haben wollte, um ein Angebot abgeben zu können, wurde die Preisanfrage mit Hinweis auf die zeitliche Dringlichkeit zurückgezogen und die Sachbearbeitung hat mal einfach selbst geschätzt.

Fazit:

Liebe Leute, an eurer Subtilität müsst ihr wirklich noch arbeiten.

Es ging an der Neuanschaffung kein Weg dran vorbei, aber die Begründung hätte wirklich etwas anders aussehen dürfen.

Veröffentlicht am 3. Mai 2013, in Doof. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 34 Kommentare.

  1. ein anderer Stefan

    Mal so am Rande: das halbe Jahr für die Verbindung ist nur dann realistisch, wenn die Infrastruktur schon vorhanden ist und nur sozusagen neu verschaltet werden muss. Wenn da tatsächlich erst noch Strippen gezogen werden müssen, dann sprechen wir von eher 2 Jahren.
    Aber das ist symptomatisch für IT im öD: Die, die es machen müssen, sind in der Regel zu wenige und zu schlecht ausgebildet für den Job. Je kleiner eine Verwaltung ist, desto schlimmer ist das normalerweise. (Und Meck-Pomm würde ich in dem Zusammenhang mal als klein betrachten wollen). Den Kämmeren die finanziellen Notwendigkeiten der IT nahezubringen, ist oft müßig. Ich habe das selber in einer deutschen Großstadt (ja, waren über 100k Einwohner – gerade so eben) erlebt: Da habe ich als fachfremder Laie das Amt, in dem ich gearbeitet habe, um 2000 herum überhaupt erst flächendeckend mit PCs ausgestattet, weil ich als einer von zwei Leuten davon ein bisschen Ahnung hatte (immerhin gut 20 Mitarbeiter). Netzwerk ? Was´n das. E-Mail? Ja, es gab dann eine Adresse fürs Amt. IT-Sicherheit? Backups? Datensicherung? Händisch auf Datenträgern, wenn überhaupt. CD-Brenner sind ja soo teuer, muss das denn sein? Und überhaupt: Der Kämmerer meinte dann (wurde jedenfalls so kolportiert): Neues Betriebssystem? Neue Rechner? Wieso, ich hab doch auch Windows 3.11, das reicht doch aus. Wie gesagt, das war so ca. 2000/2001.
    Und als dann viel später mal ein neuer Plotter fällig war, weil der alte HP DesignJet 750+ (ein zuverlässiges Gerät) nach ca. 12 Jahren dann doch mal am Ende war, war das ein ziemlicher Tanz. In dem Amt gab es 4 CAD-Plätze. Heute überlass ich es anderen, sich mit EDV rumzuplagen – ich ruf auch nur noch bei der Hotline an, wenn was nicht geht.

    Lange Rede, kurzer Sinn: IT im öD funktioniert nur dann halbwegs, wenn grundsätzlich ein höherer Bedarf an Personal und Ausstattung angemeldet als tatsächlich gebraucht wird – dann läuft es halbwegs, weil die Kämmerer sowieso was kürzen.

    • Och, da kann ich aus dem Nähkästchen was bieten.

      „Wie du willst dezidierte Server für die Schulen und redundante Netzteile und so? Das ist alles viel zu teuer, du willst immer Porsches in die SChulen stellen, ein Kleinwagen reicht doch auch.“

      Der Kleinwagen war dann ein ML 110 (Festplatte, Motherboard, Grafikchip onboard, 1 Netzteil, nix redundant, ein Klein-PC für ca. 1000 Euro, der sich Server schimpfte).

      „Wie du willst gemanagte Switches. Wofür brauchst du die denn?“
      „Damit ich sehe, ob die Leitungen Probleme machen. Die Dinger zeigen das an“
      „Das ist dein Job, das rauszufinden, dafür brauchst du keine gemanagten Switches“

      WIE ich das machen sollte, war mein Problem – es war ja mein Job.

      Ich bin deswegen etwas bitter. Ja. Aber du hast natürlich völlig recht, was die 2 Jahre angeht. 1 Jahr geht alleine drauf, um das gewollte (aufgeblähte) Budget voranzumelden.

  2. turtle of doom

    Woher hast du diese Intergrundinformationen?

    Buschtelefon?🙂

    • Nein, ich hab das gemacht, worauf Heise und Co. nicht gekommen sind:

      Den Pressesprecher des Innenministeriums angemailt und mal nachgefragt, was das mit dem ganzen auf sich hat.

      Fazit:
      Sehr nette und ausführliche Antwort, soweit er nach 3 Jahren überhaupt antworten kann, einen Auszug aus dem Bericht der Rechnungsprüfung und die Genehmigung, die Antworten zu verwenden.

      Stellt sich raus: Die einzigen, die beim Ministerium tatsächlich angefragt und um weitere Informationen gebeten haben, waren die Nord-Ostseezeitung und ich.

      Alle anderen haben von der Nord-Ostseezeitung abgeschrieben und noch frei drumrumerfunden. Nachgefragt hat keiner.

  3. Sind die Altrechner eigentlich wirklich alle auf dem Schrott gelandet? Wenn nach und Nach Neuhardware gekauft wurde bei LISA dann hätte man Quantifizierung einen Teil der einheitlichen Behörden-HW auf Ebay oder bei den Behördenauktionsseiten anbieten können.

    • Jepp sind sie. Wären sie bei mir aber auch. Und zwar nicht nur „Schrott“ sondern „fachgerecht entsorgt“ – und das mit gutem Grund.

      Auf den Festplatten befinden sich Daten. Die unterliegen häufig dem Datenschutzgesetz. So oder so ist es nicht wünschenswert, dass jemand die Festplatte ausliest und sagen kann, wie das Netz aussieht oder ähnliches.

      Die PCs werden dann auch meistens zur Entsorgung übergeben. Und man läßt sich unterschreiben, dass die Datenträger vernichtet werden.

      • Reicht es dann nicht die Datenträger zu entsorgen?

        • Jopp, aber der Aufwand, ausgemusterte PCs ohne Datenträger zu verkaufen lohnt echt nicht – soviel kriegst du dafür nicht rein.

          • aber die kann man doch der nächsten Schule schenken!!11!elf

            *duckundweg*

            • ICH BIN SCHNELLER!!!!!

              • das traurige ist: es gibt Rektoren, die *kaufen* sowas auch noch auf. Ich kenne da eine, die hat 2007 oder so gebrauchte Rechner mit Windows NT4 vom Schulamt abgekauft… und sich dann über das entsetzte Gesicht des zuständigen Kollegen gewundert.

      • Dafür gibts doch datenschredder, um die Platten zu löschen. Ist zwar aufwendig, geht aber-

        • Aufwendig ist das Stichwort. Willst du tatsächlich hochbezahlte Fachkräfte für Tage binden, um die Daten zu schreddern damit die Kisten für vielleicht 20 oder 30 Euro verkauft werden können?

  4. lass mich raten: die ITler von LISA wurden entlassen bzw. in den Schuldienst zurückbeordert und das IQMR hat keine neuen Stellen bekommen bei der Zusammenlegung? Man wuss ja sparen – koste es, was es wolle.

    Würde mich jedenfalls nicht wundern.

    In der Privatwirtschaft sind kleinere Änderungen ohne Vorwarnung übrigens auch nicht wirklich besser vorbereitet – zumindest in KMU. „Nächste Woche werden die beiden Abteilungen X und Y zusammengelegt und ziehen in neue Räume. Der Umzugswagen ist bestellt, ab 10 Uhr Montag könnt ihr die Rechner ab- und dort wieder aufbauen“. (Ahhhja, immerhin erfährt man’s *vorher*…. mitten in der Urlaubszeit) „Der Techniker ist da und will wissen, wo er die Daten des Kamerasystems ablegen kann“ (ging natürlich *nur* per anonymous FTP direkt ins Stammverzeichnis, und das System machte für jede Datei eine neue Verbindung auf. Bei einigen tausend Bildern die Stunde… zur Produktionskontrolle. Einstellungen am System gingen natürlich nur über RS232. Neues System, keine fünf Jahre her. Aber immerhin keine unkomprimierten Bitmaps).
    Ich schaudere beim Gedanken an den ersten Anruf im Stil „Wir haben grad Konkurrent XY übernommen…“ bzw. „In Tschechien haben wir einen neuen Standort aufgemacht, …“. In beiden Fällen hoffe ich auf die Buschtrommel, damit ich rechtzeitig Urlaub einreichen kann😉

    • ein anderer Stefan

      Rücksicht auf die IT oder gar Vorplanung? Ach wozu, die machen das schon. Aber es geht auch andersrum: Als in oben beschriebener Verwaltung eine Client-Lösung eingeführt werden sollte, war es nicht so einfach, die IT zu überzeugen, das CAD nicht sinnvoll auf einem ThinClient läuft. PCs als Clients waren im Netzwerk zunächst nicht vorgesehen. Von der Lizensierung mal ganz abgesehen…

      • och, (3D)-CAD kann sinnvoll auf TC laufen. Jedenfalls laut den Werbeversprechen der Hersteller. Man n muss dazu nur sauteure Grafikkarten in extrem teure Spezialserver einbauen und jedem User eine eiene VM geben, dann wird das Grafiksignal von der sauteuren Karte erzeugt und in einen Videostrom umgewandelt, der dann am TC dargestellt werden kann.

        Tut sogar halbwegs laut den Demos die ich gesehen habe. Ob es sich lohnt hängt aber stark davon ab, ob man die (ebenfalls extrem teuren) CAD-Lizenzen damit einsparen kann durch Schichtbetrieb o.ä. bzw. ob sonstige Notwendigkeit besteht (der GL meint, er müsse da unbedingt von privat drauf zugreifen können oder man müsse externe Berater einsetzen, die die Daten nicht lokal haben dürfen etc.)

        Je nachdem konnte die IT auch nichts dafür, wenn sich beispielsweise die Anforderungen im Bestellprozess ändern. Von „ach wir brauchen ein besseres Paint“ über „also Lagepläne und Grundrisse zeichnen wollen wir auch“ (2D-CAD) bis zu „ich hab da neulich ein tolles Programm gesehen“ (3D-CAD) zum Beispiel.

  5. Tja nun was soll man denn erwarten wenn es der „Qualitätsjournaille“ um Quoten geht und die persönliche Befriedigung von „wahrhaft Gläubigen“, oder warum wird Tagelang über irgendwelchen Religiotenscheiß berichtet und nicht das mal wieder in Somalia (natürlich wegen den Piraten was sonst) eine Hungernot herrscht ?
    Entscheidungen in größeren Hierarchien bedeuten immer das die „Topmanager“ nach Managermagazin und Bekanntem eines Golfspielers das aussuchen was für diejenigen die es nachher bedienen müssen eine absolute Katastrophe ist.
    Und wenn man sich mal die IT-Ausschreibungen des Staates ansieht weiß man warum Drosselkom und Schmierfilzleitfähigkeit die Zuschläge bekommen.
    Man muß sich ja nur z.B. die Vorstandsmitglieder der Firma des Bundestrojaners ansehen, die Kompetenzen was IT angeht (und keiner war vorher in irgend einer Partei oder so) …
    Es hätte aber sicherlich die Möglichkeit bestanden Azubis mit USB-Sticks und aktuellem Linux drauf alle Rechner platt machen zu lassen, aaaaber Linux *doofguck*

    • Au. Dein Punkt in dem Rant? *g*

      – Azubis mit USB-Sticks und Linux rumschicken und Rechner plattmachen lassen:
      Reicht nicht aus, um die Daten auf den Festplatten so zu vernichten, dass du hinterher nicht doch noch einen drauf kriegst, weil jemand die Platten entschlüsselt hat.

      – Linux in der Verwaltung:
      Knicks. Die Leute sind an Office/Windows nun mal gewöhnt. Selbst München verabschiedet sich jetzt langsam vom Projekt Linux, weil es eben ein veritabler Schmerz im Adminhintern ist, die ganzen Programme, die du für Windows hinterhergeworfen bekommst, auf Linux umzubauen.

      Die Software im Öffentlichen Dienst ist ziemlich speziell und sie wird ausschließlich für Windows implementiert. Und nein, Win-E ist keine Alternative.

      Hinzu kommt, dass Linux eben *nicht* billiger ist. Denn statt der Kosten für die Anschaffung der Distribution hast du dann Kosten für die Schulung der Mitarbeiter. Und von „mein Rechner kann das .docx nicht öffnen, schick mal .doc oder .dpf“ fangen wir gar nicht erst an.

      Das kann man doof finden, beklagen – alles richtig. Aber es ist Tatsache. Und daran ändert ein München (das übrigens seine Linuxumstellung inzwischen zurückrollt, wenn ich das richtig sehe) genau gar nichts.

      • Doch das geht schon, einfach im installer script dd mit random als erstes laufen lassen und alle Daten sind platt, nix anderes machen ja auch die „Forensiksoftwarelöscher“.
        Und wenn’s nur um Office/Windoofprogramme geht kann man WINE nehmen, das läßt sich auch so aufbauen das „Ottonormal“ das gar nicht mitbekommt.
        Nur wundern die sich dann halt beim Zocken das es ruckelt😛
        Und wenn sich auch nur ein einziger der Verantwortlichen für die Dinge interessieren würde für die er soviel Geld weil ja Verantwortung bekommt, dann ja dann würde der erstmal diejenigen befragen die das was er nicht kann/kennt jeden Tag tun.
        *TRÄUM*

        • Ich hab in dem Bereich gearbeitet – und du *kannst* das für den ÖD nicht so anpassen dass es läuft. Glaubs mir.
          STEPHAN…der andere… ^^

          • OK ich kenne nur das Inter/Intranet Gedöhns was „absolut sicher“ (OTon Mitarbeiterin) OHNE SSL von außen erreichbar ist m(
            Wenn’s ja keinen Klüngel gäbe und die wirklich Leute holen würden die Ahnung haben und zwar vom Thema nicht von Maßanzügen und Windsorknoten *TRÄUM*
            Man könnte einfach hingehen und eine einheitliche Plattform aufbauen in jedem Amt als Linuxcluster der sowohl Server als auch Client ist und alles in XML/HTML5 und ohne DB aufziehen.
            Dann noch dafür sorgen das alle Rechner via SSH-Tunnel kommunizieren und für den öffentlichen Auftritt einen dedizierten Rechner in einem extra Housing nehmen.
            Und es muß klar sein das der öffentliche Webserver NIEMALS mit dem Cluster verbunden werden KANN (Layer0).
            Aber da die Stromriesen demnächst den Fernsteuerpöppel in den „intelligenten“ Stromzähler einbauen (via Funk wohlgemerkt !) wird’s bestimmt noch schön Lustig wenn sich da dann so „Fickerchen“ drauf stürzen.
            Dabei liegt die Lösung auf der Hand keine Haftungsdeckelungen mehr und schon investieren Firmen und ÖD in sinnvolle IT-Infrastruktur und nun die Preisfrage woher kommt denn die Deckelung ?

            • Welche Haftungsdeckelung meinst du? Die Amtshaftung ist gesetzlich geregelt und jeder Beamte, der auch nur halbwegs seine 5 Sinne beisammen hat, geht hin und holt sich ne Haftpflicht, die auch die Amtshaftung umfaßt.

              Ansonsten gibt es ja noch die Eigenschadenversicherungen – das, was über Haftung eben nicht abgedeckt ist.

              Was jetzt die Netzwerke angeht – die, die ich kenne (kommunalnetzwerk) funktioniert bereits so, allerdings auf Windows-Basis. Und nein, ich streite mich jetzt nicht über Sinn und Unsinn Windows/Linux rum.

              Auch bei Linux ist nicht alles Gold was glänzt.
              http://blog.fefe.de/?q=Linux

              Windows ist bei weitem nicht so schlecht wie sein Ruf (auch wenn mir die zunehmende Bevormundung tierisch auf den Sack geht) und Linux nicht so gut wie derselbe – beide Betriebssysteme haben positive und negative Eigenschaften und letztlich muss jeder Admin selber sehen, was er am besten administriert bekommt, und was am besten in das vorliegende Sicherheitskonzept passt.

              Das in sinnvolle Infrastruktur investiert werden muss: Keine Frage. Aber du verkennst auch, dass derzeit der Hang in vielen IT-Abteilungen zum Outsourcen geht. Die Admins vor Ort sind oft nur noch Stichwortgeber für die Supporter der angeheuerten Firmen.

              • >Das in sinnvolle Infrastruktur investiert werden >muss: Keine Frage. Aber du verkennst auch, dass >derzeit der Hang in vielen IT-Abteilungen zum >Outsourcen geht. Die Admins vor Ort sind oft nur >noch Stichwortgeber für die Supporter der >angeheuerten Firmen.

                Ja und weil es natürlich billiger ist bei Bigblue für eine million Teuronen im jahr ein Modem am Hauptserver hängen zu haben für den 3rd level support das direkt auf root geht sobald es angerufen wird macht man das als wissender Topmanager …
                Es geht nicht um die Administration, ich brauche für einen reibungslosen Rechnerbetrieb vier KOMPETENTE Leute für 24 Stunden Arbeit plus „Reserve“=Urlaub egal welche Hardware und Betriebssystem.
                Das Problem ist das sich niemand „wichtiges“ schert was die Sicherheit und das Backup angeht.
                Von mir schon real erlebt, drei Uhr morgens klingelt das Telefon alles steht im Betrieb, komme hin und sehe der gute alte Novellserver hat sich aufgehängt weil die von mir empfohlenen paar Megabyte Speicher nicht gekauft worden sind (zu teuer). Erkläre nervösem Chef das kompletter Datenverlust droht wenn ich einen RESET mache und nach mehrmaligem Hinweis tue ich’s halt, vorher alle Clients heruntergefahren und Glück gehabt alles geht wieder. Dann sagt mir Chef das sein Rechner schonmal Datenverlust hatte nachdem er hängengeblieben war *DAFUG* ??????
                OK Chef kauft dann auf mein anraten hin ein Bandlaufwerk zur Sicherung der Daten, Speicher wird auch erweitert (weil zwanzig Leute daumendrehend mehrere Stunden teurer als der Speicher waren) und eine Woche später frage ich wo denn die Bänder der Sicherung aufbewahrt werden.
                „Die habe ich hinten auf den Monitor vom Server gelegt.“
                Und das war wirklich so *dieschmerzenauauaua*
                Also was fängt vom Kopf her an zu stinken und wo liegt das eigentliche Problem ?
                Und das gilt leider NICHT nur für IT m(
                Und ich grause mich nun davor in den Spiegel zu sehen weil Novell und so😛

      • Hey, woher weißt du,dass münchen sich verbaschiedet? Das letzte, was ich mitbekommen habe, war das hier: Und das klang nicht nach „langsamer verabschiedung“

  6. Es geht ja gar nicht mal um das Outsourcen an IBM und andere Großkonzerne. Das fängt im Kleinen schon an. Kommunen sourcen an „Datenzentralen“ aus, die vom Kreis gestützt werden. Und dann wird von dieser hochkompetenten Datenzentrale dann halt mal ein superduper Dokumentenvrewaltungssystem angepriesen.

    Dass man auf ZWEI Seiten Server stehen hat – auf der vom Kunden und der von der Datenzentrale und besagte Zentrale eigentlich nix macht als die Daten auf IHREM Server regelmäßig zu sichern und dieses bekloppte System zu warten: Wurst.

    Ist ein kommunaler Eigenbetrieb und muss am laufen gehalten werden.

    • Das Hauptproblem beim dollen „Outsourcen“ ist ja das die internen Kompetenzen zerstört = konsolidiert = freigesetzt werden und wenn es dann klemmt auf Seite 5876 des Vertrages unten links neben der Seitenzahl in 0,00000000001point/1000 Kleingedrucktem steht das Haftung bei Dummheit und nicht mehr vorhandenem kompetenten Personal ausgeschlossen ist und sowas unterschreiben dann die Topmanager oder wie heißen die im ÖD Staatssekretär oder Minister ?
      Das was mich persönlich am meisten nervt ist ja das es nicht um Kompetenz geht, sondern wer kennt wen und wie gut ist der im Golfen m(
      Achja sind denn die beiden Seiten die Du erwähnst wenigstens via VPN oder eigener Leitung verbunden oder brüllen die alle Daten im Klartext über WiFi ?
      Ich befürchte letzteres, aber wir wissen ja wer wen in welchen Puff dafür eingeladen hat, äh verschleppt meine ich natürlich und das weiße Pulver durch die Nase ist Salz weil wir schon so besoffen sind nicht mehr zu wissen wie Mann das mit’m Korn so macht, uups ist ja Prosecco na dann😛

      • VPN verschlüsselt😉

        Und es sind tatsächlich nicht alle Entscheider korrupt. Hier zu pauschalisieren geht am Ziel vorbei. Die meisten wollen tatsächlich das Beste – nur wissen sie nicht wie und bekommen den falschen Input.

        Outsourcen klingt ja auch erstmal prima. Eine Firma übernimmt für uns die IT.
        Sicherheitsprobleme und Kosten können die nicht nachvollziehen.

        Und hier failt *jede* IT geradezu episch. Es ist deren Job, den Entscheidern klarzumachen: Vergiss das, das kann nicht funktionieren.

        Aber die meisten quatschen EDV-Deutsch, was kein Mensch versteht. Und dann muss man sich nicht wundern, dass dann auch falsche Entscheidungen getroffen werden.

  7. Ach Tantchen – irgendwie kommt mir das Ganze so verdammt bekannt vor. Ich sehe gewisse Parallelen bei der Integration neuer Standorte, und genauso die Differenzen „wie die IT das sieht“ und „wie die Führung das sieht“.

    Bzgl. Linux in der Verwaltung und wie IT da aussieht: Ja toll – klar läuft Linux auf den Kisten. Aber auf dem Client läuft in so einer Bude in jeder Abteilung/Fachbereich/Amt/Sonstwas eine Sonderlösung. Da ist nicht mit „das SAP in das alles rein geht“. Und das meiste dieser Software ist gewachsen, vieles stammt von mehr oder weniger kleinen Fricklerbuden die sich darauf spezialisiert haben. Der Markt ist schließlich überschaubar.

    In so einer normalen Stadtverwaltung hat mal locker mal 30-40 Fachanwendungen im Einsatz. Damit ist auch das „Image drauf und der Rest geht automatisch“ hinfällig. Auf den meisten Kisten muß man dann doch wieder was anpassen. Hier nen altes Access (!), Hier eine FoxPro-Anwendung. Hier braucht es die Hassenichgesehensonstwas-Runtime, dort nen Oracle-Client weil die Software nur damit tut.
    Die Anwendungen bestimmen das Betriebssystem. Ideologie (meist von Studenten verbreitet) trifft da schnell auf die Realität und wird dann wie ein Blitz am Blitzableiter geerdet.
    Das war 2004 auf dem LinuxTag in Karlsruhe schon meine Aussage gegenüber jemandem aus dem Orgateam. Schade, aber ist nunmal so.
    Auf dem Server wird Linux übrigens durchaus eingesetzt. Aber ich kann es keinem Admin im öD verdenken der sich das nicht auch noch gibt sondern lieber den bequemen Weg wählt. Microsoft bietet mittlerweile ein recht stabiles System an das man mit ein wenig Vorkenntnissen ganz praktikabel benutzen kann. Zentralisierung und Gleichmacherei ist da eigentlich zwingend erforderlich, sonst kmmt man mit seinem Krempel nicht mehr hinterher.

    Images sind übrigens eine tolle Sache. Aus oben genannten Gründen kenne ich aber keine Verwaltung die mehr als eine Handvoll-Basis-Images hat und dann nicht den Rest manuell oder per Script nachinstalliert. Techniken wie MDT sind derartig aufwendig dass es sich selbst bei 500 Arbeitsplätzen meist nicht lohnt.

    Die meisten der Kollegen sind zudem mehr oder weniger interessierte Quereinsteiger zwischen 40
    und 60. Das ändert sich auch nur langsam, neue Stellen werden praktisch nicht genehmigt, trotz mehr Aufgaben und Arbeitsumfang. Die bisherigen Stelleninhaber verabschieden sich auch noch nicht in Massen in den Ruhestand.
    Und die jungen dynamischen Fachinformatiker und ähnliche… Ja super, ich hab sie in Vorstellungsgesprächen kennengelernt. Wir haben die eingeladen die überhaupt eine nahezu fehlerfreie Bewerbung schreiben konnten – und seither schäme ich mich für meinen Ausbildungsberuf. Das geht mal GAR nicht!

    Wenn es die IT dann übrigens schafft sich doch mal bei den Chefs Gehör zu verschaffen, sind sie übrigens nur die Bremser, die neue Techniken ja ohnehin generell ablehnen, und Alles was ihnen nicht gefällt mit Verweis auf die SIcherheit rauskegeln wollen. Ja was tun die eigentlich den ganzen Tag?
    Fragen wohlgemerkt die Leute deren PC bis auf Groupware und Office praktisch blank ist.
    Um das IT-Deutsch in Amtlich zu übersetzen gibts nen Chef. Der muß das dann aber auch selbst halbwegs verstehen und dann verkaufen. Hier gilt: Nen Stock im Arsch ist noch lange kein Rückgrat. Und das braucht er weils unbequem sein wird.

    Eigentlich müsste man sich mal bei irgendnem Mopped-Treff auf nen Kaffee einfinden und über die Verwaltung ablästrern😉

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