Das erdrosselte Internet


Es gibt im Straßenverkehr ein ehernes Prinzip: Die Straßen sind frei für jeden. Es wird nicht geprüft, wie oft jemand auf einer Straße fährt, oder wie viel Kilometer man fährt – man fährt aus seiner Einfahrt raus und auf die Straße. Sie sind das sichtbare Herzstück unserer Zivilisation, ohne Straßen gibt es keine Verbindung zwischen Stadt und Land. Gezahlt wird indirekt für diese Verbindung: Über die KFZ-Steuer und die Mineralölsteuer wird auch die Erhaltung und der Ausbau des Straßennetzes finanziert.

Entsprechend laut war der Aufschrei, als die Speditionen mit der Maut zur Kasse gebeten wurden. Denn es war eine Abkehr vom Grundsatz, dass die Straßen frei sind für jeden.

Es gibt im Internet ein ehernes Prinzip: Die Leitungen sind frei für jeden. Es wird nicht geprüft, wie viel jemand im Internet surft, wieviel Daten er herunterlädt und wohin er surft. Er verläßt mit dem Browser den heimischen PC und surft im Internet. Youtube, Twitter, Ebay, Amazon, das sind die Seiten die hauptsächlich aufgerufen werden. Aber auch IP-TV-Anwendungen, Streamingdienste wie Spotify, all das kann der Surfer ansurfen. Die Internet-Leitungen sind das Herzstück dieser modernen Kommunikations-Zivilisation, ohne Leitungen gibt es keine Verbindung zwischen PC und Internet-Anwendung. Gezahlt wird für diese Verbindung aber sehr direkt: Mit der Flatrate an den Provider.

Entsprechend laut ist jetzt der Aufschrei, als die Telekom ihre Pläne veröffentlichte, dass eine Flatrate künftig im Datenvolumen begrenzt ist. 75 GB Traffic im kleinsten Vertrag. Und sie sticht damit, meines Erachtens gezielt, in ein Wespennest.

Es geht doch gar nicht um die Begrenzung des Volumens, was alleine in Zeiten zunehmender, Trafficintensiver Anwendungen schon ein absolutes Unding ist – was derzeit völlig aus dem Fokus bei dieser Diskussion verschwindet, ist die Tatsache, dass es hier um die Aufgabe des Prinzips der Netzneutralität geht.

Netzneutralität heißt, dass es von jedem Endgerät aus möglich ist, jede Internetadresse anzusurfen. Das findet natürlich seine Einschränkung bei strafrechtlich relevanten Inhalten, aber dieser Grundsat ist eisern. ICH rufe eine Internetadresse auf und ich will *diesen* Inhalt sehen.

Nicht den, von dem mein Provider meint, dass er mich möglicherweise mehr interessieren könnte.

Und genau das ist der kleine gemeine Haken, den die Telekom an dieser Stelle schlägt. Denn die Telekom-eigenen Streamingdienste wie Spotify oder auch das Entertain-Paket sind von der Zählung des Datenvolumens ausgeschlossen. Ein Telekomkunde hat dann, wenn er mit so einem Tarif surft, nicht mehr die freie Wahl, sondern er muss immer abschätzen: Gibt mein Tarif das Youtube-Video noch her oder bleibe ich lieber auf den Telekomseiten? Eine Verbindungsgeschwindigkeit von 384 kbit/sek ist heutzutage einfach sinnfrei. Man kann damit noch Mails abrufen und reine Textseiten ansurfen. Aber bereits die Webseite eines normalen Internetmagazins mit dem überladenen HTML- und Flash-Werbeeinblendungen überfordern diese Schmalbandverbindung völlig.

Sascha Lobo hat an dieser Stelle einfach recht, wenn er sagt, dass die Telekom so das Internet buchstäblich erdrosselt. Denn man möchte als Kunde nicht ins Telekomnet, sondern ins Internet, was durchaus zwei Paar Schuhe sind.  Telekom-Entertain ist eine von vielen Videostreaming-Plattformen und der Versuch, die eigenen Kunden auch nur an die eigene zu binden, ist unlauter.

Das ganze erinnert mich ein wenig an meine ersten Gehversuche im Internet: AOL, ein Provider, der damals eine abgeschlossene Blase nur für AOL-Kunden geschaffen hatte. Die erste „Community“, inklusive Communityscouts und dem ganzen Verwaltungsapparat drumherum. Auf dem Höhepunkt seines Daseins hat AOL dann Warner Bros. aufgekauft. Doch dann fingen die Menschen an zu merken, dass es auch außerhalb des AOL-Clients ein Internet gab. Und dass man dort auch viele Informationen finden konnte, die sogar noch besser aufbereitet wurden.

Man stellte fest, dass man selber machen konnte. Nicht mehr einfach nur die Inhalte, die vorgegeben wurden, konsumieren, sondern selber Inhalte gestalten. Das Social Web war geboren. Das „Mitmach-Web“.

Was die Telekom jetzt versucht, ist, die Menschen von aktiven Netzteilnehmern wieder zu bequemen Konsumenten der eigenen Inhalte umzuerziehen. Vom Fahrrad zum Sofa. Die Tastatur wird zur Fernsteuerung.

AOL 2.0 ist der untaugliche Versuch der Telekom, die Zeit um 20 Jahre zurückzudrehen und Investitionen in den Breitbandausbau zu vermeiden.

Und für uns alle ist zu hoffen, dass das nicht funktionieren wird.

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Veröffentlicht am 24. April 2013, in ärgerlich. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 32 Kommentare.

  1. Und dann ist das ja auch noch ein schritt hin zu Vorratsdatenspeicherung. Wenn Spotify etc. nicht zum Volumen zählen muss das ja auch irgendwo ausgewertet und zu Abrechnungszwecken abgespeichert werden was ich ansurfe. Dafür muss ich in die Pakete rein schauen. zur Totalüberwachung ist es dann nur ein kleiner schritt.

    Auch Sachen wie Bittorrent, emule, Skype (!) Twitch-streams oder imageboards wie E926 und 4Chan alles nicht mehr nutzbar. WOW, SW:TOR und LOTR:O brauch ich doch noch nicht mal erwähnen.
    Spannend eigentlich das die nichts gesagt haben ob die auch nach protkoll filtern wollen.

    Naja gut das ich noch größtenteils übers gute alte IRC kommuniziere. Das geht auch noch mit halber Modemgeschwindigkeit.

  2. ein anderer Stefan

    Wird der Netzausbau nicht auch mit öffentlichen Mitteln bestritten? Dann wäre die Frechheit umso größer.

  3. Oh und PIRATEN WO SEID IHR? Hören tut man von euch kaum was in dem Fall! Ihr sitzt Grade wieder um wie ne Kuh wenn donnert.

    • Lochkartenstanzer

      Die sind gerade mit sich selbst und Genderspielchen beschäftigt. Denen sind dreigeschlechtliche Toiletten wichtiger als ernste Themen.

  4. Also, ich sach mal so: Auch wenn die Netzneutralität gewahrt bliebe *und* alles ins Volumen mit reingerechnet würde *und* das Inklusivvolumen drastisch erhöht würde. Die Jammerei wäre genau gleich groß und man würde genauso schnell „edle“ Gründe finden, warum das unheimlich ungerecht, undemokratisch und überhaupt völlig unfair ist und überhaupt nichts damit zu tun hat, dass man für den eigenen Extremkonsum etwas mehr bezahlen soll.

    Die Maut wird jetzt mal ein wenig böse gemacht, weil man sonst das Prinzips des freien Verkehrs für alle und unbegrenzt nicht mehr als Verglech ranziehen könnte. Aber sonst ist man an anderer Stellen doch gern mal für’s Verursacherprinzip, wie’s eben grad mal beliebt.

    Ich hab prinzipiell überhaupt nichts gegen Maut, denn wer viel fährt, macht viel kaputt und soll das bitte schön auch anteilig mit bezahlen, nur muss dann eben der Rest des Systems entsprechend angepasst und gerecht werden. Und ein *ehernes* Gesetz ist das mit dem freien und unbegrenzten Verkehr für alle schon mal gar nicht. Ich kenn Mautsysteme bei unseren Nachbarn, solange ich denken kann, jedenfalls, was den Straßenverkehr betrifft. Also fahren soviel und wohin man will war jedenfalls in Frankreich und Italien schon ziemlich lange nicht mehr, jedenflalls auf den *bequemen* weil *schnellen* Straßen vulgo Autobahnen. Merkt Ihr was? Beim ÖPNV kostet es übrigens auch nicht gleich viel, ob man 5 oder 500km weit reist.

    Die Unterschiede in der Verursachung von Traffic sind einfach zu groß, um noch von allen gleichmäßig finanziert zu werden. Das ist ein *Geschäft*, auch wenn’s viele nicht wahrhaben wollen. Wer freies Netz für jeden und jede ohne irgendeine Einschränkung haben will, der muss die Infrastruktur entprivatisieren, und ich bezweifle, dass das machbar ist.

    Natürlich ist das eine durchsichtige Strategie seitens Telekom, die User an die eigenen Produkte zu binden, und sicher ist das mit Netzneutralität schlecht vereinbar, und nett und fair ist es schon gar nicht. Nur dass jetzt natürlich von Seiten der Intensivstnutzer das große Jammern und die Suche nach anderen als eigennützigen Argumenten losgeht, ist genauso durchsichtig.

    Auf der anderen Seite stehen nämlich die Wenignutzer, die zwar auch ganz gern mal eine hohe Datenrate haben aber mit einigen 10, später mal vielleicht mit 100GB pro Monat gut bedient sind und genauso viel zahlen sollen wie diejenigen, einige 100 oder gar mehrere 1000 GB ziehen. Die könnten sich natürlich genauso veralbert vorkommen und sich zum Beispiel fragen, warum sie mit ihren 15oder 30 GB / Monat ständige Einbrüche der Datenrate hinnehmen müssen, nur weil sich die Nachbarn einen HD-Film nach dem anderen streamen müssen, und das trotzdem teuer bezahlen sollen.

    Und wir reden jetzt nicht von denen, die das Web mit hoher Verfügbarkeit professionell brauchen. Die mussten das schon immer extra bezahlen.

    Ein bisschen weniger Aufgeregtheit wäre schon angebracht, beim Mobilfunk habt Ihr das ja für Eure Smartphones auch mehr oder weniger klaglos akzeptiert.

    • Karl, an der Stelle muss ich dir zum ersten mal vehement widersprechen.

      Das Internet entwickelt sich. Und zwar zu Lasten des Traffics. Und jetzt zu sagen „das sind Extremnutzer“ und die sollen gefälligst mehr zahlen, nur weil sie halt mehr auf youtube unterwegs sind oder einer anderen Streamingplattform oder vielleicht IP-TV gucken, geht an den Tatsachen vorbei.

      Das sind keine Extremnutzer – und das sollen sie auch nicht sein.

      Dessen ungeachtet natürlich ist die Tatsache, dass die Telcos damit auch elegant verhindern, dass sie ausbauen müssen. Durch die Drosselung regelst du den Traffic und zwar nach unten. Und wenn du das künstlich klein hältst regelst du das nach unten.

      Btw. kann man den PC zu Hause und seine Leistungsfähigkeit nicht mit Smartphones vergleichen – das sind zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe.

    • Karl, wenn ich nicht viel Traffik erzeugen würde dann bräuchte ich keine Flat und würde mit anderen Diensten billiger fahren.

      Wenn ich Flat lese will ich nicht im Kleingedruckten einen Volumentarif finden. Solange die Telekom ehrlich ist und genug Tarife (auch mit echter Flat) anbietet meckert ja keiner. Nur das ihre Flat plötzlich keine mehr sein soll obwohl der Name es suggeriert.

      Und für Normalnutzer ist das Volumen viel zu niedrig. Beispiel hier: Zwei Personen Haushalt, beide Internetnutzer und Spieler. Die Spiele laufen fast komplett per Download und Always on ist heute keine Seltenheit mehr. Durchschnittlicher Traffik pro Monat: 70-80 GB. Da sind noch keine Downloads von Filmen abseits von Youtube enthalten da wir aktuell keinen entsprechenden Dienst nutzen.

      Aufgrund meiner Lage habe ich eine 8 MBit-Leitung. Schneller geht hier nicht.

      Wenn die Telekom nicht diesen Traffik wuchten kann weil dann unterm Strich die Rechnung nicht mehr stimmt dann sollen sie die Preise anheben aber nicht sowas machen. Das sorgt nur für schlechte Publicity und lässt Kunden abwandern. Nicht nur die Vielnutzer sondern auch die die auf eine funktionierende Internetverbindung angewiesen sind und sich nun sorgen machen müssen das in einem mal etwas aktivieren Monat plötzlich der Stecker gezogen wird.

    • „Maut“ bezahlen wir ja wegen den Instandhaltungskosten.

      So ein paar Millionen Autos produzieren Straßenschäden. Das ist aber bei Kabeln nicht so. Lichtimpulse in der Glasfaser machen die Faser nicht kaputt. Die Anschaffungskosten entstehen auch nur einmal und die Instandhaltung ist minimal.

      Sprich das „Gigabyte“ produziert keine Kosten. Die Menge der Daten ist entkoppelt von den Kosten. Die Geschwindigkeit ist es nicht, aber da brauchst du bei Glasfaser die in den 80ern noch verlegt wurde nur bessere Verteilerhardware und deren Kosten sind marginal im Vergleich zu der Anzahl der Kunden zumal auch diese Hardware nicht durch die Nutzung abnutzt.

      Wofür man mehr bezahlen sollte ist mehr Speed. Wie es immer schon war deine VDSL Leitung oder so kostet mehr als deine 4 oder 6 MBit Leitung dafür finanzierst du die Verteiler/Anschlusshardware für diese Geschwindigkeiten.

      • Heph !!!!
        Du schreibst, dass Giga- (Tera- …)bytes würden keine Kosten produzieren
        schau Dir mal die „Schlaglöcher“ z.B. im hessischen „Hinterland“ (sicherlich gibt’s da noch mehr Kandidaten) an .. 😉

        • Die einzigen kosten die du hast sind die Erschließungskosten ggf. Miete, Strom und Verwalltung. Wenn man das mal mit Wasser vergleicht heißt das du ein dickes Rohr verlegen musst und Hausanschlüsse brauchst.

          Glasfaser (das äquivalent zum Rohr) ist aber nicht so teuer und im Osten (Aufbau Ost in den 80 und 90ern) zumindest an jedes Dorf durch den Staat angeschlossen.

          Jetzt musst du rechnen ob sich dein Verteilerkasten (Hausanschluss) rechnet und bei 50 Hanseln bekommste die kosten d.h Strom, Miete/Pacht, und Hardware nicht „genug“ Gewinn über die Lebenszeit rein.
          Bei einem Hof der Ausserhalb liegt sowieso nicht. Da die Telekom jetzt ein privater Verein ist werden die auch nen Teufel tun den Kasten über die Gewinne durch andere Kunden zu finanzieren.
          Das isrt wie mit dem Öl zuerst holt man sich die einfach zu erschließende und ergiebigen Vorkommen.

          Sobald aber der Kasten steht kannst du soviele Gigabyte drüber jagen wie du willst.

          So wie komm ich drauf das man für mehr Speed mehr zahlen sollte? Die Verteilerkästen die mehr Volumen pro Zeiteinheit d.h. mehr MB/s prügeln können kosten mehr. Grade wenn du am oberen Ende bist da die neue Technik immer teurer ist (Entwicklungskosten, wenige Hersteller etc.) und du ggf. alte Tech ersetzt die noch X Jahre laufen könnte.

          Also die Insgesammt anzahl der Bytes ist eagl. Wichtig ist wieviel Bytes prp sekunde du durch die Leitung prügeln willst.

  5. Auf Netzpolitik wird gerade vorgeschlagen, den alten Werbefilm der Telekom anzupassen. Find ich gut, habe davon aber keine Ahnung.

    youtube.com/watch?&v=N7mTyLBcU4s

    zB: Hallo Ladebalken! Wie sehr haben wir dich vermisst.
    Ohne Dich konnten wir keine Comics mehr auf der Toilette zu Ende lesen, kein Zimmer mehr aufräumen, keinen Kaffee mehr kochen.
    Schön, das Du wieder da bist!
    Hallo Vergangenheit!

    • Ehrlich? Ich lese ne unmenge Comics. Von Sabrina Online über Erfworld bis SchlockMercenry und Zoophobia. Die sind ALLE online! Mit Ladebalken wird das echt schwer. Selbst auf dem Klo da mein altes Experia Wlan hat.

      • aber mal im Ernst: es geht doch nur darum, dass wieder einmal die Transparenz fehlt und dass dadurch der (berechtigte) Eindruck der Abzocke entsteht.
        Aber (2) Tantchen, ich versteh trotzdem nicht, weshalb Smartphones etwas Anderes sind ..
        (aber vielleicht bin ich dazu zu alt/doof 😦 )

        • TANTCHEN: Da ist wohl wieder einmal einer meiner Kommentare verschwunden (und dabei habe ich mir doch so viel Mühe gegeben, aber, wie Frau Sommer in der (ur-alten) Kaffeewerbung sagte: Mühe allein genügt nicht .. 😦

        • Ganz einfach. Die Leistungs- und Speicherfähigkeit. Guck dir mal die Nutzung des Internets mit deinem Festnetzrechner an und dann die mit dem Smartphone.

          Ich will das nicht rechtfertigen, eigentlich gehört das angeglichen, das heißt, auch die Smartphones brauchen die volle Flatrate, aber dennoch ist es so, dass du mit dem Smartphone, insbesondere wenn du zu Hause Zugriff auf ein WLAN hast, kaum noch Traffic hast.

          Der eine oder andere Youtube-Film, jo. Aber schon Bloggen mit dem Smartphone fällt deutlich kürzer aus, weil die Tastatur ein veritabler Schmerz im Hintern ist. Das Display ist zu klein, du bekommst auch keinen 10 GB HD-Film aus der Videothek so angezeigt, dass sich das lohnen würde.

          Spotify, also Musikstreaming: OK, aber hier brauchst du anständige Kopfhörer, denn der eingebaute Lautsprecher macht eher Zahnschmerzen und klingt wie die Blechtrommel.

          Das *einzige* was auf dem Smartphone ein wenig intensiver ist, ist das Navigieren, wenn man das eingebaute Navi nutzt. Aber ansonsten: Die Leute machen da einfach weniger mit.

          Und für ein paar Mails etc. reichen 300 MB Volumen völlig aus. Aber die PCs zu Hause, die werden damit ganz übel kastriert.

    • Lochkartenstanzer

      Der Ladebalken war nie weg.

      Wer wie ich als Dienstleister auf das Internet angewiesen uist und patches und updates nachladen muß, bekommt die die Balken imemr öfter zu sehen, weil inzwischen die downloadgröße pro Datei locker mehrere hundert MB haben. Und das sind keine Zappelbilder.

      Außerdem ist der Traffic nur die Ausrede. Die Telekom muß kaum was dafür zahlen. Eher beklommt die noch eld dafür. Sie will nur Compuserve und AOL spielen, nachdem Ihr BTX durch diese und das Internet kaputtgemacht wurde.

  6. statt der telekom weiter subventionen zu geben, damit sie ihr! netz ausbaut, sollten die staedte und gemeinden jeweils eigene glasfasernetze aufbauen, die waeren dank abschreibung ueber laengere zeitraeume auch nicht so teuer.
    die provider betreiben nur noch die backbones bis zu einem zentralen uebergabepunkt und die kunden haetten jeden monat die wahl, ob sie ein paket mit unlimitiertem traffic und begrenzter geschwindigkeit bei provider x, oder ein paket mit limitiertem traffic aber unbegrenzter geschwindigkeit bei provider y nehmen.

    • ein anderer Stefan

      Die gleichen Kommunen, die nicht mal Geld haben, die Schlaglöcher des Winters zu schließen, sollen neue Löcher aufreißen und Kabel verlegen? Das wird wohl eher nicht passieren. Darum hat man es ja privatisiert – um sich nicht drum kümmern zu müssen.

      • Andererseits war es in meiner alten Wohnortkommune so, dass es wegen der schlechten Anbindung (selbst 1MBit/s war nur selten erreichbar) eine private und von der Gemeinde unterstützte Alternative für eine schnelle Glasfaser-Netzanbindung gab, die auch genügend Mitglieder etc, hatte, so dass sie sich auch finanziell gerechnet hätte. Leider gab es einen Knebelvertrag mit Magenta-T, die sich für einen minimalen Ausbau vor X Jahren haben garantieren lassen, bis 201? dort Netzhoheit zu kriegen. Daher – nix mit schnellem Web im Dorf am Rande der Stadt. Weil – die Telekom baut nicht aus (keine Industrie, und das Gewerbe – u.a. ein Verlag – war nicht lukrativ genug), andere dürfen nicht.
        Surfen per Mobilnetz war schneller und zuverlässiger. Hat auch der Verlag gemacht. Notgedrungen. 😦

        • Lochkartenstanzer

          Die Magenta und auch die Gemeinde darf keine anderen daran hindern, auch Kabel in den Boden zu legen. läuft unter wettbewerbsbehinderung. Das hättet Ihr mal rechtlich prüfen lassen sollen.

          lks

  7. Sagt mal wie verträgt sich das eigentlich mit dem „Grundrecht“ auf Internet das BVerG festgestellt hat?

  8. [DISCLAIMER: Bissl viel Text]

    Wie schon erwähnt, ist das Volumen für einen sagen wir mal modernen Lebensstil des 21. Jahrhunderts viel zu klein. Udo Vetter(lawblog.de) hatte ja auch eine Beispielrechnung was die Telekom meint doch eine ganz üppige Nutzung sei.

    Filme anschauen über lovefilm/netflix/hulu und was es noch alles gibt: Telekom meint 10 Filme in SD reichen, HD sinds ja noch einiges weniger.
    Eventuell ist noch ein bisschen öffentlich rechtliche Mediatheken und Youtube drine
    60h Internet-Radio sollten dazu im Monat ja auch reichen meint Telekom.
    400 auflösende Bilder anschauen im Monat reicht ja auch.
    Und dann noch 16h Online-Spielen.
    Laut Telekom sollte das doch reichen.

    Mehr Filme/Serien? Entertain/Videoload(die gehören doch zu T-Kom)!
    Mehr als 2h Radio pro Tag? Spotify!

    Updates, Patches, Fixes wollen auch mal mehr als ein paar KB groß sein

    Das aber die Welt nicht angehalten hat und z.B. Spielekonsolen jetzt und in Zukunft doch gerne online seien wollen und auch die Publisher nicht mehr DVDs per Containerschiff aus China rumschippern wollen und dann Filmeanbieter das doch lieber streamen und Spiele über Steam und Co verkauft werden sollen und die neuen Konsolen für den kleinen Timmy die Spiele auch nur noch digital verteilen.

    Skype mit/ohne Video(Hallo Zukunft)? Pah gibt doch IP-Telefon von T-Kom.

    Clouding-Dienste mit Syncing auf mehrere Enddevices?

    Alles soll immer mehr vernetzt sein für den Durchschnittsbürger weil wir ja doch in der Moderne leben und dann sowas.

    Alle möglichen Webseiten strotzen über mit vielen hochauflösenden Grafiken und Flash-Gelumpen, aber nur solange das Volumen eingehalten wird, sonst dauerts mal wieder wie vor 15 Jahren.

    Und damit fällt ja auch der normale Nutzer eher mal an die Grenze. Papa hört in der Garage und im Garten Webradio. Mama holt sich ihre Schnulzen von Lovefilm und schaut die. Mit der Tante im Ausland wird Videogeskypte. Töchterchen stöbert bei Youtube rum und Junior bekommt zum Geburtstag ein Spiel das sich downloadet und dann gerne 1-2h am Tag mal spielt. Das Steuerprogramm und Windows hätten gern ein Update und das Sicherheitsprogramm auch gleich. Dokumente, Bilder und Backups sind vorbildlicherweise in der Cloud. Und Frau Nachbarin hat doch so tolle Urlaubsbilder geschossen. Heizkostenzähler, Elektro- und Wasseruhr wollen inzwischen auch digital seien.

    Aber wenigstens ist ja der kontrollierte Telekomtraffic inklusive, auch wenn man sich als WLAN/HotSpot/Accesspoint-Standort für die Telekom missbrauchen lässt ist das Volumen frei.

    Durch die Volumierung muss die Telekom ja jetzt auch leider über einen längeren Zeitraum Verbindungsdaten speichern, sonst stimmt doch die Abrechnung nicht und Terror! Vorratsdatenspeicherung willkommen zurück im Boot.

    Das alles damit zu erklären, das das bei Handys ja doch akzeptiert wird ist relativ hohl.
    Netzausbau so zu „finanzieren“ zu wollen ist ein Witz, wenn das lange Zeit unterlassen wurde um Gewinne mitzunehmen.
    Auch schön, die Preise für Zusatzvolumen stehen auch noch nicht fest, man will ja keinen verschrecken.
    Und das ganze dann bis 2016 ruhen zu lassen, wenn kaum noch jemand einen alten Vertrag hat und ja alle die neuen Bedingungen angenommen haben. Wenn das gleich zu Anfang rigoros durchgesetzt würde, würde es ein rüdes Erwachen geben.

    Baah ich hör erstmal auf

  9. Auf der einen Seite habe ich für Provider Verständnis. Als Flatrates bezahlbar wurden, konnten wohl nicht viele Leute ahnen, wie sehr die Internetnutzung explodieren würde. Wir sind an einem Punkt angekommen, wo ein Computer ohne Internetverbindung Humbug ist!

    Und die Anforderungen steigen nur noch mehr. Es gibt so gut wie kein professionelles Stück Software mehr, das nicht automatisch mit dem Internet verbindet, viele Programme haben sogar Helper im Hintergrund laufen, die vom Anschalten bis zum Abschalten des Computers laufen und mit irgendwelchen Services verbunden sind.
    Und das sind nur die kleinen, passiven Bandbreitenfresser.

    Inzwischen gibt es Videospieldienste, die das Spiel des Nutzers auf dem Server installiert haben und laufen lassen und dem Nutzer bloss einen Livestream zusenden. Damit kann man selbst neueste Spiele auf einer alten Mühle spielen, oder auch auf dem Computer beim Freund. Und soweit ich weiss, liebäugeln diverse Spielehersteller mit dieser Idee – keine Daten auf dem Nutzercomputer bedeutet keine Chance für Piraterie.
    Aber selbstredend sind die Datenmengen, die da übertragen werden, absolut absurd. Wir reden immerhin von einem Live-HD-Videostream, der je nach Spieler bis zu 80 Stunden pro Woche benutzt wird. Dabei sind andere Webseiten wie Facebook, Twitter, YouTube, Google, Blogs, Newsportale, Online-Zeitschriften oder was auch immer noch gar nicht eingerechnet.

    tl;dr: Schon heute wird die Internetverbindung von vielen Leuten bis aufs Letzte ausgelastet. (Ich kenne sogar jemanden, der sinnlose Downloads startet, während er nicht zuhause ist – nur damit er 24/7 100% seiner Bandbreite nutzt.)

    So gesehen habe ich absolut Verständnis dafür, wenn Provider sagen, sie stossen an die Grenzen ihrer Kapazitäten. Aber ich finde, hier sollten nicht die Provider reagieren müssen, sondern die Dienstleister.
    Nur weil wir die MÖGLICHKEIT haben, sind manche Neuerungen trotzdem absolut hirnrissiger Quark. Wie beispielsweise YouTubes neuer Mechanismus, der mitten während dem Video die nächsthöhere Qualität lädt und, sobald genug gebuffert ist, auf diese umschaltet. Eine Folgeerscheinung ist, dass beispielsweise das Video neu geladen werden muss, wenn ich nur drei Sekunden zurückspulen möchte.
    Von all den Newsportalen, die ihre 10’000 Pixel hohe Startseite bis zum letzten Winkel mit Bildern vollpflastern müssen, rede ich gar nicht erst.

    Was ich sagen will, ist: Meiner Meinung nach sollte ein Umdenken bei den Services passieren. Es ist möglich, genau dieselben Informationen auch mit weniger Daten darzustellen. Als Speicherplatz und Bandbreite noch limitiert waren, liessen sich die Entwickler auch geniale Tricks einfallen, um das Beste aus dem zu machen, was sie haben.
    Ein gescheiter Umgang mit Ressourcen ist es, was wir brauchen. Denn sie sind nicht so grenzenlos, wie wir sie gerne darstellen möchten.

    • Lochkartenstanzer

      Für die Provider habe ich überhaupt kein verständnis. Das sind Kaufleute. Von mir erwartet man ja auch, daß ich meine Kalkulation ordentlich mache und nicht irgendwelche Joker aus dem Ärmel mit Mehrkosten ziehe.

      Früher gabe es ja noch die gestaffelten Tarife. Wenig verbrauch, günstzig, viel verbrauch teurer und ganz viel verbrauch pauschale.

      1&1 war da übrigens vorreiter udn brachte kalkulierbare Kosten und denen muß man das hoch anrechnen. Aber inzwischen haben die das auch vergigt und haben andere macken.

      Wenn das so läuft, wird dann wieder Internet bein Geschäftskundenprovider mit einem 100baseT-Anschluß (udn 10Mbps syymetrisch) und 300€/Monat flat bald wieder „billig“ sein. Die telekom wird jedenfalls meine Kündigung bekommen, sobald sie drosseln.

  10. aussichteinsicht

    Das sollte eine Richtfunkstecke werden, Kabel in der benötigten Länge verbuddeln wäre finanziell nicht drin gewesen (Fluss und Autobahn im Weg).
    Und die Gemeinde wäre ja dafür – schon um bei den nächsten Wahlen besser auszusehen…

    • Lochkartenstanzer

      Dann kann die Telekom erst recht das nicht verhindern. Oder nur unter besonderen Bedingungen, wenn sie z.B. gerade alles auf 16Mbit aufgerüstet hätte. Aber dann hättet Ihr es ja nicht gebraucht.

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