Social Media – mal wieder


Heute ein Aspekt der von vielen unterschätzt wird: Wie Twitter und Co. bei Katastrophen helfen können.

Gut, hauptsächlich Twitter.

Twitter ist ein unglaublich schneller Nachrichtenkanal. Nachrichten in Echtzeit – es knallt und schon stehts auf Twitter. Schneller konnten Nachrichten noch nicht empfangen werden. Und weiterverbreitet.

Und genau diese Tatsache ist es, die Twitter bei Katastrophen so unglaublich wichtig macht.

Die Bostoner Polizei hat Informationspolitik über Twitter betrieben, wissend, dass ihre Infos dann in Echtzeit bei den Menschen ankommen. Auch aktuell, gerade jetzt, wird mein Twitterstream mit Infos über die Schießerei am MIT geflutet und die zuständige Polizeibehörde warnt die Anwohner des kleinen Ortes via Twitter davor, die Türen zu öffnen.

Nach den Attentaten wurden Blutspenden benötigt, die Leute hatten teilweise so unglaublich viel Blut verloren. Twitter war der Kanal wo die Aufrufe auch ankamen. In Echtzeit.

Die negative Seite:

Es sind Bilder verbreitet worden, die unnötig waren. Bomben zerreißen Menschen, die Bilder sind mehr als nur unschön – und sie müssen auch nicht verbreitet werden. Bilder von Menschen in Agonie, noch nicht begreifend, dass ihnen gerade ein Bein weggerissen wurde, das muss nicht sein. Im ersten Überschwang sagt man vielleicht Dinge, die man kurze Zeit später nicht mehr gutheißt – Nicholas Kristof hat das erfahren müssen.

Wer an Nachrichten interessiert ist, wer wissen will, wie sich eine Erstmeldung zu einer Nachricht entwickelt und wer wissen will, wie moderner Journalismus funktioniert, kommt um Twitter nicht mehr herum.

Zu Facebook gibts bei CARTA einen passenden Artikel.😉

Veröffentlicht am 19. April 2013, in Nachdenkliches. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 7 Kommentare.

  1. turtle of doom

    Sensation. Es geht um die Sinne in diesem Wort. Sinne, die überfordert werden. „Sooo KRASS hat das ausgesehen! Boah das glaubst du nicht!“

    Dank Handykameras geht das auch mit Bildern, nicht nur mit Worten. Klatsch und Tratsch. Man erzählt, weil man dabeiwar.

    Auf der anderen Seite bin ich froh darum, wenn ich solche Bilder ansehen kann. Ich möchte gerne wissen, wie abgerissene Körperteile und zerfetzte Leichen aussehen. Auch wenn die Chance glücklicherweise sehr klein ist, dass ich mal bei so einem Anschlag dabeisein werde und meine Nothelferkenntnisse gefragt sind – ich möchte gerne vorbereitet sein.

  2. Hab trotzdem keinen Twitteraccount.

    1. Erstmal muß man Twitterer finden, die (für mich) relevantes oder auch nur interessantes verbreiten. Ist mir in meiner „Twitter-Testphase“ nicht gelungen.

    2. Um Twitter sinnvoll nuzten zu können, braucht man ein Smartphone. Hab ich nicht und werde ich mir nur wegen einer Anwendung nicht zulegen.

    3. Nachrichten verbreiten sich vielleicht schneller über Twitter, das heißt aber nicht, daß man mit diesen Informationen auch was anfangen kann. Das sieht man schon im „klassischen“ Onlinejournalismus: irgendwo passiert etwas, und schon werden die Newsseiten im Minutentakt aktualisiert: „50 Tote!“ 5 Minuten später: „30 Tote, 20 Verletzte!“ usw. Da warte ich doch lieber etwas länger und habe dafür einigermaßen gesicherte Informationen.

    Ich will Twitter an sich nicht schlecht machen, aber so, wie es heute verwendet wird, ist es für mich absolut uninteressant.

    • Zu 1.: was ist für dich interessant?

      2: nein, braucht man nicht. Man muss ja nicht selber twittern und man muss auch nicht ständig online sein. Ich selbst nutze Twitter zu 90% über den Browser.

      3. Das ist das Problem der Medienfilterung. Und das ist es, was mir zum Beispiel sehr viel Spaß macht.
      Man sieht eine Nachricht, versucht, sich ein Bild zu machen und lernt allmählich, mit der Geschwindigkeit umzugehen.

      Ja, diese Twitterfeeds die du erwähnst, gibt es. Aber es gibt auch die verläßlichen, Journalisten, die ihren Job noch ernst nehmen und die auch über Twitter zum Beispiel gezielt nach Verifizierung fragen.

      Ich will dir deine Meinung nicht ausreden, aber so wie es verwendet werden kann, hat es (zumindest für mich) einen deutlichen Nutzen. ;-D

      • zu 2: Natürlich *kann* man es auch am PC nutzen, das weiß ich auch😉 Nur war die ursprüngliche Intention von Twitter, ein schnelles Nachrichtensystem für den Freundeskreis anzubieten, als alternative zur SMS. Und auch heute ist die Mobilität (neben der Geschwindigkeit) das Argument, das ich immer wieder im Zusammenhang mit Twitter höre. Und darauf bzog sich mein Kommentar.

        3. Natürlich muß auch bei einem klassischen News-Artikel das eine oder andere Nachrecherchieren, aber bei Twitter ist es mMn aufgrund der historisch bedingten Zeichenbeschränkung extrem. Ein typischer Twitterfeed sieht ja ungefähr so aus:

        $Kommentar : $Link

        Wobei $Link auf einen Artikel, Bild oder einen anderen Twitterfeed verweist. Gerade im letzen Fall hangle ich mich also von einem Informationshäppchen zum nächsten, bis ich einigermaßen weiß, worum es geht. Sorry, da lese ich lieber einen richtigen Artikel oder Blogeintrag und schaue evtl. das eine oder andere nach, wenn ich noch Fragen habe.

        Lange Rede, kurzer Sinn: Twitter ist einfach nicht kompatibel mit meinem Mediennutzungsverhalten😉

  3. ich habe gar nicht die Zeit, dauernd bei Twitter (oder wenn ich nen Fakebook-Account hätte dort) reinzuschauen. Schon IRC ist mir eigentlich zu anstrengend🙂
    Und ich kenne mich: wenn ich damit anfange *werde* ich die zeit reinstecken, die ich nicht habe.

  4. sieht mir nicht nach einem islamistischen Hintergrund aus… da sich die bekannten Organisationen nicht gleich lauthals dazu bekannt und damit geprahlt haben – außerdem war es kein Selbstmordanschlag was Islamisten ja bekanntermaßen bevorzugen, damit es halbwegs „ehrenvoll“ ist Zivilisten umzubringen. Evt. kommt ja noch ein Bekennerschreiben oder ein Video – mal abwarten… dauert jedoch schon rechtlange für islamistische Verhältnisse. Sieht mir eher nach rechten Terror nach Breivik oder NSU manier aus…. es gab doch diesen Autor der meinte der rechte Untergrund muss verdeckt operieren um erfolgreich zu sein. Für alle Verschwörungfreunde sieht es nach einem Komplott des Militärs aus weil grade das Budget gestrichen werden sollte und jetzt aufeinmal alle wieder schreien es sogar noch zu erhöhen. Im Gegensatz zum 11. September gäbe es diesmal sogar Gründe für Regierungsorganisationen einen Anschlag auszuüben.

    • Es *ist* ein islamistischer Hintergrund. Wie man jetzt weiß. Und wie bei dem norwegischen Attentäter haben sich die Täter selbst fanatisiert.

      Vor dieser Art Täter gibt es keinen Schutz, die fallen durch alle Netze.

      Und nein, es war KEINE False Flag-Operation der US-Regierung.

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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