Margaret Thatcher


Nun ist also ihr Körper ihrem Geist, der sich vor langer Zeit schon in die Demenz verabschiedet hat, hinterhergegangen.

Und wie sehr sie die Welt gespalten hat, sieht man an den Reaktionen auf ihren Tod.

Manchester-Kapitalismus, Privatisierung, „schlanker“ Staat, der Staat überhaupt nur noch als Nachtwächter, Banken dereguliert, gute Freundin von Augusto Pinochet und Befürworterin der Apartheid. Nelson Mandela wurde einst von ihr als Terrorist bezeichnet.

Nein, viel Gutes kann man über Margaret Thatcher und den nach ihr benannten Thatcherismus wirklich nicht sagen.

Bis heute kämpfen wir mit den Folgen. Wer sie sehen will, gucke bitte in die „Krisenländer“. Wo immer harsche Spardiktate kommen, da wirkt die Doktrin der eisernen Lady.

Als Margaret Thatcher gehen musste, hinterließ sie in England verbrannte Erde. Das Land hat sich bis heute nicht davon erholt, die Städte und Gemeinden hängen am Londoner Tropf und London erwirtschaftet nur deswegen genug Geld, weil die Banken dort tun und lassen können, was sie wollen. Wie ein Bulldozer hat sie sich durch alle sozialen Errungenschaften der vergangenen Jahrhunderte gewühlt und sie systematisch ausgemerzt.

Das Recht des Stärkeren. Der Staat als Sozialgebilde war ihr eine Abscheulichkeit.

Nein, sie hatte keine Macht mehr. Dement und nicht begreifend, was die Leute eigentlich von ihr wollen, war sie eigentlich schon lange tot.

Aber ihr körperlicher Tod ist eine gute Gelegenheit, mal zu rekapitulieren, was wir dieser Frau zu verdanken haben. Und woher diese Idee des Sozialabbaus, die von den Konservativen in ganz Europa so gerne aufgegriffen wurden, eigentlich kommt.

Und vielleicht hilft es der einen oder anderen Partei dabei, umzudenken.

 

 

Veröffentlicht am 9. April 2013, in Nachdenkliches. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 5 Kommentare.

  1. ein anderer Stefan

    Nein, ich sehe kein Umdenken. Es gibt genug Leute, die genau davon profitieren, und diese machen über Lobbyarbeit Politik. Und so werden sich die Griechen, Zyprioten, demnächst Portugiesen und Spanier und weitere zu Tode sparen müssen (das meine ich wörtlich). Und wenn dann erstmal alles im Ar… ist, wundern sich alle und sagen, na nun müsst ihr aber mal fix Kredite aufnehmen, um die Wirtschaft anzukurbeln.
    Mannomann – ich komme allmählich in Versuchung, die Linkspartei für wählbar zu halten.

    • ich stimme voll und ganz zu: ein umdenken wird es nicht geben, egal was auch geschieht! was mich allerdings beunruhigt ist, dass ich neulich (Landtagswahl in Niedersachsen) fast die linke gewählt hätte…

  2. Was mich dabei eher überrascht hat, war das für einen Kommentar dazu Altbundeskanzler Kohl herangezogen wurde.
    Ich dachte erst, was ist denn das für ein komischen Engländer, den versteht ja mal gar keiner. Aber Alter und Krankheiten machen wohl auch nicht vor Politikern halt. Der hat ganz schön abgebaut.

  3. Es macht wenig Sinn, jetzt noch auf der „eisernen Lady“ herumzuhacken, denn ersten ist sie – mangels Vitalfunktionen – sicherlich nicht mehr in der Lage, dies aufzunehmen und zweitens wäre sie – so die Vitalfunktionen noch da wären – nicht wirklich in der Lage, darauf einzugehen.
    Nur den Heiligenschein, den ihr so Einige aufsetzen wollen, sollte man ebenfalls gleich zur ewigen Ruhe betten ..
    meint
    Hajo

  4. ein anderer Stefan

    Richtig, bei aller Pietät muss eine Person des öffentlichen Lebens auch nach diesem kritisierbar sein, insbesondere wenn sie einschneidende politische Entscheidungen zu verantworten hat.
    Im übrigen gehts schon los: heute kam in der Tagesschau, dass die EU die wirtschaftliche Lage Spaniens, insbesondere die hohen Schulden, „kritisch sehe“. Kinners, da gibts nix mehr zu sparen. Fragt mal einen hungernden Mann, wo er noch Geld sparen kann, um seine Schulden zu bezahlen.

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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