Schlaglichter


Es gibt Katastrophen, die sind nicht zu verstehen. Selbst wenn man vor Ort ist, kann man nicht ermessen, was da geschehen ist. Zu groß die Verwüstungen, zu komplex und zu gewaltig die Auswirkungen. Man kann nur versuchen, sich über Schlaglichter dem Geschehen zu nähern.

Ganz begreifen wird man es nicht.

Das Erdbeben in Japan, der nachfolgende Tsunami und die Reaktorkatastrophe in Fukushima sind solche Katastrophen, die einzeln schon schwer zu erfassen sind.

In ihrer Gesamtheit niemals.

Aber Schlaglichter kann man setzen. Sich dem Geschehen nähern. Ungewöhnliche Perspektiven zeigen.

Ein Arbeiter im Kernkraftwerk, ein Bauer, der sich weigert, sein Land zu verlassen. Ein Ehepaar, dass umziehen musste und wo der Ehemann nach wie vor ihr Hab und Gut betreut, es nicht verkommen lassen will. Den Ort schützen, an dem er glücklich war. Die Tochter, die in den  Trümmern ihres Elternhauses den Leichnam der Mutter fand. Der Schiffskapitän, für den die Demontage seines Schiffs auch die Demontage seines bisherigen Lebens bedeutete und die anderen, die jetzt nicht genannt wurden.

Menschen, die irgendwie versuchen, mit dem, was ihnen gelassen wurde, neu anzufangen. Die sehr offensichtlich mit allem alleine gelassen wurden. Und die vor allem auch ein sehr düsteres Schlaglicht auf die Informationspolitik von Regierung und Tepco wirft, die Menschen glauben immer noch daran, dass sie in ein paar Jahren zurückkehren können. Keiner sagt ihnen die Wahrheit: Das sie nie wieder zurückkehren können. Für Zehntausende von Jahren nicht.

Herzzerreißend. Und es macht wütend.

Japan, ein Jahr nach dem Erdbeben. Und es zeigt:

Nichts ist in Ordnung dort.

Advertisements

Veröffentlicht am 13. März 2013, in Nachdenkliches. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. ist datt nich schon zwei Jahre her?
    egal wie lange das her ist, so wie da mit den Leuten umgegangen wird, erinnert mich die Sache doch schon sehr an die Sowjetunion im Jahre 1986…

  2. so ist nun mal das menschliche Gedächtnis aufgebaut: Negatives wird – wenn überhaupt – auf einer tief liegenden Festplatte gespeichert
    .. und die wird dann schnellstmöglich formatiert
    Tantchen: ja, es macht wütend, aber solche Emotionen verhindern auch den Blick auf Veränderungsmöglichkeiten
    Ich habe auch keine Patentlösung (ausser vielleicht, Anarchie einzuführen – aber ist’s das wirklich?) und daher verlasse ich mich derzeit noch auf das Prinzip Hoffnung
    .. frag‘ aber bitte nicht, auf was (Untergang der „Hochkulturen“, Abwahl von Angie, Abschaffung der Manager-Ebene/Aufsichtsräte/Börsen, Wiedereinführung des Tauschhandels …???)
    Und so beschränke ich mich auf eine gewisse Zufriedenheit, dass ich hier in einem trockenen, geheizten Raum meiner alltäglichen Arbeit nachgehen
    .. und ab und zu mal solche einfältigen Kommentare absondern darf 😀
    Eine gewisse Genügsamkeit sorgt auch für eine Lebensqualität .. 😉

  3. zehntausende von jahren stimmt nicht ganz. man kratzt die verstrahlte erde ein bisschen zur seite und dann ist da alles wieder frisch: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1860456/Frontal21-Sendung-vom-12.-Maerz-2013?bc=svp;sv1

warf folgenden Kuchen auf den Teller

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: