PR die zwote


Eins nochmal deutlich vorweg: PR hat ihren Platz, sie ist notwendig, damit neue Produkte ihre Akzeptanz finden können und sie wird gebraucht, um vorhandene Produkte weiter verkaufen zu können. Aber die kleine, hässliche Schwester der PR heißt Spam.

Zeit, das Thema mal am Köcheln zu halten, denn die dpa-Tochter Newsaktuell bewirbt dieses Spamtool nach wie vor.

Nochmal zur Erinnerung: „epic relation“ ist ein Tool, dass  Adressen liefert und eine einfache Möglichkeit, Kommentare abzusetzen. Beworben wird das ganze mit dem Hinweis, dass Blogs für viele PR-Agenturen ein rotes Tuch sind und man so „Brücken schlagen“ möchte.
Mir fällt eine kleine, aber sehr feine Änderung im Blogtext auf, die vorher noch nicht so da war. Und ich gestehe, sie hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Schlechte Publicity im ein oder anderen Blog und Impressum-Fundstücke über die Deklaration von Presseinformationen als digitale Umweltverschmutzung haben uns allerdings nicht gerade zur Recherche ermutigt.

Aber gehen wir nochmal auf das Tool und die Promotion selber ein.

Es wurde ja mehrfach gesagt, dass über 800 Blogs „befragt“ wurden. Ich persönlich würde für eine solche Umfrage ja an die A- und B-Blogs gehen, also Blogs mit großer Reichweite, die weit bekannt sind und die auch Erfahrungen mit PR haben. Zumindest einer der A-Blogger, den ich gefragt habe, wusste von nix. /update: Der andere auch nicht. 😉

Weiterhin werden vier Blogs exemplarisch vorgestellt, die von dem Tool „begeistert“ sind. Hier sticht insbesondere das Blog „Abendfarben“ heraus, das ist ein PR-Blog. Das heißt, die PR-Dame befragt ein PR-Blog, was sie von einem PR-Tool halten.

Irgendwie hat das was von einem Rösselsprung.

Und ich frage mich die ganze Zeit, wie man als Blogger von einem Tool begeistert sein kann, dass einem die Kommentarspalten vollspamt.

Denn nach wie vor, allen sprachlichen Nebelkerzen zum Trotz: Dieses „epic failure relations“ hat als Zielgruppe nicht die Blogger. Sondern PR-Agenturen, die Blogs auf einmal als Zielgruppe wahrnehmen sollen. Und um diesen PR-Agenturen das schmackhaft zu machen, wird diese Adressverwaltung mit Autospamfunktion eingebracht.

Blogger selbst dürften darüber wirklich nicht begeistert sein. Denn diese Spampest ist wirklich etwas, was Arbeit macht. Kommentare müssen überwacht werden, Spamkommentare müssen gelöscht werden und von der Trollfilterung fange ich erst gar nicht an. Es gibt Blogger, die das selbst nicht mehr leisten können und Helferlein im Hintergrund brauchen, damit das Blog nicht vollgemüllt werden.

Und die sollen von einem Programm begeistert sein, dass es den PR-Agenturen erlaubt, in Sekundenbruchteilen die Artikel vollzukleistern?

Wohl eher nicht.

Und wenn ich mir die Kommentare unterhalb des Werbetextes angucke, dann wird das ganze nicht freundlicher. Jeder einzelne positive Kommentar ist so formuliert, als käm er direkt aus dem PR-Hauptquartier von newsaktuell. Es ist auch spannend, den Leuten mal hinterherzugoogeln, die da kommentieren. Wäre man gemein, könnte man meinen, dass die Kommentare bestellt sind.

Aber ich bin ja nicht gemein 🙂

Ich möchte hier eine Lanze für die PR brechen. In vielen Bereichen gehts nicht ohne. Aber DAS ist keine PR. Das ist, wie eingangs beschrieben, die hässliche kleine Schwester der PR: Der Spam.

Und den will keiner.

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Veröffentlicht am 9. März 2013, in Der tägliche Wahnsinn. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Lochkartenstanzer

    Da kommt mir ein Vorfall in Erinnerung:

    Ich habe (vor langer Zeit) mal bei einem ISP in der IT-Security-Abteilung gearbeitet, d.h. den Kunden schlaugemacht und beim Schutz gegen Malware, Spam, Hacker & Co. geholfen.

    Da kam dann irgendwann unsere Marketingabteilung und wollte dann unsere Kunden und interessenten und denen die noch gar nichts von uns wissen mit täglichen Mails unsere Vorzüge anpreisen denn PR wäre ja wichtig. Und wie man da an passende mailadressen rankommen könnte.

    Zum Glück war unsere PR-Abteilung schlau genug auf meinen Rat zu hören und den SPAM sein zu lassen. Aber offensichtlich sind manche Marketingfritzen merkbefreit.

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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