PR-Software


Haidanai, immer diese selbsternannten PR-Agenten, die nur immer unser Bestes wollen. Worum gehts? Um das hier.

Es gibt also eine PR-Software für Blogs. Wow. Wie…episch… und deswegen heißt die auch epic relations. Schon der Name sagt: Think big.

Wenn man sich dann aber mal anguckt, was die da machen, stellen sich mir die Nackenhaare auf. Und ich frage mich, wer die Zielgruppe für diese Software ist.

Die Blog-Landschaft ist vielfältig, auch im Hinblick auf die Arbeitsweise einzelner Blogger. Man betrachtet sich ganz selbstverständlich als Teil der Medienlandschaft, auch wenn vielen Bloggern der journalistische Hintergrund fehlt.

Korrekt. Ist bei mir auch der Fall. Welche Aussage will das Unternehmen mit dieser Worthülse denn eigentlich treffen? Das sind Gemeinplätze mit Nullaussage. Füllwörter, die im übrigen ein bisschen abwertend klingen, als ob Blogger journalistische Hilfen bei der Erstellung ihrer Artikel brauchen. Brauchen sie übrigens nicht, aber dazu später mehr.

Blogger werden, wenn es um ihre Ideen geht, ganz einfach von der Muse der Alltäglichkeit geküsst. Häufig geht es darum alltägliche, lokale oder auch sehr spezielle Themen aus einer neuen ganz anderen Perspektive oder besonders umfassend zu beleuchten und damit einen leserträchtigen Post zu generieren. Eben wegen dieser Perspektiven sehen viele Blogger in Pressemitteilungen verpackte Themen und Blickwinkel gar nicht so gern. Einige Blogger sind käuflich. Gegen Geld oder Naturalien entstehen Posts, die dann allerdings auch schon mal zu nachtschlafender Zeit ins Internet entlassen werden

Was für ein Absatz. Also, in anderen Worten ausgedrückt: Blogger finden ihre Themen überall, sie picken sich das heraus, was für sie interessant ist und bloggen darüber. Weil sie sich ihre eigene Meinung bilden wollen, finden sie Pressemitteilungen doof, lassen sich aber gerne für eigene Pressemitteilungen kaufen. Und nächtliche Posts sind dann Posts, die bezahlt werden.

PHEW. Das ist harter Tobak. Wo haben die nachgefragt? Angeblich haben die ja 800 Blogger gefragt, wie die bloggen. Welche? Spamblogs, von denen es reichlich gibt, wo irgendwelche Nulltexte mit Triggerwörtern stehen, die die Leute via Google drauflocken sollen? SEO-optimiert und Werbeverseucht?  Offensichtlich, denn bei den Blogs, die ICH kenne (und das sind nicht wenige), entstehen keine bezahlten Posts. Meine Postings kann man nicht in Geld und Naturalien kaufen, das gleiche gilt für alle Blogger, die ich kenne. Diese Art bezahlter Posts kennt man aus dem Spamblogbereich, aber nicht bei den „seriösen“ Bloggern, die ihr kleines Webwohnzimmer betreiben. Warum schreibt man so einen Müll? Wer ist die Zielgruppe?

Ich dachte zunächst, die Erleuchtung kam im nächsten Satz:

Die meisten finden ihre Themen selbst, stehen aber thematisch relevantem Input von außen nicht abgeneigt gegenüber.

AHAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA….daher weht der Wind, dachte ich. Diese Software liefert mir also mundgerecht „thematisch relevante Blogs“, bei denen ich stöbern kann? Hm, ich soll für ne Blogsuchmaschine zahlen? Ne, kann nicht, sein. Und richtig, es folgt eine kleine Liste, wie man mit Blogs „umgeht“:

1. FINDEN. Zunächst geht es darum sich einen Überblick darüber zu verschaffen, welche lesenswerten Blogs es überhaupt für die eigene Branche gibt. Mit der PR-Software epic relations kann man sich ganz einfach eine Liste mit thematisch relevanten Blogs zusammenstellen.

2. LESEN. Es empfiehlt sich einen genauen Blick darauf zu werfen, wie die gefundenen Blogs aufgebaut sind und welche Themen dort stattfinden.

3. KONTAKT. Zeigen Sie sich. Kommentieren Sie einzelne Posts und kontaktieren sie Blogger per individueller E-Mail. Blogger hassen Serienmails! Hier geht es in der Kommunikation nicht so förmlich zu wie in der Kommunikation mit den klassischen Medien. Formulieren Sie authentisch und individuell Ihr Anliegen. Lassen Sie sich aber nicht dazu hinreißen Ihre digitale Korrespondenz mit „Hey Dude!“ zu beginnen. Blogger möchten Ernst genommen werden für das was sie tun.

Diese Art Kommentare, die in Punkt 3 angesprochen werden, habe ich auch öfter in meiner Warteschlange. Darum muss auch jeder Kommentar von einem Frischblogger erstmal freigeschaltet werden. Damit ich diese Spammer schön ausschalten kann. Meine Augen werden ziemlich groß: Ist das eine Kommentarspamsoftware, die da angepriesen wird?

Mit der PR-Software epic relations leisten wir unseren Beitrag für den sinnvollen Aufbau der eigenen Blogger-Relations. Hier finden Sie die zu Ihren Themen passenden Blogs thematisch und inklusive Blogprofil. Um E-Mails an Blogger zu versenden, müssen Sie aktiv bestätigen, dass sie mit diesen bereits in Kontakt stehen. Auf diese Weise gelingt das Herantasten an die Anforderungen dieser noch recht neuen Zielgruppe für die PR-Arbeit ganz einfach. Das finden übrigens auch die Blogger …

Nein, DIESER Blogger findet das mitnichten.

Was ihr da macht, ist zielgerichtetes Kommentarspamming. Blogger sind auch keine „recht neue“ Zielgruppe für die PR-Arbeit, nur für den Fall, dass es euch entgangen sind, Blogs gibts schon ein paar Jährchen. Meins zum Beispiel seit April 2007, das sind mal immerhin knapp 6 Jahre.

Auch in PR-Jahren ist das verdammt viel.

Mit mehr als 720.000 tagesaktuell gepflegten Redaktionskontakten weltweit ist die PR-Software epic relations von news aktuell ein wichtiges Werkzeug für die Pressearbeit von Unternehmen und Agenturen. Mit epic relations finden Sie jederzeit aktuelle Journalistenadressen für Ihre PR-Themen. Ganz gleich, ob Sie nach Medientyp, in Ihrem direkten Umkreis oder am anderen Ende der Welt suchen.

Das heißt: Ihr liefert Adressenlisten, ihr liefert die Grundlagen für etwas, was in der Blogwelt als äußerst arbeitsintensiv und vor allem so lästig wie Scheiße am Schuh empfunden wird: Kommentarspam. Die meisten Blogger wollen keinen Spam in den Kommentaren, sie wollen Menschen, die sich mit ihren Blogeinträgen auseinandersetzen, weil sie interessiert sind. Die ihnen Input zu ihrem Output geben.

Die mit ihnen streiten, kommunizieren, debattieren, kurz: Eine kleine Community, die dem Gedankenaustausch dient und der Blogger ist die Plattform dafür. Und nahezu allen Bloggern ist klar, dass man Blogs nicht wirklich monetarisieren kann, wenn man nicht zur A-Garde gehört. Das macht sie so spannend und abwechslungsreich, weil hier mit Herzblut gepostet wird und nicht mit dem spitzen, SEO-optimierten Bleistift.

Was diese Mikrocommunities nicht brauchen, sind Spammer und Trolle.

Diese Art von Software ist es, die den Bloggern das Leben schwermacht. Die sie immer mehr Arbeit aufwenden läßt, bis es soweit geht, dass die A-Blogs wie Lawblog oder das Bestatterweblog eine Art Kommentarhausmeister brauchen, weil sie selbst das Spamaufkommen nicht mehr stemmen können.

Und ihr wollt verstanden haben, warum gebloggt wird? Das ich nicht lache. Ihr habt *nur* verstanden, wie man eine schlechte Adressverwaltungs-Software in ein Nullaussagen-Gewand packt damit das Spammen leichter fällt.

Bäh wie widerlich seid ihr eigentlich?

Und euer Antwortbot in den Kommentaren ist ein sehr gutes Beispiel wie „Kommentarspam“ aussehen kann….

Nochmal zur Verdeutlichung: PR ist an sich nichts schlechtes. Grundsätzlich ist PR in vielen Bereichen notwendig. Aber das hier ist ein Tool zum spammen. Keine PR.

/update

Oh wie geil, die haben ja eine Umfrage unter „Bloggern“ gemacht, wie die denn gerne von PR-Agenturen angesprochen werden möchten. Ich hab mir die Blogs mal via anonymouse angeguckt (ich wollte denen nicht noch relevante Klicks zuschustern:

Das Blog von Sven Dietrich halte ich für einen klassischen SEO-optimierten Spamblog, der Hamburger Wahlbeobachter scheint einigermaßen authentisch, das „Modeblog“ scheint irgendwie auch nur ein Füllblog zu sein, die Inhalte haben da irgendwie Null Aussagekraft.
Und sehr krass: Das Blog „Abendfarben“ – da hat eine PR-Agentur eine PR-Agentur gefragt, wie sie mit Blogs umgehen soll… WTF??!?!?

Die haben 800 Blogs „handverlesen“ – nach welchen Kriterien? „Du, hier ist ein Blog mit mehr als 4 Google-Ads, aufnehmen?“ „Yo, passt ins Profil.“

Da hat die dpa-Tochter „News aktuell“ der professionellen PR mit ihrer unglaublich tapsigen Unprofessionalität heute keinen Gefallen getan.

/update

Ah es spricht sich rum. 🙂

Watch-Salon mit einem Artikel

Die Ringfahndung hat auch was

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Veröffentlicht am 22. Februar 2013, in ärgerlich. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Hey, dude. Wir sind voll an synergys und cooperation marketing interessiert, also wir könnten z.B. unsere Zusammenarbeit über gegenseitiges verlinken unserer Blogs unterstreichen.
    .o(Ob ich eine Chance in der PR hätte?)

  1. Pingback: Digitale Umweltverschmutzung - epic relations - Blogger sind ein Buch mit sieben Siegeln Dreibeinblog

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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