Was macht Heldentum aus?


Manchmal auch einfach das Nichtstun.

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Veröffentlicht am 17. Februar 2013, in Nachdenkliches. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 8 Kommentare.

  1. Wirkliche Helden werden seltenst bis nie geplant zu solchen. Sie tun einfach in der richtigen Situation etwas, was andere vielleicht nicht gebracht hätten. Gewollt haben das die allerwenigsten, dieser hier vermutlich auch nicht.

    Daher macht es mich immer skeptisch, wenn Menschen (z.B. Soldaten in besonders zum patriotischen Pahtos neigenden Gesellschaften) schon vorher zu potentiellen oder tatsächlichen Helden erklärt werden …

  2. Der arme Kerl kann die 25.000 Euro gut gebrauchen. Ist total abgebrannt (hat nach dem Vorfall beruflich nie wieder einen Fuß auf den Boden gekriegt).

  3. ein anderer Stefan

    Russische Ex-Soldaten werden von ihrem Staat häufig sehr schlecht versorgt. Das muss nicht zwingend etwas mit dem Vorfall zu tun haben. Als die sowjetische Armee aus Deutschland abzog, hatten die Soldaten oft genug nicht mal eine Wohnung in der Heimat.

    Es war ja nicht nichts, was er getan hat – er hat sich entschieden, es als Fehlalarm zu melden. Das war in der Tat eine sehr mutige Entscheidung – hätte er sich geirrt, wäre er der Mann gewesen, der der UdSSR den Gegenschlag verhindert hat. Nicht, dass das dann noch eine Rolle gespielt hätte…

    Und dabei wieder der Verweis auf das „zerstörte“ Dresden. Ja, es gab heftige Zerstörung und zehntausende Tote. Andere Städte wurden weitaus stärker zerstört. Dass Dresden in der allgemeinen Wahrnehmung als Beispiel für die Zerstörung steht, ist zu einem erheblichen Teil ein Propagandaerfolg – erst der Nazis, dann der Sozialisten.

  4. Jede Entscheidung trägt den Keim des Irrtums:
    wenn er sich geirrt hätte, wäre dies sicherlich nicht (mehr) berichtet worden, er hätte dann auch keinen Nachteil erlitten.

    Das soll aber keine Relativierung seiner „Untätigkeit“ (immerhin hat er doch weiter berichtet) sein. Ich finde es gut, dass sich jemand nicht so einfach hinter seinem Befehl versteckt.

    Lieber Stefan, sicherlich steht Dresden für sinnlose, auschliesslich von Rachegedanken getragenen Massnahmen, die man m.E. mit Fug und Recht unter der Rubrik „Völkermord“ ansiedeln kann. Was spielt es da für eine Rolle, dass in dem Gedenken an diese Taten Dresden eine Mittlerrolle hat? Ist das Bemängeln da nicht ein bißchen kleinlich?

  5. ein anderer Stefan

    Hajo, was mich am Herausstellen Dresdens dabei stört, ist, dass es als einmalig hingestellt wird. Es ist nachvollziehbar, dass eine Stadt symbolisch für die Kriegszerstörungen steht. Allerdings will es mir scheinen, dass darüber die Zerstörung der anderen Städte mitunter verdrängt wird. Und ich finde es bedenklich, dass ideologisch-politische Propaganda von zwei totalitären Systemen heute noch unser Gedenken prägt.

  6. Heldentum, Wahrheit, Gerechtigkeit, gut und böse …
    Letztendlich wird das alles nur von dem definiert, der lange genug lebt, um die Geschichte zu erzählen. Lebten wir im dritten Reich, wären die Alliierten die Bösen und die Nazis die Helden, die uns gerettet haben.

    • Beremor, ist es nicht etwas weit hergeholt, solche „Grundsätze“ ausschliesslich an der „Lebenssituation“ fest zu machen? Wo bleiben da die individuellen Empfindungen/Aktionen z.B. aus dem Widerstand des „Dritten Reiches“?
      So einfach sollte man es sich nun wirklich nicht machen.
      meint Hajo

      • Er hat ja nicht völlig Unrecht.

        Ohne jetzt von Siegerjustiz reden zu wollen (die Nürnberger Prozesse waren notwendig, sind aber imho nicht weit genug gegangen): Hätten die Nazis gewonnen und ihr Großdeutschland errichtet, wären sie, wie jetzt Wladimir Putin, von der Weltöffentlichkeit hofiert worden.

        Allerdings würde dann auch Europa deutlich anders aussehen.

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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