Null Toleranz


Wie bescheuert Menschen sein können sieht man in den USA gerade wieder auf grandiose Art und Weise.

Da fragt sich aber offenbar auch kein Schwein, was man den Kindern da antut, welche Signale man ihnen gibt und was die aus diesen Vorfällen lernen Oo

Ich zitiere hier eine Grundschullehrerin:

Jennifer Jankowski, Mitarbeiterin einer anderen Grundschule in Newark, fragte: „Wenn wir Zachary nicht bestrafen können, was ist dann mit Kindern, die eine Waffe mitbringen, um Böses zu tun?“

Liebe Frau Lehrerin: Such dir nen anderen Job, du hast den eindeutig verfehlt. Wer Angst vor kleinen Kindern hat sollte nicht Lehrer werden.

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Veröffentlicht am 17. Februar 2013, in Amerika. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 14 Kommentare.

  1. Boah. Hätte ich gefrühstückt, es käme gerade wieder hoch 😦

    Was lernen diese Lehrer eigentlich in ihrer Ausbildung? Natürlich will keiner, dass ein Kind versehentlich (oder gar absichtlich) einem anderen beim stolzen Zeigen eines Messers oder ähnlichem einen anderen Kind das Auge aussticht.
    Deshalb ist das Mitbringen gefährlicher Gegenstände zu Recht auch bei uns in der Schule verboten und diese Sachen werden konfisziert. Nicht umsonst sind die Bastelscheren alle abgerundet.
    Es ist richtig, dass Kinder kein Gefühl für die Gefahr haben. Daher REDET man mit ihnen, man konfisziert sie nicht einfach. Boah. Ich gehe gerade an die Decke.

    Von wegen “Wenn wir Zachary nicht bestrafen können, was ist dann mit Kindern, die eine Waffe mitbringen, um Böses zu tun?”. Die Tussi hat gar nix begriffen. Es ist ihr Job, verdammt noch mal, zu unterscheiden und angemessen zu reagieren.

    „Zachary selbst sagte der „New York Times“, er befürchte, dass seine Mitschüler ihn nun vielleicht hänseln, weil er in Schwierigkeiten geraten ist. „Aber ich denke, dass die Regeln falsch sind – und nicht ich.“

    Ich hoffe mal, er kann diese Einstellung dauerhaft behalten, ohne dass sie ihm mit Gewalt ausgetrieben wird.

    • Genau das ist ja das Problem: Kinder, die wegen Kleinigkeiten sofort derart harsch bestraft werden und deren Strafe in keinerlei Reaktion zu den „Verbrechen“ stehen (es sind Kinder mit Besserungsanstalt bestraft worden, weil sie Mitschüler zur Begrüßung umarmt haben), die werden kein Gefühl dafür entwickeln können, was richtig und falsch ist.

      Und dann sind Eltern wie die Mutter von Zack wichtig, die dem Sohn klarmachen: Du bist in Ordnung, das System ist bekloppt.

      • Leider scheint sich diese Bigotterie in den US (wir wollen eineseits Kinder „schützen“ und erziehen sie andererseits zu Menschen, die kein richtig oder flasch mehr unterscheiden können) sich in fast allen Lebensbereiche ausgebreitet hat und weiter ausbreitet.

        Einerseits Prüderie ohne Ende bei der Sexualität andererseits die weltgrößte Pornoindustrie. Einerseits „Lebenschutz“ der Abtreibungsgegner, andererseits keinerlei Respekt vor dem bereits gewordenen Leben (der Kinder und Erwachsenen). Die Beispiele ließen sich fortsetzen

        Und das in der Gesellschaft des faktisch mächtigsten Staates der Erde, dessen Wirtschaft (und damit seine Macht) durch die massiven Übernahmegelüste aus dem mehr oder weniger zweitmächtigsten Staates der Erde bedroht ist, mit dessen Verhältnis zu Menschenrechten es gelinde gesagt auch nicht zum allerbesten steht.

        Manchmal macht mir das schon ein wenig Angst

        • Das kann es leider auch.

          Jede Gesellschaft hält nur eine gewisse Zeitlang den immensen Druck aus, den die USA gerade auf die eigenen Leute ausüben, irgendwann knallts dann.

          Du kannst die Zersplitterungsprozesse aus dem Inneren eine Zeitlang mit Druck von außen gegenhalten („wir gegen die“) und so eine Explosion verhindern – ein Implosion wirds auf jeden Fall.

          Der Weg, den die USA gerade gehen, führt direkt in den Bürgerkrieg. Du kannst nicht systematisch Teile der Bevölkerung schurigeln und glauben, dass sie nicht irgendwann zurückschlagen.

          Und dann kannst du dich auch in Europa nur noch ducken. :-/

  2. Die Amis schüren immer Angst vor zuviel Regierungskontrolle, aber bauen sich mit zero tolerance, TSA und co einen richtigen Polizeistaat mit totaler Überwachung und immer „it is for the children“ und „but…but…terrorists!!!“

    • Und ganz vorne dabei die Teaparty, die diese Schizophrenie überhaupt nicht rafft.

      Das fängt bei uns übrigens auch an. Von wegen „Leistung muss sich wieder lohnen“. Guido Westerwelle hat seine Ayn Rand und Atlas Shrugged gelesen.

  3. ein anderer Stefan

    Das ist ja echt unglaublicher Schmarrn. 45 Tage Besserungsanstalt? Ich weiss nicht, wie so eine Einrichtung in den USA aussieht, aber da schwant mir übles. Und wenn man die Strafmaßstäbe mit Augenmaß anwendet, dann sind auch die völlig überzogenen Befürchtungen der Lehrerin (die das System offenbar schon voll verinnerlicht hat) haltlos. Das ganze System erinnert mich fatal an Kontroll- und Repressionsmechanismen einer Diktatur. Absurde Gesetze, die bei kleinsten Verfehlungen drakonische Strafen nach sich ziehen, schaffen vor allem eins: Eine Atmosphäre des Mißtrauens und der Angst.

    • Die „Besserungsanstalten“ sind Minigefängnisse, Hintergrund ist der, dass die Kinder schon früh lernen sollen, dass Knäste nicht toll sind und demzufolge alles tun, damit sie da nicht landen.

      Ja, das ist reine Einschüchterungspolitik. Die meisten Kids kommen da hochtraumatisiert raus.

  4. wenn der Kleine eine Schnellfeuerwaffe mitgebracht hätte (er muss sie ja nicht benutzen wollen), hätte da wohl kein Hahn danach gekräht, oder eine gewisse Organisation hätte dafür gesorgt, dass er mit den besten Anwälten versorgt würde ..
    mein‘ ich halt so ..

  5. Hm, das ist aber ein relativ alter Fall (von 2009). Gibt es dazu aktuelle Informationen?

  6. Lochkartenstanzer

    Hat den Lehrern denn niemand gesagt, daß Papier, Stifte und Lineale viel gefährlichere Waffen sind als so ein stumpfes Eßbesteck?

    Wenn ich dran denke, was wir alles mit Papier geschnitten haben, mit Stiften durchbohrt oder mit Linealen abgesäbelt, müßte es jedem Lehrer davor grauen.

    Man lernt übrigens in SV-Kursen, wie man wirkungsvoll Stifte einsetzen kann, und falls diese nicht verfügbar sind, ersatzweise die Finger stattdessen zu benutzen.

    Wie furchtbar! Die meisten Kinder kommen mit Fingern in die Schule! Die armen Lehrer!

    * kopfschüttel *

  7. Das haltet ihr schon für absurd?
    Es genügt doch schon, wenn sie dort die falschen Schuhe tragen
    http://www.spiegel.de/schulspiegel/schulen-in-mississippi-betreiben-schule-gefaengnis-pipeline-a-883006.html

  8. Muss in genau einer Woche da durch – urlaubsflugmäßig umsteigen. Ist es in den USA etwa generell so, dass ein Fäkalausdruck 103 Dollar kostet? Da werde ich die Urlaubskasse aber noch aufrüsten müssen, verfluchte Scheiße.

    • Nope, das gilt nur für kleine Kinder weil die sich halt erwachsen benehmen müssen. Erwachsene dürfen das problemlos.

      Du musst nur aufpassen, wenn du zu aggressiv wirkst, weil du zuviel fluchst, wirst du gerne mal zur Beruhigung in den Knast gesperrt.

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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