Leiharbeiter bei Amazon


Tjo, so ist das mit der Globalisierung. So ist das mit „Wanderarbeiter“. Rechtsradikales Sicherheitspersonal, Arbeiter angeworben aus Ländern, die Probleme mit vielen Arbeitslosen haben. Am Beispiel einer spanischen Arbeiterin werden die Arbeitsbedingungen in den Logistikzentren nachgezeichnet. Bevor es Depubliziert wird: Gucken. Ist noch in der Mediathek.

Gezeigt werden Bilder, die zumindest für mich nur schwer erträglich sind. Menschen werden wie Sklaven behandelt, wer aufmuckt, fliegt und kann sehen wie er (ohne Geld) nach Hause kommt. Das Sicherheitspersonal trägt offen Thor Steinar-Klamotten und ist offenbar eher als Wächter für die Arbeiter da anstatt das Gelände zu sichern.

Das ist definitiv moderne Sklaverei. Diese Menschen müssen irgendwie existieren, in ihren Heimatländern geht das nicht, zu hoch die Arbeitslosigkeit.

Und wir hier? Wir profitieren mehrfach davon.

Einerseits natürlich mit mehr oder weniger günstigen Einkaufsmöglichkeiten bei Amazon. Wobei gerade Amazon eher „günstig“ nicht das Kriterium ist, sondern „Bequemlichkeit“ – es ist bequem, bei Amazon Sachen zu bestellen, die dann frei Haus geliefert werden. Weihnachtseinkäufe am Computer. Ein paar Mausklicks und alles ist bestellt. Oder einfach so, weil man einen Film haben will oder etwas anderes.

Den Preis zahlen die Menschen aus den Ländern, denen wir unseren Wohlstand verdanken. Denn es ist mitnichten so, dass „unsere Steuergelder“ in die Länder fließen, die vor dem Bankrott stehen. Griechenland, Spanien, Italien, jetzt Zypern: Das sind Knotenpunkte, in denen öffentliches Geld in privates Geld umgewandelt wird. Eine Art gigantischer Geldwäschemaschine.

Bei den Menschen in den Ländern kommt kein Cente der Kredite an, die wir hier geben – das geht alles an die Banken zur „Schuldentilgung“.

Demzufolge schießt die Arbeitslosigkeit in den Ländern gerade durch die Decke. Unsere leicht angerostete „eiserne Kanzlerin“ spart diese Länder kaputt. Schlicht und ergreifend. Und sie tut das bewußt, weil sie nur so garantieren kann, dass wir hier unseren Standard *einigermaßen* halten können und sie wiedergewählt wird. Denn nur das will sie. Und dafür läßt sie die Menschen in diesen Ländern über die Klinge springen.

Amazon ist hier nur ein Auswuchs, der entstand, weil die Politik unserer Kanzlerin das möglich gemacht hat. Weil die Menschen verzweifelt sind, weil sie nicht mehr wissen, wie sie ihre Familien ernähren sollen. Weil der Staat in diesen Ländern sich bis zum extrem aus allen sozialen Sicherungen zurückziehen muss, um die Banken bedienen zu können. Weigern sich die Länder, stufen die Rating-Agenturen,  sofort die Bonität runter, was die Geldbeschaffung verteuert – und damit die Tilgungsraten erhöht.

Aber all das betrifft diese Menschen direkt.

Kann sich irgendwer vorstellen, wie verzweifelt man sein muss, um ein Jobangebot, das derart unsicher ist, anzunehmen? Die Familie zu Hause zu lassen, um in einem fremden Land zu arbeiten, damit die Lieben zu Hause genug zu essen und warme Kleidung haben? Und dann noch nicht mal sein Geld zu bekommen?

Amazon ist, wie gesagt, nur ein Auswuchs, der so nicht möglich gewesen wäre, hätte man der „Finanzkrise“ rechtzeitig Einhalt geboten und würden nicht seit gut 20 Jahren gezielt alle sozialen Errungenschaften abgebaut.

Man sollte sich die Doku gut anschauen. Denn sie zeigt, wo auch bei uns der Weg hingeht, wenn wir Politikern wie Angela Merkel nicht endlich mal zeigen, wo sie ihre Vorstellungen hinsetzen kann. Nämlich auf den Müllhaufen der Geschichte.

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Veröffentlicht am 14. Februar 2013, in ärgerlich. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 9 Kommentare.

  1. Das ist ja das große Problem der Rettungspläne.
    Die Staaten sind erstmal pleite, da Einnahmen fehlen und Schulden bedient werden müssen.

    Steuereinnahmen wurde da mitunter von Unternehmen und Privatpersonen knallhart unterschlagen und/oder die Gesetze so gedreht das kaum Steuerlast vorliegt. Werden die Steuern wieder gehoben können natürliche Personen das nicht ändern, wenn nicht alle schlagartig das Land verlassen wollen, Unternehmen die international agieren schreiben ihren Standort ab und gehen dahin wo es günstiger ist.
    Ohne Steuern aber keine Leistung von Staatesseite, die Leistungen wollen ja auch bezahlt werden.

    Politiker und Beamte/Angestellte die das z.B. durch Korruption haben sich natürlich vorher schon die Taschen vollgeschlagen und Vermögen dann auch ausgelagert, was nicht mehr so einfach zurückzuholen ist (Hallo liebe Schweiz).

    Die andere große Einnahmequelle, Finanzspekulation, funktioniert auch nur solange man Geld hat und andere Dumme findet die darauf einsteigen. Wenn die Liquidität halt weg ist sinkt das Finanzvertrauen und keiner will mehr mit einem spekulieren.

    Lässt sich nur noch das Inventar verkaufen, das einem aber auch jemand zu einem angemessenem Preis abnehmen muss. Der Käufer macht so was aber nicht aus Altruismus sondern Eigennutz (Hallo Wasserrechte) und hebt entsprechende Preise/reduziert Leistung.

    Politische Ausgaben/Bestechungen wie in Griechenland Verbeamtungen und Rentenverbesserung tun ihr weiteres.

    Wenn das ganze System wieder mit Geld aufgefüllt wird, setzt leider nicht automatisch der Besserungswille ein, sondern eher „Das war schon ewig so, weiter.“ und „Jetzt aber schnell nochmal alles ausnutzen bevor es wirklich den Bach runter geht.“

    Dort wird gern mal alles auf tönernen Füßen gebaut aber keiner will da nen soliden Unterbau druntertun weil sie dann ja über kurz oder lang mal von ihrem Podest runter müssten damit es wohl wieder rauf geht.

    Die Verantwortlichen leiden natürlich nicht unbedingt Hunger und Elend und bringen ruhig ihre Schäfchen ins Trockene während die Normalbürger ihr Felle davonschwimmen sehen.

    Unternehmen und Co sind ja nicht dem Allgemeinwohl verpflichtet sondern ihren Bücher.

    Unsere Angie muss da wohl leider den bösen Buhmann spielen

    • Ganz so ist das leider nicht. Angie „muss nicht leider den bösen Buhmann spielen“ – sie tut das bewußt und ganz sicher nicht ungerne. Denn sie opfert die südlichen EU-Länder hier ganz bewußt.

      WIR sind Exportland. Wir leben von Exporten. Wenn wir nicht mehr exportieren können, können wir uns hier hinter den Griechen anstellen.

      Verdammt, ich bin kein Volkswirtschaftler, ich kann das nur laienhaft umschreiben, aber:

      Das „System Griechenland“ wir doch durch die ganzen Rettungspläne überhaupt nicht mit Geld aufgefüllt. Von den ganzen Rettungsschirmen bleibt nicht ein einziger Cent im Land, das wird komplett zur Schuldentilgung verwendet.

      Diese Schuldentilgung kommt direkt den Banken zugute, die die Kredite gegeben haben. Nochmal: Es hat NICHT die europäische Zentralbank die Kredite gegeben, die durfte das nicht, sondern die Länder holen sich die Kredite auf dem Kreditmarkt, genauso wie du es tust.

      Die europäische Zentralbank darf auch keine Gelder direkt an die Länder geben, sondern sie gibt den Banken (!) das Geld zu günstigen Konditionen, die es an Griechenland weiterverleihen.

      Die zahlen damit eine Rate zurück und das an die Banken von denen sie gerade die Kohle aus dem Rettungsschirm bekommen haben.

      DAS ist das System, was uns Angie da etabliert hat, mit tatkräftiger Hilfe von Ackermann und Konsorten.

      Eiserne Kanzlerin? Die einzige die spart? Sehr witzig. Unsere Haushaltsdaten sehen keinen Deut besser aus als die von den Griechen, aber WIR haben Angela, die den Banken in den Hintern kriecht.

      Was da grad abläuft ist ein waschechter Wirtschaftskrieg, die Banken gegen die Länder – und eine gigantische Privatisierung von Steuergeldern. Nichts anderes.

  2. Ich hab mir den Beitrag jetzt angesehen, und ja die Menschen die da Arbeiten sind arme Schweine…
    ABER – ich werde weiterhin bei Amazon einkaufen, mir weiterhin bei H&M die Billigkleider kaufen und Fleisch und Lebensmittel im Supermarkt (auch Hofer/Aldi) kaufen…
    WEIL – ich es irgendwie satt habe und es mit absolut überfordert bei jedem T-Shirt, jedem Stück Butter und jeder Wurstsemmel mir Gedanken machen zu müssen ob und wem ich damit Schade… wer beutet wo wen aus, ist die Ökobilanz vom Bioapfel aus der STeiermark jetzt schlechter oder besser als die Orange aus Spanien? Ist tatsächlich sinnvoll für ein Shirt € 100 zu bezahlen statt 5, wird da tatsächlich die Näherin weniger ausgebeutet? Ist es jetzt besser Ware zu bestellen oder selber mit dem Auto in die nächste STadt zu fahren und selber beim Händler zu kaufen, der ja seine Angestellten zumeist auch nicht gerade paradisische Arbeits- und Einkommensbedingungen bietet… vielleicht geh ich ja besser zu Fuss dahin… von wegen Umwelt und so…
    Ich bin Alleinerzieherin mit Job und zwei Kindern, da ist der Alltag eh schon ziemlich voll… und dann schlag ich die Zeitung auf oder lese einen Blog wie diesen (den ich durchaus sehr gut finde) und mir schlägt ununterbrochen Vorwurf entgegen: du darfst dieses und jenes ned kaufen, bei diesem oder jenem Händler oder Marke nicht, du darfst dieses und jenes ned oder unbedingt essen – natürlich bei der Entscheidung die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Produzenten beachten! Die Kinder sind ja sowieso arm weil Scheidung geht ja gar ned und PC und Gameboy machen die Seele krank und Kindergarten und Hort ist ja auch nur ein abschieben auf Kosten der Kinder zur eigenen Selbstverwirklichung… und bitte kein Auto, kein Urlaub und auch sonst keinen Luxus wegen dem Ökologischen Fussabdruck – besser wäre vielleicht auch 50 statt 100 m2 Wohnung wegen Energieverschwendung??
    Ich mag das alles nimmer… das hält doch keiner aus… da muss man doch daran verzweifeln… und da hab ich noch gar nix dazu gesagt dass man sich im Alltag ja auch noch unbedingt politisch Korrekt verhalten muss… also ned nur jeden Einkauf auch noch jedes Wort und jeden Gedanken auf die Goldwaage legen… bitte ned Neger sagen und Schwarzer eigentlich auch ned… (mein Bruder hatte das genial gelöst als er eine afrikanische Freundin hatte… sie war einfach „die Bunte“, und zum Glück klug genug das als sprachliches Statemant und ned als Beileidigung aufzufassen) und nicht zuletzt noch der total vertrottelte Genderwahn… da stellts mir alle Haare auf… das Binnen I ist echt gruselig.
    Na tut mir leid… im Grunde meines Herzen geb ich allen Gutmenschen hier und in allen Blogs recht – aber im Alltag ist das nur mehr deppat und zum Verzweifeln…. wenn man das alles ernst und zu Herzen nimmt dann kann man sich gleich einen Strick nehmen, vor lauter schlechtem Gewissen allem und jedem gegenüber.
    Sorry das ich das hier jetzt so geballt in deinem Blog abgelassen habe – denn ich wie erwähnt grundsätzlich sehr mag… aber ich finde das muss auch mal gesagt werden.

  3. Nachtrag:
    ich hab mich gerade ein bisserl (ziemlich?) aufgeregt… man erkennt das gut an der Rechtschreibung… sorry! Jeder der sich berufen fühlt Rechtschreibpapst zu spielen dem schenk ich einen davon… :-))))

    • ein anderer Stefan

      amaryllis: Ich kann dich gut verstehen, es ist zum Verzweifeln. Da bleibt nur eins übrig: erstmal um sich selber kümmern, und dann schauen, ob man was machen kann und wo man was machen will. Wir werden die Welt nicht retten, wenn wir keinen Transitjoghurt mehr kaufen – aber uns vielleicht etwas besser fühlen. Und wenn eine krasse Mißstände wirklich aufregen, halt versuchen, was dagegen zu tun, so weit möglich. Dann wird halt nicht mehr bei Amazon zu Weihnachten (oder sonstwann) gekauft.

      • amaryllis, ich denke, Du hast einer ganzen Menge Menschen aus der Seele geschrieben. Ausdrücklich danke dafür!
        Es scheint schon fast ein wiederkehrendes Phänomen zu sein, dieser Wahn zum „Anderen“. Das beginnt bei der Verteufelung einer gewissen Körperfülle (gelle Hajo, Du weißt, wovon Du schreibst 😉 – dabei ist das doch nur Deinem Job geschuldet, der ständig zunehmende Rotation zur Folge hat und dies führt nun mal zum Bestreben, sich der Kugelform anzunähern) und endet mit den von Dir bereits beschriebenen Erziehungs“hilfen“ (Kita, Hort etc. – btw: gehört dazu vielleicht auch der Sportverein oder die Musikgruppe etc.? dahin werden die Kleinen doch auch nur abgeschoben, damit die „Alten“ endlich mal ihre Ruhe haben).
        Aber ich weiche vom Thema ab (Tantchen, lande ich dadurch wieder mal im Orcus?).
        Zu Amazon ist zu m.E. sagen, dass die aufgezeigten (offenbar) Tatsachen vielleicht doch mal zu einem Nachdenken z.B. über die Einkaufsgewohnheiten führen sollten. Vielleicht ist es manchmal doch sinnvoll, seinen Hintern ein paar Meterchen zum nächsten Händler zu bewegen anstatt Packern und Verteilern zum „Segen“ einer Sklavenarbeit-ähnlichen Beschäftigung zu verhelfen. Ja, amaryllis, ich verstehe Dich, aber den Fall des Internethandels betrachte ich etwas anders als den der Discounter, denn beim Internethandel wird oftmals in unfairer Weise der lokale Händler (natürlich m/w) als Informationsquelle missbraucht, die Früchte für diese Information ernten jedoch andere. Im Übrigen sollten sich Kunden nicht unbedingt auf die Preisbewertungen im www verlassen: der Händler vor Ort kommt einem oftmals preislich entgegen, man muss nur fragen.

  4. ein anderer Stefan

    Ich habe mir die Reportage gerade angesehen. Bei Amazon habe ich wohl das letzte Mal bestellt…

  5. Tantchen ich hab auch so fast schöne Sachen erlebt. Hier was über meinen ex-arbeitgeber 2009-2010 -> http://www.youtube.com/watch?v=WNExhaXfeyI

    Die Nazis waren bei uns damals nicht das Problem -.- die durften noch mit uns Schuften. Nicht das der Rest besser gewesen wäre. 1/3 ist die länger blieben sind in irgendeine Droge abgerauscht. Viele haben getrunken oder Canabis geraucht gab auch ein paar fälle mit „leistungsverstärkern“.

    Viele von uns kamen übrigen aus den neuen Bundesländern.

    Wenn wir aufgemuckt haben z.b. gegen die Arbeitszeiten durften wir „gehen“.

    Richtung 2011 wurden dann schon die ersten Polen importiert die durften dann mit Visum 3 Monate Arbeiten was dann im März 2011 zufällig durch das Freizügkeits-abkommen unnötig wurde.

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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