Freidrehende Justiz


Es ist so schön. Man ist 14 Jahre alt, die erste große Liebe. Man knutscht, „fühlt“ mal ein bisschen nach. Hat den anderen so richtig gern.

Und dann?

Kommt die Polizei, führt den Jungen ab, der dann wegen sexuellem Missbrauchs Minderjähriger zu 60 Arbeitsstunden verknackt wird. Weil er seine Freundin geküßt hat.

Und dann, um das noch zu toppen, soll er als Sexualstraftäter in die DNA-Kartei für Sexualstraftäter aufgenommen werden, weil, wissenschon, der Junge ist gefährlich. Sexualstraftäter. Hat seine Freundin geküßt. GEKÜSST. Und gefummelt. GEFUMMELT.

Was für Signale gibt man denn bitteschön hier an die Jugendlichen? Wie sollen die mit sowas noch Vertrauen in einen Rechtsstaat aufbauen, wenn so offensichtliches Unrecht geschehen ist? Das war keine Sexualstraftat, das war kein Missbrauch Minderjähriger. Und dann ernsthaft? SECHZIG SOZIALSTUNDEN weil irgendein verknöchertes Etwas meinte, die ankacken zu müssen?

Wir hatten so eine Gesetzgebung mal. In den Sechzigern und frühen Siebzigern. Da konnten Eltern noch drangekriegt werden, wenn sie zuließen, dass die (jugendlichen) Kinder (also damals noch alles unter 21) alleine in einem Raum waren. Haben missgünstige Nachbarn das mitbekommen, trat sogleich die Staatsmacht auf, um die „sittliche Verwahrlosung“ zu beenden.

Wir hatten diese Zeiten *eigentlich* überwunden. Aber dank der Verschärfung des Sexualstrafrechts im Zuge dieser unsäglichen Diskussion um „Kinderpornographie“ sind wir jetzt wieder genau da: Kinder werden verurteilt, weil sie sich gegenseitig Zuneigung gezeigt haben.

Danke, das war CDU/CSU und Ursula von der Leyen. Nich wählen. Gibt schmutzige Finger.

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Veröffentlicht am 6. Februar 2013, in ärgerlich. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 11 Kommentare.

  1. Finde ich völlig in Ordnung. Dieser kleine Testosteron-gesteuerte Lüstling. Jugendliche können in der späteren Ehe ihre Erfahrungen sammeln! Das müssen die endlich begreifen! Körperliches gehört hinter verschlossene Türen, und in die Ehe. Sex ist nur für die Schaffung des Nachwuchses rechtens und billig. Die Eltern des Mädchens haben natürlich eine hohe Mitschuld! Warum war das Mädchen alleine da? Warum keine älteren GEschwister oder die Mutter, die die Sittlichkeit ihrer Tochter überwacht hat? Es ist die Moral die fehlt, heutzutage!

    Strafe ist das einzige was die Göhren heutztage verstehen!

  2. ein anderer Stefan

    Na, die Ironie im ersten Kommentar war auch ohne Tags erkennbar.

    Die Sache an sich: Ham die se noch alle? Da knutschen und fummeln die Kids, und das Gericht macht dann einen auf katholisches Mädchenpensionat? 60 Schläge mit der Rute – ääh Arbeitsstunden? Und dann noch in die DNA-Kartei? Was haben die Staatsanwälte denn geraucht? Alte preußische Gesetzbücher? Die haben den Schuss doch echt nicht mehr gehört. *Kopfschüttel*

    • Was war bloß in den alten preußischen Gesetzesbüchern drin? Beim Rauchen meine ich.
      Bald haben wir hier amerikanische Verhältnisse und Kindergartenkinder kommen wg. sexueller Belästigung in den Knast. Da war doch neulich was, oder war es mit Grundschülern in Amiland?
      Wenn ich mir dabei nicht so weh tun würde könnte ich gerade k_tzen.

  3. Lochkartenstanzer

    Als nächstes kommen die Grundschüler dran, und im nächsten Gang die Vorschulkinder, die „Doktorspielchen“ machen.

  4. Als letzte Instanz sind dann die Neugeborenen dran, weil die der Mama an die Brust gehen. Die kleinen Ferkel.

    • Lochkartenstanzer

      Simmt. Im Prinzip müßte man jeden Mann, der nicht nachweisen kann, daß er mit der Flasche großgezogen wurde, einknasten.

  5. Wo steht denn eig. etwas davon, dass es um Liebe ging oder sie sich überhaupt gern hatten?

    Für mich ließt es sich eher so als hätte der Junge das Mädchen genötigt und da man nirgends die Sicht des Mädchens ließt, steht meiner Meinung nach zumindes Nötigung im Raum.

    http://openjur.de/u/599144.html

    Zitat: „Insbesondere sei nicht berücksichtigt worden, dass er zur Tatzeit selbst erst 14 Jahre alt gewesen sei und die Handlungen aus seiner Sicht auf gegenseitiger Zuneigung beruht hätten.“

    Für mich klingt „aus seiner sicht“ so wie nicht aus ihrer Sicht, wieso sonst sollte es nicht erwähnt werden, wenn die Sicht des Mädchens die gleiche wäre wie die des Jungen?

    So viel zu dem scheinbar unschuldigen Jugendlichen.

    Zur Anklage: Ich finde es merkwürdigt, dass er wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern angeklagt wurde. Was genau war an der Handlung sexueller Missbrauch? Der Knutschfleck oder der Griff in den Schritt? Ich dachte immer so etwas wäre Nötigung, Belästigung oder Ähnliches.

    Zum Urteil: Über die 60 Arbeitsstunden kann man sicherlich Streiten, da man als Außenstehender wirklich nicht genau weiß wie es aus der Sicht des Mädchens war. Allerdings ist die Geschichte mit der DNA-Probe wirklich zu heftig. Er wäre für immer als Kinderschänder gebrandmarkt.

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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