Ein Jahr


„Die Stern-Geschichte ist unglaubwürdig. Die Journalistin Laura Himmelreich hat ein Jahr gewartet, um die Story zu veröffentlichen.“

Nö, isses nicht.

Gesetzt den Fall, die Frau Himmelreich hat in der Redaktionskonferenz die Geschichte erwähnt. Was ist denn da abgelaufen? Na? Wollen wir wetten?

„Was regste dich so auf, das ist ne Lappalie, das ist keine Story.“

Thema gegessen, das kommt nicht in die Nachrichten. Keine Rede wert, machen die doch alle so. Wo ist das Problem?

Dann war da das Dreikönigstreffen und Brüderle hatte den Dolch gegen Rösler gezückt, aber nicht zugestochen.

Und plötzlich war die „Lappalie“ ein Thema. Der Chefredakteur holt sich die Journalistin. „Erzähl doch mal, was war denn da los?“ Und dann gings in die Nachrichten.

Das sagt viel über die Zustände in den Redaktionen aus, aber nichts über die Integrität der Journalistin.

Und inzwischen hat das, was geschieht, mit dem ursprünglichen Bericht eigentlich auch nicht mehr viel zu tun.

Die Frauen schreien auf und sie tun das völlig zu Recht. Die Berichte sind unglaublich zahlreich, es ist, als ob ein Damm gebrochen ist. Und die Reaktion mancher Männer ist so billig wie niedrig. Natürlich gibt es sie, die Trolle, die versuchen, das ganze nicht ernst zu nehmen.

Aber dazu hat Antje Schrupp einen der besten Tweets überhaupt rausgehauen:

<blockquote lang=“de“><p><a href=“https://twitter.com/search/%23aufschrei“>#aufschrei</a&gt; ist ein Mem, das nicht getrollt werden kann, weil jeder Troll nur weitere Beweise für die Notwendigkeit des Mems liefert.</p>&mdash; Antje Schrupp (@antjeschrupp) <a href=“https://twitter.com/antjeschrupp/status/294949334791897089″>25. Januar 2013</a></blockquote>
<script async src=“//platform.twitter.com/widgets.js“ charset=“utf-8″></script>

Auch die Blogwelt befaßt sich mit dem Thema und ein paar Perlen sind heute an meinem Auge vorbeigerauscht.

Den Anfang macht eine tolle Anke Schrupp auf Carta.

Frau Meike zum Beispiel. Ein unglaublich guter und differenzierter Post dazu.

Stephan Schleim von Scilogs zum Thema. Auch ebenfalls differenziert und ein anderer Blickwinkel. Bitte *genau* lesen. Nicht das lesen, was man gerne reininterpretieren würde.

Sehr wichtiger Punkt vom Happy Schnitzel. Eine Sache, die ich auch immer wieder versuche, rauszuarbeiten: Opfer outen sich nicht als Opfer, weil ihnen von vielen automatisch eine Mitschuld zugewiesen wird.

Jemand war so schlau und hat den Hashtag in ein Tumblr laufen lassen.

Und Thinkabout mit einem kleinen Rant. 😉

Zum Vorwurf, das ganze wäre eine Kampagne gegen Brüderle. *hüstel* Liebe Kinder, was glaubt ihr denn, wozu die Medien da sind? DAS ist ihre Aufgabe. Kampagnen fahren, um Misstände aufzudecken. Und auch wenns spät kommt, und die Beweggründe zumindest der Redaktion zweifelhaft sind:

Das hat perfekt geklappt. Und alle, die gerade Brüderle verteidigen, stehen irgendwo ziemlich im Regen, glaub ich.

Und ein Interview mit Anke Domscheit-Berg, die wirklich einen guten Kopf auf den Schultern hat und einem mehr als nur ein bisschen verunsichertem N24-Journalisten 🙂

/update

War klar, dass Frau Schwarzer was dazu hat. Viel erwartet hab ich von der Frau eigentlich nicht, die hat ihre besten Zeiten hinter sich. Beim Lesen bin ich aber *einmal* positiv überrascht worden. Das ist mal wieder die alte Alice Schwarzer, die einen Hauch dessen durchblicken läßt, zu was sie mal fähig war, bevor sie berühmt wurde. Bei dem Link frag ich mich aber, was das soll? Gehts noch länger? oO

Und *seufz* ach ich hätt nicht klicken sollen. Die Bild hat auch was. Natürlich. Sexismus in der Bildzeitung kommt ja nicht vor, sonst hätte Frau Schwarzer ja nicht Werbung für das geläuterte Boulevardblatt gemacht… oder?

Die grandioseste Erkenntnis der Bildzeitung steht im letzten Satz. Chapeau, meine Damen und Herren Leistungsschutzrechtjournalisten. Für DEN Satz habt ihr bestimmt ein paar Stunden recherchiert, richtig?

 

 

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Veröffentlicht am 26. Januar 2013, in politisches. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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