Wasser


Wasser ist ein Menschenrecht. Ein Mensch kann ohne Wasser keine 3 Tage überleben. Kaffeekochen, Essen kochen, waschen (sich selbst und die Wäsche), unsere Toiletten – sie alle sind ohne Wasser nicht denkbar.

Wie sehr wir von fließendem Wasser abhängig sind, sieht man immer dann, wenn es mal für ein paar Stunden nicht zur Verfügung steht, weil z.b. die Leitungen kaputt sind oder weil sie aus anderen Gründen vorübergehend stillgelegt werden.

Hohe Anstrengungen werden unternommen, um die Wasserinfrastruktur intakt zu halten und das Wasser sauber.

Und hier kommt die EU-Kommission ins Spiel. Die verlangt von den Krisenländern wie Griechenland, Portugal und Spanien, dass sie ihre Wasserrechte verkaufen.

In Portugal ist das bereits geschehen, die Konsequenzen sind furchtbar. Die Qualität hat sich umgehend verschlechtert, dafür sind die Rechnungen horrend. Viele Menschen können ihre Wasserversorgung nicht mehr bezahlen.

Aktuell soll dieser Vorstoß auch auf den Rest Europas ausgedehnt werden.

Wie der Markt sowas regelt, sieht man deutlichst an den Stromkonzernen, an der Bahn, an der Berliner S-Bahn, an allen Infrastrukturprivatisierungen. Private Investoren schöpfen die Gewinne ab und wälzen die Kosten auf die Allgemeinheit ab.

Hier ein sehr guter Überblick inklusive zwei sehenswerter Videos.

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Veröffentlicht am 24. Januar 2013, in ärgerlich. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 8 Kommentare.

  1. Privatisiere etwas und es wird erstens teurer, als wenn es in öffentlicher Hand bliebe, der Service wird schlechter und auch die Verfügbarkeit wird geringer.

    Aber hey – privatisiert ist ja immer besser…

  2. Das ist doch hier schon an der Tagesordnung. Bei mir hat vor Jahren schon Veolia den Wasser und Müll-„markt“ von der Stadt gekauft und umgehend wurde es schlechter. Früher konnte man das Grundwasser gleich in die Leitungen pumpen heute wird gechlort und Teuer wurde es auch noch.

    Sommers bin ich ganz froh über die 3Kubikmeter Regenwassertank in meinem Garten. Die werd ich aber auch mal ausweiten müssen weil ich nicht ganz auf einen 0-verbrauch komme (ohne Wasser zum Kochen natürlich.)

  3. Bereits vor einigen Tagen habe ich dagegen unterschrieben:

    http://www.right2water.eu/de

    Bis September werden 1 Million Unterschriften benötigt, etwas über die Hälfte ist bereits erreicht,
    Vielleicht finden sich ja noch einige Deiner Leser, die dieses wirklich wichtige Projekt unterstützen wollen. Das wäre schön.
    LG Grüße,
    Werner Philipps

  4. Die unsichtbare Hand bei der Arbeit.

    Wer sich privatisierte Güter und Dienstleistungen nicht leisten kann, würde die sowieso nicht kaufen und ist eine Last der Gesellschaft. Und wenn dann diese Last verschwindet(3 Tage ohne Wasser), geht es doch allen viel besser???

    Hab vor kurzem ein interessantes Buch/Graphic Novel dazu bekommen, da wird der ganze Wirtschaftsquatsch mal näher beleuchtet. Siehe auch: http://economixcomix.com/

  5. Wenn ich an das Wasser in Spanien denke und mir vorstelle, dass es NOCH schlechter werden könnte, dreht sich mir der Magen um.

    Ich habe auf dem Jakobsweg zwei Spanierinnen erzählt, dass in Deutschland das Leitungswasser nicht gechlort ist. Ungläubige Blicke: „Warum nicht?!?!“ Ich habe dann ganz behutsam angemerkt, dass wir das einfach nicht müssen. Ich glaube, sie waren ein bisschen beleidigt.

  6. Ich stell mir grad vor welche Auswirkungen das auf unser Gemüse haben wird. Das kommt dort aus den Plastikwüsten (tausende Quadratkilometer Gewächshäuser) welche ja Künstlich bewässert werden. Wenn jetzt das wasser durch diePrivatisierung teurer wird wird das mit dme Gemüsepreis weitergegeben und da ich nicht soooo der Großverdiener (alg2) bin wird das einschlagen wie ne Bombe. Auch bei den vielen Spanischen Familien die sich noch weniger leisten können.

    • ein anderer Stefan

      Ach was, Lebensmittel in D sind ja im europäischen Vergleich immer noch viel zu günstig… [/sarkasmus]
      Da haben wir wieder Frau Merkels marktkonforme Demokratie – und wer nichts zu bieten hat, was der Markt braucht, wird knallhart aussortiert und darf sich das dann noch vorwerfen lassen. Ich finde diese ganzen Privatisierungen zum Kotzen. Damit wird Allgemeingut zum Privatgut einer privilegierten Kaste, und das Fußvolk darf dann das, was vorher einmal allen gehörte, teuer bezahlen, für Leistungen, die in der Regel schlechter sind als vorher. Die Grundbedürfnisse müssen sicher zu decken sein, und lebensnotwendige Infrastruktur, wie eben Wasserversorgung, gehört nicht in Privathand. Ich bin auch der Meinung, dass die öffentliche Hand denjenigen, das nicht selber können, auch eine Wohnung mit allem Drum und Dran, Kleidung, Nahrung und medizinische Versorgung stellen können muss. Den seit Jahrzehnten laufenden Ausverkauf kommunaler Wohnungsbestände, weil die Privaten das ja „besser“ können, finde ich genauso katastrophal wie die Verkäufe von Stadtwerken. Angeblich liegt das ja daran, dass die Städte so schlecht wirtschaften. Das gibt es zwar auch, aber vielfach sind auch die immer höheren Ausgaben aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen, die nicht ausreichend vom Bund oder den Ländern kompensiert werden, Schuld an der Misere. Und warum fehlt das Geld? Weil diejenigen, die das können, so lange die Politiker beschwatzen, bis diese den ach so gebeutelten Menschen und Unternehmen eine Steuererleichterung nach der anderen bescheren – Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer, die völlig krausen Erleichterungen bei der Umsatzsteuer, die schon lange keiner mehr durchschaut… Und es komme mir keiner mit dem Argument, ansonsten würden Arbeitsplätze wegfallen – fragt mal die Opelaner in Bochum oder die Commerzbanker zu dem Thema.

      Boah, ich muss jetzt aufhören, das ist nicht gut für meinen Blutdruck…

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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