Wir helfen nicht


/update

Guckt mal, das kann man als Moraltheologe sogar rechtfertigen. Naja. Versuchen.

Die Piraten haben ausnahmsweise mal fix gehandelt und einen Eilantrag bezüglich dieser widerlichen Praxis einiger Krankenhäuser, vergewaltigte Frauen nicht zu behandeln, weil ja die Pille danach verschrieben werden müsste, erstellt. Der sieht vor, die Krankenhäuser gesetzlich zu verpflichten, die Frauen zu behandeln – Pille danach inklusive. Auch ansonsten gibt es einen Haufen sehr unappetitlicher Details, die einem so richtig das Abendessen vermiesen können.

Gloria.tv hat offenbar bezahlte Laiendarsteller in die katholischen Krankenhäuser geschickt, die „hilfe, ich wurde vergewaltigt“ simulieren sollten und dann gucken, ob sie die Pille danach bekommen würden. Haben sie nicht, also dooferweise kein christlicher Lebensschützerskandal hier.

Aber die Ärzte haben die hilfesuchenden Frauen wohl an die angeschlossenen Gyn-Ambulanzen weitergeleitet. Die sind nicht katholisch und die HABEN die Pille danach weitergeleitet. DIE PILLE DANACH. DIE ABTREIBUNGSPILLE. DIESE BABYMÖRDER. Gloria.tv hatte seinen christlichen Skandal und die Kliniken ein Problem.

Dank dieses heuchlerischen Verbrecherfernsehsenders, diesen Katholiban, dessen Gesinnung ich wirklich nur als abstoßend und widerlich bezeichnen kann, waren die Klinikleitungen und das Bistum so verunsichert, dass sie wohl tatsächlich die Leitlinien rausgebracht haben, nachdem die Pille danach nicht mehr auf Klinikgelände verschrieben werden darf.

Nun beinhaltet aber die Spurensicherung in Vergewaltigungsfällen offenbar auch das Angebot der Pille danach. Was nicht mehr wie richtig ist. Die Frau wurde VERGEWALTIGT. Sie hat das mitgemacht, was für das Selbstwertgefühl jedes Menschen das Schlimmste ist, was passieren kann. Viele Frauen, die nach einer Vergewaltigung schwanger werden, können diese Kinder nicht akzeptieren, sie werden ständig an das erinnert, was sie durchgemacht haben. Und sie zu zwingen, diesen Beweis 9 Monate im Bauch herumzutragen, ich kann mir nichts vorstellen, was schlimmer wäre als jeden Tag mit dem Strampeln daran erinnert zu werden, was passiert ist.

Nein, das Kind kann nix dafür. Aber zum Zeitpunkt der Pille danach ist das noch kein Kind, da könnts euch drehen und wenden wir ihr wollt. Das ist noch nicht mal eine Zellansammlung. Das ist eine Möglichkeit auf ein Leben, mehr nicht. Und es ist in diesem Zusammenhang, gerade mit Vergewaltigung, absolut gerechtfertigt, die Entstehung dieser Möglichkeit zu verhindern. Das ist kein „Babymord“ – dazu gehört ein Baby.

Ich nix Doktor – zur genauen Funktionsweise zu der Pille danach guckt mal weiter unten, da haben sich Ärzte geäußert *g*

Und die Berichte häufen sich, wonach Kliniken in katholischer Hand offenbar systematisch vergewaltigten Frauen die Hilfe verweigern, weil es ihrem „Lebensschützer“-Bedürfnis entgegenwirkt.

Wer kümmert sich eigentlich um das Leben der vergewaltigten Frauen? Ist das nicht schützenswert? Da kann man gut drüber weglatschen, oder?

Die Piraten haben das einzig Richtige getan: Sie haben einen Gesetzentwurf rausgehauen per Eilantrag, der alle Kliniken zwingen soll, die Pille danach zu verschreiben, sofern sie Steuergelder erhalten. Und kaum ist das im Raum – räuspern sich die Ewiggestrigen unter den Politikern mit teilweise selten dämlichen Stellungnahmen abseits jedes Anstandes.

Der SPD geht der Eilantrag nicht weit genug (Übersetzung: So weit kommts noch, dass wir uns von den Piraten die Butter vom Brot nehmen lassen“).

Der FDP geht das zu weit, denn

„In der Tat muss die Gesundheitsministerin prüfen, was da falsch gelaufen ist“, sagte Schneider, der Antrag der Piraten ginge ihr aber zu weit. Es sei nicht Aufgabe der Landesregierung, zu entscheiden, welche Behandlungen einzelne Krankenhausträger vorzunehmen hätten.

Frau Schneider, das Gesundheitsministerium hat hier eine Überwachungsfunktion. Und wenn das nicht Aufgabe der Landesregierung ist, WESSEN DANN?

Und die CDU sagt, dass Kardinal Meisner recht hat und man sich ansonsten enthält.

Was für ein Haufen bigotter Idioten.

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Veröffentlicht am 22. Januar 2013, in ärgerlich. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 24 Kommentare.

  1. [quote]Was für ein Haufen bigotter Idioten.[/quote]

    Aber das wussten wir doch schon lange. Das Einzige was mich an der ganzen Thematik irritierte ist das es Kliniken erlaubt ist so zu handeln und die nicht gleich so hart bestraft werden das in Rom das Gold von den Reliquien gekratzt werden muss.

  2. Ich könnte ja verstehen, wenn einzelne Ärzte aus individuellen Glaubensgründen die Pille danach nicht verschreiben wollen… Ich würde es ja tun, wenn ich Gynäkologin wäre, aber es gibt auch Leute, die damit ein Problem haben. Dann wurde es ja reichen, eine umfassende Untersuchung zu machen und einen Bericht zu erstellen, in dem drin steht, dass medizinisch nicht gegen die Pille danach spricht. Damit die Frau einerseits ihre Untersuchung hat, und zwar ohne von Arzt zu Arzt rennen zu müssen, und andererseits anhand des Berichtes jeder auch nicht gynäkologiebewandte Arzt die verschreiben kann, z.b. auch der Unfall Chirurg in der selben Notaufnahme, der sich selbst nicht an irgendwelche dies verbieten den Regel gebunden sieht. Es für ein Krankenhaus zu untersagen, ohne automatisch einerseits eine kompetente Untersuchung sicherzustellen und andererseits einen anderen ansprechpartner zu bieten, und zwar von sich aus automatisch und in der nähe, halte ich für falsch. (Z.b. könnte die Ansage lauten: ich untersuche sie, sichere beweise wenn sie möchten, falls sie anschliessend die Pille danach benötigen, rufen wir ihnen ein taxi und sie fahren mit dem Bericht zur der unabhängigen notdienstpraxis um die Ecke, einfach Zettel vorlegen, dann wird nach kurzem Gespräch das Rezept ausgestellt, wir rufen auch an, dass sie nicht so lange warten müssen…) Aber wie gesagt, ich sehe es auch nicht, dass man Ärzte entgegen ihrem persönlichen willen dazu zwingen kann, die Pille danach zu verschreiben.

    • Ich weis ehrlich gesagt da nicht… ich meine, kann es da nicht weiter gehen? Was, wenn ein Arzt sich ethisch nicht dazu durchringen kann einen Mann Betablocker zu geben oder eine Maßnahme zu ergreifen, die ihn das Leben rettet, weil er weis, dass der Mann ein Schwerverbrecher ist oder so? Ärzte haben einen Professionalitätsanspruch: Nämlich nach den evidenzbasierten Leitlinien zum Wohle des Patienten (und unter Berücksichtigung des Patientenwunsches) zu handeln. Wenn die Pille danach gewünscht ist… warum soll die Pille-danach etwas „besonderes“ sein, dem sich ein Arzt verweigern kann? Nein, nein, das geht nicht. Wenn das Klinikum festlegt, dass das Problem „Pille danach“ wie von dir beschrieben zu handhaben ist, okay. Suboptimal, aber letztlich kommt die Frau zu ihrer Behandlung. Aber dass der Arzt selbst sagen kann „Hmm… nööö, will ich nicht aus PERSÖNLICHEN Gründen“ das darf nicht sein. Das ist höchst unprofessionell und im schlimmsten Fall strafbar. Das Thema ist kontrovers, ja. Aber die Sicherheit und die korrekte Behandlung des Patienten steht über den persönlichen Vorstellungen des Arztes. Zumindest sehe ich das so.

    • Die Pille danach muss nicht unbedingt von einem Gynäkologen verschrieben werden und ist wohl auch nicht so dermaßen schädlich, dass man da erst umfassende Untersuchungen anstellen müsste, um eine Gefahr für die Frau auszuschließen. ICH habe jedenfalls an einem Sonntag meine Pille danach (ich wurde nicht vergewaltigt, es war nur das Kondom verrutscht) in einer normalen Hausarztpraxis bekommen. Die Frau Doktor hatte Notdienst, ich kannte die nicht mal, aber nach kurzer Schilderung der Umstände bekam ich das Rezept, auch wenn man mich in der Praxis wie eine Schlampe behandelte -.-

      Ich glaube kaum, dass in einem Krankenhaus NUR Ärzte arbeiten könnten, die allesamt gegen die Pille sind. Wenn der Dr. gyn. es nicht machen will, soll er verdammt noch mal seinen Kollegen von zwei Zimmern weiter rufen.

      Ärzte schwören, ihren Patienten mit allen Mitteln zu helfen und vor Schaden zu bewahren. Wer einer Frau, die vergewaltigt wurde, die Pille danach versagt, nimmt eine zusätzliche Steigerung der psychischen Belastung billigend in Kauf, mit all den möglichen Folgen – Selbstmord zum Beispiel.

      Wer beim Gedanken an das Verschreiben der Pille danach rum mimimi-t und damit einer sexistischen Ideologie anhängt, sollte verdammt noch mal kein Arzt werden, erst recht keiner für Frauenheilkunde.

      • Ich weiß aktuell nicht wirklich, was ich schlimmer finden soll. Dass die Krankenhäuser Hilfesuchende aus Glaubensgründen abweisen, das geht gar nicht.

        Aber dass selbsternannte militante Lebensschützer es fertigbringen, die Krankenhausleitungen allein durch den gezielten Einsatz eines Denunzianten in einen Erklärungsnotstand zu bringen, ist so unfassbar gemein und niedrig, das mir die Worte fehlen.

        Vor allem: Wie unglaublich skrupellos muss man sein, dass man eine Vergewaltigung simuliert? Das ist ja der Kracher an der ganzen Story: Da ist eine Frau hingegangen und hat eine Vergewaltigung simuliert um zu sehen ob sie die Pille danach bekommt und danach die Krankenhäuser denunzieren kann.

        • Das überrascht mich jetzt weniger… Schrecken doch manche dieser sogenannten „Lebensschützer“ nicht mal vor Mord zurück… siehe Bombenanschläge auf Abtreibungskliniken.

          • Naja aber hier ist immer noch Deutschland…..

            • Vielleicht ist das ja ein verzerrtes Bild meinerseits, weil ich mich erst seit kurzem (heißt, seit ein paar Jahren) mit dem Thema beschäftige, aber ich habe definitiv das Gefühl, dass solche Idioten auch bei uns immer mehr werden. Und das in einer Zeit, in der ich eigentlich geglaubt habe, dass nur eine sehr kleine und verwirrte Anzahl von Menschen rigoros gegen Abtreibung ist.

        • Ich versteh deren Vorgehensweise nicht. Aber wenn jemand kommt und sagt er sei vergewaltigt worden, wieso wird dann nicht eh die Polizei eingeschaltet.

          Dann könnte man die Leute dranbekommen wegen Vortäuschung einer Straftat.

          • Dafür muss die Frau ihr Einverständnis geben. Die muss ja auch Anzeige erstatten.

            Alles andere wäre mitunter retraumatisierend.

            • Bei Vergewaltigung interessiert das erstmal nicht. Vergewaltigung ist ein Offizialdelikt, das heißt hier MUSS ermittelt werden, sobald den Behörden das bekannt wird.

              Darum wird hier ja anonym die Beweissicherung gemacht, damit das Opfer (auch Männer werden vergewaltigt) erstmal Beweise wie DNA-Spuren etc. sichern kann, aber nicht sofort zur Polizei muss – deren Vernehmungsmethoden auf dem Gebiet sind nicht immer einfühlsam.

        • Bei dem zweiten Absatz fällt mir ein: ist nicht die Vortäuschung einer Straftat per se eine Straftat?
          Das StGB sagt im § 145d zwar nur aus, dass dies nur gilt, wenn dies gegenüber „einer Behörde oder einer zur Entgegennahme von Anzeigen zuständigen Stelle vortäuscht,“ geschieht. Hat hier der Gesetzgeber (wieder einmal) nicht weit genug gedacht oder hatte er nur nicht mit derartigen Perversionen gerechnet?
          Immerhin ist es m.E. eine Ordnungswidrigkeit (grober Unfug), die aber nur mit einer Geldbuße von 5 bis 1000 Euro belegt ist.(§ 118 OWiG).
          Zumindest lese ich (als juristischer Laie) das so.
          Nur: „die“ zahlen selbst die Höchststrafe sicherlich aus der Portokasse.

  3. *hust* Kleiner Kommentar von mir: Die Pille danach ist keine Abtreibungspille. Die verhindert, dass es überhaupt die Zellansammlung gibt. Also entweder Eisprung, Verschmelzung von Spermie und Eizelle oder (im spätesten Falle) die Einnistung der Eizelle. (Spermien überleben ein paar Tage in der Frau, die Eizelle etwa 6 Studen, Einnistung der befruchteten Eizelle nach 1-2 Tagen, daher auch die 48 Stunden-Zeitbegrenzung vieler Notfallkontrazeptiva) Sorry, ich könnte nur jedesmal auf die Leute einschlagen, die die Pille-danach als Abtreibung verteufeln. Es ist KEINE Abtreibung. Es ist Kontrazeption.

    (( in der Pille-danach ist meist nichts anderes als in der normalen Pille… nur mehr. theoretisch (!!!!) könnte man auch 2-5 „normale“ Pillen als Notfallkontrazeption nehmen, wenn es WIRKLICH keine andere Möglichkeit gibt… zumindest laut lehrbuch)

    Sorry, mich regt nur auf wie offensichtlich unwissend die „Experten“ der kirchlichen Einrichtungen hier auftreten. Wenn sie was verteufeln sollten sie besser wissen, wovon sie reden. >.<

  4. Ganz schön durchsichtig, dass sich die Piraten gerade jetzt auf so ein öffentlichkeitswirksames Ding stürzen. Ähnliches hat allerdings auch schon der NPD nichts gebracht, obwohl die sicherlich noch die geeignetere Zielgruppe hat.
    Ansonsten sollte aktuell mehr zwischen Notfallbehandlung und Empfängnisverhütung unterschieden werden. Letztere gehört grundsätzlich nicht (d.h. wenn überhaupt nur in speziellen Fällen) zu den ärztlichen Pflichten.

    • Frage: Wer kümmert sich dann um Empfängnisverhütung? Die Pille ist entgegen der allgemeinen Meinung kein Smarty. Es ist ein Eingriff in den Hormonhaushalt und jede Frau reagiert auf jede Pille anders. Es ist ein Medikament. Und gehört deshalb in den Aufgabenbereich der Ärzte, nämlich aufzuklären, zu informieren und einzustellen. Wer Gynäkologie als Fachbereich betreibt muss sich natürlich auch mit Kontrazeption auskennen. Und die Beratung zur Einnahme der Pille gehört zum Katalog der Gynäkologen. (über alle anderen Methoden wie Spirale, Hormonpflaster und so weiter reden wir ja hier noch gar nicht.) Empfängnisverhütung, zumindest Beratung und Aufsicht, gehört SEHR wohl zu den ärztlichen Pflichten. (Natürlich nur in dem Umfange, wie der Patient es wünscht)

    • Wer soll sich den sonst darum kümmern? Die CDSU? Und Was soll dieser elendliche Nazivergleich?
      Es geht hier um die Gesundheit von Patienten und da sollte gehandelt werden. Ein Ideologie verbot für Gesundheitseinrichtungen ist das einzig richtige in diesen fällen.

      Stell dir doch mal vor die kommen mit dem kram durch und weiten es dann aus. Soll (extremfall) ein Aids-patient keine Behandlung mehr bekommen wenn er nicht nachweisen kann das es aus einer „akzeptablen“ quelle kommt. Oder Mütter die uneheliche Kinder bekommen? Homosexuelle? Wäre ja alles durch das „Glaubensbekentniss“ gedeckt.

      Man kann zu dem Leiharbeitsverein Kirche stehen wie man will aber ich will nicht ins nächste Bundesland fahren müssen um eine Medizinisch einwandfreie Behandlung zu bekommen. Und leider denke ich da geht die reise hin wenn es so weiter geht wie bisher.

    • Pico, Du hast schon das Wort NOTFALLKontrazeption gelesen?
      Und als was würdest Du eine Vergewaltigung bezeichnen, wenn nicht als Notfall. Die Betroffene hat ganz gewiss nicht freiwillig oder versehentlich nicht verhütet.

      Vielleicht sollte man Kurse anbieten mit Empfehlungen wie:
      „Im Falle einer sich ankündigenden Vergewaltigung, bitten sie doch den Vergewaltiger ein wenig zu warten, bis sie das mitgebrachte Kondom gefunden haben“

      Und im Club hängt man dann ein Schild an sein Glas: „Bitte informieren Sie mich vor der Verabreichung von k.o. Tropfen, damit ich für einsprechende Knotrazeption sorgen kann, bevor sie mich missbrauchen.“

      *kopfschüttelnd den Raum verlässt*

      • Ihr drei habt meinen Beitrag nicht etwa falsch verstanden …? Oder habe ich mich bez. der Pflichten, denen Ärzte in solchen Fällen unterliegen, so missverständlich ausgedrückt? Emotionale Nötigung und Nazikeule sind übrigens gerade bei diesem Thema nicht angebracht.

  5. hm, stimmt wenn man die Pille danach nicht verschreiben will sollte man vielleicht nicht unbedingt Gynäkologie als Fach wählen… Aber einige tuns halt bestimmt doch…

    Aber sagt mal, isst euch bewusst das Ärzte nie sowas wie einen Eid schwören? Manchmal gibt es da wohl Veranstaltungen, die freiwillig sind, aber das ist eher selten…
    Man macht seine Prüfung, bekommt die Urkunde, reicht alle Unterlagen für die Approbation ein und bekommt die dann zugeschickt, das wars….
    Kein Eid, nichts.
    Es gibt zwar irgendwo in den Akten eine Berufsordnung der Ärzte, wenn man zu doll dagegen verstößt, kann einem die Approbation im Extremfall wieder aberkannt werden, aber die nimmt man wenn man Glück hat im Studium mal ne Stunde in nem Nebenfach durch…

    • Wenn ich Patientin bei einem Gyn wäre, der ständig anfängt, meine moralischen Beweggründe zu hinterfragen, wenn ich bei dem wäre, würde ich die Krätze kriegen – und ihn schnellstmöglich wechseln, nicht, ohne bei der Ärztekammer mal anklingeln zu lassen, was der da so treibt.

      Mein Gyn ist dazu da, meine Fragen zu beantworten, mich zu betreuen und sicherzustellen, dass Krankheiten/wehwehchen behandelt werden und auskuriert, bevor sie fies werden können.

      Mein Gyn ist NICHT dazu da, meinen Lebenswandel zu beurteilen und mich entsprechend einzunorden, wenns ihm nicht nach der Nase geht.

      Dazu gehört auch die Pille danach *insbesondere* nach einer Vergewaltigung.

    • Das stimmt so nicht. Ich studiere Medizin und vielleicht ist das nur an unserer Uni so, aber bei uns wird sowas SEHR ernst genommen. Zu jedem Krankheitsbild, zu jedem Kurs, der irgendwas behandelt wird IMMER darauf eingegangen, wie es mit den neusten Leitlinien aussieht, was Kunstfehler sind, was man machen muss, darf und was nicht. Bei uns gibt es eigene Fächer (mit Prüfung die man bestehen muss) die sich mit solchen Dingen beschäftigen (und auch in anderen Fächern kommt immer wieder die Erinnerung, was an uns für ein Anspruch gestellt wird: Universialität, Professionalität… alles, was im ursprünglichen Hypokratischen Eid (in etwas abgewandelter Form) quasi auch stand.)

      Und es werden sehr wohl Eide abgelegt. Als erstes der Eid der Schweigepflicht. Den musst du ablegen sobald du die heiligen Hallen der Universität betrittst. Und selbstredend werden Ärzte heute noch vereidigt. Es ist ein modifizierter Hypokratischer Eid (da einige Sachen darin heute nicht mehr… Zeitgemäß sind) aber ja… es IST ein Eid. Und Appropationen sind schneller weg als „im Extremfall“. Kommt natürlich darauf an, was du als Extremfall bezeichnest aber so ziemlich alles, wo du wissendlich gegen Leitlinien gearbeitet hast, was zum Schaden des Patienten führte, kann den Verlust deiner Approbation führen. Man könnte sagen, dass mit dem Erhalt der Approbation automatisch der Eid abgelegt wurde. Und darauf ist klagbar, wenn sich der Arzt nicht daran hält.

  6. Schweigepflichtserklärung unterschreibt man vielleichtg, einen Eid gab und gibt es bei mir nicht. Unter Eid verstehe ich irgendeine Art von offizieller verbaler Erklärung, am besten unter Publikum, nicht nur ne Unterschrift.
    Klar wird im Studium darauf eingegangen, wie man behandeln muss, und wie die Schweigepflicht und so rechtlich ist aber ansonsten…
    Ich rede hier von Ethik, nicht nur von Behandlungsleitlinien…
    Am meisten Aufmerksamkeit bekommt da noch die Frage nach Behandlung von totkranken Patienten, bei welchen Fällen man sich individuell fragen muss, welche Maßnahmen noch Sinn machen, würdiges Sterben oder so… Aber Abtreibung, Verhütung und Pille danach wurden z.B. ethisch ziemlich ausgespart.

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