Plakativ


Was Missbrauch anrichtet können viele nicht begreifen. Die Haltung „das ist so viele Jahre her,  komm endlich drüber weg“ ist weit verbreitet. Doch den Betroffenen wurde nicht nur einfach wehgetan.

Stellt euch euer Ich vor wie ein Haus. Ein Haus hat ein solides Fundament, Steinmauern und Fenster und Türen. Durch die Türen lassen wir die in unser Haus hinein, denen wir vertrauen können. Durch die Fenster gucken wir hinaus. In diesem Haus gibt es Zimmer, zu denen uns der Zugang verschlossen ist und andere, in die wir nie jemanden hineinlassen, zu groß ist das Risiko, dass man verletzt wird.

Missbrauch zerstört nicht nur das Haus, deckt das Dach ab oder wirft Scheiben ein.

Ein Täter zertrümmert gnadenlos die Tür, die euer Haus schützt, er dringt in jeden Raum ein ohne zu fragen und nimmt sich dort, was er will. Und letztendlich zertrümmert er das Fundament, auf dem euer Haus steht. Pulverisiert zu feinem Staub.

Wenn der Täter geht, mag das Haus, windschief, noch eine Weile halten. Doch das Fundament ist zerstört. Und nach und nach fallen alle Zimmer des Hauses in sich zusammen.

Übrig bleibt die nackte Seele, heimatlos und schutzlos.

Der Wiederaufbau dauert lange, das Fundament wird nie wieder so tragfähig sein und das Haus, das doch stark und schützend sein sollte, kann nur noch in Leichtbauweise erfolgen. Betroffene sind ihr Leben lang sehr verletzlich.

DAS ist das, was Täter mit Betroffenen machen. DAS ist es, was ich nicht müde werde zu bekämpfen. Und umso schlimmer ist es, wenn es institutionalisiert geschieht.

Hier ist das sehr gut in Bildern gefasst. In einer sehr anrührenden und intensiven Bildsprache.

Vorsicht: Für Betroffene kann die Bildsprache ZU intensiv sein.

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Veröffentlicht am 11. Januar 2013, in ärgerlich. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 4 Kommentare.

  1. Wow, das war echt heftig.

  2. Was ich an dem Film so beeindruckend finde: Es wird *eigentlich* nichts gezeigt. Man sieht ein Kind, das mit Puppen spielt und nur die Stelle mit der Wachsmalkreide ist die, wo man explizit sieht, worum es geht.

    Ansonsten ist alles nur angedeutet und doch kann jeder die Ängste des Kindes nachvollziehen.

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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