Lolita


Wer glaubt, dass heute Kinder Kinder sein dürfen, hat nicht verstanden, wie sehr das Lolita-Image immer noch in den Köpfen der Menschen präsent ist.

Es gibt eine Menge (vorgeschobener) Gründe, warum Kinder wie kleine, sexy Erwachsene dargestellt werden. Besonderen Beigeschmack bekommt das in Belgien, der Heimat Marc Dutroux.

Ein Grund, Kinder in aufreizenden, erwachsenen Posen in Szene zu setzen, scheint offenbar die Einführung des Rauchverbots zu sein. Und die Medien springen unkritisch drauf an, feiern das als große Kunst. Seh ich nicht so.

Wer Kinder SO ablichtet, hat keinen Respekt. Wer das feiert, nix verstanden.

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Veröffentlicht am 11. Januar 2013, in ärgerlich. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 17 Kommentare.

  1. Sorry, deiner Aufregung kann ich hier nicht folgen. Laut Artikel handelt es sich um eine bewusst provozierende und übertriebene Darstellung um die Widersprüchlichkeit des Rauchens und def Werbung darzustellen. Und mit „sexy“ haben die Bilder eher nichts zu tun.

    • Und da gibts keine andere Möglichkeit als Kinder wie kleine Erwachsene darzustellen? Es ist genau dieses Unverständnis, was ich im Artikel erklärt habe.

      Was soll das, ein Kind so darzustellen?
      https://www.stern.de/fotografie/smoking-kids-die-widerspruechlichkeit-des-rauchens-1950188-bf791c2db0039155.html

      Wo ist da eine „Widersprüchlichkeit“? Das ist ein Kind, das wie ein kleiner Erwachsener lasziv eine Zigarette in der Hand hält. Da ist nix widersprüchlich, das ist eine Darstellung, die unangemessen ist.

      Nicht sexy?
      https://www.stern.de/fotografie/smoking-kids-die-widerspruechlichkeit-des-rauchens-1950188-060e90eb3b7d87e8.html

      Das hier ist die Darstellung eines Kindes als sexy Erwachsener.

      Die Täter behaupten *IMMER WIEDER* dass die Kinder ja schon alt genug wären, die wüssten, worum es geht und könnten das selbst entscheiden. Die behaupten immer wieder, dass das *natürlich* eine Beziehung auf „Augenhöhe“ wäre. Wenn überhaupt, wären SIE die Opfer der Kinder, die die Liebe des Täters zum Kind ausnutzen, um ne neue Playstation zu bekommen.

      Das sind nicht meine Worte, das sind O-Töne von Tätern.

      Setz das bitte in den Kontext dieser Bilder. Wenn ein Kind SO angezogen mit Zigarette in der Hand vor dir steht, wird jeder Täter das als Entschuldigung nehmen und sagen: „Siehste? Erwachsen. Sag ich doch.“

      Das sind aber keine kleinen Erwachsenen. Das sind Kinder. Und denen fehlt der Erfahrungshorizont. Und vor dem Hintergrund finde ich die Bilder selbst schon bis zu einem gewissen Punkt missbräuchlich.

      • ich bin mir nicht sicher, ob ich wegen deines blogeintrags die wand mit meinem kopf beschädigen oder einen genickschaden wegen zustimmendem nicken einhandeln soll. die bilder können durchaus in einem entsprechend gepoltem erwachsenenhirn etwas auslösen, andererseits suchte sich bei mir eher das essen den ausgang über den magen…

        und von wegen sexy darstellung: wie willst du kindern sogar einen „wunsch“ nach „erwachsenem“ aussehen absprechen, wenn die werbeindustrie das den armen kleinen schon in die köpfe hämmert? wie schützen wir unsere kids, ohne eine klinisch saubere welt zu schaffen, in der kein erwachsener mehr leben kann und will? wer mir diesen verdammten konflikt lösen kann und will, ist herzlich willkommen!

    • torte of duhm

      Ich seh es auch so.

      In vielen Entwicklungsländern ist es völlig normal, dass an 12jährige Zigaretten abgegeben werden. Auch mit Werbeartikeln (Sporttaschen etc.) werden sie überhäuft. Uns würde sowas schlicht… grausen.

      So junge Menschen mit einem Krebsstängel im Mund zu zeigen schockt und zeigt, was man diesen Kindern doch am liebsten ersparen möchte.

      Das Rauchen, egal ob passiv oder aktivt.

      • Carsten Baltazar

        Da reichen auch deutlich unverfänglichere Bilder, oder zum Beispiel ein Photo von einem verkrebsten Lungenlappen

  2. Da schwingt schon ein gerüttelt Maß an „Berufsbetroffenheit“ mit. Sorry, aber der Eindruck drängt sich auf. Ob es sein muss, mag dahingestellt bleiben, wie bei vielen „Kunst-„Aktionen. In aktuellen Kleidungsstücken würde ich vielleicht zustimmen, aber gerade die übertrieben groteske Darstellung in höchstgeschlossener Zwanzigerjahre-Mode führt gerade das Argument der sexuellen Zurschaustellung ad absurdum.

    • Weil die zwanziger Jahre ja überhaupt nicht dafür bekannt sind, als Setting für sexy Fotos herhalten zu müssen?

    • Du, „sexy“ ist nicht gleich „Ausschnitt bis zum Bauchnabel“. Auch hochgeschlossen kann sehr sexy sein, wenn man es richtig macht. Und HIER wurde es „richtig“ gemacht, im Sinne von sexy.

      Die Absicht ist eindeutig und für mich das Argument „Raucherkonfrontation“ nur vorgeschoben. Ganz ehrlich?

      Wenn DAS die Leute schockieren soll, dann hat dass das Thema verfehlt. Glaubst du wirklich, auch nur ein einziger Raucher wird danach sagen: „Och wenn das bei Kindern so aussieht, mach ich das nicht?“

      Oder dass ein Raucher einsehen wird, dass es falsch ist, weil die Kinder zufällig eine Zigarette in der Hand halten oder eine Zigarre?

      Nein, es geht nicht eine Sekunde um den vorgeschobenen Grund „Rauchen und die Probleme“ – es geht einzig und alleine darum, Kinder in Erwachsenen-Positionen darzustellen und daraus Profit zu ziehen.

      Das ist nicht das erstemal, dass das geschieht. Aber mit Kunst hat das recht wenig zu tun. Die Bilder leben nicht von der Tatsache, dass dort Kinder rauchen, sondern davon, dass Kinder in Erwachsenenkleidung und -posen dargestellt werden.

  3. abgesehen davon könnte ich ohne diese Bilder, die im übrigen vor dem Rauchverbot entstanden sind, auch gut leben. von der Seite her stimmt es wieder.

  4. Jay, kennst du den Film „I’m not a fucking princess“? http://www.moviepilot.de/movies/im-not-a-fking-princess#

    Der könnte dich interessieren. Ich hab ihn selbst noch nicht gesehen. Wobei man hier auch kritisieren muss, dass der Film im Prinzip genau das tut, was er anprangert…

    • Das meinte ich mit „nicht das erstemal“ – danke, ich hab die ganze Zeit im Gedächtnis nach dem Filmtitel gekramt.

      Ich halte diesen Film – im Gegensatz zu dem o.g. Fotoshooting – auch für ziemlich wichtig. Er stellt deutlich dar, wie die Fotoindustrie tickt. Es geht um „Sex sells“. Die Mutter hatte erst Erfolg, als sie ihre Tochter als „sexy Model“ verkauft hatte.

      Und bis heute hat die Autorin Probleme mit ihrer Vergangenheit.

      Das prangere ich ja auch bei diesen Fotos an. Diese Kinder rauchen offensichtlich in echt. Das heißt, einerseits wird hier eine Gesundheitsgefährdung in Kauf genommen und andererseits werden die Kinder auf eine Weise dargestellt, einfach nicht angemessen ist.

      Nimmt man dann noch den Kontext dazu, den die „Künstlerin“ haben will, kriegt man doch nur noch Schreikrämpfe.

      Ich zitiere hier mal die Fotografin:

      „Ich war überzeugt, dass rauchende Kinder surreal wirken und daher den Blick auf den Vorgang an sich lenken würden.“

      Nein, genau das will sie nicht, wenn sie der Bildsprache mächtig ist. Wenn sie das gewollt hätte, hätte sie andere Motive genommen. Die Kinder wirken nicht mehr wie Kinder auf den Bildern, sondern eben, wie gesagt, wie kleine Erwachsene.

      Eine Kritik am Rauchen ist das nicht. Sondern eher eine Verherrlichung.

      • Wenn sie Kinder surreal als Erwachsene hätte darstellen wollen, hätte sie Berufskleidung verwenden können. Einen Jungen in einem Bauarbeiteroutfit oder ein Mädchen im Sekretärinnenkostüm (um in dem Fall mal beim Klischee zu bleiben). So ist es einfach nur sexy. Für die „richtigen“ Leute.
        An Kinder gehört kein Makeup!!

        Was das „rauchen in echt“ angeht, glaube ich allerdings, dass hier Fakezigaretten verwendet werden, wie sie wohl auch in Filmen benutzt werden.

  5. Im Artikel wird ausdrücklich erwähnt, dass die Kinder keine echten Zigaretten haben. Und ja, die Kinder wirken wie kleine Erwachsene. Das war genau das Ziel, laut Artikel, um die damit verbundenen Reaktionen auszulösen.

  6. Hm, wenn das keine echten Zigaretten sind – was dann? Eines der Fotos zeigt, dass das Mädel den Rauch aus der Nase bläst. Was ist das dann für ein Rauch? Ich möchte meinen, als ehemalige Raucherin, dass jedweder Rauch, ob er nun Nikotin enthält oder nicht, die Atemwege und Lungen reizt. Um das auszuhalten und dann auch noch den Rauch so selbstverständlich aus der Nase zu entlassen muss man schon üben.
    https://www.stern.de/fotografie/smoking-kids-die-widerspruechlichkeit-des-rauchens-1950188-c661eb88d1527feb.html
    Oder sitze ich gerade Photoshop auf?

  7. ..diese Bilder sind nicht abschreckend, man denkt auch nicht (wie im Fall des rauchenden Kleinkindes, der die Fotografin angeblich auf die Idee brachte) „Ach, wie schrecklich, das arme Kind“.
    Diese Bilder sind Zigarettenreklame par excellence, sie sind cool, stylish und ästhetisch, und deshalb völlig verfehlt!

  8. eine Päderasten macht es ja an,das ein Kind unschuldig wirkt,
    wenn ein Kind nicht mehr als Kind wirkt,ist es für eine Päderasten auch nicht mehr interessant.
    Persönlich glaube ich,das die Bilder keinen einzigen Raucher von seinem Laster befreien werden.
    Da hilft eher so eine Kampagne

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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