Relativierungen


Ach ist es nicht schön, wenn „Armut“ doch gar keine ist? Hey, an alle armen Leute da draußen: Ihr seid selbst schuld, schließlich ist jeder für sich selbst verantwortlich.

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Veröffentlicht am 18. Dezember 2012, in ärgerlich. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 5 Kommentare.

  1. Ich schäme mich auch schon dauernd, das ich im Rentenalter Sozialhilfe beantragen und Euch Jungen auf der Tasche liegen muss …

  2. ein anderer Stefan

    Der Armutsbericht der Bundesregierung, der vor allem ein Armutszeugnis für die Regierung selber ist, die geplante Armut die als ALGII läuft und für die man als Betroffener alles offenlegen muss, die Weigerung, einen Mindestlohn einzuführen, die Ausweitung von Minijobs, das Weglügen von Arbeitslosen in Ein-Euro-Jobs…

    Ja, Armut ist offenbar gewollt. Warum? Weil dann die ach so gegängelten Unternehmer mehr psychischen Druck auf die „noch“ Arbeitenden ausüben können, die nächste Lohnkürzung hinzunehmen (die sich auch gerne mal als Wegfall von Sonderzahlungen oder verlängerter Arbeitszeit oder stillschweigend akzeptierte Mehrarbeit ohne Ausgleich verkleidet). Wenn ich z.B. bei Opel arbeiten würde, würde ich denen was vor die Vorstandsetage kacken, aber keine weitere Lohnkürzung akzeptieren – es hilft ja am Ende doch nichts. Man schneidet sich nur ins eigene Fleisch – wer dann doch arbeitslos wird, kriegt noch weniger ALG I als ohnehin schon. Und von Altersarmut, die sich ja auch aus zu geringen Rentenbeiträgen zu einer Rentenkasse, die eh den Namen nicht mehr verdient, ergibt, ganz zu schweigen. Und wer als Arbeitnehmer dann aufgrund des psychischen Drucks krank wird, wird ganz schnell aussortiert.

    Auf der anderen Seite muss sich „Leistung wieder lohnen“, damit die Damen und Herren Vorstände die nächste Milliarde in die Schweiz schaffen können. Erbschaftssteuer? Ach, die armen Erben sind ja so gebeutelt, das schaffen wir mal ab. Vermögenssteuer? Warum sollte der Staat was von den Milliarden haben wollen? Der Staat braucht ja kein Geld. Einkommenssteuer? Wer zahlt denn wirklich den Spitzensteuersatz? Wer so viel verdient, kann mit dem deutschen Steuerrecht ja „kreativ gestalten“. Und wenn doch der Staat was haben will, gehts eben in die Schweiz. Und sich dann aufregen, wenn sich die Länderfinanzminister illegal die Steuerdaten besorgen? Das ist doch schon Notwehr.

    • /signed

      Dass Armut politisch gewollt ist, war ich mir schon länger sicher. Warum sonst tut die Politik nichts gegen Aufstocker, Geringverdiener etc. und toleriert es, dass diverse Unternehmen, die doch Löhne zahlen müssen, bei der Personalführung – sagen wir mal – „kreativ“ werden? Stichwort nicht gewährte Pausen oder Überstunden, kostenlose Probearbeiten, die über mehrere Wochen gehen,…

      Es ist so viel explosives Potential da in der „Unterschicht“ – aber statt aufzustehen ist sie resigniert und kampfesmüde. Tja, hat einen Vorteil für die Politik, dass Arbeitslosigkeit und Armut nicht selten in die Depression führen…

  3. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich gelesen, dass die Arbeitsstunde in Deutschland viel zu billig sei.

    Verständlich – denn im Inland gibt es keine Kaufkraft mehr (von den Reichen mal abgesehen). Nur der Export hat etwas davon. Allerdings – was bringt es ihm, wenn er seinen Mitarbeitern so wenig zahlt, dass sie im Inland nichts davon kaufen können?

    Ich denke auch, Armut ist gewollt. Denn so läßt sich das Volk leichter unterdrücken – seien es nun die ALG-2-Bezieher oder die noch-Arbeitenden.

    Es ist einfach nur traurig – ganz besonders für diese Regierung.

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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