Asperger-Syndrom und Autismus


Yay, die derzeitige Berichterstattung im allgemeinen und hier in Deutschland im Besonderen zu dem Thema ist ja nur noch zum kotzen. Diese kleinen Hobbypsychologen sollte man doch… egal, versuchen wir doch mal über die Erkrankungen (denn das sind sie und sonst nix) aufzuklären. Die Links führen ALLE zur Wikipedia, die Artikel dort sind eigentlich ziemlich gut, um einen ersten Überblick zu verschaffen.

Kleiner Hinweis: Ich habe kein Asperger und kenne auch keinen mit Asperger (wobei, hab soeben rausgefunden, kenn doch einen *g*). Falls ich hier irgendwas sachlich fies falsch aufgeschrieben hab – Kommentare sind offen und ich arbeite das gerne um.

Asperger-Syndrom:

Diese Menschen fühlen genauso wie jeder andere. Sie fühlen Schmerz, sie fühlen Traurigkeit und die gesamte Palette der Emotionen, die wir alle fühlen. Nur: Sie können diese Emotionen nicht bei anderen erkennen und daher auch nicht adäquat reagieren, wenn sie überhaupt reagieren können. Das ist es, was Asperger ausmacht: Man fühlt, kann aber weder die Emotionen der anderen erkennen noch selbst die richtigen Signale senden.

Da Menschen mit Asperger ansonsten völlig normal sind, stellenweise sogar äußerst schlau, wirken sie auf ihr Umfeld oft sehr merkwürdig und seltsam.

Was sie gerade in der Schule zu Zielen für Bullying und Mobbing macht. Kinder und Jugendliche sind „Weirdos“ nicht sonderlich nachsichtig gegenüber. Und in der Gruppe, wenn die sich gegenseitig hochpushen, eh nicht.

Es gibt ja auch inzwischen Stimmen, die Asperger nicht als Erkrankung ansehen, sondern als Extremausschlag in der Bandbreite der emotionalen Entwicklung, dafür spricht auch, dass die Trennschärfe zwischen Hochfunktionalem Autismus (also Autismus ohne geistige Beeinträchtigung) nicht gegeben ist.

Wenn das richtig ist, würden Menschen mit Aspergersyndrom unter „noja, is a bissi komisch, aber sonst ganz patent“ laufen.

Autismus:

Na? Wer hat alles noch RainMan im Kopf, wenn er Autismus hört und die Wunderdinge, die Autisten tun können? Ich darf euch versichern: So ist Autismus nicht. Es gibt Fälle mit Inselbegabung, aber das ist bei weitem nicht so weit verbreitet, wie viele glauben. Autisten können, ähnlich wie Menschen mit Asperger, nicht auf ihre Umwelt reagieren. Sie haben ein Defizit bei der Informationsverarbeitung. Daher sind viele z.b. auch auf strikte Rituale angewiesen, einen starren Rahmen. Mit Veränderungen kommen sie nicht oder nur schwer klar.

Was das jetzt mit dem Amoklauf in den USA zu tun hat?

Überraschung: Nix.

Derzeit ist noch nicht mal klar, ob der Täter überhaupt Asperger hatte. Der war ein wenig seltsam, aber da sind ein paar Dinge, die bei mir nach wie vor die Alarmglocken hochgehen lassen und die von den Medien so gar nicht hinterfragt werden.

Die Augsburger Allgemeine zum Beispiel erzählt, dass der Täter als klug, aber introvertiert beschrieben wird. Das macht aber noch lange keine Asperger-Diagnose. Ebensowenig macht die Tatsache, dass er im Tech-Club war, aus ihm einen Menschen mit Asperger.

Aber Tech-Club sind Nerds und Nerds werden in den USA von den Jocks gemobbt. Und zwar stellenweise richtig übel.

Wie ich auf Bullying komme?

Spiegel Online hats praktisch schon geschrieben:

Nach Beschreibung eines Lehrers konnte Lanza anscheinend keinen seelischen oder körperlichen Schmerz fühlen. „Wenn der Junge sich verbrannt hätte, hätte er das nicht bemerkt oder gespürt“, sagt Richard Novia, ein ehemaliger Berater des Technik-Clubs der Newtown High School, an der Lanza einst Schüler war.

So. Da ist ein Lehrer, der weiß, dass einer seiner Schüler keinen Schmerz fühlt. WTF? Woher weiß der Lehrer das eigentlich? Hat ers ausprobiert, indem er mal ein bisschen Hand angelegt hat? Woher weiß ein Lehrer, dass sein Schüler keinen Schmerz spürt? Vor allem, wenns der BERATER eines Technik-Clubs ist, wo du eher nicht Tätigkeiten nachgehst, die dich verletzen können.

DAS sind die Fragen die die Medien stellen sollten, stellen MÜSSEN.

Auch die Aussage eines ehemaligen Klassenkameraden des Täters: „Hm, ne, der war schon komisch, aber wir haben den immer in Ruhe gelassen, der war ja praktisch unsichtbar“ – wenn du weißt, wie gemobbte Kinder an den Schulen reagieren (die versuchen, sich möglichst unsichtbar zu machen, damit sie schlicht übersehen werden. Ignoriert werden ist immer noch besser als gemobbt werden), dann HALLO?

Und seine Mutter hat ihn aus der Schule genommen, weil er „nicht klarkam“ – kam ER nicht klar oder kam er mit seinen Mitschülern nicht klar? Wenn eine Mutter von jetzt auf gleich auf Homeschooling entscheidet, und das bei einem sechzehnjährigen, wenn ich das richtig gesehen habe, dann stinkt das.

Wenn Hufgeklapper ertönt, dann ist da ein Pferd und kein Zebra.

Oder anders gesagt, liebe Medien: Wenn so ein Mensch durchdreht, sucht die Mobber und nicht das Aspergersyndrom. Danke.

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Veröffentlicht am 17. Dezember 2012, in alltägliche Katastrophen. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 27 Kommentare.

  1. „Diese Menschen fühlen genauso wie jeder andere. Sie fühlen Schmerz, sie fühlen Traurigkeit und die gesamte Palette der Emotionen, die wir alle fühlen. Nur: Sie können diese Emotionen nicht bei anderen erkennen und daher auch nicht adäquat reagieren, wenn sie überhaupt reagieren können. Das ist es, was Asperger ausmacht: Man fühlt, kann aber weder die Emotionen der anderen erkennen noch selbst die richtigen Signale senden.“

    Recht verallgemeinernd. Leute mit Asperger sind so individuell wie alle anderen Leute auch und es gibt auch manche Aspis, auf die die Beschreibung da oben so gar nicht zutreffen will.
    Bei mir persönlich glaube ich schlicht, dass ich länger gebraucht habe, um Emotionen anderer zu verstehen, aber wenn ich heute jemanden sehe, der traurig, gestresst oder genervt ist, bemerke ich das auch. Entsprechend habe ich auch gelernt, traurig, gestresst oder genervt zu wirken – Es dauerte nur etwas länger, das zu lernen.

    Das so viel dazu. Rest des Artikels kriegt einen Daumen hoch – Besonders der Teil zu Autismus selbst.

    (P.S.: Ich wurde nicht „gehänselt“ (wie es zu meiner Schulzeit noch hiess), die anderen Kinder hatten Angst vor mir und meinem Temperament.)

    • Das Problem im Blog – bis zu einem gewissen Punkt muss ich verallgemeinern, sonst wirds zu lang. 😉

      Mir gehts vor allem darum, diesen Generalverdacht zu widerlegen und da helfen Verallgemeinerungen bei dem Verständnis schon ganz gut weiter. Die Details kann man dann ergründen, wenn man vor einem Betroffenen steht, aber für eine erste Idee „Was ist das eigentlich“ reichts.

      Und nicht jeder wird „gehänselt“ – aber wenn ich mir das dürre Kerlchen auf den Bildern so angucke würd ich jede Wette eingehen, dass der auf der Mobbingliste ganz oben stand.

  2. „Woher weiß ein Lehrer, dass sein Schüler keinen Schmerz spürt? Vor allem, wenns der BERATER eines Technik-Clubs ist, wo du eher nicht Tätigkeiten nachgehst, die dich verletzen können.“
    Och, das würde ich so nicht sagen – vielleicht hat er sich bspw. beim PC-Basteln ‚mal übel geschnitten/gequetscht oder irgendetwas in der Art, ohne irgendeine Reaktion zu zeigen. Klar kann man da jetzt viel spekulieren, aber man muss ja nicht immer vom Schlimmsten ausgehen.

    • Du spielst hierauf an, oder?
      http://de.wikipedia.org/wiki/Heredit%C3%A4re_sensorische_und_autonome_Neuropathie_Typ_IV

      Glaub mir – wenn der DAS gehabt hätte wär das schon durch die Gazetten gegangen. Das ist so selten, dass das erwähnenswert gewesen wäre. Hinzu kommt, dass der Täter als clever galt. Wer diese Erbkrankheit hat, ist das eher nicht.

      • Nein, ich spiele auf nichts dergleichen an, dazu habe ich viel zuwenig Ahnung von der Materie.
        Ich hatte Deine Aussage so verstanden, dass aus der Aussage des Lehrers „er spürte keinen Schmerz“ klar hervorgeht, dass er gesehen hat, wie der Junge (von seinen Mitschülern) gequält wurde. Und meine einzige Anmerkung hierzu ist, dass es auch in einem Technik-Club massig Gelegenheiten geben kann, wo der Junge sich verletzt haben kann, ohne ein „normales“ Schmerzempfinden zu zeigen, und man nicht immer vom schlimmsten Fall (von den Lehrern geduldete Quälereien) ausgehen muss.

        • Es muss ja nicht mal sein, dass der Lehrer das selbst herausgefunden hat. Ist eine seltsame Reaktion auf Schmerz nicht etwas, was relativ schnell und leicht die Runde machen könnte? Auch ausserhalb der Schule?

        • Äh ne, da haben Sie mich missverstanden, Miss *g*

          Zunächst hast du mit einem recht: Nichts genaues weiß man nicht und ich denke, wir werden noch überrascht sein, was die Ermittler da noch rausbekommen. Die Medien sind es in erster Linie, die gerade die Asperger-Sau durchs Dorf treiben und die Betroffenen damit unter Generalverdacht stellen. Und da will ich die weg haben.

          Persönlich bin ich der Meinung, das der junge Mann gemobbt wurde und irgendwann mal durchgedreht ist, begründet hab ich das mit dem, was inzwischen bekanntgeworden ist unter dem Vorbehalt, dass hier Gerüchte kolportiert werden.

          Wenn du dir die Finger quetschst, dann zeigst du Schmerz. Da kann man eigentlich ein Ausrufezeichen setzen. Es gibt mir keine bekannte Krankheit außer der Neuropathie, die ich verlinkt habe, wo du bei extremen Verletzungen (der Lehrer sprach von Verbrennungen) nicht mit irgendeiner Schmerzäußerung reagierst. Daher: Woher weiß der Lehrer, dass der keine Schmerzen gespürt hat? WENN die Aussage korrekt übersetzt wurde. Das darf man ja auch nicht vergessen.

          Ich find persönlich ja den Anspruch der Medien „nu ist das schon 2 Tage her und wir wissen immer noch nicht, warum der das gemacht hat, was MACHEN die Ermittlungsbehörden eigentlich und da müssen wir mal selbst wild in der Gegend rumspekulieren“ ziemlich übel.

          Bis zu einem gewissen Grad mach ich das grad auch, aber durch meinen früheren Job, die dortigen Erkenntnisse und vor allem nach Durchsicht etlicher Berichte zu dem Thema bleibt für mich nur der Schluß:

          Das war ein Amoklauf mit Ansage. Weil die alle ihr Sozialleben nicht im Griff haben. Mobbing ist in den USA ein richtig dickes Problem aber die Schulen halten das meist unter dem Deckel weil sie auf die Schulgelder angewiesen sind und keiner sein Kind in eine Schule schickt, wo es gemobbt wird.

  3. ein anderer Stefan

    Zu Asperger und Autismus kann ich nichts sagen. Die spekulativen Versuche, eine scheinbar objektive Begründung für Amokläufe zu finden (egal ob Asperger, Killerspiele oder Heavy Metal), resultieren m.E. daraus, dass man erstens die Ursache finden will und zweitens sich aber auch selbst bestätigen will „Ich bin ja normal, mir passiert sowas nicht“. Da gibt es nur leider schlechte Nachrichten: Die größten Massenmörder der Geschichte gelten (im Nachhinein betrachtet) als „normal“ im dem Sinne, dass ihre psychische Verfassung innerhalb des Spektrums liegt, der nach heutigem Verständnis als nicht krankhaft gilt. Eiskalt, gnadenlos, sadistisch? Sicher. Aber eben nicht krankhaft. Will sagen, das Potential zum Mörder liegt in jedem Menschen – oder wer hat noch nie gedacht „Den würde ich am liebsten umbringen“? „Falling Down – ein ganz normaler Tag“ mit Michael Douglas bringt das gut rüber.

    • Das sind alles unscharfe Definitionen. Massenmord und Amoklauf gleichzusetzen widerstrebt mir. Amokläufer wie z.b. der von Erfurt haben eine völlig andere Grundlage als es z.b. ein Massenmörder wie Fritz Haarmann.

      Irgendwie bin ich da Nitpicker, ich gebs zu, aber wenn du sowas verhindern willst, musst du dir genau angucken, warum jemand durchdreht.

      • ein anderer Stefan

        Mir ging es auch eher darum, dass ich diese Erklärungen vor allem für eine Selbstberuhigung halte – „mein Kind würde so was nie machen“. Mit dem Argument „der war ja nicht ganz dicht“ habe ich eine bequeme Erklärung und muss nicht nach anderen Erklärungen suchen, die dann vielleicht weitaus unangenehmer sein können.

        • Genau darum will ich zumindest hier genau das verhindern. Die bequemen Erklärungen reichen nicht. Auch bei uns nicht mehr. Man kann nicht die Sicherheit hochschrauben und dann glauben, man hätte alles getan – und gleichzeitig in den Schulen die Sozialarbeiter runterfahren.

          Ich weiß, ich wiederhole mich, aber wir brauchen pro SCHULE einen Vollzeitsozialarbeiter. In Brennpunktschulen auch 2. Nicht pro Woche mal einen für zwei Stunden.

          • ein anderer Stefan

            Hah. Es reicht ja nicht mal für ausreichend Lehrkräfte oder brauchbare Schulgebäude. Banken retten ist ja auch wichtiger, die sind ja systemrelevant. (Ja, ich weiß, andere Töpfe etc.blabla. Trotzdem werden hier m.E. Prioritäten massiv falsch gesetzt. Wenn ich heute keine jungen Leute mehr vernünftig bilde, wer soll dann morgen in den systemrelevanten Banken arbeiten?) Um das Schulsystem mal von innen zu sehen, empfehle ich Philipp Möller „Isch geh Schulhof“. Sozialarbeiter? Ham wa gelacht. Alles, was das Etikett sozial trägt, wird doch seit mindestens 10, vielleicht auch 20 Jahren in diesem Land massiv abgebaut. Passend dazu wird der aktuelle Armutsbericht auf Intervention der FDP massiv beschönigt. Glauben die Schwachköpfe eigentlich selber, was sie sich da in die Tasche lügen?

            • Stefan, Ausstattung von Bildungseinrichtungen ist ein anderes Thema – und wie ich im Alltag jetzt verstärkt merke, vor allem auch abhängig vom Bundesland und durchaus auch vom Engagement gerade auch der Schulleitung.

              Gut, Sozialarbeiter fehlen in allen Ländern. Aber es gibt durchaus Schulträger (Landkreise), die zum Beispiel Geld dafür locker machen, dass Sozialpädagogen und ähnlich ausgebildete Leute in den Hauptschulen sitzen und sich dort darum kümmern, dass die Schüler ausbildungsfähig werden UND eine Stelle bekommen. Und das funktioniert!

              Nur sind solche Projekte leider eben schulträgerweit oder höchstens bezirksweit. Das heißt – das Geld wäre da, wenn es sein muss. Man braucht nur Leute an den richtigen Stellen, die es einsetzen. 😦

  4. ..der Sohn meiner Cousine ist Autist.
    Nonkommunikativ.
    In den USA.
    Die Reaktionen der Umwelt reichen von „Tragt Gottes Bürde in Demut“ bis zu „Komm weg, Nigel, damit du dich nicht ansteckst!“
    Ich fürchte, das wird jetzt nicht besser.

  5. Vielleicht sollten die, statt über irgendwelche Sonderbarkeiten zu spekulieren, mal dafür sorgen, dass man nicht so leicht an Waffen kommt. Denn eines hatten (auch die deutschen) Amokläufer gemeinsam: Sie hatten Zugang zu Waffen.

    • Nö. Die erste Forderung war ja schon: Mehr Waffen zur Selbstverteidigung. Das ist mit Logik nicht mehr nachvollziehbar.

      • ein anderer Stefan

        Liebe Waffen für alle als Krankenversicherung für alle. Ist doch total logisch – wenn sich genug Leute umbringen, bleibt für den Rest mehr zum Leben und auch für die Gesundheitsversorgung.

        Klar, eine Grundschullehrerin wird im Falle eines Amoklaufs ja auch cool ihre Waffe ziehen und den Angreifer erledigen – ist doch auch logisch.

        Die Haltungen, die da einige (viele) Amerikaner vertreten, kann ich auch nicht mehr nachvollziehen.

        • ein anderer Stefan

          Grmbl… ich kaufe ein „r“.

        • Genau das ist das, was ich auch nicht verstehe und was man eigentlich nur vor dem Hintergrund „Ayn Rand“ verstehen kann, die für viele Amis eine Art Bibel fürs Leben geschrieben hat. Furchtbare Frau.
          http://de.wikipedia.org/wiki/Ayn_Rand

          Aber vor DEM Hintergrund bekommt das ganze wieder Sinn. Danach ist jeder für sich selbst verantwortlich, uneingeschränkt. Eine Verantwortung der Gemeinschaft für den Einzelnen gibt es nicht. Wenn jemand nicht klarkommt, hat er Pech gehabt und ist ein Schnorrer, dem man auf der Straße, wo er dann hingehört, nen Dollar zuwirft.

          Krankenversicherung sind nach der Geisteshaltung dem Gemeinwesen zugeordnet und damit von Übel – wer ne Krankenversicherung haben will, soll sich doch versichern. Wenn ihn keiner nimmt, weil er zu krank ist oder die Prognosen zu schlecht sind, hat er halt Pech gehabt.

          Waffenbesitz vor dem Hintergrund macht auch Sinn. Du bist für dich und die Deinen verantwortlich, es obliegt DIR allein, sie zu schützen. Und um das tun zu können brauchst du Waffen. Die Polizei ist nicht dazu da, um das Gemeinwesen zu schützen sondern die Einhaltung der Regeln zu überwachen.

          Ich bin – alleine aufgrunddessen – davon überzeugt, dass die USA auf einen Bürgerkrieg zusteuern. Diese Politik setzt zuviele Leute dem Hunger aus und überläßt sie der Wohlfahrt. Das System wird irgendwann zusammenbrechen, weil eben auch die Kirchengemeinden, die dort die Aufgabe des Sozialstaates übernehmen, sich sehr genau aussuchen WEM sie helfen. Und wenn einer nicht genauso kuscht wie die Kirche, die sie unterstützt brüllt, dann wird auch gerne mal zusammengestrichen.

          Das Wohlfahrtsprinzip ist da halt kein Recht, was jedem zusteht, sondern du hast Glück, wenn du in eins der Programme aufgenommen wirst.

          Sozialhilfe haben die da übrigens auch. 5 Jahre bekommst du die. Im Leben. Altersarmut? Tjo, wohl nicht vorgesorgt.

          • ein anderer Stefan

            Gut, das erklärt einiges. Aber selber hat sie Sozialhilfe und Medicare in Anspruch genommen – das passt ja auch nicht recht zusammen. Im übrigen: Kapitalismus ist moralisch? Selten so gelacht, Herr Greenspan. Erzählen Sie das mal den Leuten, die in der Bankenkrise ihr Haus verloren haben. Ich finde die Grundidee der sozialen Marktwirtschaft nach wie vor brauchbar. Den Raubtierkapitalismus US-amerikanischer Prägung, der womöglich auch zur Verrohung der Sitten und der Moral führt, brauche ich nicht.

        • Das Problem sehe ich ganz woanders:
          Wenn nun ein Amokläufer in die Schule kommt und eine Salve abfeuert, wird irgend ein hollywoodverseuchter Lehrer und selbsternannter Held seine Waffe ziehen und zurückfeuern. Dann kommt am anderen Ende des Gangs ein anderer Lehrer und sieht: „Der Kollege ist durchgedreht schiesst auf einen Schüler!“
          Was macht der? Vielleicht zückt er seine eigene Waffe und feuert nun seinerseits auf den Lehrer. Chaos entsteht, niemand ist für irgend etwas verantwortlich und das ganze Drama wird zehnmal schlimmer, als es bereits war. Die Polizei trifft ein und sieht eine ganze Schule von Leuten, die sich irgendwo mit ihrer Waffe verstecken und glauben, alle anderen seien die Amokläufer hier.

          In einem Worst Case-Szenario wären in dieser Schule deutlich mehr als 26 Leute verstorben, hätte jeder Lehrer eine Waffe bei sich gehabt.

  6. DerRegionalsender von RTLin Hannover hat tatsächlich eine gute Wochendoku dazu gemacht. (http://rtlregional.de/player.php?id=16219&tag=gegen%20die%20angst&seite=0) Ich kenne Alexander persönlich und meiner Meinung nach ist das einer besten Menschen den ich kennen lernen durfte.

    • ein anderer Stefan

      Ich habe mir gerade mal die fünf kurzen Filme angesehen. Ich bin erstaunt, dass RTL hier doch ein differenziertes und recht sachliches Bild des Autismus zeichnet. Das hätte ich dem Sender gar nicht zugetraut. Sehenswert.

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