Warum ich die Kirchen nicht mag


In letzter Zeit sind einige Dinge in meinem Postkasten gelandet, wo ich mich ernsthaft gefragt hab, ob noch alle Beteiligten ganz knusper sind.

Und man kann sicher sein – irgendwo bei allen Fällen spielte die Religion mit rein bzw. war dir Ursache für viel Leid.

Fangen wir doch mal bei der katholischen Kirche an und gucken, wie sehr sie aus den Missbrauchsfällen gelernt hat.

Alleine aus diesem Artikel kann man soviel rausziehen, dass es einem schlecht werden kann. Ich pick die Details mal raus. Und ich rede jetzt nicht von der Tatsache, dass dieser Widerling K.-O.-Tropfen benutzt hat um die Jungs zu betäuben – das ist selbst für einen katholischen Priester ein neues Niveau an Niedrigkeit.

Sondern mir gehts um ein paar, fast vernachlässigte Details:

Der Vater, ein Arzt, war nach Informationen des Münchner Merkur von Anfang an skeptisch – die Mutter verehrte Pater F. Um seine Ehe nicht zu gefährden, sah das Familienoberhaupt zu, wie die Freundschaft zwischen dem Geistlichen und einem seiner fünf Söhne immer enger wurde. Und Pater F. die Eltern gegeneinander ausspielte.

Bitte WAS? Wie kann sich die Mutter eigentlich noch im Spiegel angucken? Und weil der Vater die „Ehe“ nicht „gefährden“ wollte, hat er einfach mal den Priester machen lassen? Hier gehören beide Eltern mit dem Kreuz geschlagen bis sie Lumpen kotzen. Die Mutter für ihre Blindheit und der Vater für seine Feigheit. Es sind genau diese Art „Eltern“ die ich gerne von jeder Erziehungsberechtigung weit weg hätte. Studiert oder nicht, die Kinder habens auszubaden.

Der Geistliche habe ständig Körperkontakt zu den jungen Männern gesucht. Einmal habe er in der Runde ein Streichholz angezündet, mit den Worten: „Das brennt zwei Mal.“ Er zeigte auf die Flamme – und drückte sie einem der Söhne auf den Arm. Der Bub ist heute 18, die Narbe ist noch immer zu sehen.

Bitte WAAAAAS? Und die „Eltern“ sind nicht eingeschritten? Was für ein perverses Arschloch ist dieser „Fürsorger“ – und wieso kann sowas in der Seelsorge tätig sein? Ich hoffe ja immer noch, dass es die Hölle der Christen wirklich gibt. Wenn ICH drin lande, kann ich wenigstens Befriedigung daraus ziehen, dass DIE auch drin brutzeln. Und ich hoffe, auf kleiner Flamme.

Dem Studenten wurde die Freundschaft zunehmend zu eng. Doch er traute sich nicht, sie zu beenden. Erst im Juni teilte er Pater F. per Internetchat mit, dass er Abstand möchte. Der 48-Jährige drehte durch. Er bombardierte den 22-Jährigen mit E-Mails und SMS. Dann gab er sich als der EU-Beamte aus, bei dem der Student ein Praktikum machen wollte, fingierte sogar eine Mailadresse. Erst nach einer Weile wurde das Opfer stutzig. Die Polizei verfolgte schließlich die IP-Adresse – sie führte zum Computer des Geistlichen. Das Stift konfrontierte ihn damit, er gab es „zerknirscht“ zu, sagt Pater Jeremia. Seine Liebe habe sich in Hass verwandelt. Vom Missbrauch war keine Rede.

Der ist PRIESTER. Zölibat und so? Da war offenbar eine Beziehung zwischen den beiden und von den Oberen hat das *keiner* hinterfragt? Alleine das ist schon absolut unglaublich, aber die Aussage „seine Liebe habe sich in Hass verwandelt“ von einem SPRECHER des Stifts Melk… hallo? Der hat Priesterweihen und das Stift sagt lapidar, dass sich da Liebe in Hass verwandelt? Leute, entweder, ihr nehmt das Zölibat ernst und handelt entsprechend oder ihr tretet diese Tradition aus vergangenen Zeiten, die ihren Sinn schon lange überlebt hatte, wenn sie je einen Sinn hatte, endlich auf den Müllhaufen der Geschichte. Und nehmt die Beschneidung gleich mit.

Denn Pater F. wirkte seit August 2007 zwar in Österreich – doch seine früheren Stationen liegen alle in Oberbayern. Zumindest lose Kontakte muss er haben: So zelebrierte er im Juni 2010 einen Festgottesdienst in Schlehdorf mit.

Yay. Dann guckt doch mal nach missbrauchten Kindern in den Dörfern. Ich glaube, da werdets fündig. Solche Verbrechern ziehen eine Spur der Verwüstung hinter sich her. Und dieses Arschloch bitte in den Knast abschieben. Nicht nur einfach in ein Kloster. Die Hexen habts ja auch der weltlichen Gerichtsbarkeit übergeben und DIE hatten weitaus weniger Schuld auf sich geladen als dieser Mensch.

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Nächstes Thema. Der christliche Menschenfreund und Sangesheulboje Xavier Naidoo. Der sich auf Facebook inzwischen ne Stellungnahme rausgeschraubt hat. Bzw. seine PR-Agentur.

Der mit seinem neuen Best Buddy Kool Savas ne CD gemacht hat. Mit einem Hidden Track. Abgesehen von der absolut unterirdischen Wortwahl übergebe ich an der Stelle das Wort an Twister. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Und jedes Wort an diese zwei Idioten ist verschwendete Lebenszeit.

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Eins meiner liebsten Webseiten steht gerade unter Dauerbeschuß. Endlich, endlich endlich wird diesen selbstgerechten Vollhonk das Maul gestopft. Und wer jetzt mit Zensur kommt, dem hau ich die Zensurbake über die Rübe.

kreuz.net ist die schlimmste Seite, die wir derzeit im deutschsprachigen Raum haben. Schwulenhetze, Rassismus, für jeden ist etwas dabei, jedes Klischee wird bedient und alles in einem Deutsch und einem Duktus, da rollts dir die Fußnägel auf. Die Texte dort sind nur schwer erträglich zu lesen, wenn man nur einen Funken Anstand im Leib hat.

Endlich wird gegen die Idioten ermittelt und man zieht sich nicht mehr auf „die Server stehen im Ausland“ zurück – das funktioniert nicht mehr, DAS wenigstens hat Ursula von der Leyen in die Köpfe der Menschen gerückt.

Die Kirche hat ja im Brustton der Überzeugung proklamiert: „UNSERE Priester machen sowas nicht“ – ne is klar, haben die zuviel damit zu tun, hinter Kindern hinterherzujagen? Und Zollitzsch hat vollmundig angekündigt, dass jeder, der bei der Mitarbeit von kreuz.net erwischt wird, die volle Bandbreite der kirchenrechtlichen Konsequenzen zu spüren bekommt.

Oi, da war ich aber mal gespannt. Und richtig, kaum hams einen mit der Hand in der Hose erwischt, ist das ja alles nicht so schlimm. Ja, klar, die Seite, die ist ja schon irgendwie böse und voll gemein zu schwulen, aber DER hat das ja gar nicht so gemeint und der war auch gar nicht so schlimm. Pfarrer Jolie wars. Bekennender Rechtsaußen, aber *er* hat natürlich keine bösen Texte verfaßt.

Woran erinnert mich das doch gleich…wartet, ich habs gleich…ja genau, der hier wars.

Die Gesinnung bei beiden ist die gleiche.

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Katholisch bis zum Tode. Nur leider nicht der des Katholiken. Sondern in dem Fall eine Hindu, die noch nicht mal an Jesus glaubt.

Da liegt eine Schwangere mit einer sich anbahnenden Fehlgeburt. Die Ärzte machen noch Herzschlag aus, Abtreibungen in Irland sind verboten, also warten die Ärzte bis das Kind endgültig tot ist. In der Zeit (die Rede ist von 3 Tagen) hat die Mutter furchtbare Schmerzen, sie stirbt danach an einer Sepsis.

Bei aller Vorsicht – auch bei Schwangerschaften und Fehlgeburten kann es immer wieder zum Tod kommen – dieser Fall ist ein Highlight, wie verlogen die Abtreibungsdiskussion ist. Das Kind wäre so oder so gestorben, eine Abtreibung wäre medizinisch indiziert und in Irland wohl auch möglich gewesen. Doch weil sie in einem katholischen Krankenhaus lag, wurde diese Abtreibung verweigert.

Dieses Krankenhaus hat den Tod eines Menschen verursacht und das aus niedrigen Beweggründen.

Hauptsache, dem Glauben ist Genüge getan. Und als Hindu kann sie ja im Nirwana jetzt glücklich werden.

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Falls ich *irgendwem* in seinem christlichen Selbstverständnis auf die Füße getreten bin: GUT.
War beabsichtigt.

Ich bin derzeit nicht bereit, einer Religionsgemeinschaft (und da kannst grad nehmen welche du willst, mir echt Hupe) noch irgendwelche Zugeständnisse zu machen. Die sollen ins Private gehen, für das öffentliche Leben sind die über.

Sie können keine moralischen Werte mehr geben, denn ALLE saufen Wein und predigen Wasser. Sie haben jegliche moralische Existenzberechtigung verloren, sie sind nur noch auf ihr „Image“ bedacht und lassen dabei ihre Opfer mal wieder über die Klinge springen.

Seit der Zeit der Hexenverbrennungen hat sich nichts geändert. Wo „Religion“ draufsteht ist Intoleranz drin. Es gibt einige wenige Ausnahmen, aber die gehen im Gros des lauten Extremen derzeit unter.

Nach wie vor gilt: Jeder soll glauben, woran er will, aber er soll die Pfoten von anderen Leuten machen und endlich aufhören, die eigenen Moralvorstellungen auf andere zu übertragen.

Für ein „Wertesystem“ sind wir alleine verantwortlich und keiner sonst. Wir sind dafür selbst verantwortlich, wie unsere Gesellschaft zu funktionieren hat und keiner sonst. Wir können und dürfen das keiner Kirche überlassen, die von alten, bestenfalls ignoranten, meist aber ängstlichen Männern regiert wird, die die Welt heute nicht mehr verstehen und versuchen, zur früheren Zeiten zurückzukehren.

Wir dürfen das keinen Religionsgemeinschaften überlassen, die, ohne drüber nachzudenken, Kinder fürs Leben zeichnen – im Namen ihres Gottes. Und wir dürfen das keinen Religionsgemeinschaften überlassen, deren Kastensystem auf Ausgrenzung beruht und nicht auf Integration.

Derzeit ist die einzige Religion, die ich *einigermaßen* akzeptieren kann, weil sie eben weder missioniert und eher eine philosophische Lebensanschauung ist, der Buddhismus.

Alle anderen Religionen haben einer wie der andere ein Schild auf der Stirn.

„EPIC FAIL“

Falls sich jemand fragt, ob ich sauer bin?

Und fragt nicht wie. Ich brauchte das hier mal als Ventil um das rauszulassen.

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Veröffentlicht am 16. November 2012, in ärgerlich. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 19 Kommentare.

  1. ..vollbreitseitige Zustimmung!

    Wenn du noch was lesen willst (nix schlimmes):

    http://wortvogel.de/2012/05/kirchenaustritt-verleugnet-verachtet-verscharrt/

  2. oh Tantchen, jetzt hast Du’s „denen“ aber gegeben
    nur: es tut Dir zwar gut, aber ändern wirst Du damit nichts, aber auch gar nichts
    .. so lange „der alte Mann“ (und ähnliche) in Rom (oder sonstwo) auf Händen getragen werden ..

    mach‘ weiter, Donna Quichotte 😉
    Liebe Grüße
    Hajo

    • Ich gebe mich nicht der Illusion hin, dass ich etwas ändern kann. Das will ich eigentlich auch gar nicht.

      Wie gesagt, jeder kann, darf und soll auch an das glauben, was er möchte. Da hab ich kein Problem mit.

      Bis zu einem gewissen Punkt: Kinderfolter gehört dazu, Missbrauch auch. Wenn Erwachsene den Kirchen folgen wollen: Gerne.

      Pfoten weg von den Kids.

    • Auch eine lange Reise beginnt mit einem ersten Schritt… notfalls auch Schrittchens… 🙂

  3. Loretta Cosgrove

    Meine Zustimmung zu jedem Wort dieses Beitrags tipp ich grad mit geballten Fäusten…

  4. Ich denke, ich habe meine Meinung zu der Institution Kirche oft genug kund getan 😉

    Ich kann dir, Tantchen, nur zustimmen, hätte allerdings noch andere Ideen zum Umgang mit „Kirchen“.

  5. ..meinen comment frisst das system

  6. ein anderer Stefan

    Ich weiss schon, warum ich aus dem Verein ausgetreten bin. Letztlich ist Religion auch nur ein Vorwand. Es geht einzig und alleine um Macht, egal ob als „Oberhirte“ über das Volk der Gläubigen oder als Perverser über Kinder, von den diversen Fanatikern, die „und willst Du nicht mein Bruder sein, schlag ich Dir den Schädel ein“ zur Maxime erhoben haben, egal unter welchem Zeichen, mal abgesehen. Aber insbesondere die monotheistischen Religionen mit ihrem Ausschließlichkeitsanspruch haben hierfür ein immanentes Potential.

  7. Zu dem Vorfall in Irland: Ich kenne natürlich nicht alle Einzelheiten. Aber so, wie die Presse es kolportiert, scheint es hier um etwas ganz anderes zu gehen. Hier scheint ein Arzt einen ärztlichen Kunstfehler mit Hinweis auf ethische Motive vertuschen zu wollen.

    Natürlich hat ein Arzt auch das Recht auf Glaubensfreiheit. Und kein Arzt kann verpflichtet werden gegen seinen Glauben zu handeln. Er darf nicht gezwungen werden, eine Abtreibung durchzuführen.

    Aber: Wenn ein Kind im Mutterleib gestorben ist, ist die notwendige Operation nicht eine Abtreibung, sondern ein Curettage. Man kann keinen toten Fötus abtreiben, nur curettieren. Eine Curettage ist medizinisch zwingend erforderlich. Wenn der Arzt sie nicht durchführt, begeht er einen ärztlichen Kunstfehler. Der Tod der Patientin ist unausweichlich.

    Daraus folgt: der Arzt versucht sein Fehlverhalten zu vertuschen. Es ist kein Religionskonflikt, sondern ein Lügenverhalten.

    Ich hoffe, er kommt nicht damit durch.

    • ein anderer Stefan

      Da hat die Presse hier anders berichtet: Der Fötus hat noch gelebt und ist erst nach drei Tagen gestorben, bis dahin hatte aber die Mutter eine so schwere Blutvergiftung, dass sie an multiplem Organversagen gestorben ist. Das Abtreibungsverbot und der Verweis aufs Christentum spielten demnach schon von Anfang an eine Rolle. Was das allerdings mit Christentum („Liebe deinen nächsten“) zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht. Aber Christentum Katholizismus, auch wenn der alte Mann in Rom das gerne anders hätte – vielleicht liegts daran.

      Bei der Gelegenheit wurde darauf hingewiesen, dass das oberste irische Gericht schon vor 20 Jahren das Abtreibungsverbot als nicht rechtens kritisiert hatte, aber bisher das irische Parlament nicht den Arsch in der Hose hatte, das endlich zu ändern. Es musste wohl erst jemand sterben…

  8. Auch Nonnen scheinen gerne zu missbrauchen:
    http://german.ruvr.ru/2012_11_14/Nonne-wegen-sexueller-Bel-stigung-verhaftet/

    Beim Thema „Kirche“ könnte man manchmal gar nicht soviel essen, wie man kotzen möchte.

  9. Hi Jay,

    ich bin gerade zu faul, eine Email zu schreiben, wollte dir aber das hier zukommen lassen: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/missbrauch-katholische-kirche-in-niederlanden-liess-jungen-kastrieren-a-829437.html
    Du erreichst täglich viele Menschen… ich dachte, vielleicht willst du darüber was schreiben. Mir waren solche Fälle völlig unbekannt. Falls du das schon getan hast (die Suche hat nichts gebracht), ist das natürlich hinfällig 😉

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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