Kindle


Na, hat einer von euch einen? Nervös geworden ob dieser Nachricht?

Quintessenz: Du kaufst einen Kindle, Amazon stellt seine unterbezahlten Detektive an, die pullen einen Kai aus der Kiste und dein Kindle wird gewiped und dein Account geschlossen. Das Geld, was du für die ebooks bezahlt hast, bekommst du natürlich *nicht* wieder. Weil du ja die AGB verletzt hast, wie sie feststellen. Womit und wo der 2. Account herkommen soll – das wird nicht erklärt. Das haben die festgestellt und das hast du zu schlucken.

Yay

Aber keine Bange, es gibt Neuigkeiten:

Es ist noch alles viel schlimmer.

Es handelte sich hier möglicherweise um einen gebrauchten Kindle, den der vorherige Benutzer nicht korrekt von seinem Account getrennt hat. Oder um einen gebrauchten Kindle, wo der vorherige Benutzer die AGB verletzt hat.

Wie auch immer das passiert ist oder was passiert ist: Amazon hatte keine Skrupel, hier jemanden komplett zu enteignen.

Und hier sind 2 Umstände, die für mich einen Kindle derzeit untragbar machen:

1. Eigentum.

Wenn ich ein Buch kaufe, stehts im Regal. Ich kann es immer wieder lesen, wenn mir danach ist, es wird mit der Zeit etwas zerfleddert (ich hab da ein paar Kandidaten), aber der Verkäufer wird NICHT in meine Wohnung kommen und das Buch wieder zurückholen, wenn er meint, das ich das Buch nich so behandele, wie er meint, das ich es behandeln müsste. Ich kann das Buch ausleihen, ich bekomms manchmal sogar zurück, ich kanns ins Regal stellen und gut aussehen lassen und irgendwann kann ich es wegwerfen, wenns zu zerlesen ist.

Dank DRM und der „Kontrolle“ des Verkäufers über MEIN Buch, das ICH gekauft habe, ist genau das nicht mehr der Fall. Ich kann mich offenbar nicht mehr darauf verlassen, das die ihr Personal so weit unter Kontrolle haben, dass ich mein rechtmäßig erworbenes Eigentum immer nutzen kann wenn mir danach ist. Denn wenn Amazon (und auch alle anderen) es für richtig halten, dann wirst du einfach mal enteignet. Nicht mehr und nicht weniger ist das.

Und hier ist genau eine der großen Herausforderungen, an denen DRM einfach kläglich scheitert. Die Nutzer werden degradiert zu Almosenempfänger. Es ist richtig, dass du mit der Kopie eines ebooks nur noch Nutzungsrechte erwirbst. Aber die Nutzer so krass zu benachteiligen, dass man ohne Angabe von Gründen mal eben eine komplette ebook-Sammlung „wiped“, das ist absolut untragbar.

2. Geschäftliche Accounts

Auf der AK Zensur-Mailingliste hab ich einen interessanten Aspekt gelesen (danke an Kris Köhntopp für den Hinweis):

EC2

Hier der Wikipedia-Artikel.

Gesetzt den Fall, sie hätte ihre Geschäftsinfrastruktur oder auch nur Teile dieser über die Amazon EC2 laufen lassen dann wäre das Existenzbedrohend bzw. -zerstörend gewesen. Der Zugriff wäre hier komplett unmöglich gemacht worden.

Solche Verhaltensweisen nennt man Willkür und kennt sie normalerweise nur von Polizeistaaten. Dass hier eine Firma ihre Kunden wie die Einwohner eines Polizeistaates behandelt und de facto entrechtet (eine Klagemöglichkeit hätte die Norwegerin nicht gehabt), entwirft ein finsteres Bild.

Aber das ganze zeigt auch, dass man Infrastruktur nicht aus der Hand geben darf. Denn wenn man sich mit persönlicher Infrastruktur auf Fremde verläßt, macht man sich ohne Not angreifbar. Der Amazon-Fall zeigt das eindrucksvoll.

Sehr gut an dieser Stelle ist aber, das genau das mal thematisiert wird. Und der Staub kann gar nicht hoch genug aufgewirbelt werden. Die Folgen sind sehr massiv für die Betroffenen und Amazon muss hier seiner Verantwortung einfach gerecht werden.

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Veröffentlicht am 24. Oktober 2012, in ärgerlich. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. Das ist der Grund warum mein Ebookreader noch nie das Internet gesehen hat.

  2. Es gibt Gründe dafür, dass ich keine Daten „in der cloud“ habe und meine Bücher meistens auf Papier geschrieben stehen.

    Oben sind einige davon beschrieben worden 😉

  3. eigentlich ist’s ja noch viel schlimmer, als Du unter 1. beschrieben hast: Es geht nicht um den Zustand, in dem sich das Buch (bzw. die Datei) befindet, sondern darum, dass/ob Du Dich vor dem Buchladen unbotmässig verhalten hattest
    .. und dass die vom Freund des Schwagers des Buchhändlers (nach dem Genuss von ein paar Joints) gesehen haben will ..
    Hier wird alles, was man mal von Rechtsprechung mal gehört hat, in die Tonne getreten ..
    Schünes Wochenende!

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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