Journalismus


Ein Journalist ist ein Mensch, der im Idealfall Fakten recherchiert, bevor er seine Publikation veröffentlicht. Die Mindestanforderung an eine solche Publikation sollte sein, dass man die andere Seite auch zu Wort kommen läßt.

Tja. Und was ist Frau Alice Schwarzer nun? Sie hat in ihrem Artikel „Pro Beschneidung“ wirklich alle Ammenmärchen zusammengetragen. Sie sind mehrfach widerlegt, ich machs dann noch einmal. Diesmal für sture alte Weiber. *seufz*

Zunächst einmal ist sie ein öffentliches Ärgernis. Aber sehen wir uns doch ihre Argumente pro Beschneidung einmal an.

Etwa jeder dritte männliche Mensch weltweit ist beschnitten. Und das nicht nur aus religiösen oder kulturellen Gründen, sondern auch aus hygienischen. Bereits 2007 rieten sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die UN dringend zur Beschneidung von Männern: als Prävention gegen Aids, Peniskrebs und Gebärmutterhalskrebs. Denn letzterer wird verursacht von einem verunreinigten männlichen Penis.

In diesem Absatz ist so viel drin…naja, fangen wir mal an:

1. Etwa jeder dritte männliche Mensch weltweit ist beschnitten.

Ich weiß nicht wirklich, wo das ien Pro-Argument sein soll? „Leute, fresst scheiße, Millionen Fliegen können nicht irren“? Es gab eine Zeit, wo auch sehr viele Frauen beschnitten waren. Trotzdem hat man erkannt, dass die Praxis barbarisch ist und sie gesellschaftlich geächtet. Warum sollte das nicht bei Jungen möglich sein?

2. „Hygienische Gründe“ – wenn ich das schon höre. Seit wann hat die europäische Bevölkerung ein Problem mit Wasser und Seife?

3. die Mär von der WHO-Empfehlung.

– die WHO hat NIE eine Empfehlung wegen „Peniskrebs“ ausgesprochen. Der Peniskrebs ist ein äußerst seltener Krebs, der meist in fortgeschrittenem Alter auftritt. Er ist fast immer gut heilbar, wenn er denn mal früh erkannt wird. Es erschließt sich mir an dieser Stelle nicht, warum kleine Kinder deswegen beschnitten werden sollen?

– AIDS-Prophylaxe. die freiwillige Beschneidung wird von der WHO in der Tat in afrikanischen Hochrisikogebieten bei ERWACHSENEN Männern zur AIDS-Prophylaxe empfohlen. Nicht jedoch bei Säuglingen und Kndern. Wieso man kleine Kinder vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen muss, erschließt sich mir an dieser Stelle ebenfalls nicht. Hinzu kommt dass die WHO inzwischen ihre Haltung überdenkt, weil Studien ergeben haben, dass die AIDS-Prophylaxe nicht haltbar ist. Skydaddy hat hierzu mehr.

– Die Mär von der Übertragung des Gebärmutterhalskrebses. Oh Mann, Frau Schwarzer, ich bitte sie. Die zugrundeliegende Studie wurde vom Arzt, der sie durchgeführt hat, selbst zurückgezogen. Er hat sich den Fehler eingestanden. Es tut mir wirklich leid, aber das ist ein Märchen. Es macht bei dieser Erkrankung keinen Unterschied ob ein Mann beschnitten ist oder nicht.

Der erste Absatz ist also schon mal ein Bündel aus unbewiesenen Behauptungen, Vorurteilen und Märchen. Dolle Leistung, Frau Journalistin, aber gucken wir doch mal weiter.

Schon vor Jahrzehnten haben Studien belegt, dass Frauen von beschnittenen Männern bedeutend seltener an Gebärmutterhalskrebs erkranken. Und die WHO erhofft sich allein im südlichen Afrika innerhalb von 20 Jahren rund drei Millionen weniger Aidstote dank der Zirkumzision, wie die männliche Beschneidung heißt. Wie also konnte es zu so einem Urteil kommen?

Durch Wiederholung wirds nicht besser. Wo haben sie eigentlich die Zahlen her, die sich die WHO erhofft? Und nocheinmal: Die Prophylaxeempfehlung bezieht sich auf ERWACHSENE, ZUSTIMMUNGSFÄHIGE Männer. Nicht auf Säuglinge und Kleinkinder. Und es gibt auch einige gute Argumente, dass die AIDS-Prophylaxe eben nicht so ist wie erhofft.

Und wie es zu dem Urteil kommen konnte. Nunja. Im Grundgesetz ist das Recht auf Unversehrtheit des Körpers verankert. Ein Grundrecht, für jeden, auch für Männer. Sehen sie doch sicher genauso, oder?

Ich bin überzeugt, dass die eigentliche Ursache der geschlechternivellierende Kulturrelativismus ist. Denn vor gar nicht allzu langer Zeit – in den 1970er bis 1990er Jahren – wurde die lebensgefährliche und Lust-zerstörende Genitalverstümmelung von Mädchen ebenfalls noch als „Beschneidung“ bezeichnet. Und als die feministische Kritik an dieser verbrecherischen Praxis dann endlich ernst genommen – und nicht länger als „eurozentristisches Missverständnis weißer, privilegierter Frauenrechtlerinnen“ verspottet – wurde, da meldeten sich sogleich „Männerrechtler“, die erklärten: Männer würden schließlich auch beschnitten, das müsse also ebenso bekämpft werden. Was eine unerhörte Verharmlosung der Klitorisverstümmelung und eine Verschleierung der Beschneidungspraxis für Jungen ist.

äh, bitte was?

DIE argumentative Volte muss man erstmal schlagen können – aus dem Verbot für die Beschneidung von Mädchen eine Erlaubnis für die Beschneidung von Jungen herleiten. SO verdreht haben noch nicht mal die orthodoxen argumentiert. Chapeau – die Hirnwindungen muss man erstmal haben.

Und, zur Info: Es gibt bei Mädchen nicht nur die pharaonische Beschneidung. Sondern die sogenannte „kleine Sunna“ – die Entfernung der Klitoris-Vorhaut unter Erhalt der Klitoris. Nu erklären sie mir doch mal genau, wo da der Unterschied zur männlichen Beschneidung ist?

Und zur Info: Jungs wurden primär im 19. Jahrhundert beschnitten, um zu unterbinden, dass die Jungs onanieren. DAS ist der eigentliche kulturelle Hintergrund, wenn es nicht um jüdische und muslimische Beschneidung geht. Denn ein beschnittener Mann empfindet weniger intensiv und kann z.b. mit Kondom überhaupt nicht mehr. Was dann ihre „Anti-AIDS-Argumente“ endgültig ins lächerliche puffen läßt.

Worum geht es genau bei diesem Eingriff? Die Vorhaut der Eichel wird teilweise oder ganz gekappt. Gesundheitsorganisationen wie die WHO begrüßen das, weil sie unter dieser Vorhaut leicht Schmutz und Viren sammeln, die bei Männern wie Frauen (beim heterosexuellen Geschlechtsverkehr) zu Krankheit führen können.

Frau Schwarzer, ich mache mir Sorgen um sie. Sie sind über 60 und wissen wirklich nicht, wie man mit Wasser und Seife umgeht?

Diese MedizinerInnen und GesundheitspolitikerInnen sind für die Beschneidung, ganz und gar unabhängig von religiösen oder kulturellen Einstellungen. Es handelt sich außerdem um einen sehr kleinen Eingriff, der innerhalb einer Viertelstunde durchgeführt ist und innerhalb weniger Tage verheilt. Bei Männern mit Phimose, einer Verengung der Vorhaut, ist der Eingriff sogar zwingend, weil Voraussetzung für eine schmerzfreie Ejakulation.

Oh, Frau Schwarzer ist unter die Medizinerinnen gegangen. No, dann geben wir doch mal Nachhilfe:

WENN ein Mann eine Phimose hat, wird heutzutage nicht mehr „zwingend“ eine Beschneidung durchgeführt. Man geht vielmehr hin und macht entweder eine konservative Therapie mit Cortisonhaltingen Salben, damit die Haut gedehnt wird oder man macht in Extremfällen eine kleine Inzision und nimmt so die Spannung weg.

Eine Beschneidung aufgrund einer Phimose wird heutzutage eher nicht mehr durchgeführt.

Es ist auch kein „kleiner“ Eingriff. Die Kinder reagieren mit extremen Schmerzen. Viele der Jungs, die im Alter von 4 – 6 Jahren beschnitten werden, entwickeln danach eine Posttraumatische Belastungsstörung. Die Berichte von beschnittenen Männern, die als Kind durch das Beschneidungsfest gegangen sind, nehmen zu – und KEINER dieser Berichte ist geeignet, eine gute Nachtruhe zu geben. Es sind Berichte von Demütigungen, von extremen Schmerzen, tiefer Scham und Folgeproblemen bis ins Erwachsenenalter hinein.

Hinzu kommt, dass die Eichel aufgrund der permanenten Reibung an Empfindlichkeit verliert. Die Vorhaut selbst ist auch „kein kleines Stückchen Haut“ sondern verfügt über ähnlich viele Nervenzellen wie die Lippen. Eine Beschneidung ist extrem schmerzhaft und alleine in den USA sterben nach konservativen Schätzungen pro Jahr etwa 100 Säuglinge an den Folgen einer Beschneidung.

100 tote Kinder jedes Jahr für eine Operation, die so notwendig ist wie ein Kropf. Die aufgrund archaischer Rituale durchgeführt wird. Was kommt denn als nächstes? Die Steinigung wird wieder eingeführt, weil sie ja Bestandteil der Religionsausübung ist und die freie Religionsausübung offenbar Vorrang vor allem anderen hat?

Was ist mit der freien Religionsausübung der Kinder? Wenn sie beschnitten sind, dann sind sie der Religion zugehörig. Eine Taufe kann man nicht sehen, eine Beschneidung sehr wohl. Wenn sie hinterher die Konfession wechseln oder Atheisten werden – sie werden immer den Stempel der Religion haben, in die sie geboren wurden.

Es reicht, Frau Schwarzer.

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Veröffentlicht am 29. August 2012, in ärgerlich. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 17 Kommentare.

  1. Die Frau schafft es wirklich, im Alter mehr und mehr in meiner Achtung zu sinken. Dachte man schon, nach ihrem BILD-Engagement könne sie nicht mehr tiefer sinken, so beweist sie doch immer wieder das Gegenteil. Schade, Alice. Du warst wirklich einmal jemand, der in Deutschland etwas positiv bewegt hat. Wann genau hat der Altersstarrsinn Dir die Sinne vernebelt?
    Mach’s gut und ruhe in Frieden.

  2. Schade, dass sie in ihrer Altersverwirrtheit nicht wenigstens zu EINEM Thema, das zudem wirklich mal absolut nicht ihres ist, ihren Mund halten kann. Aber inzwischen erwartet man ja leider nichts anderes mehr von ihr. Der jounalistische Lack ist ab, und das lässt sich auch durch journalistischen Dauerdurchfall nicht beheben, sondern es wird eher schlimmer, aber sie will das einfach nicht einsehen.

  3. Frau Schwarzer hat sich in meinen Augen nicht nur als frauenrechtsfeindliche Feministin entlarvt (nicht unbedingt mit ihrem neuesten Text), sondern erstellt aus Halbwissen, Unwissen und Glauben ein Machwerk, welches an Gefährlichekit kaum überboten werden kann.
    Das Problem ist nämlich, dass man dieser Frau den Scheiß, den sie verzapft, glauben wird!
    Ich brech ins Essen!

    PS: Das Große „i“ im Inneren eines Wortes ist immer noch ein Rechtschreibfehler.

  4. Tantchen, Bei allem zur Beschneidung gebe ich dir Recht und ich finde auch man sollte diesen Blogbeitrag irgendwo abdrucken.

    Auch möchte ich Kurz auf diese Petition Hinweisen: https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2012/_06/_27/Petition_25502.html – da es eine entsprechende Gegenpetition gibt kann man sie gut als Meinungs-Barometer nutzen.

    Was ich aber nicht gut finde (und ich seh ja ein das ich hier Erbsenzähler bin) ist die aussage zum Journalismus. Wenn ein Thema großflächig debattiert wird wie dieses sollte es durchaus sein das man die Gegenargumente anklingen lässt.
    Man muss aber auch immer die Argumente der Gegenseite abwägen. Nicht immer sind die Argumente Stichhaltig oder einleuchtend. Gerade das erwähnen eben nicht ausreichender Gegenargumente und eine Verklärung einer Diskussion als „umstritten“ erheben Idiotische und extreme Standpunkte in Höhen in die sie nicht gehören.

    Als Beispiel sei mal nur der Klimawandel genannt an den 95%+ der Wissenschaftler glauben. Auch der Kreationismus hat so angefangen und seinen weg in die Amerikanischen Schulen gefunden.

    Dazu Noch Folgendes Fundstück: http://www.youtube.com/watch?v=sGArqoF0TpQ.

    Darüber hinaus glaube ich verteilt Frau schwarzer – wie eigentlich immer. Einzig und allein ihre Privatmeinung und übt nicht den Beruf des Journalisten aus. Das du ihr Paroli und wohl fundierte Gegenargument lieferst ist erleichternd.

    • Alice Schwarzer sieht sich selbst als Journalistin. Dann muss man auch die Maßstäbe anlegen dürfen.

    • ein anderer Stefan

      Ich habe mal die epetition unterzeichnet. Ob es was bringt, ist freilich offen.
      Danke für die Analyse der „Aussagen“ von Frau Schwarzer. Wer hat eigentlich was von Fossilien gesagt, dass die sich meldet? Dieser Steinzeitfeminismus ist wirklich überholt.

  5. Ach Gott, diese ewige Beschneidungsdiskussion… Wenn ich den Text von Frau Schwarzer lese krieg ich das Kotzen. Ich wurde mit etwa 10 Jahren beschnitten, eben aufgrund einer Vorhautverengung, welche sich leider nicht medikamentös behandeln ließ.
    Ich erinnere mich noch gut daran. Man stelle sich den Penis eines 10jährigen vor. Das Ding ist im Normalfall etwa so groß wie nen kleiner Finger. Meiner war, nach der Operation, für etwa einen Monat so dick wie der eines gut bestückten erwachsenen Mannes, halt nur kürzer. Hatte irgendwie etwas von einer Pflaume.
    In dieser Zeit hatte ich extreme Schmerzen beim Wasserlassen, meine Mutter musste mir immer helfen wenn ich aufs Klo wollte, weil das Ding in Metern von Verbandstüchern und Mullbinden eingewickelt war. Duschen ging gar nicht, Baden nur mit Kamillenbad, und an „per Hand waschen“ war in der Zeit nicht zu denken, ich habe geschrien wie am Spieß.
    Man kann sich die Schmerzen nicht vorstellen. Du schläfst von der Narkose ein mit nem normalen Penis und wachst auf mit Schmerzen.
    Die Probleme die man später dadurch bekommt brauch man nicht groß breit zu treten.
    Sex macht mir zwar Spaß, aber mehr um zu sehen, wie meine Partnerin reagiert, als das ich selbst groß was spüre. Ohne selbst Hand anzulegen fällt es mir schwer, einen Orgasmus zu bekommen.

    Das nur so am Rande erwähnt..

  6. Meine Achtung gegenüber Frau Schwarzer ist schon seit längerer Zeit stetig sinkend. Die Positionen, die sie vertritt, haben in meinen Augen nichts mehr mit Frauenrechten zu tun, sondern sind schon regelrecht extremistisch. Die Frau soll sich verhalten wie ein Mann, einschließlich Karriere & co., und der Mann soll kuschen. So ungefähr ist mein Bild ihrer Position. Und sowohl meine Frau(!) als auch ich halten das definitiv für den falschen Weg, da auf beiden Seiten Rechte gravierend beschnitten werden (no pun intended).

    Aber jetzt zum Thema Beschneidung: In der Zeit, aus der dieser Ritus stammt, hat eine Beschneidung auf lange Sicht sicher Sinn ergeben, besonders aus hygienischen Gründen. In der Jungsteinzeit hatte man nicht unbedingt die Möglichkeit, sich zu waschen, und Unterwäsche gab es auch noch nicht, geschweige denn Hosen. Da war die Entfernung der Penisvorhaut mit Sicherheit ein gutes Mittel, um Infektionen vorzubeugen. Das jüdische Volk war damals aufgrund der vielen Regelungen zu rituellen Waschungen und anderen Dingen eines der gesündesten. Und auch aus heutiger Sicht sind einige der Reglements noch sinnvoll – Beispiel „Aussatz“ am Haus (Schimmel?). Hier soll zuerst die betroffene Stelle vom Aussatz gereinigt werden, dann eine Weile beobachtet werden. Wenn’s nochmal auftritt, entsprechende Stelle großzügig ausbrechen und neu mauern, anschließend wieder beobachten. Wenn’s dann wieder auftritt, wird das ganze Haus abgerissen. Soweit ich weiß wird heute noch auf ähnliche Weise vorgegangen.

    Inwiefern die Beschneidung heute aber noch Sinn ergibt, da muss ich zugeben, habe ich meine Zweifel – und das trotz großem Respekt vor der jüdischen Kultur (bin gläubiger Christ, aber nicht so intolerant, wie viele vielleicht denken – nur am Rande). Für mich erscheinen die Nachteile doch sehr gravierend, nach dem, was ich hier bisher gelesen habe (besonders Dein Bericht, Ysjoelfir). Inwiefern das mit meiner Vorstellung eines gütigen, wohlwollenden Gottes übereinstimmt, da muss ich schwer nachdenken. Aus hygienischer Sicht ist die Beschneidung allergrößtenteils sicher nicht mehr notwendig, da wir ja zum Beispiel inzwischen in der Lage sind, uns regelmäßig zu waschen.

    Wenn man der Bibel Glauben schenkt, gab es ja in der frühen Zeit des Christentums (nachzulesen in der Apostelgeschichte, wo genau weiß ich gerade nicht) eine Diskussion, ob die Beschneidung notwendig sei, um als Christ zu gelten. Nach langer Diskussion, die sogar die Einberufung eines Konzils aller Apostel (allesamt aus jüdishem Hause) in Jerusalem erforderte, wurden Jesus‘ Worte schließlich so interpretiert, dass eine Beschneidung nicht notwendig ist, um als Gottes Kind zu gelten. Das richtete sich damals zwar an die sogenannten „Heidenchristen“, aber ich würde es heutzutage auch auf das Judentum und ggf. den Islam übertragen. Insofern sehe ich nicht unbedingt eine religiöse Notwendigkeit der Beschneidung. Ich könnte selbst mit einem Verbot der rituellen Beschneidung leben – ich habe nur ein komisches Gefühl, was die freie Religionsausübung angeht.

    Auf der anderen Seite sind z. B. Steinigungen auch – aus gutem Grund – verboten, und die gehören im Prinzip auch zur jüdischen Religion…

  7. Zu Teilen der von A. S. angeführten Argumentation hat Terry Pratchett etwas passendes gesagt:
    „So verdreht, die kann sich während eines Orkans durch einen Korkenzieher denken.“

    Ich habe bei den Pro-Argumenten immer den Eindruck, dass es eigentlich nur um „wann ist der Mann ein Mann“ geht. Völlig daneben! Brauchen wir heute noch solche Initiationsriten?
    Die ganze Diskussion ist mir eh unverständlich. Körperverletzung ist verboten – Religionsausübung in Form von Körperverletzung demnach auch. Fertig.

    >Ironie onIronie off<

  8. Ein Teil meines Kommentars wurde gefressen?! War doch gar nicht so böse. 😦

    • Huch? Bei mir sieht er vollständig aus?

      • Dann hole ich den gefressenen Teil mal für mich sichtbar nach:

        Wenn Beschneidung aus religiösen Gründen erlaubt wird, möchte ich zukünftig auch eine Religion gründen dürfen, aufgrund derer ich ausgewählten Personen Körperteile abschneiden darf, die ich für überflüssig oder zumindest entbehrlich erachte.
        Ich nehme dann Listen entgegen, wem was abgeschnitten werden soll. 😉

        @Tantchen: Wenn dies nun sinngemäß gedoppelt ist, wirf diesen Kommentar raus, aber mache bitte diesen Teil in meinem ersten Kommentar sichtbar. :o)

        • ich vermute es sind die Klammern, die den Rest des Kommentars ausgeblendet haben. Grad im Backend geguckt, da ist nichts mehr, es endet bei „ironie off“.

          Die Dreiecksklammer am Schluß öffnet einen Befehl – und ich gehe davon aus, dass das dann gelöscht wurde, weil kein gültiger String folgte. 😉

  9. Ich frage mich wieso muss sich Schwarzer da einmischen das hat doch mit ihrem Kernthema nichts zu tun. Höchstens die Aussage das man weibliche und männliche Beschneidungen nicht vergleichen kann tangiert ihr Kernthema. Btw es gibt auch noch die Angleichung der inneren Schamlippen an die äußeren weiß eigentlich jemand wie schwerwiegend diese Operation ist? Nicht das ich das nicht auch ablehnen würde aber mich würde das mal interessieren.

  10. Vielen Dank Tantchen, Du sprichst mir einfach aus der Seele! Zum Einen hinsichtlich Berufsvertretern des Journalismus wie Frau Schwarzer, die darauf spezialisiert sind, die Medien sehr bewusst zu ihren Zwecken (aus)nutzen zu können, und denen es letztendlich nicht mehr wirklich um das eigentliche Ziel des Journalismus geht, nämlich die Information der Menschen – wie sich eben auch an ihrer dürftigen Recherche bzw. Argumentation zeigt. Der Dame geht es anscheinend doch mehr um Publicity und Selbstdarstellung und darum, zu allen Themen, in denen es ansatzweise um Männlein oder Weiblein geht, ihren Senf dazuzugeben.
    Zum Anderen auch mit Deiner „Zerpflückung“ ihrer Argumente pro Beschneidung – dem ist einfach nichts hinzuzufügen. Meiner Meinung nach ohnehin ein Unding, dass wir uns über solcherlei „Vorteile“, die die Verteidiger der Beschneidung nennen, im 21. Jahrhundert überhaupt noch den Mund fusselig diskutieren müssen.
    Ihr wollt Hygiene?? Wascht Euch gefälligst vernünftig.

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