Scheiß Toleranz


Es ist ja auch wirklich schwer.

Da übernimmt eine Gruppe von Menschen ihren Teil an der gesellschaftlichen Verantwortung. Sie bringen sich ein, sie leben, sie lieben, sie zahlen Steuern und sie lassen sich wählen. Und wählen. Und sie sorgen dafür, dass Kinder, die nicht soviel Glück im Leben haben, eine Chance erhalten – z.b. durch Adoption oder die Aufnahme von Pflegekindern. Was ihnen beileibe nicht leicht gemacht wird.

Denn sie sind homosexuell.

Was unterscheidet Schwule und Lesben denn bitteschön von Heterosexuellen? Und hier bitte jetzt einen Unterschied nennen, der sich nicht auf die allerhöchste Privatsphäre bezieht. Denn die persönlichen sexuellen Vorlieben eines Menschen haben genau keine Aussagekraft über die charakterlichen Fähigkeiten.

Warum dann dieses grottige Theater rund um den Gesetzesentwurf von Frau Leutheusser-Schnarrenberger? Sie hat vorgesehen, dass in etlichen Gesetzen die Sprachregelung angepasst wird so dass sie sich auch auf homosexuelle bezieht.

Bei der Frage, ob man geschlechtsneutral vorgehen soll, war schnell Einigkeit zu erzielen. NA-TÜR-LICH muss man, liebe Herrinnen und Herren, das ganze genderneutral darstellen. Was zu zum Teil absurden Wortkonstruktionen geführt hat. Gesetze wurden umgeschrieben, die umgeschriebenen Gesetze passierten fix die Instanzen und waren dann beschlossen. Kein Drama, kein Problem, kein gejaule über Mehraufwand.

Jetzt plötzlich sollen die Gesetze so umgeschrieben werden, dass sie auch auf Homosexuelle zutreffen. Und auf einmal droht mal wieder der Untergang des Abendlandes. Familiäre Werte sind in Gefahr. Die Regierung hat sich dem Schutz der Familie gewidmet, homosexuelle Lebenspartnerschaften können keine Familie bilden, die demographische Entwicklung (ein tolles Wort mit dem man echt ALLES begründen kann) fordert, dass wir mehr Kinder bekommen und Homosexuelle können keine Kinder bekommen. Und so weiter und so weiter.

Leute, könntet ihr bitte mal dann auch konsequent sein? Wenn ihr so geil auf den Schutz der Familie seid, dann bitte: ALLE Ehepaare zunächst verpartnern. Wenn sie irgendwann Kinder haben, ob eigene oder adoptierte, dann bitte: Kein Ding, dann kann man die Lebenspartnerschaft gerne in eine Ehe umwandeln mit allen Rechten. Aber heterosexuelle Pärchen bevorzugen, nur weil sie *theoretisch* ein Kind zeugen können, das ist schlichtweg nicht mehr mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz vereinbar.

Ehegattensplitting komplett weg, dafür dann bitte einen Familienbonus, wenn man rammelt wie ein Hase und entsprechend wirft. Müttermedaille in Bronze ab dem 3. Kind, ab dem 7. in Gold und eine Urkunde. Oh, hatten wir schon? Die aktuelle Diskussion  aber auch.

Sämtliche Argumente gegen die Gleichstellung von Schwulen und Lesben sind nämlich nur eins: Homophobie verpackt in einer Wertediskussion. Doch nicht sie schädigen diese Werte. Nicht sie sind es, die diese Werte missbrauchen, um andere für etwas auszugrenzen, wofür sie nichts können. Schwulsein ist keine Wahlentscheidung. Es ist eine Sache von „man ist es“ oder „man ist es nicht“.

Jeden Tag übernehmen sie ihre gesellschaftlichen Pflichten wie jeder andere verantwortungsbewusste Mensch auch.

Es wird Zeit, dass wir alle ihnen auch die gesellschaftlichen Rechte garantieren, die ihnen zustehen. Denn die Diskussion wird allmählich für die Betroffenen sehr verletzend.

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Veröffentlicht am 28. August 2012, in ärgerlich. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 13 Kommentare.

  1. oh, liebes Tantchen, ich verstehe zwar Deine Aufregung, sie ist jedoch trotzdem ungesund
    .. und soooo was von sinnlos! Du verschwendest unnötig Kraft um dar/festzustellen, dass Politiker (m/w) nicht gerade zur geistigen (nicht (Himbeer-/Pflaumen-/Wein-) geistlichen (oder gehört da auch kein „l“ rein? – hach, immer diese Probleme ..)) Elite gehören?
    (und ich habe diesmal noch nicht mal den Faden verloren (uups: dass jetzt nur keiner auf die Idee kommt, ich könne nähen .. 😉 ).

    Näää, Tantchen, dieser Teil der „Menschheit“ meint sicherlich, dass sich die lieben Kleinen, die von „solchen“ .. äääh .. Menschen betreut werden, anstecken könnten
    .. und das muss doch unterbunden werden, siehst Du das denn nicht ein? 😀
    so, und jetzt tu‘ Dir was Gutes (von mir aus: hol‘ die letzte Packung „Quick’n’dirty“ raus und mach’s warm).

    in diesem Sinne:
    liebe Grüße
    Hajo

  2. Dagegen. Es ist keine Homophobie, sondern eine Werteentscheidung. Ich will nicht von Schwulen und Lesben aufgezogen werden, sondern von einer Mutter und einem Vater im idealfall und dafür sorgt die Ehe.

    • So, ich bin sicher, die Kinder, die in Heterofamilien missbraucgt und misshandelt werden, stimmen dir dad azch vorbehaltlos zu.

      Hauptsache, die “Werte“ sind gewahrt.

      Wir vrauchen Familien, die sich um Kinder kümmern und dafür sorgen, dass sie in einer liebevollen Umgebung aufwachsen. Und DAFÜR isses hupe, welchen Sexualität die Eltern haben.

      Werte…. lachhaft. Dieselben Leute, die sich auf “Werte“ berufen sind auch fast immer die die Wasser predigen und Wein saufen.

      • Du redest hier von Ausnahmen und nicht von Regelfällen und wer garantiert dir, dass HS nicht das gleiche machen werden in gleichen Prozentzahlen? Oder sind HS Heilige? Gerade weil viele HS Kinsey gelesen haben und meinen daher Kinder müssen früh sexuelle Erfahrungen haben?

        • Als eine derjenigen, die in den Genuß dieser ach so tollen „Werte“ gekommen ist, will ich nur eines sagen: nimm deine bigotten Ansichten bitte und geh damit mal zum Psychiater/Familienberatung/was auch immer.

          Halte dir selber mal einen Spiegel vor und sei ehrlich zu dir selber – wieviel Schaden hast du bereits angerichtet? Wie oft prügelst du deine Frau/Kinder im Namen dieser Werte? Wie oft verletzt du andere seelisch und machst sie nieder? Wie oft hast du bereits die Anzeichen von Mißbrauch bei anderen ignoriert, weil sie nach außen hin den ach so tollen Werten entsprechen? Leben wegen dir andere in Angst?

        • Was an „wir brauchen Familien, die sich um Kinder kümmern“ war jetzt nicht richtig zu verstehen, damit ich dort nochmal erklären kann?

          Und, so unter uns, muss ICH als Dyskalkuliker dir jetzt erklären, dass man Prozentzahlen hier nicht anwenden kann, denn Homosexuelle sind in unserer Gesellschaft nun mal in der Minderzahl – und 10% von 1000 sind immer noch weniger als 2% von einer Million? Ne, oder?

          Aber davon ab, deine Argumentation entlarvt dich. Es war IMMER das Bestreben homophober Menschen, Homosexuelle in die Nähe zur Pädophilie zu rücken. Aber Homosexuelle haben mit Kinder“liebe“ genausoviel zu tun wie du mit Toleranz.

          Ja, das war provozierend und das ist auch volle Absicht. Ich will dich zum Nachdenken bringen und dazu, deine Haltung mal zu hinterfragen. Denn was du äußerst IST homophob, das Vorurteil mit der Pädophilie zeigts deutlich. „DIE haben Kinsey gelesen“ – das haben Heteropärchen auch, unterstellst du deshalb jedem, der das Buch gelesen hat, dass er Kinder missbraucht? Oder sich von Kindern angezogen fühlt? Hast du überhaupt verstanden, wer Alfred Kinsey überhaupt war? Und was er gemacht hat?
          http://de.wikipedia.org/wiki/Kinsey-Report

          Pädophilie hat mit Homosexualität genau gar nix zu tun.

          • (Wie du sehen kannst ist mein letzter Satz auch in die Hose gegangen. Ich wollte HS nicht in die nähe von Pädos bringen, das war nicht meine Absicht.)

            Auf Beleidigungen werde ich aber nicht eingehen, natürlich musst du die Prozentzahlen im Vergleich sehen. Aber dir sei verziehen, bist ja „Dyskalkuliker“. Ich weiß wer Kinsey ist. Ein Mann den viele in unserem Lande vergöttern, als ob es keine anderen Ansichten geben darf, dass er aber nachweislich seine Forschung in Randgruppen (HS, Prostituierte, Kriminelle, Pädophile,…) betrieb ist n i c h t mein verschulden. Oder? Daraus sind dann so tolle Sachen entstanden wie Frühsexualisierung.

            Mir sind ehrlich gesagt Schwule egal, ich konnte in der Schulzeit mit denen wunderbar auskommen, mir geht es aber darum Ideale/Werte hochzuhalten und wenn man diese aufweicht führt es auch zu anderen Brüchen. Als nächstes stehen dann Weitere auf der Matte und fordern, wie 1 Mann + 4 Frauen. Was ich z.B. auch für eine Frauenverachtung empfinde oder dann kommen vielleicht die Menschen die keine sozialen Bindungen eingehen können und fangen an zu fordern? Sie hätten das Recht dazu. Aber damit unterstützt man den Zerfall einer richtigen Familie und die besteht im Idealfall aus Mutter+Vater+Kind(er). Andere Konstellationen sind Bewundernswert, aber nicht extra Förderungswert, da sie nur ein geringer Bruchteil unserer Gesellschaft ausmachen.

            • Welche Ideale sind es denn, die geschützt werden müssen? Und muss es denn immer gleich mit Extremen begründet werden?
              „Wenn wir Homoehe erlauben, dann gibts als nächstes Vielweiberei“ – glaubst du das allen ernstes? Glaubst du auch noch an den Weihnachtsmann?

              Und was wird denn gefördert? Familie? Mit Ehegattensplitting? Ernsthaft, das glaubst du?
              Wenn Familie gefördert werden würde, würde man das Ehegattensplitting aufheben und das ganze endlich als Familienbonus in die Steuergesetze einarbeiten.

              Was ist denn mit diesen „Idealen“ und den „Werten“ wenn ein Heterosexuelles Paar heiratet und dann beschließt, auf Kinder zu verzichten? Ist DAS deine Idealform einer Familie, weil die heterosexuell sind? Und wenn demgegenüber das Homosexuelle Paar steht, dass dann entweder Kinder aus einer früheren Beziehung hat oder sich für Adoption entscheidet – ist DAS das Ideal einer Familie, wenn hier das kinderlose Paar vorgezogen wird, weil es heterosexuell ist?

              Hast du das ganze wirklich durchdacht?

  3. ein anderer Stefan

    Ja, diese Unterschiede aufrecht zu erhalten, ist völliger BS. Ich habe keine Kinder (und will auch keine), obwohl ich hetero und verheiratet bin. Natürlich suchen wir für uns die steuerlich günstigste Variante raus – ist doch logisch. Neulich ein lesbisches Ehepaar kennengelernt, die eine ist schwanger. Die tut mehr für die Bevölkerungsentwicklung als ich und wird dafür schlechter gestellt? Kann ja wohl nicht wahr sein.

  4. Liebe Tante,
    Homosexuell orientierte Menschen sind von Natur aus genau so wertvolle und begabte Menschen!!! Sie gehören primär gleichgestellt. Aber: abseits von idiellen Werten ist wissenschaftlich erwiesen, dass ein Kind für seine volle Entwicklung Vater und Mutter braucht. Leider hattest Du keine Eltern sondern Tyrannen. Ich weiß, dass bei homosexuellen Paaren einer meist eher die Vater- und einer eher die Mutterrolle einnimmt. Für das Kind ist es auch normal. Aber für eine optimale Entwicklung braucht es Vater und Mutter. Die Ehe ist nicht die Verpackung für eine Romanze sondern eine Schutzeinrichtung für das/die Kind(er). Ehe bedeutet, die eigene Freiheit ein ganzes Stück aufzugeben, um einem neuen Leben die Möglichkeit zu geben, sich voll zu entfalten. Dabei lernen aber auch die Ehepartner sehr stark für die eigene Entwicklung dazu. Was passiert, wenn nur ein Elternteil zur Verfügung steht, habe ich an unserer letzten Azubine im Geschäft gesehen: reine Frauen-WG mit überforderter Mutter – die junge Frau hat nie gelernt, mit anderen Menschen achtungsvoll umzugehen. Am Telefon sprach sie mit den Kunden wie mit ihrer kleinen Schwester, Mitarbeiter beleidigte sie ständig, ließ sich nichts sagen und war sofort eingeschnappt, wenn man sie auf einen Fehler hinweisen musste.
    Nochmals: Homosexuelle Menschen sind genau so wertvoll wie Heteros. Aber die Ehe und Familie im klassischen Sinne muss eine bevorzugte Stellung haben, da Kinder sich nur in ihr voll entfalten können – auch wenn sie keine Garantie dafür ist!

    Gruß,

    Matti12

    • Gibt es Quellen für diese Behauptung? Da muss es Studien zu geben, und ich finde nix brauchbares.

      Und wie passt in diese Studienlage die zunehmende Anzahl von Alleinerziehenden?

      Deinem Beispiel ist übrigens untauglich. Schlecht erzogen ist schlecht erzogen. Und dass passiert dir bei Hetenpaaren genauso wie bei Schwulenpaaren.

  5. Als Betroffene sage ich hiermit offiziell danke! Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass es irgendwann (vielleicht bis in 20 Jahren oder so) doch noch eine „echte“ Ehe und keine Lebenspartnerschaft mehr gibt.

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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