No peace for the wicked


*seufz* wem mach ich eigentlich was vor? Mit der Blogpause straf ich mich ja doch nur selbst. Aber auf der anderen Seite wars mal ganz nett, ein paar Tage die Tasten stillhalten zu können. Die Blogentwicklung lief auch grad in eine Richtung, die ich nicht haben wollte.

Die Kommentare bezüglich Holocausleugnung, obwohl strafrechtlich nicht relevant, weil nicht stichhaltig (ich habe den Holocaust nicht geleugnet und würde das auch nie tun) hatten tatsächlich eine Art Rückfluß ins „Real Life“. Jemand, den ich kenne hat mich kurz nach meiner „geh nach Hause und kassier Pension“-Abservierung gefragt, wie ich das denn „geschafft“ hätte.

Meine Antwort hat ihm nicht gefallen. Ich hab ihm natürlich auch keinen „Fahrplan“ geben können, wie er denn in Rente gehen kann. Und selbst wenn ich hätte können, hätt ich nicht wollen. Ich fand alleine die Anfrage schon eine Zumutung. Im Verlauf des Gesprächs kamen dann so tolle Dinge wie „komm, hab dich nicht so. Man sieht doch, dass du nix hast. Du fährst doch auch Motorrad, das kann keiner, der zu krank ist um noch zu arbeiten“. Und einige Klamotten waren vom Niveau noch eine Ecke tiefer.

Dieses Kerlchen wollte dann mal alleine aufgrund der Kommentare (dafür habe ich ein Originalzitat) bezüglich „du hast den Holocaust geleugnet“ prüfen lassen, ob das nicht für eine Aberkennung der Pension reicht. So und hier kommt die Pensionskasse ins Spiel. Sachlich gibt es keinen Grund, die Pension zu streichen, aber das heißt nicht, dass ein übereifriges Kerlchen vielleicht doch sagt „Bescheid erstellen, einstellen, an sowas zahlen wir nicht“ macht. Und ich darf die Kacke dann erstmal wieder einklagen. Und würde einige Zeit ohne Kohle dastehen. Unfein.

Gleichzeitig wurde mir mitgeteilt, dass das Haushaltsgeld bei mir runtergeschraubt wurde. Auf 60 Euro in der Woche. Ist immer noch mehr als HartzIV – aber es ist verdammt wenig. Aktuell weiß ich nicht, wie ich damit klarkommen soll, aber mehr gibts nicht, weil is nicht.

Und um das ganze noch vollzumachen, gabs dann auch noch einen anderen Disput bzw. ein Missverständnis, von dem ich aktuell noch nicht weiß, wie ich es handhaben soll. Wie ich überhaupt reagieren soll.

Schlaf ist derzeit auch etwas, was ich nicht wirklich mache. Gestern hats mich dann um 3 Uhr endlich einschlafen lassen, weil ich vorher auch 3 Tage immer nur stundenweise geschlafen habe. Um 9 Uhr bin ich dann wieder wachgeworden. Es ist auch egal wo ich schlafe: Im Bett, auf dem Sofa, auf dem Boden (auch das hab ich schon probiert) – es ging nicht. Eine Stunde geschlafen, dann war ich wieder wach. Doof.

Es wird auch auf geraume Zeit nicht besser werden, das weiß ich leider. Aber es hilft ja nichts. Die Alternativen sind zwar manchmal sehr verführerisch, aber sie kommen nicht wirklich in Frage.

Das einzige was bleibt, ist Augen zu und durch.

Und ein bisschen komme ich mir vor wie ein Mensch, der gerade laufen lernt und dem zu diesem Zweck immer wieder die Krücken weggetreten werden. Immer, wenns einigermaßen läuft, fall ich hin. Und jedesmal wird das Aufstehen schwerer.

Die Passwörter von den beiden Artikeln sind wieder weg. Es bringt nicht wirklich etwas, und letztlich: VERKLAG MICH DOCH DU ARSCHLOCH! Und damit meine ich nicht den Kommentator. Von dem weiß ich trotz allem, dass er das nicht tun würde.

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Veröffentlicht am 4. Juli 2012, in alltägliche Katastrophen. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 11 Kommentare.

  1. Tantchen, lass dich bitte nicht unterkriegen, würde mir sehr Leid tun, nichts mehr von dir zu lesen.
    (Auch wenn ich nicht zu den eifrigsten Kommentatoren gehöre, dein Blog lese ich immer wieder gern.)

  2. Lass dich nicht Ärgern Tante. Nicht jetzt verschwinden, wo Gisbert doch bald zurück kommt.
    Es ist schön, dass du wieder da bist. Aber ich kann auch verstehen, dass man nach solchen Klamotten keinen Bock mehr hat.
    Lass dich nicht unterkriegen. 🙂

  3. Haben die Leute keinen Anstand mehr? Was bringt es den missgünstigen Zeitgenossen, dir ungerechtfertigt ans Bein pissen zu wollen, geht denen dabei einer ab?

    >> Und jedesmal wird das Aufstehen schwerer.

    Dann lies dir mal die Kommentare hier durch:
    https://tantejay.wordpress.com/2012/07/02/blogpause/

    Es gibt genug Leute, die dir dann wieder auf die Beine helfen.

  4. Grad vom Eurofolk zurück und schon muss ich das hier lesen 😦 *drücks* lass dich nicht unterkriegen Tantchen du bist schließlich eine starke Frau und stehst zu deinen Ansichten die meiner Meinung nach völlig richtig sind.

    Für jeden der dir in den letzten Tagen übers Maul gefahren ist gibt es 10 die dir zustimmen aber sich vielleicht nicht äussern. (Ausserdem muss ich den Eigennutz gestehen das ich deine geschichten mag).

  5. Huhu, Tantchen. 🙂
    Freut mich sehr, das zu lesen. *mal ganz sanft anknuddel*

  6. So is recht! Hatte schon Angst, dass es wieder eine Seite weniger gibt, mit der ich meine Arbeitszeit rumkriegen kann.

  7. zartbitterdenken

    Tantchen, das kannst du uns ja auch garnicht antun. Du bist ein viel zu wertvoller Mensch (zumindest nach dem, was man von dir lesen kann) als dass wir dich entbehren könnten. Kopf hoch und durch.
    Aber ich verstehe das, manchmal weiß man nichtmehr wo vorne und hinten ist und wo man überhaupt noch anfangen soll seine Probleme zu lösen.

  8. endlich!!
    dass Du zu dieser Erkenntnis („Mit der Blogpause straf ich mich ja doch nur selbst.“) gekommen bist, Chapeau!!!
    willkommen zurück im wahren Leben 😀
    Liebe Grüße
    Hajo

  9. Dieser nette Mensch scheint wohl selbst noch nie auf Krankengeld oder gar Frührente angewiesen gewesen zu sein. Aus eigener und bitterer Erfahrung kann ich nur sagen: alle „Ferien“ von 4 Wochen plus machen einem kaputt. Der Mensch ohne Aufgaben zerstört sich selbst.

    Nach meinem Zusammenbruch wurde ich erst einmal ins Krankenhaus gesteckt. Ein 1/4 Jahr mal so aus meiner Biographie gestrichen. Okay, es war der geilste Frühling und Frühsommer, den ich je hatte. Ich hatte mal richtig Zeit – oder besser: war gezwungen – lange spazieren zu gehen – es gab schlicht nichts anderes zu tun. Eine Kirchengemeinde besuchen war für mich ebenfalls nicht möglich – ich hielt es im Gottesdienst nicht aus.

    Es ist cool, Zeit wie Heu zu haben. aber wenn du nichts damit anzufangen weißt, wird es schwierig. Und manche Krankheiten sieht man Menschen nicht an. Hätte ich es nicht am eigenen Leib erlebt, wie nur ein Anruf von meinem Chef mich für sage und schreibe 1 bis 2 Stunden außer Gefecht setzte und ich für einen „Reset“ schlafen mußte – ich würde jeden, der mir das Berichtet, als Simulant abtun! Leider ist es aber sehr real!

    Motorrad fahren – kann man daran eine Krankheit fest machen?! Wohl kaum, weil es Spaß und Freude bereiten kann! Ich knicke jetzt noch ein, wenn nur ein bißchen Streß und beschuß kommt. Es kostet mich derzeit mehr als nur Überwindung, morgens zur Arbeit zu gehen und nicht einfach mich ins Bett zu verkriechen! Andere in der Firma geben Stunden um Stunden, um das Projekt erfolgreich zu beenden. Bei mir bin ich an vielen Tagen in den letzten 3 Wochen froh, überhaupt 9 h durchzuhalten und danach noch heimzukommen, ohne mich am nächsten Baum aufzuknüpfen! Freunde besuchen oder im Netz zu surfen – ist nicht. Ich will dann einfach nur noch irgendwie meinen Geist erschlagen, um nicht die Reste des Tages ertragen zu müssen!

    Nein, ich jammere nicht, sondern beschreibe nur. Mir geht es im Moment gut, ich bin versorgt. Nur mein Geist und meine Seele laufen nicht in der Spur. Aber als ich „im Krankenstand“ war und von Krankengeld lebte, hab ich vieles nur durch Reserven auffangen können. Ich hätte sonst einiges verloren…

    Aber beginnt man erst einmal mit solchen Beträgen wie Tantchen auszukommen, wird das Leben schnell sehr eingeschränkt. Okay, einige mögen einen sehr einfachen Lebensstiel zu führen und nicht viel zu brauchen – aber wenn man nicht weiß, wie der Körper oder die Psyche am nächsten Tag reagiert – es ist lästig, um es freundlich auszudrücken.

    So – nach diesem Sermon werden sicher einige Anantworten kommen, aber es ist mir Wurst. Stellt euch mal das „Krank machen“ oder „Frühverrenten“ nicht nicht ganz so toll vor. Wenn du es gezwungen am Hals hast, ist es eine Plage!

    Ich wäre damals nicht aus dem Loch gekommen, wenn ich für einen Verein nicht Ehrenamtlich arbeiten hätte können, ganz ohne Streß und wie ich es konnte und wollte. Zurück ins Arbeitsleben. Dieser Weg ist Frührentnern verwehrt. Da ist zu viel beschädigt… Um ehrlich zu sein, beneide ich Tantchen nicht darum…

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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