Danke, liebe Politik


Die Idioten von kreuz.net jubeln – die Ehe für Homosexuelle Pärchen ist im Bundestag abgelehnt worden.

Die Definition für „Ehe“ in der Wikipedia ist so kurz wie knackig:

Die Ehe (althochdeutsch: etwa, „Ewigkeit, Recht, Gesetz“, rechtssprachlich-historisch Konnubium) ist die gesellschaftlich anerkannte, zumeist gesetzlich geregelte, gefestigte Lebensgemeinschaft von Personen, die als Ehegatten, Eheleute oder auch Ehepartner bezeichnet werden.
Liebe FDP und liebe CSU – da steht nix von unterschiedlichen Geschlechtern.

Was ist eigentlich das Problem? Zwei Menschen verlieben sich. Sie wollen das nach außen hin kundtun und sie wollen sich vor allem gegenseitig absichern, falls es mal zu Problemen kommt: Pflegebedürftigkeit, Krankheit, Tod. Es geht aber auch um handfeste finanzielle Interessen: Ehegattensplitting, Erbschaft, Rentenansprüche, Adoption.

Dem gegenüber steht die eingetragende Lebenspartnerschaft.

Sie ist der Ehe weitgehend gleichgestellt. Aber nach wie vor kann ein gleichgeschlechtliches Ehepaar keine Kinder adoptieren. Sind Homosexuelle weniger geeignet, ein Kind zu erziehen als Heterosexuelle Paare? Das einzige, worauf es ankommt, ist, dem Kind einen moralischen Anker zu geben, Sicherheit, Liebe und Geborgenheit. Und ALL DAS kann auch ein homosexuelles Paar leisten. Es kann *eindeutig* auch den moralischen Rahmen vorgeben. Meines Erachtens in vieler Hinsicht sogar besser als ein versnobtes Heterosexuelles Paar.

Adoptionswillige werden gesiebt, bevor man ihnen ein Kind überläßt. Zu Recht. Aber Homosexuelle Paare von vornherein ausschließen, weil sie Homosexuell sind, ist diskriminierend und hat nix mit Kindeswohl zu tun.

Das Ehegattensplitting wird ebenfalls auf homosexuelle Lebensgemeinschaften nicht angewendet. Warum eigentlich nicht? Wenn die Leute arbeiten, miteinander leben, warum kein Ehegattensplitting? SIE SIND EHEGATTEN. Sie werden nur nicht so genannt.

Leute, brecht die Mauern endlich ein. Eine Ehe ist das Versprechen zweier Liebender, füreinander zu sorgen. Füreinander dazusein. Füreinander die Hände ins Feuer zu halten. Hört endlich auf, Unterschiede zu machen, nur weil manche Pärchen das gleiche Geschlecht haben. Und wenn jetzt einer mit dem Argument kommt, dass Homosexuelle Paare keine Kinder zeugen können, dem HAU ICH EINS MIT DEM HAMMER AUF DEN SCHÄDEL.

Es gibt in Deutschland genügend Kinder und Jugendliche, die, freundlich ausgedrückt, in prekären Verhältnissen leben. Wie wärs mal damit, die Adoptionszügel ein wenig zu lockern. Man könnte das eine oder andere Kind da vielleicht noch retten. Nicht immer wollen die Leute unbedingt Babies adoptieren.

Und wieso zum Teufel ist die FDP dagegen gewesen? Westerwelle eins auswischen? Handwerklich schlechtes Gesetz? Wer glaubt denn dieses Märchen noch? Wenn DAS die Messlatte ist, hätten schätzungsweise 80% der Gesetze in den letzten 8 Jahren nicht verabschiedet werden dürfen.

Gott, ich REG MICH GRAD WIEDER AUF.

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Veröffentlicht am 30. Juni 2012, in ärgerlich. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 18 Kommentare.

  1. Wieso verursachst du dir wieder Sodbrennen, Magengeschwüre und anderes unangenehmes?! Die Inkompetenz unserer Politiker ist leider legendär…

    Nach meinen Erfahrungen der letzten Jahre weiß ich nicht mehr, ob die „Homo-Ehe“ als solche richtig oder falsch ist. Mir wurde noch mit dem geistigen Vorschlaghammer die traditionelle Sicht bei-gebogen und für mich fühlt es sich falsch an. Aber OK – jeder wie er will.

    Letzten Endes: Ob es eine Homo-Ehe als solche gibt oder nicht ist für mich nicht Relevant. Wo ich mich aber wirklich etwas ärgere ist die Tatsache, daß Lebensgemeinschaften gleich welcher Art vor den Sozialämtern als solche angesehen werden und entsprechend schlechter gestellt werden als Personen, aber dort wo diese Lebensgemeinschaften auch Vorteile hätten vom Staat, diese verweigert werden. Es geht um die Ungerechtigkeit und immer zum Vorteil des Staates / der Gesellschaft.

    Egal wie wir es drehen und wenden derzeit: unsere Gemeinschaft in den deutschen Landen ist krank. Krank von innen heraus. Und da ist diese kleine „Leistung“ unseres Bundestages leider nur ein Baustein…

    In diesem Sinne: Weniger Magenbeschwerden und viel Erfolg noch…

    • Es ist genau das, was du sagst. Was gesellschaftliche Pflichten angeht, ist man grad bei Homosexuellen schnell dabei. Aber sobald es um die Rechte geht, gibts Theater 😦

      Du bist übrigens nicht der einzige, der sagt „es fühlt sich falsch an“ – aber wenn du mal drüber nachdenkst: Warum falsch?

      Es ist Liebe. Wenn sich zwei füreinander entscheiden. Nichts anderes. Und alles, was das Schlafzimmer angeht, hat die Gesellschaft bitte nix anzugehen.

    • Dem kann ich nur zustimmen – bei den Pflichten, da nehmen die Hüter solcherlei Paare genauso in die Mangel wie alle anderen. Aber kaum wollen die auch entsprechende Rechte durchsetzen – schon ist Ende im Gelände. Diese Perfidität hat dieser Staat schon ganz gut drauf.

      Falsch fühlt sich für mich sowas nicht (mehr) an. Vielleicht noch etwas ungewöhnlich. Und ich verstehe sowieso nicht, warum man die eingetragene Lebensgemeinschaft nicht einer Ehe gleichsetzt. Und frage mich gerade, ob es auch eine Hetero-eingetragene-Lebensgemeinschaft gibt.

      *Helm-aufsetz*
      Und ja Tantchen, homosexelle Paare können wirklich keine Kinder zeugen. Zumindest keine eigenen.
      *und-jetzt-schnell-wegtauch*

  2. Lochkartenstanzer

    Homosexuelle Paare können sehr wohl eigene Kinder zeugen, solange sie gesund sind. Das einzige Manko ist, daß sie es mit dem jeweiligen Partner zusammen nicht können.

    • Danke 😉

    • Ähm,
      das würd ich gerne mal bei einem Frauenpaar „sehen“. Und eigene Kinder bedeutet für mich, die Erbinformation beider ist in dem Kind vereint.

      Vielleicht definier ich aber auch nur falsch.

      • Dieser Logik folgend müssten Ehen auf „Bewährung“ abgeschlossen werden, und sie würden erst nach erfolgtem und gentechnisch nachgewiesen beiderseitigem Nachwuchs rechtlich voll anerkannt. Bekanntlich sind auch (hetero-) eheliche Kinder keine Gewähr dafür, dass der Ehemann ursächlich beteiligt war.

    • jetzt muss ich aber doch mal „kleine getrocknete Früchte ausscheiden“: das mit dem“Kinder zeugen“ gilt aber nur für den einen Teil der homosxuallen Paare 😉
      .. oder hab‘ ich da was falsch verstanden?

      zum Thema an sich: „die“ haben Probleme! Die Welt geht unter und die liefern sich und anderen solche Schein-Schein-Schein-Gefechte.
      Aber was jammert Ihr denn? Ihr habt „die“ doch gewählt! Ich nicht, denn ich wähle immer die Richtigen!
      .. nur: was ist richtig? weiss ich immer vorher, was richtig ist?
      #grübel, grübel, grübel ..
      ich glaub‘, ich brauch erst mal Urlaub! 😦

  3. Lochkartenstanzer

    Tröste Dich Tantchen, auch unsereiner, deutlich jenseits der 2 Zentner, bekommt dauernd wohlgemeinte Tipps. Als ob man das nicht selbst wüßte. das es für die Gesundheit besser wäre wenn man die passende Körperhöhe zu seinem Gewicht hätte. Mach Dir nichts draus. Schau einfach, was Dir gut tut: Gemütliche Spaziergänge, ggf mit Hund oder Katze an der Leine (:-)), Bewegung im Wasser, sofern möglich, sex, (Notfalls auch alleine :-)), etc.

  4. kleiner_Geist

    Zum Thema Homoehe:
    Das Problem ist doch, dass es bei uns in Deutschland zwei „Sorten“ von Menschen gibt. Da gibt es auf der einen Seite die „aufgeklärten modernen toleranten“ Menschen, die in unterschiedlicher Ausprägung eine andere Vorstellung von Kirche, Staat, Moralvorstellung und Ethik hat, als die „Konservativen“. Wir dürfen aber nicht vergessen, auch wenn man von letzteren vielleicht weniger hört. Auch sie machen einen nicht zu unterschätzenden Prozentsatz unseres Wahlviehs, korrigiere wahlberechtigten Volkes aus. Was würde zum Beispiel deine Mutter zum Thema Homoehe sagen. Auch wenn wir über solche Ansichten den Kopf schütteln, so sind sie leider noch lange nicht aus den Köpfen raus. Ich selbst lebe in einem etwas weniger urbanen Gebiet und hier gibt es noch die massig die Leute, die CDU wählen -weil christlich, die Sonntags in die Kirche gehen und anschließend in die Dorfkneipe zum Frühschoppen. Hier gehören die Frauen noch an den Herd, die Bildzeitung schreibt die Wahrheit und Jogi Löw gehört gesteinigt. Dabei sind das nicht nur die ü60er, nein auch junge Erwachsene, die genau diesen Lebensstiel weiter einschlagen. Diese Leute sind auch nicht bildungsfern, sondern durchaus auch Akademiker, nur mit einem völlig anderen Weltbild, als du oder ich es haben.
    Die Frage ist: Wie sollen wir damit umgehen?

  5. Tja…
    Solange es den Kindern schon in der Grundschule eingebläut wird das es nur Mann und Frau gibt wird sich nicht viel ändern, fürchte ich.
    Und wenn man dann in Klasse 4, beim ersten Ankratzen der Sexualkunde einen Lehrer hat der das einzige Kind das weiß das es auch Mann+Mann und Frau+Frau gibt erst böse niederstarrt und dann für den Rest der Stunde ignoriert wundert einen die Ablehnung der Homo-Ehe nicht mehr.
    *seufz* Auch jetzt, in der weiterführenden Schule, ist mein Kind das einzige das weiß das es homosexuelle Liebe gibt. Und das in einer Kleinstadt am Rande einer verdammten Großstadt!

  6. Ich hab noch mal nachgeguckt: In genau 10 Staaten der Erde, plus sechs Bundesstaaten der USA, ist die gleichgeschlechtliche Ehe rechtlich festgeschrieben. Im Rest der Welt nicht. Steht übrigens in dem Wikipedia-Artikel, von dem du nur die ersten drei Zeilen zitierst, und in dem auch an mehreren anderen Stellen zu lesen ist, daß gemeinhin von einer verschiedengeschlechtlichen Ehe ausgegangen wird.

    In Frankreich gibt es eine Art der Lebensgemeinschaft, die steuerlich ähnlich wie die Ehe behandelt wird, ohne zu fragen, wer da mit wem lebt. Können also auch Geschwister sein, oder ein Homo-Pärchen. Find ich in Ordnung.
    Pflichten und Rechte gehen m.M.n. Hand in Hand, also sollte das Haushaltssplitting ebenso selbstverständlich ins Steuerrecht eingehen, wie für Haushaltsgemeinschaften die gegenseitige Haftung angenommen wird.

    Was die Kinder angeht, nun ja. Dame Nature will nun mal, daß zur Zeugung von Kindern ein Mann und eine Frau zusammenkommen, und ich vermute schlicht, dahinter steckt ein Sinn. Eine Monokultur, ob unter Frauen oder unter Männern, tut nach Ansicht einer Reihe von Fachleuten Kindern auch nicht gut – man könnte Nietzsche zum Beispiel nehmen, oder auch Klosterschüler, oder auch Absolventen von Militärschulen… oder auch „Ein-Eltern-Kinder“, sprich die oft genug dem Vater vorenthalten werden und auch im Kindergarten und der Grundschule nur mit Frauen zu tun haben.
    Da sollte man, meine ich, noch mal länger drüber nachdenken; wie gesagt: die heterosexuelle Zeugung hat doch wohl einen Sinn… und Kinder sind nicht dazu da, einem Paar zu signalisieren, „ihr seid jetzt ein richtiges Paar“. Das wäre Mißbrauch.

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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