Qualitätspresseerzeugnisse


Aus der Reihe „Beispiele, warum wir dringend ein Leistungsschutzrecht für hochwertige Presseerzeugnisse benötigen“ heute im Angebot:
Ein Qualitätsartikel aus dem Hause Springer.

Lieber Welt-Redakteur. Zur Info: Ein Notstromaggregat an der Stelle macht ungefähr soviel Sinn wie Kühlschränke am Nordpol. Ein „Notstromaggregat“ soll dafür sorgen, dass im Falle eines Stromausfalles entweder die Zeit überbrückt werden kann bis Strom wieder da ist und die Server wieder ohne das Aggregat laufen können oder aber sie sind Batteriegestützt und halten die Energie solange aufrecht, bis die Server kontrolliert in den Ruhezustand gefahren werden können, damit nix böses passiert.

Es gibt jetzt mehrere Möglichkeiten:

1. Ihr habts verwechselt mit „Klimaanlage“ – das wäre schlechte Recherche.

2. die Polizei hats verwechselt – das wäre ebenfalls schlechte Recherche, denn wenn man so einen Artikel schon schreibt sollte man schon mal fachfremde Begriffe nachrecherchieren.

So oder so kommt ihr aus der „schlechten Recherchenummer“ nicht mehr raus.

ANFÄNGER

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Veröffentlicht am 18. Juni 2012, in Medienschelte. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 11 Kommentare.

  1. Was auch sein kann, dass der Text einfach falsch geschrieben ist und die meinen effektiv ein Notstromaggregat (eins mit Motor und ordentlichem Tank).
    Das könnte dann Sinn ergeben, wenn einfach die Stromzufuhr unterdimensioniert ist.
    Da würde das Notstromaggregat aber nicht zur Kühlung dienen, sondern zur ausreichenden Versorgung der Klimaanlage.

    Ich tippe mal drauf, die haben das wo abgeschrieben und damit das nicht so auffällt, haben sie den Text leicht umgeschrieben und aus ihrer Sicht unwichtige Details weggelassen.

    Aber ja, so oder so hat es die Springer Presse mal wieder an der nötigen Sorgfalt mangeln lassen, aber das ist nun wirklich nichts neues.

    Ich wäre dafür das Gesetz umzubennen, in:“Nullleistungsschutzrecht“.

    • Es ist definitiv nichts neues, aber gerade mit Blick auf „Leistungsschutzrecht“ MÜSSEN die Leute langsam mal blicken, dass hier nichts geleistet wird.

      Denn die eigentliche Nachricht – die Gefährdung des Notrufes durch unterdimensionierte Anlagen – die ist echt das übelste an der Geschichte.

      • Hmm, mir ist gerade was in den Sinn gekommen, vielleicht verstehen wir „Leistungsschutzrecht“ falsch, wir verstehen immer, dass dadurch die Leistung geschützt werden soll, aber so wie ich das sehe, geht es eher darum, die Presse _vor_ Leistung zu schützen.

        Ich glaube ein Grund, wieso sie keine Zitate wollen, ist, dass sie dadurch auch mal unliebsame Kritiker wegklagen können.

        Ich meine, wenn man keine Zitate mehr anbringen kann, kann man auch nicht mehr direkt auf die Fehler eingehen und die Fehler besser dokumentieren.

        Wenn es nirgendwo eine Kopie gibt, kann man das original leichter Heimlich ändern und Kritikern sagen;:“Das haben wir nieeee gesagt.“

  2. Und – so nebenbei bemerkt: Die Verleger wollen mit dem Leistungsschutzrecht ja genau das unter Strafe stellen, was in ihren Redaktionen Tag für Tag genauso passiert: Das unberechtigte und massenhafte Abschreiben.

    • Naja,
      das alles ist aber keine Leistung. Also wird genau das doch nicht unter Schutz stehen – schließlich wollen die ja Leistung(en) schützen.

    • Eben, wenn man sich das ganze so ansieht, schützt das Gesetz eben Leistung gerade nicht, sondern schützt eher die Verlage davor, Leistung erbringen zu müssen.

  3. Tantchen, das Notstromaggregat, von dem das Blatt berichtet, ist dazu da, mittels verbrennungsmotorischer Energie der Umgebung Wärme zu entziehen.
    Das geht normalerweise mit Hilfe eines ordentlichen Klimagerätes, aber viellecht steht der Redakteur auf 2- oder 4-Takt?

  4. Wenn ich daran denke, wie oft ich durch Google News schon auf den Seiten der Bildzeitung, der Welt, des Spiegels oder Focus gekommen bin, frage ich mich, was die eigentlich wollen; schließlich kommt da genug Werbung, wenn ich deren Seiten besuche, was ich im Übrigen nicht tun würde, wenn ich’s nich‘ über GN vorgesetzt bekäme; bin schließlich auch faul.

    • Es geht schon lange nicht mehr um Google, die Verlage haben einen Bluff probiert und sind damit kläglich gescheitert, die haben erwartet, dass Google da einfach mal einknickt und sofort ja sagt, nur Google weiss wohl selbst am besten wie viele Leser sie täglich den Verlagen bescheren.
      Ich meine Google hat ja nicht mal Muskeln gezeigt. (Hätten einfach mal die ganzen Verlage aus Google News raus schaffen können.)
      Den Verlagen dürfte aber klar sein, dass sie Google mehr brauchen als Google sie.

      • Stümmt auffällig – es geht nur darum, Kohle zu scheffeln ala GEMA.
        Dann lesen wir demnächst vielleicht:

        Dieser Artikel kann in deinem Land nicht angezeigt werden, da er Inhalte von xxxx enthalten könnte, für die die Darstellungsrechte nicht gewährt wurden.

        (oder so ähnlich)

        Wenn die Verlage zu dämlich, ihre Webangebote attraktiv zu gestalten und mit Hilfe von Werbung ’n paar Taler abzugreifen, wird ’ne Verwertungsgesellschaft auch nicht helfen können. Wie sehr wünschte ich mir übersichtliche, aufgeräumte Websites mit einer ordentlichen Suchfunktion, einem Register und einem ordentlichen Themenangebot. Meistens finde ich aber überladene, bunte, unübersichtliche, ungeordnete Seiten, welche aussehen, als seien sie von farbenblinden, Ignoranten auf Droge gestylt worden.

        Leider werden wir uns von diesem Thema nicht so bald verabschieden können, da die entsprechenden Verlage da keine Ruhe geben werden.

        Da wird was kommen, fürchte ich!

  5. fleedwoodmacMac

    Der Artikel kommt von der dpa, steht ja unten drunter. Copy and Paste und fertig ist die Recherche. *g* rbb-online:http://www.rbb-online.de/nachrichten/vermischtes/2012_06/polizeinotruf_110.html und die Berliner Morgenpost auch:
    http://www.morgenpost.de/newsticker/dpa_nt/regioline_nt/berlinbrandenburg_nt/article106600825/Polizeinotruf-droht-bei-Hitze-auszufallen.html

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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