Was wichtig ist


Man lebt. Man kämpft. Man hat Freunde. Man studiert, macht sein Diplom. Und hat eine gute Freundin, wo man auch mal nachts um 1 auftauchen kann, damit die einem die Diplomarbeit nochmal überarbeitet. Man läßt sich Copy/paste und das Prinzip der Zwischenablage mit Keksen erklären.

Man verliert sich aus den Augen, aber immer noch im Hinterkopf: „Wir müssen uns mal wieder treffen“

Und dann…

dann schlägt Freund Hein zu.

Und man trifft sich nicht mehr – man kann nur noch zu einem Grab gehen.

Ach Mann, Jung. Du warst nicht so viel älter als ich. Du hast es nicht viel leichter gehabt als ich, im Gegenteil.

Du wirst mir fehlen, wie du mir die ganze Zeit gefehlt hast.

VERDAMMT, warum hast du dich einfach so verdrückt? Warum hast du dich verdammt noch eins nicht gemeldet, als es dir schlechter ging? Als du krank warst. Mir gehts nicht gut, aber für dich hätte ich Zeit gehabt.

VERDAMMT VERDAMMT VERDAMMT.

Ich steh jetzt hier und kann dich noch nicht mal dafür in den Hintern treten.

Idiot.

/edit

Ein anderer Freund hat mich an was erinnert, und er hat recht damit:

Das eigentliche Grab der Toten ist das Herz der Lebenden.

Und vielleicht kann ich das irgendwann so sehen. Aber momentan bin ich zu wütend auf ihn 😦

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Veröffentlicht am 13. Mai 2012, in Trauriges. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 10 Kommentare.

  1. Sie ist nicht fort. Sie ist in Deinem Herzen.

  2. Er.
    Aber es hilft nichts – es tut einfach weh, das er mir nicht genug zugetraut hat, um mich wissen zu lassen, dass es ihm schlechtging. Dass ich jetzt hier sitze und ihm den Kopf abreißen möchte, und die Lücke die er hinterläßt, die tut auch weh. Wie ein Schleifstein auf einer Hautabschürfung.

    Ich würde ihn gerne dahintreten wo es richtig weh tut, ihm dann alle Schimpfwörter an den Kopf werfen, die ich kenne und wenn ich fertig bin, noch 2x von vorne anfangen – und dann so feste drücken, dass er keine Luft mehr bekommt.

    Aber das geht nicht mehr. Denn er ist einfach nicht mehr da. Hat sich aus meinem Leben geschlichen, einfach so.

    Das kann der doch nicht einfach machen, das geht doch nicht. Da muss doch wenigstens noch eine Chance sein. Das ist einfach UNFAIR, verdammt *wüt*

    • Und zumindest die Verbalitäten auf einem Blatt Papier festhalten, schön als Brief mit Adresse, Kuvert und Anschreiben?
      Muß ja nicht zur Post gehen, kann ja auch nach dem (oder zum) Sacken zeremoniell verbrannt werden.

  3. Du bist wütend. Das ist ok. Du änderst jedoch damit nicht die Realität. Leider.

    Vielleicht hat er nicht mehr die Kraft gehabt, um sich bei dir zu melden. Oder einzugestehen, dass es ihm arg schlecht geht. Jede Seite sieht es immer für sich – für dich wäre es kein Problem gewesen, er sah es vielleicht anders.

    Sei es drum. Er ist gegangen. Behalt die schönen Dinge in Erinnerung. Und verzeih ihm den Abgang.

  4. Hm, ich muss unbedingt meine beste Freundin anrufen 😦

    Erinnert mich an ein Gedicht, das bei meiner Oma im Wohnzimmer hängt:

    Am Grabe bringen Menschen Blumen
    Warum denn im Leben nicht
    Warum so sparsam mit der Liebe
    Und warten, bis das Auge bricht

    Den Toten freuen keine Blumen
    Er spürt im Grabe keinen Schmerz
    Würd man im Leben Liebe üben
    Schlüg länger manches Menschenherz

    Irgendwie kitschig, aber schön 😦 Und bitte nicht als Angriff verstehen.

    • sehe ich nicht 😉

      Das Gedicht passt ja, auch wenn ich es nicht in der Hand hatte. Er hat mich ausgeschlossen, nicht ich ihn und die Wünsche der Menschen diesbezüglich respektiere ich ohne Wenn und Aber. Ich dränge mich nicht auf.

      Das ändert aber nichts daran, dass ich mich beschissen fühle und dass er mir fehlt 😦

      • Du bist in der Wutphase, daher ist das okay. Ich denke nicht, dass er dich bewusst ausschließen wollte. Wahrscheinlich dachte er gar nicht daran, dass er sterben könnte, wie die meisten Menschen. Weiß ja nicht, wie es passiert ist… wünsche dir jedenfalls viel Kraft.

  5. Tut mir sehr Leid – für euch beide 😦

  6. *sfz*
    *Cappu hinstell*
    Ich wünsche dir viel Kraft, Tantchen.

  7. Herzliches Beileid, liebe Tante! 😦

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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