Reisetagebuch -2-


An die Tastatur hier gewoehne ich mich nie.

Momentan gibts das volle Kulturprogramm. Nashville ist Music City – und das merkt man.

Ich muss die Links zu Hause mal nachtragen, momentan gibts also nur „pures“, allein, weil die Kiste an der ich sitze, bereits im Rentenalter ist. *g*

Die Eindruecke hier sind vor allem eins, unglaublich vielfaeltig.

Dienstag war ich hier im First Response Center. Die Leute dort haben es sich zur Aufgabe gemacht, bezueglich AIDS aufzuklaeren, es werden an Kids Kondome verteilt und eben auch Anlaufstellen und kostenfreie Tests angeboten. Diese Kondome muessen in kleine Tuetchen gepackt werden.

Nun ja. Ne Deutsche an einem Tisch zu sehen, wie sie Kondome und Infomaterial in kleine Tuetchen packt, hat einige dort sehr belustigt.

WEHE einer lacht!

Ausserdem hab ich dort Earl kennengelernt. Leute, wenns je ne Tunte gegeben hat, ist das Earl. Aber ein liebes Kerlchen durch und durch und nicht eine Sekunde schlecht gelaunt oder ohne Laecheln. Als ich ihm sagte, dass Menschen, die viel Laecheln, meist die Wunden verdecken wollen, die sie haben, hat er zum ersten mal aufgehoert zu lachen. Und ich hatte – leider – recht. Viele Amerikaner sind nun mal nicht tolerant und Earl hatte viele Probleme und hat sie noch. Aber trotzdem: Er ist, was er ist und will nicht anders sein.

Chapeau. Allerdings hab ich ihn wirklich dazu gebracht, in Panik zu verfallen – meinen Namen kann er nicht richtig aussprechen und meinte irgendwann „klingt wie Casket ohne t“. Aus Rache hab ich dann mal einen kleinen Anbaggerversuch gestartet. Nicht ernst gemeint, hat aber voellig gereicht um ihn ausser Fassung zu bringen. Er hat Rache geschworen. Mal sehen was das noch gibt. *g*

Ja, ich mag den Mann. 🙂

Irgendwie ist hier jeder in irgendeiner Form mit Musik verbunden. Sei es, dass sie verdammt gut wissen, an welcher Stelle ein Instrument bitte gehalten werden moechte oder dass sie einfach nur gut singen koennen. Demzufolge war ich jetzt auch auf insgesamt 3 Konzertabenden quer durch die Musikgeschichte. Blues, Bluegrass, Gospel, Country – es war alles dabei. Nur in einem sind wir uns einig: Es laestern ALLE ueber HipHop. Und das nicht zu knapp. Meine Herren, wenn die hier mal loslegen, fliegen dem Opfer die Ohren weg.

Auch ansonsten ist es unglaublich was man hier sieht. Auf der einen Seite Reichtum, aufpoliertes Downtown, eine Kirche neben der naechsten, eine huebsche Touristenfalle, wo ein Laden nach dem naechsten hockt und auf der anderen Seite wundert man sich, wieso denn so viele Parks in den Vorstaedten sind.

Denn hier sind eine Menge Parks. Weite Rasenflaechen, vereinzelt ein paar Baeume und Steinwege, die ins Nichts enden.

Diese Parks waren einst lebendige Stadtviertel. Die Haeuser, die nach dem Platzen der Immobilienblase leer standen, wurden von der Stadt geplaettet und die Loecher der ehemaligen Kellerraeume zugeschuettet.

Jetzt ist nur noch Rasen wo einst eine funktionierende Neighbourhood war. Und es ist traurig mit anzusehen. Denn es ist auch klar: Nicht alle, die hier wohnten, sind jetzt in anderen Haeusern.

Die Obdachlosenrate ist stark gestiegen.

Heute (es ist gerade 11 Uhr morgens) geht es in Richtung Weinprobe. Keine Ahnung wieso, aber irgendwie glauben die hier, dass die Deutschen alle saufen wie die Loecher. Muss daran liegen, dass die meisten Kasernen in Bayern liegen *g*

Heute abend dann Geburtstagsfeier von einem Freund. Das macht denen alle nix aus, einer mehr oder weniger, darauf kommts nicht an. Also abmarsch. *g*

Was dann am Wochenende anliegt und die naechste Woche, weiss ich noch nicht wirklich. Es gibt hier in Nashville eine Menge Museen, auf die ich mich auch echt freue.

Mal sehen, wann ich wieder an einen Computer komme. Bis dahin – stay tuned 🙂

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Veröffentlicht am 16. März 2012, in Amerika. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 19 Kommentare.

  1. „WEHE einer lacht!“
    iiich, aber gaaaanz verhalten (ich schwöre) 😀
    aber, ich lese: Du bist gut drauf und geniesst „es“
    Liebe Grüße „über’n grossen Teich“
    Hajo

  2. He, wir Bayern sind nicht versoffen!
    Bier ist Grundnahrungsmittel, damit werden wir aufgezogen, das zählt nicht als Alkohol.
    Und woran weiß man, dass die Amis wieder Sold bekommen haben?

    Pinkelnde, besoffene, grölende Kerle mitten(!) auf den Straßen und leere Whiskey-Flaschen in den Kneipen…

    Aber in jedem Fall wünsche ich dir weiterhin viel Spaß! 🙂

    • „Bier ist Grundnahrungsmittel, damit werden wir aufgezogen, das zählt nicht als Alkohol.“

      Das erklärt einiges…

      😀

      • Was meinst, woher die Starkbiere kommen?
        Damit konnte man sich mönchseitig in der Fastenzeit grundnahrungs- und kalorienmäßig prima über die Runden bringen und hatte auch noch Spaß dabei. ssszzeefixlllöllluujja

        • Eeeeebbbbennnn! *Krug schwenkend*

        • hab mal gehört, dass vor langer langer Zeit ein paar bayrische Mönche nicht sicher waren, ob Bier in der Fastenzeit erlaubt sei. Also zur Lösung des Problems ein Fass geschnappt und (natürlich ungekühlt…) ab nach Rom damit und dem Heiligen Vater die Frage (und einen Krug Bier) vorgelegt. Der habe einen Schluck genommen, das Gesicht verzogen und gemeint „aber selbstverständlich ist das erlaubt, wir verbieten doch keine Selbstkasteiung in der Fastenzeit…“
          Egal ob’s stimmt oder nicht: den Bayern würde ich sowas zutrauen und es würde einiges erklären 😉

  3. Biste denn 6 oder 7 Stunden hinter den Deutschen? Und n icht vergessen – wenn du wieder zurück kommst (wenn es denn Delta schaffen sollte), dann heißt es, Uhr vorstellen. Oder war das zurück? Oder so.

  4. Ähem, Weinprobe in Nashville! Vormittags! Was probiert man denn da? Cumberland-River Südhang? 🙂 Scheint ja der Auftakt für einen vergnueglichen Tag zu werden.
    Schade das es kein Videomaterial vom Eintueten der Tueten geben wird, sonst haette ich das Lachen bestimmt nicht zurueckhalten koennen (auch wenn es von prominenter Stelle verboten wurde *g*).

    Aufruf zur Solidaritaet: Bis das Tantchen wieder eine deutsche Tastatur (bzw. Tastaturtreiber) benutzen kann, koennten alle die hier kommentieren Umlaute nur noch American-Style schreiben. Ich fang schon mal damit an 😉

  5. Nashville?
    Kommt da nich‘ Country Music *schudder* her?

  6. Wieso tütest du die Tütchen ein? Machen das nicht normalerweise die Männer? *kopfkratz*

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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