Geister aus der Vergangenheit


Noch bin ich nicht weg. 😉

Es ist seltsam. Meine Eltern sind ja immer viel umgezogen – teilweise alle 2 Jahre, dann musste es eine neue Wohnung sein, ein neuer Ort, ein neuer Anfang. Für uns Kinder war das teilweise die Hölle.  Die Gründe waren vielfältig,  aber eins hieß es immer: Freunde zurücklassen.

Der erste Freund – das ist fast 30 Jahre her. Gott, ich werde 43, das ist tatsächlich 28 Jahre her. Unglaublich.

Ich hab an ihm damals ziemlich gehangen. Ich war immer so derjenige, der mit Anlauf in alle Fettnäpfe latscht, das seltsame Nerd-Kind, dass irgendwie keiner mag. Dazu unsicher, schüchtern (ja, bin ich tatsächlich in fremder Umgebung, man mags kaum glauben), wenig Sozialisiert, da ich nie Freunde hatte, die geblieben waren. Er hingegen hat die Deppen, die mich als Opfer gesehen haben, einfach mal weggetreten. Das bitte buchstäblich nehmen. Und ich fühlte mich toll und beschützt.

Allein – Umzüge bringen es mit sich, dass man diese Beziehungen „die sowieso nicht von Dauer sind, weil der erste Freund“ nicht aufrechterhalten kann. Die Entfernungen waren für eine 16jährige damals einfach unüberbrückbar. Und auch er konnte nicht die Strecken immer gurken, weil er auch nicht so üppig Spritgeld hatte. Und so trennten sich die Wege.

Andere Menschen waren verschwunden, man verlor sie einfach aus der Sicht – weil die Lebenswege sich nicht glichen und man wenig Gemeinsamkeiten hatte.

Heute bei Facebook mal gestöbert und geschnuft – und Bauklötze gestaunt, als ich 2 dieser Geister der Vergangenheit wiedergefunden habe. Einer davon ist mein damaliger Freund.

Schön. Keine Ahnung, wie er heute so drauf ist – mal auf meine unnachahmliche Art angetickert und wenn ers ist, wird er schon noch wissen, wie das zu nehmen ist. So sehr hab ich mich dann auch nicht geändert.

*hust* zumindest äußerlich. *runterguck* der Rest…noja. Ich bin froh, dass ich im Flieger keinen Gewichtszuschlag zahlen muss. 😉

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Veröffentlicht am 11. März 2012, in Einfach nur gut. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 6 Kommentare.

  1. Bist du sicher, dass die dich noch einen Koffer mitnehmen lassen? 😉 *duck-und-weg*

  2. Eltern O o! Die Sache ist doch die: Egal was sie tun oder lassen – sie werden immer für eine gewisse Anzahl der seelischen (oder gar körperlichen) Narben eines Menschen verantwortlich sein. Ob bewusst oder nicht, manchmal möchte man sie heute noch für solche Aktionen an die Wand pappen. So wie ich deinen Artikel verstehe, seid ihr ja nicht aus purer Not heraus ständig umgezogen. Wenn man als Kind/Jugendlicher ständig an einen anderen Ort gezerrt wird, dann ist diese „Entwurzelung“ imho ein Problem, dass man ein ganzes Leben lang mit sich herumschleppt. Ich beneide jene Menschen, die das nie erleben mussten. Ich kenne einige bei denen das der Fall ist und die Selbstverständlichkeit mit der sie einfach sagen können – das ist mein(e) Freund(in) seit dem Sandkasten. Für jemanden bei bei dem es nicht so verhält, kann so eine eigentlich banale Aussage schon frustrierend sein. Heavy wird es dann natürlich, wenn es um den/die erste(n) Freund(in) geht. Man kämpft gegen die Trennung an, aber in der Regel geht es den allermeisten so wie dir. Obwohl ich einen Kumpel hab, der mit seiner Freundin aus Teeniezeiten tatsächlich noch zusammen ist. Ausnahmen bestätigen wohl auch hier die Regel. Ist doch spannend ob er dir antwortet und wenn ja wie er heute so drauf ist.

  3. Bist du sicher, daß du im letzten Absatz wirklich „äußerlich“ meinst?

    Wir ziehen ja nun im Sommer auch um, ans andere Ende des Landes gewissermaßen, und theoretisch kann das nun alle sechs Jahre der Fall sein. Nicht immer so extrem, aber immerhin. Es ist eine Qual für die Familien, läßt sich aber leider nicht umgehen. Aber von Pastorenkindern, die es durchgemacht haben, weiß ich auch, sie konnten daran wachsen. Lernen, auf neue Kreise zuzugehen, neue Freunde zu finden – und inzwischen gibts ja vielfältige Möglichkeiten, sich zumindest via Internet nicht aus den Augen zu verlieren. Das ist für meine Generation noch nicht so selbstverständlich, Internet kam ja erst, als wir alle schon 25 oder so waren.
    Und einige Mitschüler sind einfach im Netz nicht zu finden, nicht nur Sandra Hein, von der es so viele gibt, daß man nicht weiß, welche nun die richtige ist.

  4. „Ich war“ (!!!???!!!) „immer so derjenige, der mit Anlauf in alle Fettnäpfe latscht ..“
    😀

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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