Ich muss hier weg


Tja. Warum eigentlich? Die Wohnung ist geil, ich zahl auch wenig Kaltmiete, 230 Euro für knapp 80 qm.

Ich kann mich eigentlich nur verschlechtern oder?

Würde man meinen, wenn mein Vermieter und seine seltsame Auffassung von dem wäre, was ich als Mieter so zu leisten habe, nicht wäre.

Einerseits die Flurwoche. OK, den Stress dadurch hab ich durch den Wischmaster umgangen, ist soweit in Ordnung.

Nu will Vermieterin auf einmal, dass ich auch die Glastüren mitputze.  D.h. da ja jede Partei für eine Woche zuständig ist, sollen alle Glastüren einmal die Woche geputzt werden.

Das gleiche gilt für den Keller. Der ist auch reihum da, und da soll auch einmal die Woche geputzt werden. Außerdem soll ich meinen Keller mal aufräumen, als sie das letzte mal drin war (!) hats da so chaotisch ausgesehen. Ich weiß ja nicht, was IHR im Keller macht, aber ICH hebe da Sachen auf, die ich nirgendwoanders brauchen kann.

An die Fensterseite darf ich auch nix hinstellen, denn wenns mal reinregnet, dann kann man nicht wischen.

Zu sagen, dass ich die Schnauze voll von der Tante habe, triffts jetzt nicht annähernd.

Heute kam dann mein Vermieter. War eigentlich immer ein verträgliches Kerlchen, wenn man seine sehr seltsamen politischen Ansichten nicht weiter beachtet.

Draußen die Straße soll gefegt werden. Regelmäßig einmal die Woche hat er beschlossen, dass die Mieter doch bitte die Straße draußen zu fegen haben. Das habe ich die letzten Wochen nicht gemacht, weil ich es schlicht nicht einsehe – das ist öffentliches Grundstück, das gehört der Stadt. Wird noch wichtig.

Nun, Onkel Vermieter meint, er muss trotz seiner schweren Krebserkrankung. von der er sich gerade erholt, unbedingt fegen. Nun sehe ich wiederum zwar kräftig aus *hust*, aber ICH wiederum kann keine Dinge tun, die damit anfangen: „Spannen sie mal die Bauchmuskeln kräftig an“. Doof, wenn eine Narbe 5x aufgemacht wurde und die nicht mehr richtig zuwächst. Da dürfen demnächst mal wieder Ärzte ran -.-

ER wiederum sieht nur: Junge Frau, kann kräftig zupacken, sollse mal machen. Und heute dann die Drohgebärden:

Er meinte, wenn ich nicht allmählich anfange mit fegen, würde er jemandem bestellen und mir das mit 30 Euro im Monat in Rechnung stellen. Er war, glaub ich, ein wenig vergnatzt als ich mich rundheraus geweigert habe. 30 Euro für jemanden, der die Straße fegt ist verdammt viel Geld. Und außerdem: Öffentlicher Grund. SEIN Grundstück ist das nicht.

Und hier kommt dann unsere kleine Auseinandersetzung ins surreale.

Ich meinte „das ist öffentlicher Grund. Ich zahle bereits Straßenreinigungsgebühren für das Grundstück da, ich werde keinen Cent mehr zahlen, nur weil sie beschlossen haben, dass ihnen das zu unordentlich ist. Wenn sie jemanden beauftragen wollen: Bitte. Aber ich zahl keinen Cent.“

Woraufhin er meinte, dass uns unsere Wege dann trennen müssen, und er die Wohnung dann kündigen müsse.

Ich hatte keine Lust, ihm das entsprechende Mietrecht zu erklären, dass sowas ganz sicher KEIN Kündigungsgrund ist. Höchstens einer von meiner Seite.

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Veröffentlicht am 26. Januar 2012, in alltägliche Katastrophen. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 16 Kommentare.

  1. Na ja Straßenreinigungsgebühren… für Gehwege gelten die oft nicht, sondern da regelt dann eine kommunale Satzung, daß die Anwohner dafür zuständig sind.
    Aaaaaber: das sind m.W. die Hausbesitzer, nicht die Mieter; auf die Mieter kann das nur per Vertrag umgelegt werden…
    Wenn der Keller Mietsache ist, gehört der zur Wohnung, da hat die Vermieterin überhaupt nix drin zu suchen, wenn sie da ihre Nase ohne deine Erlaubnis reinsteckt, riecht das nach Einbruch. Frag doch mal bei der Trachtengruppe nach… 😉

    • Meine Vermieterin versucht mir gerade auch zu drohen – mein Balkon ähnle einer Messie-Wohnung:
      ca 5m lang, 1,50 breit. Darauf: Ein Regel (30tief*60breit*180hoch), auf dem Blumentöpfe, was Dekoratives, die Schäufelchen etc., die man zum Blumen umtopfen braucht etc., stehen. Außerdem 2 große Blumenkästen mit mehrjährigen Kräutern, die im Winter natürlich etwas trostlos aussehen. 4 Stapelstühle mit Tisch . Ein Sonnenschirmständer samt Sonnenschirm (letzterer im Moment in der Wohnung), eine zusammengeklappte Sonnenliege. Und – oh Himmel! – ein zusammengeklappter Wäscheständer!!! Messitum. Außerdem ist das so viel, dass die Statik des Balkons gefährdet ist(!).
      Worauf ich meinte, dann müsse der Balkon ganz wegen Baufälligkeit gesperrt werden, denn das ganze „Gerümpel“ (alleine braucht man doch keine 4 Stühle???) ist zusammen leichter als ich alleine… Leider müsste ich da die Miete…

      Tja, das war vor 3 Wochen. Bisher hörte ich nichts mehr…. Aber ja. Es nervt!

      • ja, Simop, VIER Stühle .. pass nur auf, dass Deine Vermieterin nicht den Verfassungsschutz einschaltet 😉

        • Könnte schon sein… Gilt das schon als verbotene Gruppenbildung? Oder fällt das noch unter Versammlungsfreiheit? *fg*

      • Der Balkon MUSS mindestens 200kg/m² aushalten. ‚Meine ehemalige Vermieterin kam aber auch auf solche Ideen. Ihres Zeichens Architektin. Das Problem: Bin ich quasi auch, naja Innenarchitektin. Ganz blöd, mir sowas weißmachen zu wollen.

  2. Ehe wir uns hier versteigen: Ich habe damals bei meinen (Ver-)miet(er)-Problemen die 50 Euro für den Mieterverein nicht bereut. Wirkt Wunder, wenn man den Vermieter bei solchen Fragen an seinen Anwalt (naja, den des Vereins) verweisen kann. Ausserdem kennen die sich mit den lokalen Gepflogenheiten besser aus. Ein Gutteil der Miet-Nebenregelungen ist lokal gewachsen, das unterscheidet sich teilweise schon, wenn man einen Ort weiter zieht…

    • Wenn der Bericht oben stimmt, sind die Verfehlungen bzw. die Idiotien des Vermieters so offensichtlich, dass die Tante auch ohne Mieterverein leicht dagegen ankommt. Da steht dann vermutlich nur unangebrachte Friedfertigkeit im Wege.
      Und wer sich von sowas zum Umzug drängen lässt, landet mit hoher Wahrscheinlichkeit bei ähnlichen Armleuchtern und zahlt auch noch lustig drauf.

      • Manchmal wäre zwar ein Bleiben „sinnvoller“, da man rechtlich eigentlich auf der sicheren Seite ist und man den Arm*** ja nicht damit durchkommen lassen will – auf der anderen Seite ist auch das stärkste Nervenkostüm irgendwann einmal aufgerieben. Und das muss nicht sein. Vor allem dann nicht, wenn man wie Tantchen eh schon angeschlagen ist…

        • Stimmt schon; vermutlich ist es sogar die Mehrheit, die sich sagt: „Dort, wo ich wohne, will ich keinen Ärger haben“. Gegenargument ist eben, dass diese Leute so gut wie überall rumschwirren, ob sie nun Vermieter sind oder Nachbarn. Und in einer Disziplin kommt gegen diesen Menschenschlag, der sonst eher wenig im Schädel hat, so leicht keiner an – im Erkennen und Ausnutzen von Schwächen, wobei Nachgiebigkeit und Friedfertigkeit in diesem Zusammenhang Schwächen sind.
          Ist übrigens ein Lieblingsthema von mir, weil ich das schon öfter erlebt habe. Meine persönliche Bilanz: Wer sich wehrt, hat irgendwann Ruhe, wer nicht – der nicht.

      • Der Punkt ist, dass ich aus eigener Erfahrung weiß, dass, wenn man an dem Punkt wie das Tantchen steht, weder die Lust noch die Kraft hat, sich mit „denen“ auch noch anzulegen. Das kostet Zeit, Nerven und Gesundheit. Und da das nicht nur bei mir begrenzte Güter sein dürften, rate ich jedem mit solchen Problemen: Gebt die 50 Euro aus und lasst das die machen, die nicht persönlich involviert sind…

  3. Seufz…230 EUR kalt für 80qm…wenn ich das lese, werde ich mehr als neidisch…

    Wir zahlen hier für 5qm mehr unter dem Strich mehr als das vierfache – aber dafür sind unsere Vermieter wenigstens nett…

  4. zartbitterdenken

    230Tacken für 80qm? Ich möchte mich vom Balkon stürzen…
    Bei uns zahlt man für ein Studentenzimmer mit gerademal 10qm bis zu 350 kalt. Ich selbst habe noch unverschämtes Glück gehabt mit 250 für (rechne) 32qm insgesamt, die in meinem Nutzungsbereich liegen.
    Unsere Vermieter sind zwar nett, aber… effektiv kümmern sie sich um nichts. Der Zaun ums Grundstück sieht aus wie Hund, die Fenster sind alt und einige lassen sich nicht mehr öffnen und bei jedem Problem gleicht es einem Staatsakt sie zu erreichen.

    • Dass Studenten Preise kaputtmachen ist doch altbekannt. Studis sind bereit, für ein Zimmer in ner Dreier-WG, Altstadt, 5 Treppen, 300 Euronen zu bezahlen. Find mal ne Familie, die für dieselbe Bruchbude dieselben 900 Euronen zu zahlen bereit ist…

      • Das, Freunde, das ist Marktwirtschaft.
        Dort, wo es zum Beispiel keine Studis oder keine nennenswerte Industrie etc. gibt, tja, dort sind Mieten billig… Warum sonst zahle ich für meine 70qm-Wohnung in einer Uni-Stadt in der Nähe von mehr Uni und bei viel Industrie mehr Kaltmiete als das, was ich als Mieteinnahme für ein ganzes 240qm-Haus in einer strukturschwachen Gegend nur 100qm entfernt bekomme…. 😦

      • In München kein Problem – inseriere eine 3 Zimmer Altbauwohnung für 900 EUR und Du siehst hier locker an einem Samstag innerhalb von 3 Stunden 40 Familien, die Dir auch noch 3000 EUR Ablöse für eine Küche zahlen, die neu gerade ‚mal 2500 EUR gekostet hat (wenn überhaupt).

  5. Zu dem Preis wirst Du auch im Pott wohl nix kriegen.
    Mit viel Glück vielleicht in Ostfriesland oder im Ammerland auf’m Dorf.
    Ich finde die Gegend dort zwar toll, aber seinen Arbeitsplatz sollte man schon mitbringen, was Dich ja jetzt nicht unbedingt betrifft.

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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