Die vergessene Tragödie


Liest man Medienberichte, könnte man meinen, dass in Japan alles wieder toll ist. Dass die dort aufbauen und alles neu machen.

Dem ist nicht so, das wird bei einem Bericht des Weltspiegels deutlich. Deutlich wird auch, dass sich sowohl Tepco als auch die Regierung unverantwortlich verhalten und die Menschen dort ins offene Messer laufen lassen.

Mehr als 70 Suizide in der Region Fukushima, Menschen, die aufhören zu essen, die anfangen zu trinken.

„Das Meeresrauschen hier am Friedhof – für mich klingt das wie die Stimmen all der Toten. Es fühlt sich an wie ein Hilferuf. Ich glaube, wir müssen in Zukunft enger zusammenrücken. Und wir müssen besser aufklären, wie gefährlich Radioaktivität in Wirklichkeit ist. Sonst werden wir nicht mehr glücklich.“

Recht hat der Sprecher.

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Veröffentlicht am 6. November 2011, in Japan. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 9 Kommentare.

  1. „So sind die, die offiziellen Wahrheiten, in *wieauchimmer*, 20km vom Supergau“.
    Ein treffender Schlusssatz will ich meinen… Aber man kennt es von den asiatischen Medien doch nicht anders. Ich sage als Stichwort nur mal – Olympische Spiele. Und der Rest der Welt schaut wie geblendet zu und lässt es geschehen. Die die Macht haben schieben lieber den Griechen Knete in den Allerwertesten, anstatt gegen diese Abscheulichkeit vorzugehen, in welcher Art auch immer. Traurig, sehr traurig….

  2. Hauptsache, der Golfplatz ist wieder offen
    Dekadenz?

  3. Ich verlinke hier einfach mal mehr oder weniger kommentarlos einen Bericht von sozusagen vor Ort aus einem Blog, den ich verfolge. Man ist offenbar teilweise sehenden Auges in die Katstrophe gelaufen bzw. an anderer Stelle in die Fastkatastrophe.

    http://kreuzkirche-tokyo.blogspot.com/2011/10/friede-freude-eierkuchen.html

    • Ich suchte grad noch nach dem Link in meinem Kramladen; nu brauch ich nicht mehr.
      Ich glaube, solche Augenzeugenberichte sind noch viel mehr wert als Journalistenberichte, die auf viel mehr Rücksicht nehmen müssen.

  4. Erst wird gesagt, Atomkraft sei sicher (fefe lässt grüßen 😉 ), dann wird gesagt, man habe das nach dem demaligen Stand der Technik nicht wissen können, dann wird gesagt, dass alles nur halb so schlimm sei, dann wird gesagt, es werde nicht mehr schlimmer werden; und dann wird erstmal gar nichts mehr gesagt, in Hoffnung, wir vergessen alles.

    Zwischendrin wird dann nochmal ’ne „Heldentat“ eines Politikers gezeigt (verseuchtes Wasser trinkend o.ä.).

    Und dann werden belanglose, wahrscheinlich geschönte, verfälschte, gefälschte Statistiken in Umlauf gebracht, die „ganz deutlich zeigen“, dass alles noch viel weniger schlimm war, als befürchtet.

    Und dann macht man weiter wie bisher.

    Dabei weiß keiner genau, ob’s in Fukushima (Tschernobyl, Sellafield, La Hague etc.) nicht doch viel schlimmer ist, als man bis jetzt denkt!

  5. Nuclear boy lässt grüßen.

  6. Über Gefahren aufzuklären dürfte auf jeden Fall besser sein, als die Gefahr runterzuspielen. Das dürfte jetzt auch dem japanischen TV-Moderator Norikazu Otsuka klar sein. Frei nach dem Motto „Ist ja nicht so schlimm, solange es noch nicht grün leuchtet, kann man es noch essen“ verspeiste er demonstrativ Produkte aus der Umgebung um den havarierten Reaktor, wenig später erkrankte er an Leukämie.

    http://www.sueddeutsche.de/panorama/nach-verzehr-von-lebensmitteln-aus-fukushima-japanischer-tv-moderator-an-leukaemie-erkrankt-1.1193054

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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