Scharia


Aus den Kommentaren:

Was will man aber auch von Leuten erwarten, die die Scharia einführen wollen.

Das hat der nationale Übergangsrat aber nicht gesagt. Trotzdem wird im Westen reflexartig gezuckt. Weil Scharia ja böse ist.

Nur – ganz so einfach ist es, wie immer im Leben, ja leider mal wieder nicht. Es soll mitnichten die Scharia eingeführt werden, sondern die Gesetze dürfen der Scharia nicht mehr widersprechen. Ein kleiner, aber sehr feiner Unterschied, liebe Leute.

Genauer erklärt hat das ein sehr schöner Kommentar in der Tagesschau. Und bevor man sich jetzt aufregt und „Muslimisten“ brüllt, bitte mal genau hinlesen. So heiß wird die Suppe nicht gegessen werden, wie sie jetzt gekocht wird. 🙂

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Veröffentlicht am 24. Oktober 2011, in Religöser Wahn. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 5 Kommentare.

  1. Das ist schon schlimm, schließlich dürfen gläubige Moslems kein Geld für Zinsen verleihen. Da geht doch die ganze Finanzwelt „vor die Hunde“, wenn sich das verbreitet: Kredite ohne Zinsen.

    • dann verleihst du halt ohne Zinsen und verlangst von der Summe abhängige Verwaltungsgebühren und Ausfallversicherungsgebühren (sagen wir pro Jahr 10% der ausstehenden Summe).

      Ich sehe da nicht wirklich ein Problem 😀

      • Wollte doch meinen, dass die Herrschaften da schon seit mehreren Jahrhunderten Wege gefunden haben, diesen Passus zu umgehen 😉

        Und so wie es sich derzeit anhört, was da von den Islamisten kommt, wird’s wohl auch nicht wirklich schlimm kommen, zumal sie nicht alleine regieren können.

        Und schlimmer als in USA oder Deutschland wird’s sicher auch nicht werden…

  2. Da ich das war, der im vorherigen Beitrag die Scharia erwähnt hat, nochmal ein kurzes Statement von mir dazu.

    Zum Einen kann ich (leider) auch nur nachplappern was andere Medien (Nachrichten) mir vorsetzen. Jede Meldung genau zu hinterfragen wäre zwar geboten, ist aber natürlich unrealistisch.

    Andererseits stehen all diese Länder des arabischen Frühlings am Anfang einer Entwicklung, die wir in Europa bereits vor z.T. Jahrhunderten angetreten haben (und neuerdings scheinbar auf einigen Gebieten wieder rückwärts gehen). Wir ach so zivilisierten Länder sollten nicht erwarten, dass die anderen unsere Errungenschaften auch als solche ansehen und unbesehen sofort übernehmen. Wenngleich ich mir wünschen würde, dass unsere Grundrechte für alle Menschen Geltung erlangen sollen. (Es gibt auch bei uns einige Baustellen bei den Grundrechten und unsere Politiker und Exikutive reissen auch eifrig weitere Löcher auf, aber wir haben weder saudi-arabische noch syrische Verhältnisse.)

    Zudem dürften in solch instabilen Ländern wie derzeit Libyen wohl auch einige dunklen Kräfte ihre schmutzigen Spielchen spielen – da wird unter dem Gesichtspunkt der Rohstoff- und Marktsicherung wohl so einiges passieren.

    • Das Märchen, dass die Länder am Anfang einer Entwicklung steht, wird gerne von Portalen wie Politically Incorrect kolportiert, aber das ist zu vereinfacht.

      Fakt ist nunmal, dass es ein völlig anderer Kulturkreis ist, der über andere Werte verfügt und der auch die westlichen Prioritäten nicht als maßgebend ansieht.

      Man kann sich darüber streiten, ob das richtig ist (meiner Meinung nach ist vieles NICHT richtig, zu engstirnig und intolerant) – aber es steht dem Westen nicht zu, darüber zu richten und mit Gewalt seine Auffassung von Gut und Böse zu verbreiten.

      Doch genau das geschieht gerade. Und wie immer, wenn Leute mit dem Rücken zur Wand stehen, werden sie radikalisiert. Und dann zieht man sich auf das zurück, was schon seit Generationen stabil ist: Die Religion – oder das, was man dafür hält bzw. wie man sie auslegt.

      Je ängstlicher jemand ist, umso strenger wird man die Vorschriften auslegen, weil es der einzige Fixpunkt ist, den man noch hat in einer Welt, die voll Gewalt ist und die man nicht mehr versteht.

      Die Gewalt im Nahen Osten ist menschengemacht, keine Naturgewalt. Und solange wir hier im Westen nicht begreifen, dass WIR nicht das Recht haben, anderen Vorschriften zu machen, solange wird sich dort auch nichts ändern.

      Das ist nur ein Aspekt von unglaublich vielen – natürlich läßt sich der Nahe Osten nicht auf das alleine reduzieren. Aber es ist ein wichtiger Aspekt – der Umgang mit den Leuten dort und den Respekt, den man sich gegenseitig entgegenbringen muss.

      Und was immer wieder nicht getan wird.

warf folgenden Kuchen auf den Teller

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